Dienstag, 7. Juni 2016

Buchempfehlung | Christa Zettel: Geheimlehre und Numerologie - Das Geheimnis der Zahl (PDF)





Kurze Auszüge aus dem Buch, das ich am Ende des Textes verlinkt habe:

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In diesem Zusammenhang beginnt sich eine der geheimnisvollsten Zahlen der Mystik zu enträtseln - die Zahl des »Tieres« der Apokalypse, nach der »vier Reiter« aus den »Ecken« der Welt heranstürmen sollen, um die geschaffene Welt zu zerstören. Die Zahl des »Tieres« ist 666, dreimal die Sechs, die verkehrte Neun, die in ihrer Quersumme jeweils 18, wieder die Neun (l + 8), ergibt. Die Zahl 18 wurde von Theologen, wie Agrippa von Nettesheim (1486-1535) schreibt, als Unglückszahl angesehen. Sie symbolisiert die Kraft der »Schlange«, die sich »verkehrt« hatte (und deshalb »teuflisch« wurde), die Kraft des »Lichtbringers« Luzifer, des »Antichristen« (wobei hier der Gegenpol des ChristusGEISTES gemeint ist), und die zum »Auge« wird, das herabsteigt, um die »Empörer mit Unheil« zu schlagen. Wie die aktivierte Kraft der Bluestones kann Energie sowohl heilen als auch Unheil bringen, zerstören (auch die moderne Medizin bedient sich der, wenn nicht kontrollierten, zerstörerischen radioaktiven Kraft zum Bestrahlen, zum Heilen). Der Mittelpunkt des »Weltenbaumes«, Rheas Wohnsitz im Erdmittelpunkt, dessen »Klang« (Energie) der »Stein«, der omphalos, symbolisierte, wird von den Kelten als sechszackiger »Kristall« beschrieben, von dem die sieben Kräfte gleichförmig ausstrahlen. Es, so heißt es, gleicht einer »gutgerundeten Sphäre, die sich von ihrem Mittelpunkt aus gleichförmig in alle Richtungen ausbreitet«. ES ist der »neunte« Teich in der chinesischen Überlieferung, die LUNARE (Luna=Mond) ACHSE des Erscheingungshimmels, der im Dreischritt die zweimal vier polaren, »acht Teiche« gebiert. Irdischerweise ist es die Polarachse, die Verlängerung der Erdachse von ihrem Mittelpunkt aus zu den Himmelspolen, dem erzeugenden (schwingenden) »Lichtkörper« der Erde, wo die »Schlange« wohnt (Rhea oder Hekate oder später Nephtys bzw. Osiris), dessen Bleibe »Osiris Hof« ist, der die Erde umschwebt (der mehrschichtige Strahlungsgürtel, die »Sphären«, die die Erde umgeben).

6 + 6 + 6=18 = 9. 6x6x6 = 216 = 9. 360 (die Zahl des »Erdkreises«) minus 216 ergibt 144, die harmonikalische Frequenz des Lichts, bzw. die jedes Poles. Zieht man von der harmonikalischen Frequenz beider Pole 288 bzw. 216 ab, erhält man 72, die halbe Sinuskurve der harmonikalischen Frequenz des Lichts. Alle Zahlen ergeben in ihrer Quersumme jeweils die göttliche Neun. Dreht man die Zahl des Tieres um, und rechnet 999, erhält man 3x9 = 27, multipliziert man 9x9x9 = 729. Teilt man 729 durch 2 ergibt das 364,5, die Anzahl der Tage im lunaren Kalender (364 +1).

Die verkehrte KRAFT der »Schlange« (6) des dreifältigen, göttlichen Geistes (3x3 = 9), wird in der Genesis bei Jobs Katastrophenschilderung des »Unterganges der Erde« (Ovid) - einer unvorstellbaren Natur- und kosmischen Katastrophe, die bereits (mindestens) einmal stattfand - als die »sich windende« Schlange geschildert. (»Er schuf die sich windende Schlange«). Aber das Attribut »sich windend« kann auch als »verkehrt« übersetzt werden. Alles weist darauf hin, daß die bildhafte Sprache des Mythos die Umpolung des magnetischen Kraftfeldes der Erde schildert, die zum »Untergang der Erde führte«, weil die Schlange zum Auge wurde, dem Symbol Osiris', des Todesgottes (früher der Hathor Nephtys, Ta Urt etc.).

Das »Auge« fand auch Eingang in die christliche Mystik. Es ist in einem Dreieck eingeschlossen und von Strahlen umgeben. In vielen Logen des 1. Grades der Freimaurer thront das »All-sehende Auge« über dem Platz des Meisters vom Stuhl, »im Osten«. Östlich des verlorenen Paradieses, stellt Gott nach dem Untergang der Erde ein »flammendes Schwert« auf, berichtet Job, und Cherubim verwehren von nun an den Zugang zum »Baum der Erkenntnis« von dessen Früchten der Mensch genascht hatte, wodurch er sich gottgleich gefühlt hatte, und zum »Empörer« (Luzifer) geworden war.

»Er (Gott) breitete die Leere über den Norden aus!« Eine derartige Leere (keinen Polarstern) gibt es nur in der südlichen Hemisphäre! Die KRAFT der Schlange, die sich nach der Überlieferung - ausgelöst durch die Manipulation des Menschen - verkehrt hatte - als dessen Zahl die 666, das »Tier«, auch bezeichnet wird — wurde zum Inbegriff alles Bösen wie auch Tyr, bei den Kelten das Symbol der Spitze der Welt-Achse bzw. T(h)ubal, aus dessen Name sich das Wort Teufel ableitet. Tubal-Kaijn war »lange vor der Flut« ein Handwerksmann in Gold, Silber und Eisen, berichtet die Bibel, er war ein Schmied, ein Magoi. Seit der Bibel ist die Schlange das Schreckgespenst aller Paradiese. Für Orphiker und Ur-Gnostiker besaß SIE jedoch die umgekehrte Bedeutung. »Als erste hatte SIE versucht, die Menschheit aus der Knechtschaft eines unwissenden Gottes zu befreien, der sich mit dem Absoluten gleichgesetzt hatte (zum >Empörer< wurde) und den Weg zum Baum des ewigen Lebens versperrte.« (Joseph Campbell).

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Das Geheimnis verbirgt sich im Mysterium der Schlange, die sich bei den Kelten um den Weltenbaum ringelt und ständig an ihm nagt. Irdischerseits entspricht sie der bereits erwähnten kosmischen Energie, die sich, wenn aktiviert, an den beiden Nervenkanälen entlang der Wirbelsäule aufrichtet, bis sie im sechsten Chakra, dem »dritten Auge«, »explodiert«, und zur Erleuchtung (siebentes Chakra) fuhrt. Dieses uralte Wissen der Schamanen um die Kraft der Schlange findet sich auch bei Felszeichnungen der Buschmänner in Afrika. Auf die graphische Darstellung dieses uralten Symbols der Erleuchteten, die zugleich stets Heiler waren und sind, stößt man auch beim Symbol der westlichen Medizin, dem Merkur- oder Äskulap-Stab. Der Name der Nazarener, denen von manchen Forschern Jesus v. Nazareth zugeordnet wird, Bedeutet »Bewahrer«, der der Essener, einem Zweig der Nazarener, »Heiler«. Durch die Essener wurde, wie wir sehen werden, uraltes Weisheits- und Zahlengut überliefert. Die Symbolik des Hermes oder Merkur oder Thoth ist die der älteren Hekate, wie eine Abbildung der drei-köpfigen Mutter/Göttin mit den sechs Händen zeigt. Denn die sieben Kräfte strahlen in sechs (2 x 3) Richtungen gleichmäßig aus.

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In der christlichen Allegorie wird Christus als »König des Tages« bezeichnet. Aber erinnern wir uns: In der lunaren Symbolik stand der volle Mond für die Nacht, die göttliche Unterwelt, aus der alles strömt und in die alles zurückkehrt, für den Lichtgeist, den »Himmel«; den Tag symbolisierte der Dunkelmond, der »Schattengeist«, die geschaffene, sterbliche Materie. Später wird der Lichtgeist (Sonne) zum Tag und zum unsichtbaren Himmel und der Schattengeist (Mond) zur Nacht. »Das Wesen der Dunkelheit ist absolutes Licht«, überliefern die ROSENKREUZER, deren Versammlungszahl mit Dreizehn angegeben wird. Dieses absolute Licht symbolisiert die »Königin der Nacht« in Wolfgang Amadeus Oper »Die Zauberflöte«.

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Wir wissen heute wieder, daß unser Sonnensystem um ein Zentrum in unserem Milchstraßensystem kreist und daß sich das gesamte Universum um einen geheimnisvollen Mittelpunkt bewegt, das »Feuer der Mitte«, das nicht heißes Feuer, sondern »kalte Flamme« ist, das galaktische Herz, Hunab Ku, der Maya, die »Zentralsonne« der Mystik, das »Gold«, das sich der Alchemist, der die Materie befreite (!), selbst schuf- im symbolischen Sinne ist dies sein »Auferstehungsleib«.

Die materia prima des Alchimisten symbolisiert die »Mutter«, die Natur in ihrem Ur-Zustand; die »Rückkehr zur Mutter« bringt eine geistige Erfahrung zum Ausdruck, die der Wiederherstellung eines Urzustandes vergleichbar ist. Die »Auflösung« in die materia prima wird durch die »Heilige Hochzeit«, die Vereinigung - Vermischung »männlicher« und »weiblicher« Erze symbolisiert, die mit dem Verschwinden, der Auflösung im Uterus endet. »Beya stieg auf Gabricus und schloß ihn derart in ihre Matrix ein, daß nichts mehr von ihm zu sehen war. Sie umarmte ihn mit solcher Liebe, daß sie ihn vollkommen in die eigene Natur aufnahm.« Beya ist die Schwester des Gabricus; was vordergründig wie Inzest aussieht, ist die »Heilige Hochzeit« zwischen »weiblich« und »männlich« (anima und animus), zwischen dem Pharao und seiner göttlichen Schwester, der auf, in ihrem Thron, in ihrem »Gefäß« Platz nimmt, d. h. in das Gefäß zurückkehrt, aus dem er wiedergeboren werden kann. Die Sprache der Alchimie ist die alte Bildsprache der Mythen - die Metapher. Nach Paracelsus muß die ganze Welt »in die Mutter eingehen«, (in die »Null«), die die materia prima, die massa confusa, der abyssus ist, um die Ewigkeit gewinnen zu können. Der abyssus (über dem die sumerische Ninti den Menschen erschafft) ist ein »bodenloser Abgrund«, die unbekannte Tiefe zwischen den verschiedenen »Welten« der Kabbala (Ashia, Beriah, Jesirah usw.), der Zustand der formlosen Materie auf den unteren Ebenen VOR der Involution des Geistes (der »Beseelung«). Nach John Pordage ist Brain Marie »der Ort, die matrix« (Gebärmutter, der Mutterboden) UND das Zentrum, woraus die »göttliche Tinktur als aus ihrem Ursprung fließt«. Die Inkarnation Gottes im Adepten des Mysteriums kann in dem Augenblick beginnen, in dem die alchimistisehen Ingredienzien im Brain Marie schmelzen und den (geistigen) Urzustand der Materie wiedererlangen, denn jeder Tod ist die Wiederherstellung der »kosmischen Nacht«, des vorkosmologischen Chaos. Jede Schöpfung, jedes Sichtbarwerden von Formen (Materie) oder jeder Zugang zu einer transzendenten Ebene wird durch ein kosmologisches Symbol (eine Zahl) ausgedrückt. Der Initiationstod stellt den ursprünglichen Zustand, den »Keimzustand der Materie« wieder her, und die »Auferstehung« entspricht der Erschaffung der Welt (Mirca Elliade).

In der Darstellung der Parallele Lapis (Stein)-Christus schrieb C. G. Jung über die Alchimisten: »Sie bekennen sich zu dem Glauben, daß, um das >Große Werk< der Wiedergeburt der Materie zu vollbringen, sie die Wiedergeburt ihrer Seele betreiben müssen.« ... »So wie in ihrem versiegelten Gefäß die Materie stirbt und vollkommen wiederersteht, wünschen sie auch, daß ihre Seele, dem mystischen Tode verfallend, wiedergeboren werde, um in Gott ein Leben der Ekstase zu führen.« Die Nachfolge Christi ist für sie auch »ein Mittel, den Verlauf der materiellen Prozesse zu regeln, aus denen das Mysterium hervorgehen wird«. Der Auflösung der Formen, ob materieller oder geistiger Art, Gedanken und Gefühlen, die Aufgabe der Initiation im siebenfachen Schritt (weil sich das aus dem dreifachen Geist fließende in siebenfacher Form inkarniert), stellt eine »Rückkehr in die Finsternis«, in das »All«, zum samenhaften Zustand des Daseins, in die Eins, die von der Null aus sich selbst geboren wird, dar; sie ist die materia prima, und damit eine Rückkehr in den abyssus, in die »Gebärmutter«, die Matrix, das Zentrum (Brain Marie) woraus die »göttliche Tinktur« (der göttliche Geist) aus ihrem Ursprung fließt, und in dem alle Schöpfungsformen (alle Zahlen) enthalten sind und neu geboren werden können. (Die moderne Physik spricht hier vom »Feld«). Jeder Geburt, sei es eine körperliche oder geistige Schöpfung, liegt IMMER das gleiche Musterbeispiel zugrunde - die Kosmogonie -, die jeder Schöpfung zugrunde liegenden kosmologischen Symbole und Zahlwerte, weshalb sich das »kosmische Spiel« in Zahlen ausdrücken läßt. Anders gesagt: Um etwas neu herzustellen, muß man - wie im »Irrgarten«, dem Labyrinth - zum Ausgangs-Punkt zurückkehren, rein und »leer« wie ein Kind werden, neu Wiederbeginnen - das setzt, weil wir im Zuge des Lebens unsere kindliche Unschuld verloren, Initiation voraus. Dann wird die »Auferstehung«, sofern sie glückt, zur (Neu-)Erschaffung der (inneren bzw. der äußeren) Welt - zur Wieder-Geburt, die ihr geistiges Abbild der äußeren Welt der Materie aufprägen kann.

C. G. JUNG (1875-1961), dem Schweizer Psychologen, der nicht zu »glauben« brauchte weil er »wußte«, ist es zu verdanken, daß die Alchimie von ihrem okkulten Beigeschmack gereinigt wurde. Er erkannte, daß sie ihrem Wesen nach gnostisch und somit hermetisch war. Künstliches Gold wurde nie gefunden, der Anspruch war ein exoterisches (unverfängliches) Alibi für die esoterische Suche nach dem »Stein der Weisen« (dem Gral), den der Alchimist (wie wir alle) IN sich selbst trug, was alle »Eingeweihten« wußten und wissen. Shambala, das geistige Reich Gottes, zu dem die »Pfade des Nordens führen« »ist nur in meinem Geist«, lehren die tibetischen Lama. Noch ein Wort zum »unedlen« Blei, das zum »edlen« Gold werden muß. Weshalb gerade Blei, das als Metall des Saturn (der Zahl Acht) gilt? Blei ABSORBIERT die Strahlung des Radiums, des 92. Elementes! Erinnern wir uns an die ihrem Wesen nach dreifältige Energie des strahlenden Radium, das einen NEUEN KÖRPER (eine Emanation) erschafft, wenn in der Kern-Spaltung das Radium von der Pechblende, dem Oxyd des Uraniums, getrennt wird! Das Uranium verdankt seinen Namen dem Planeten Uranus, der am 13. 3. 1781 von Wilhelm Herschel gesichtet wurde. Uranus gilt als Mysterienplanet, und ist »wie es jeder esoterische Forscher weiß, ein höheres Christussymbol« (Lectorium Rosicrucianum, wörtlich »Rosenkreuzeri-sche Vorleserei«, steht bei dieser Neugnostischen Bewegung in Holland für das »Neue Zeitalter«).

Planeten werden für den Menschen »sichtbar«, überliefert die Mystik, wenn die Menschen sie und ihre einwirkende Kraft ERKENNEN sollen. Weil alles sich im Kosmos höherentwickelt, steht Uranus sozusagen für eine »neue« Neun, eine neue Eins. Daß Saturn (das Blei), die Acht, die »Kraft« des siebenten Planeten in unserem Sonnensystem, Uranus, absorbiert, d. h. in sich einsaugt, entspricht dem Kräfteverhältnis der formenschaffenden Sieben im Zentrum des Weltenbaumes (der »Achse«), hinter der sich unsichtbar die Acht verbirgt, die aus der Neun geboren wird, dem »Kind« der Zehn, die »Keins« ist, aus der Null. Anders ausgedrückt bedeutet das, daß die »Sonne«, das Ego, das »Bewußte«, (Eins), die »männliche« ratio der Drei, die mit der Eins in wechselseitiger Beziehung steht, DURCH die uranische Kraft, die »ENTWERFENDE Kraft des Unbewußten«, überwunden werden soll, die von dem »Transformer« Saturn (Acht), der jenen Prozeß symbolisiert, der zur ERKENNTNIS des »Ich bin« - des Ego - der »Eins« - führt, »aufgesaugt«, in sich - in das Ego - einverleibt werden muß. Auf die Gefahr der Kraft der Drei und der Eins wies Goethe hin, der Mephisto sagen läßt: »Es war die Art zu allen Zeiten durch Drei und Eins und Eins und Drei Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten.« In der modernen Astrologie REGENERIERT Uranus das Sichtbare, das Bewußte, indem er ihm Einblicke in das Unsichtbare, die Ganzheit, das Unbewußte, gewährt, aus dem alles entsteht. »Die Kraft des Uranus >projiziert Bilder und Ideen< aus dem Kollektiven Unbewußtem, die aus dem >Lichtkörper< der Erde aufsteigen - und die die KRAFT ZUR WANDLUNG in sich tragen.« Sie sind die Keime eines NEUEN BEWUSSTSEINS (nach Däne Rudhyar). Dies ist wohl, indem wir uns dem Einfluß des Uranus öffnen, das tsan, (der Bruchteil über der Vier, der Liebe des Christusgeistes, der »Barmherzigkeit«), das bewältigt werden muß, bevor wir durch eine »Heilige Hochzeit« zwischen Bewußtem und Unbewußten, zwischen ratio und logos, rechts und links, anima und animus, zum Überbewußtsein gelangen können, eine neue Eins werden, der sich die Fünf offenbart.

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Es ist wohl kein Zufall, daß Physiker, Biologen und andere Wissenschaftler vor einiger Zeit ein neues Kartenspiel erfanden, das als eine Art Spiel von Neu-Gnostikern bezeichnet werden kann, denn es stellt ein Orakelspiel dar, bei dem es keine festen Regeln gibt; jeder Spielleiter stellt sie beim jeweiligen Spiel selbst auf und schreibt sie auf einen Zettel. Das Spiel nennt man Eleusis! Das moderne »Orakel« ist ein Ergebnis der Erkenntnisse von Chaoslehre und Quantenphysik, die in anderen Worten ausdrücken, was Mystiker seit Jahrtausenden lehrten.

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In der Bildersprache des Tarot ist die Null als NARR, als der reine (!) Tor, dargestellt, den Offenheit, Vertrautheit, Freiheit und Unabhängigkeit, und eine scheinbar grenzenlose Bereitschaft für das Wagnis, auszeichnet. Das sind Werte, die in unserer Gesellschaft zumeist als »närrisch« angesehen werden. Viele absolute Herrscher unserer Geschichte ließen sich jedoch nur von »Narren« an ihren Höfen Wahrheiten sagen, zumeist ohne daß deren Köpfe rollen mußten. Der Hofnarr ist ein »Spaßmacher«. »Lachen reinigt die Seele«, lautet ein altes nepalesisches Sprichwort, und in der Hymne des ägyptischen Ra, »Deine Priester gehen zur Morgenröte hinaus, sie waschen ihre Herzen (ihr Ego, ihre Eins) mit Gelächter«, klingt die Weisheit an, den Schwierigkeiten des Lebens mit der Kunst des Lachens zu begegnen, was viele Menschen als närrisch empfinden würden. Weil diese Schwierigkeiten die Produkte unseres eigenen Handels oder Nichthandels sind, ist die Kunst des Narren die Kunst, über sich selbst lachen zu können. Wer diese Kunst beherrscht, ist der Weisheit einen großen Schritt näher getreten. Der »reine Narr« sucht die Weisheit nicht, das wäre in Abwandlung eines Zen-Spruches »wie wenn man auf einem Ochsen reitet, um den Ochsen zu suchen«; der »Narr« trägt die Weisheit in sich, in seiner Leere, die zugleich seine Fülle ist, in der Null, in seinem kosmischen Gelächter, in seiner Stille. Er ist der reine Tor, der sich immer wieder von neuem auf die Suche nach dem Gral macht, voller Hoffnung und in dem Glauben, daß ALLES möglich ist. Hierin liegt seine tiefe Weisheit begründet.

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Weshalb der »Narr«, sofern wir ihm je begegnen sollten, der wahre Weise ist. Er (sie) vertraut der Stimme seines Herzens, seine Wahrheit ist nicht von dieser Welt. Es ist die Wahrheit des Uranus, der planetarischen Stimme des kollektiven Unbewußten, die das Unterste zuoberst kehren möchte - und sollte das Tarot im Zusammenhang mit einer Entscheidung befragt werden, lautet der Rat des »Narren« — Tu's! 

Christa Zettel: Geheimlehre und Numerologie - Das Geheimnis der Zahl, PDF 353 S.

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