Freitag, 19. Februar 2016

Die nächsten hundert Jahre - Die Weltordnung der Zukunft | Kapitel 13

Kapitel 13 - Der Kampf um das Zentrum der Welt

Von Beginn dieses Buchs an habe ich den nordamerikanischen Kontinent als Dreh- und Angelpunkt des internationalen Systems beschrieben. Bislang habe ich Nordamerika mehr oder weniger mit den Vereinigten Staaten von Amerika gleichgesetzt, da diese eine unangefoch- tene Vormachtstellung auf dem Kontinent einnehmen. Der Ausgang des Ersten Weltraumkriegs zeigt, dass in Eurasien auf absehbare Zeit keine ebenbürtige Macht entstehen wird. Außerdem bestätigt und aktualisiert er ein entscheidendes geostrategisches Prinzip: Wer den Atlantik und den Pazifik beherrscht, kontrolliert den Welthandel, und wer den Weltraum dominiert, der beherrscht die Weltmeere. Nach dem Krieg sind die Vereinigten Staaten die unangefochtene Vormacht im Weltall und damit auf den Weltmeeren. Doch die Wirklichkeit ist wie immer etwas komplizierter. In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts sehen sich die Vereinigten Staaten mit einer Schwachstelle konfrontiert, die sie zweihundert Jahre lang unter Kontrolle zu haben schienen. Ihr erstes geopolitisches Gebot, auf dem alle weiteren basieren, verlangt, dass sie die führende Macht auf dem nordamerikanischen Kontinent sein müssen. Seit dem Amerikanisch-Mexikanischen Krieg und dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo aus dem Jahr 1848, der diesen beendete, hatten sie praktisch die absolute Vorherrschaft. Dies schien seither geradezu ein Naturgesetz zu sein. Zum Ende des 21. Jahrhunderts ist dies allerdings nicht mehr der Fall. Die Frage nach dem Verhältnis von Mexiko und den Vereinigten Staaten stellt sich ein weiteres Mal, und diesmal in äußerst komplexer Art und Weise. Nach zweihundert Jahren ist Mexiko nun in einer Position, die territoriale Integrität der Vereinigten Staaten und damit das gesamte Machtgleichgewicht auf dem Kontinent in Frage zu stellen. Wenn Ihnen dies weit hergeholt erscheinen sollte, werfen Sie noch einmal einen Blick in das einleitende Kapitel, bedenken Sie, wie sehr sich die Welt innerhalb von nur zwanzig Jahren verändert, und erinnern Sie sich, dass wir über Ereignisse sprechen, die ein dreiviertel Jahrhundert in der Zukunft liegen. Die neue mexikanische Herausforderung hat ihre Wurzeln in der Wirtschaftskrise der 2020er Jahre, die mit den neuen Einwanderungsgesetzen der 2030er Jahre behoben wird. Diese Gesetze begegnen dem Arbeitskräftemangel in den Vereinigten Staaten mit einer aggressiven Einwanderungsförderung. Es kommt zu einem massiven Zustrom von Einwanderern aus allen Ländern der Erde, darunter natürlich auch aus Mexiko. Die neuen Einwanderergruppen verhalten sich wie alle anderen vor ihnen. Allein die Mexikaner fallen aus dem Rahmen, aber nicht etwa aufgrund ihrer Kultur oder ihres nationalen Charakters, sondern allein aus geografischen Gründen. Dies und die zunehmende Bedeutung Mexikos als Wirtschaftsmacht sorgen für eine Verschiebung des Machtgleichgewichts in Nordamerika. In der Vergangenheit verteilten sich Einwanderer in einer typischen Klumpenbildung über das Territorium der Vereinigten Staaten und lebten in nationalen Enklaven zusammen. Einzelne Nationalitäten konnten zwar einen Stadtteil dominieren und Einfluss auf dessen Umfeld ausüben, doch zumindest seit Ende des 19. Jahrhunderts beherrschten sie nie eine Region oder gar einen ganzen Bundesstaat. Die zweite Generation wurde jeweils kulturell assimiliert und verteilte sich über das ganze Land. Das Leben in der nationalen Enklave war weniger attraktiv als die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die ihnen im Rest des Lands offenstanden. Minderheiten bildeten nie einen schwer verdaulichen Brocken – mit Ausnahme der Afroamerikaner, die nicht freiwillig nach Amerika gekommen waren, und der Ureinwohner, die bei Ankunft der Einwanderer bereits auf dem Kontinent gelebt hatten. Die übrigen kamen, bildeten zunächst ihre Enklaven, verteilten sich dann und fügten der Gesellschaft eine weitere kulturelle Schicht hinzu.
Dies war immer die Stärke der Vereinigten Staaten. In Europa haben sich beispielsweise die Muslime stets ihre religiösen und nationalen Identitäten bewahrt, mit denen sie sich von der übrigen Bevölkerung unterschieden, während ihnen der Rest der Gesellschaft nie besondere Assimilationsanreize gab. In den Vereinigten Staaten wurden die Angehörige der Islam dagegen wie alle anderen Einwanderer auch im Laufe von einigen Generationen zu Amerikanern, sie akzeptierten die Werte ihrer neuen Heimat und behielten ihre Religionszugehörigkeit eher als eine Art kultureller Verbindung zur Vergangenheit bei. Dies stellte eine enge Bindung der Einwanderer mit ihrem neuen Heimatland her und verursachte einen Graben zwischen der ersten Immigrantengeneration und den nachfolgenden (und damit auch zwischen den amerikanischen Muslimen und ihren Glaubensbrüdern in aller Welt). Die mexikanischen Einwanderer, die mit Beginn der 2030er Jahre ins Land kommen, verhalten sich jedoch anders. Sie verteilen sich zwar auch wie frühere Einwanderergenerationen über das gesamte Land und werden zum Teil in die amerikanische Gesellschaft integriert. Doch anders als alle anderen Einwanderergruppen sind die Mexikaner nicht durch Ozeane von ihrer alten Heimat getrennt. Auch wenn sie die Grenze zu den Vereinigten Staaten überqueren, bleiben ihre gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zu ihrer Heimat erhalten. Dies schafft eine vollständig andere Dynamik. Die neue Heimat ist keine Diaspora, für einen großen Teil der mexikanischen Einwanderer ist es lediglich ein kleiner Schritt in ein Grenzland zwischen zwei Nationen, das große Ähnlichkeit mit dem zwischen Deutschland und Frankreich liegenden Elsass-Lothringen hat. Es ist ein Gebiet, in dem sich die Kulturen vermischen, selbst wenn es durch eine Grenze geteilt ist. Dies verdeutlicht die folgenden Karte, die auf Daten des Statistischen Bundesamts der USA beruht und aus der die Verteilung der hispanischstämmigen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten im Jahr 2000 hervorgeht. Schon damals ist es entlang der Grenze vom Pazifik bis zum Golf von Mexiko zu einer offensichtlichen Ballung von mexikanischstämmigen Einwohnern gekommen. Die Counties entlang der Grenze sind zu einem Fünftel bis zwei Drittel mexikanisch (dieser Begriff bezieht sich in der Folge nicht auf die Staatsangehörigkeit, sondern auf die Herkunft). In Texas und Kalifornien reicht diese Konzentration sogar bis weit ins Landesinnere hinein, doch es sind vor allem die Grenzcounties, die sich in mexikanischer Hand befinden. Auf der Karte habe ich das Gebiet eingezeichnet, das ursprünglich zu Mexiko gehörte: Texas und die sogenannte Mexican Cession, das Gebiet, das Mexiko im Jahr 1848 an die Vereinigten Staaten abtreten musste. Im Jahr 2000 hat sich die mexikanische Bevölkerung just in diesen ehemals mexikanischen Staaten konzentriert. Es gibt zwar auch außerhalb dieser Region mexikanische Inseln, doch es sind auffallend wenige, und die Mexikaner dort verhalten sich eher wie die Einwanderer aus allen anderen Teilen der Welt. Im Grenzland sind die Mexikaner jedoch nicht von ihrer Heimat getrennt. In vieler Hinsicht ist die Grenzregion so etwas wie eine Fortsetzung Mexikos in die Vereinigten Staaten hinein. Mit der sich verändernden Bevölkerungs- situation wird die Grenze zunehmend als willkürlich und illegitim wahrgenommen. Die Einwanderung findet von der ärmeren in die reichere Region statt, nicht umgekehrt. Die kulturelle Grenze Mexikos verschiebt sich nach Norden, während die politische Grenze fest bleibt. Dies ist die Situation im Jahr 2 000 gewesen. Im Jahr 2060, nach drei Jahrzehnten einer aggressiven Einwanderungspolitik, werden die Regionen, die heute zu 50 Prozent von Mexikanern bewohnt sind, nahezu vollständig in mexikanischer Hand sein, und wo heute 25 Prozent aller Einwohner Mexikaner sind, werden es 50 Prozent sein. Die Karte aus dem Jahr  2000 wird um ein bis zwei Töne dunkler werden. Das Grenzland, das weit in die Vereinigten Staaten hineinreicht, wird überwiegend von Mexikanern bewohnt. Mexiko hat die Probleme der letzten Phase seines Bevölkerungswachstums gelöst, indem es seine nicht-politischen Grenzen in die ehemals mexikanischen Gebiete hinein verschoben hat – und zwar mit Zustimmung der Vereinigten Staaten. 

Die Krise des Jahrs 2080

Die Einwanderungswelle und die Folgen des Kriegs lösen einen Wirtschaftsboom aus, der etwa von 2040 bis 2060 dauert. Die Verfügbarkeit von Land und Kapital sowie eine der dynamischsten Arbeit- nehmerschaften der industriellen Welt sind Wasser auf die Mühlen der Wirtschaft. Die relative Unkompliziertheit, mit der die Vereinigten Staaten Einwanderer aufnehmen, verschafft ihnen einen Vorteil gegenüber anderen Industrienationen. Doch der Aufschwung hat eine weitere Dimension, die wir uns ansehen wollen, ehe wir zu Mexiko zurückkehren: die technologische Entwicklung. Während der Krise des Jahrs 2030 suchen die Vereinigten Staaten nach Möglichkeiten, den Arbeitskräftemangel zu kompensieren, unter anderem durch die Entwicklung von Technologien, mit denen sich menschliche Arbeitskräfte ersetzen lassen. In den Vereinigten Staaten verlief die technologische Entwicklung überwiegend nach folgendem Muster ab: 

1. Universitäten und einzelne Erfinder betreiben Grundlagenforschung und entwickeln erste Pilotprojekte. Häufig stellen diese einen konzeptionellen Durchbruch dar und werden in bescheidenem Umfang kommerziell genutzt. 
2.Veranlasst durch militärische Notwendigkeiten investiert der Staat  große Summen in ein Projekt, um die Entwicklung von spezifischen, militärischen Produkten zu beschleunigen. 
3.Der private Sektor nutzt die Technologie kommerziell, und es ent steht eine neue Branche. Genau dies geschieht auch auf dem Gebiet der Robotertechnologie. 

Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Grundlagenforschung betrieben, Wissenschaftlern gelangen entscheidende theoretische Durchbrüche, und es wurden erste kommerzielle Produkte entwickelt. Trotzdem sind Roboter bislang nicht zum festen Bestandteil der Wirtschaft geworden. Doch seit Jahren investiert das Militär in die Grundlagenforschung, DARPA und andere militärische Einrichtungen finanzieren die Robotorentwicklung mit großen Summen. Der Bau eines mechanischen Lastesels zum Transport von Infanteriegerät oder die Entwicklung von unbemannten Flugzeugen und Drohnen sind nur zwei Beispiele von vielen. Ein weiteres Ziel ist die Stationierung von intelligenten Systemen im All, die nicht mehr von der Erde aus kontrolliert werden müssen. Letztlich ist die technologische eine Folge der demografischen Entwicklung. Weniger junge Menschen bedeuten weniger Soldaten, während gleichzeitig die strategischen Verpflichtungen der Vereinigten Staaten eher zu- als abnehmen. Mehr als jede andere Nation benötigen sie daher Roboter zur Wahrung ihrer Sicherheitsinteressen. Zum Zeitpunkt der gesellschaftlichen und politischen Krise um das Jahr 2030 werden erste Roboter vom Militär erprobt und sind kommerziell nutzbar. Im Jahr 2030 kommt es noch nicht zu einem massenhaften Einsatz von Robotern, die Technik ist noch nicht in der Lage, die Einwanderung zu ersetzen. Sie befindet sich etwa in dem Stadium, in dem sich die Computertechnik im Jahr 1975 befand. Der massenhafte Einsatz der Robotertechnologie wird noch bis in die 2040er Jahre auf sich warten lassen, und erst um das Jahr 2060 wird man von einer Roboterrevolution sprechen können. Ironischerweise spielen ausgerechnet zugewanderte Spezialisten eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Technologie, deren Zweck darin besteht, die Zuwanderung überflüssig zu machen. In dem Moment nämlich, in dem die Robotertechnologie die Gesellschaft erreicht, tritt sie in Konkurrenz zu den Einwanderern, die am unteren Ende der wirtschaftlichen Pyramide stehen und unqualifizierte Tätigkeiten verrichten. Einmal mehr wird die Lösung eines früheren Problems zum Auslöser für ein weiteres. Im Jahr 2080 ist es soweit. Die offensive Einwanderungspolitik ist fester Bestandteil der amerikanischen Kultur und Politik. Nach wie vor locken Headhunter Einwanderer mit Anreizen in die Vereinigten Staaten. Was anfangs eine Notlösung war, ist zu einer festen Einrichtung geworden. Doch um das Jahr 2060 ist dank der Einwanderung und der neuen Technologien der Arbeitskräftemangel behoben. Die letzten Angehörigen der geburtenstarken Jahrgänge sind längst verstorben, und die Bevölkerungsstruktur der Vereinigten Staaten erinnert wieder eher an die vertraute Pyramide. Fortschritte auf dem Gebiet der Robotertechnik machen ein ganzes Segment von Einwanderern überflüssig. Schon immer haben neue Technologien versprochen, Arbeitskräfte einzusparen. Meist war das Gegenteil der Fall, und es entstanden neue Arbeitsplätze rund um diese Technologie. Allerdings war meist eine Verschiebung von unqualifizierter hin zu qualifizierterer Arbeit zu beobachten. Dies trifft auch auf die Robotertechnik zu. Irgendjemand muss die Roboter schließlich entwickeln und warten. Doch die Robotertechnik unterscheidet sich grundlegend von allen früheren Technologien: Die Einsparung von Arbeitskräften ist kein Nebenprodukt, sondern ihr ausdrückliches Ziel. Sie wurde entwickelt genau mit der Absicht, menschliche Arbeitskräfte durch eine günstigere technische Lösung zu ersetzen. Ihr Zweck besteht erstens in der Übernahme der Aufgaben der nicht mehr verfügbaren Arbeitskräfte, zweitens in der Verlagerung von verfügbaren Arbeitskräften in die Robotertechnologie und drittens – und hier beginnt das Problem – in der direkten Verdrängung menschlicher Arbeitskräfte. Mit anderen Worten: Roboter sollen fehlende Arbeitskräfte ersetzen, doch sie schaffen neue Arbeitslosigkeit unter denjenigen Arbeiternehmern, die ersetzt werden und nicht ausreichend qualifiziert sind, um in die Robotertechnologie zu wechseln. Daher kehrt die Arbeitslosigkeit um das Jahr 2060 wieder zurück und steigt in den kommenden beiden Jahrzehnte erneut an. Kurzfristig kommt es zu einem Bevölkerungsüberschuss. Bestand im Jahr 2030 das Problem im Umgang mit dem Bevölkerungsmangel, geht es in den Jahrzehnten zwischen 2060 und 2080 darum, mit dem Arbeitskräfteüberschuss fertig zu werden, der sich aus der übermäßigen Einwanderung und der strukturellen Arbeitslosigkeit ergibt. Dazu kommen die Fortschritte in der Genmedizin, die die Lebenserwartung zwar vermutlich nicht dramatisch steigen lassen, jedoch dafür sorgen, dass die Menschen länger produktiv bleiben. Doch auch ein erheblicher Anstieg der Lebenserwartung ist nicht ganz ausgeschlossen. Roboter-, Gen- und andere Technologien werden im Zusammenspiel einerseits Arbeitskräfte ersetzen und andererseits die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte ansteigen lassen, weil sie die Arbeitsproduktivität des einzelnen Arbeitnehmers steigern. Da alles bringt eine Zeit zunehmender gesellschaftlicher Unruhen mit sich. Auch auf dem Energiesektor kommt es zu einer Revolution. Roboter, die sich selbstständig fortbewegen und Information verarbeiten, sind noch größere Energieschlucker als Autos. Dies ist einer der Auslöser der zuvor angesprochenen Energiekrise und leitet das Ende der fossilen Brennstoffe ein, die das europäische Zeitalter dominierten. Die Vereinigten Staaten sind gezwungen, ihre Energie aus dem All zu beziehen. Um das Jahr 2050 sind erste weltraumgestützte Solarkraftwerke im Einsatz, und die Krise des Jahrs 2080 beschleunigt diese Entwicklung. Ein deutlicher Rückgang der Energiepreise ist Voraussetzung für die breite Umsetzung der Roboterstrategie, und diese wiederum ist erforderlich, um auch in Zeiten des Bevölkerungsrückgangs die wirtschaftliche Produktivität aufrecht erhalten zu können. Wenn die Bevölkerung nicht wächst, muss die Technologie einspringen, und dazu ist billigere Energie nötig. Daher unternehmen die Vereinigten Staaten nach 2080 erhebliche Anstrengungen, in großem Umfang Energie mit Hilfe von weltraumgestützten Sonnenkraftwerken zu gewinnen. Das Projekt ist kostspielig, doch wenn die Privatwirtschaft gegen Ende des Jahrhunderts den Nutzen aus den gewaltigen staatlichen Investitionen ziehen kann, sinken die Energiepreise deutlich. Erinnern Sie sich zum Vergleich an die Evolution der Personalcomputer zwischen 1990, als kaum ein Haushalt oder Büro über E-Mail verfügte, und dem Jahr 2005, als täglich Milliarden E-Mails rund um den Erdball geschickt wurden. Als eine der wenigen Industrienation erleben die Vereinigten Staaten vorübergehend einen Bevölkerungsüberschuss. Das wirtschaftliche Gebot der vorangegangenen fünfzig Jahre – die Förderung der Einwanderung mit allen verfügbaren Mitteln – hat sich überlebt und wird nun zum Problem. Der erste Schritt zur Lösung der Krise ist daher eine Begrenzung der Einwanderung, ein traumatischer Kurswechsel, der eine ähnliche innere Krise auslöst wie die Öffnung der Einwanderungspolitik fünfzig Jahre zuvor. Nach der Verhängung des Einwanderungsstopps müssen die Vereinigten Staaten zunächst das wirtschaftliche Ungleichgewicht bewältigen, das sich durch den Bevölkerungsüberschuss ergeben hat. Entlassungen und Arbeitslosigkeit betreffen vorrangig die unqualifizierten Arbeitnehmer und hier vor allem die mexikanische Bevölkerung im Grenzland. Es kommt zu ernsthaften außenpolitischen Problemen. Wenn wir den rapiden Anstieg der Energiepreise hinzunehmen, haben wir die Auslöser für die Krise der 2080er Jahre.

Die wirtschaftliche Entwicklung Mexikos

Heute belegt die mexikanische Wirtschaft weltweit Rang 15. Von der wirtschaftlichen Kernschmelze des Jahrs 1994 hat sich das Land erstaunlich gut erholt. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von kaufkraftbereinigt knapp 13 000 US-Dollar pro Kopf und Jahr ist Mexiko heute das reichste Land Lateinamerikas und zählt zu den Schwellenländern. Außerdem ist Mexiko kein kleines Land: Mit einer Bevölkerung von 110 Millionen hat es mehr Einwohner als die meisten europäischen Nationen. Sollte seine Wirtschaft über die kommenden sechs oder sieben Jahrzehnte weiter wachsen, würde Mexiko zu einer der führenden Volkswirtschaften der Welt aufsteigen. Angesichts seiner politischen Instabilität, der zunehmenden Auswanderung und seiner langen Geschichte wirtschaftlicher Probleme fällt es möglicherweise schwer, sich Mexiko heute als eine der mächtigsten Nationen der Welt vorzustellen. Andererseits finden es die meisten Beobachter mindestens ebenso unglaublich, dass Mexiko es überhaupt unter die fünfzehn führenden Wirtschaftsnationen geschafft hat. Es gibt einige Faktoren, die dafür sprechen, dass die mexikanische Wirtschaft auch in Zukunft weiter wachsen wird. Der erste Faktor ist das Öl. Seit mehr als einem Jahrhundert ist Mexiko ein wichtiger Erdölproduzent und -exporteur. Manche Beobachter halten dies eher für ein Argument gegen Mexikos weiteren Aufstieg, denn Ölexporte hindern oder demotivieren viele Nationen, andere Industriezweige aufzubauen. Dazu sollte man allerdings wissen, dass der Energiesektor trotz der Ölpreisexplosion seit 2003 einen immer kleiner werdenden Teil der mexikanischen Volkswirtschaft ausmacht. War das Erdöl im Jahr 1980 noch für 60 Prozent aller Exporte des Lands verantwortlich, waren es im Jahr  2000 nur noch 7 Prozent. Mexiko verfügt über weitere Reserven, doch sein Wachstum hängt nicht von Ölexporten ab. Der zweite Faktor ist die Nähe zu den Vereinigten Staaten. Mit oder ohne das Freihandelsabkommen NAFTA hat Mexiko den besten Zugang zum größten und dynamischsten Markt der Welt. Obwohl die NAFTA natürlich die Exportkosten senkt und die Beziehung zwischen den Institutionen beider Staaten effizienter gestaltet, hat Mexiko schon allein durch die räumliche Nähe zu den Vereinigten Staaten einen wirtschaftlichen Vorteil, so groß die geopolitischen Nachteile dieser Lage auch sein mögen.
Ein dritter Faktor sind die erheblichen Mengen an Bargeld, die legal und illegal in den Vereinigten Staaten lebende Einwanderer an ihre Familien in Mexiko schicken. Diese Überweisungen sind massiv gestiegen und sind inzwischen die zweitwichtigste Quelle von Einnahmen aus dem Ausland. In den meisten Ländern stellen ausländische Investitionen das wichtigste Mittel zur Entwicklung der Wirtschaft dar. In Mexiko entspricht die Höhe der Überweisungen der Höhe der ausländischen Investitionen. Das hat zwei Folgen. Werden die Überweisungen auf der Bank angelegt, stellen sie eine zusätzliche Quelle für Investitionskapital dar. Außerdem sind sie eine Art soziales Sicherungssystem für die Unterschicht, aus der die meisten Empfänger der Überweisungen stammen. Der Geldfluss aus dem Ausland hat in Mexiko ein Wachstum der technologiegestützten Industrien und Dienstleistungen ermöglicht. Dienstleistungen machen heute 70 Prozent des mexikanischen Bruttoinlandsprodukts aus, die Landwirtschaft dagegen nur 4 Prozent. Der Rest stammt aus der Fertigungsindustrie, der Ölindustrie und dem Bergbau. Der Tourismussektor ist für einen relativ großen Anteil der Dienstleistungen verantwortlich, doch insgesamt ist die Mischung typisch für ein Schwellenland. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen hat eine interessante Messgröße namens Human Development Index (HDI) entwickelt, die anhand von Faktoren wie Lebenserwartung und Alphabetisierungsquote weltweit den Lebensstandard misst. Auf der folgenden Karte sind die führenden Industrienationen schwarz, die Schwellenländer grau und die Entwicklungsländer hellgrau eingefärbt. Wie auf der Karte auf Seite 268 zu erkennen ist, hat Mexiko hinsichtlich dieser Entwicklungsparameter inzwischen zu Europa und den Vereinigten Staaten aufgeschlossen. Das heißt nicht, dass es schon mit den führenden Industrienationen auf einer Stufe steht, doch es ist auch bei Weitem kein Entwicklungsland mehr. Wenn wir uns den HDI jedoch genauer ansehen, stoßen wir auf eine interessante Erkenntnis. Mexiko als ganzes befindet sich mit einem Index von 0,7 in derselben Gruppe wie Europa und die Vereinigten Staaten. Doch innerhalb Mexikos ergeben sich drastische Unterschiede. Während die dunkel gefärbten Bundesstaaten durchaus mit einigen europäischen Nationen mithalten können, befinden sich die heller gefärbten auf einer Stufe mit den armen Staaten Nordafrikas. 
In einem Land, das einen schnellen Entwicklungsprozess durchläuft, ist eine derart extreme Ungleichheit durchaus nichts Ungewöhnliches. Sie erinnert an Beschreibungen aus den Romanen von Charles Dickens oder Victor Hugo. Diese Autoren beschrieben die typische Entwicklung im Europa des 19. Jahrhunderts: rasches Wirtschaftswachstum inmitten einer sich verschärfenden Ungleichheit. Im modernen Mexiko lässt sich dieser Gegensatz innerhalb von Großstädten wie Mexiko-Stadt oder Guadalajara finden. Er zeigt sich jedoch auch in extremen Unterschieden zwischen den Regionen. Ungleichheit ist nicht gleichbedeutend mit Unterentwicklung, sie ist vielmehr ein typisches Nebenprodukt der Entwicklung. Interessanterweise haben die Staaten entlang der Grenze zu den Vereinigten Staaten, die Touristenregionen auf der Halbinsel Yucatan sowie Mexiko-Stadt den höchsten Entwicklungsstand. Je weiter man sich von der Grenze zu den Vereinigten Staaten entfernt, desto niedriger fällt der HDI aus. Daraus lässt sich auch eine ernsthafte Gefahr für Mexiko ablesen: durch die Ungleichverteilung motivierte Unruhen im Süden. Diese Ungleichheit wird im Laufe der weiteren Entwicklung des Lands eher zu- als abnehmen. Es gibt jedoch noch einen weiteren wichtigen Faktor, der das mexikanische Wirtschaftswachstum beflügelt: das organisierte Verbrechen und der Drogenhandel. Im Allgemeinen gibt es zwei Arten von Verbrechen. Die erste ist eine einfache Form der Umverteilung und des Konsums: Jemand stiehlt Ihren Fernseher und verkauft ihn. Die zweite schafft große Mengen an Kapital. Die amerikanische Mafia, die in den 1920er Jahren den illegalen Alkoholhandel kontrollierte, investierte ihre Einnahmen in legalen Unternehmen, sodass das Geld Eingang in den allgemeinen Kapitalfluss fand und seine Herkunft keine Rolle mehr spielte. In Fällen wie diesen stimulierte das Verbrechen die Wirtschaft. Handelt es sich um grenzüberschreitenden Transfer zwischen zwei Nationen, dann bedeutet dies einen wirklichen Anschub für die Wirtschaft. Das Geheimnis besteht darin, dass die Illegalität den Preis des Produkts künstlich in die Höhe treibt. Dies motiviert die Gründung von Kartellen, die Konkurrenz verhindern, die Preise hoch halten und den Geldtransfer erleichtern sollen. 
Im Fall des modernen Drogenhandels sorgt der Verkauf von Rauschmitteln zu künstlich überteuerten Preisen an Konsumenten in den Vereinigten Staaten für eine Anhäufung riesiger Mengen an Kapital in Mexiko. Die Summen sind derartig gewaltig, dass sie investiert werden müssen. Komplexe Geldwäscheoperationen sollen dafür sorgen, diese Gelder in legalen Geschäften unterzubringen. Die nächste Generation erbt mehr oder minder legale Vermögen. Die Angehörigen der dritten Generation sind wirtschaftliche Aristokraten. Das ist natürlich eine fahrlässige Vereinfachung. Sie übersieht, dass in Mexiko beheimatete Dealer ihr Geld oft nicht zuhause investieren, sondern in den Vereinigten Staaten oder anderswo. Doch wenn die mexikanische Wirtschaft zunehmend produktiv wird und wenn sich die Regierung so weit korrumpieren lässt, dass sie Geldwäschegeschäfte duldet, dann ist eine Investition der Gewinne aus dem Drogenhandel durchaus sinnvoll. Hören Sie genau hin: Das laute Rauschen, das Sie da hören, ist das Geräusch des Investitionskapitals, das die Vereinigten Staaten verlässt und über die Drogenkartelle nach Mexiko strömt. Dieser Prozess hat ein kleines Problem: Er wirkt politisch destabilisierend. Da sich die staatlichen Stellen zu Komplizen machen und die Gerichte und die Polizei nicht effektiv arbeiten, schafft diese Situation Instabilität, die von der Straße bis hinauf in die höchsten Regierungskreise reicht. Wenn so viel Geld im Spiel ist, kann eine Gesellschaft daran zerbrechen. Doch wenn sie ausreichend groß und komplex ist und wenn die fraglichen Summen nur einen Bruchteil des verfügbaren Kapitals ausmachen, wird sie sich schließlich stabilisieren. In den Vereinigten Staaten, wo das organisierte Verbrechen in den 1920er Jahren und danach eine entscheidende Rolle spielte und ganze Regionen destabilisierte, konnten die Gewinne aus kriminellen Aktivitäten schließlich in legalen Unternehmen kanalisiert werden. Ich gehe davon aus, dass dies mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Mexiko passieren wird und dass der Drogenhandel schließlich zum Wachstum der mexikanischen Wirtschaft beitragen wird. Was nicht heißen soll, dass Mexiko nicht eine schmerzhafte Periode der Instabilität durchleben wird. In den kommenden Jahren muss der Staat beweisen, dass er die Kartelle unter Kontrolle bekommen kann, und Mexiko wird eine schwere innere Krise durchmachen. Im weiteren Verlauf des Jahrhunderts wird Mexiko diese Krise jedoch überwinden und seinen Vorteil aus dem massiven Geldstrom aus den Vereinigten Staaten ziehen können. Ein letzter Faktor ist schließlich die demografische Entwicklung. Die mexikanische Bevölkerung wird weiter wachsen, und das zu einer Zeit, in der die Wirtschaft Arbeitskräfte benötigt, um weiter zu expandieren. Zur Jahrhundertmitte flacht das Bevölkerungswachstum ab, was eine Phase der gesellschaftlichen Stabilisierung und des abnehmenden demografischen Drucks einleitet. Diese Entwicklung ermöglicht auch eine Zunahme der Auswanderung in die Vereinigten Staaten während der 2030er Jahre, die wiederum eine Zunahme der Überweisungen und damit der Kapitalbildung zur Folge hat und das Problem der Überbevölkerung innerhalb Mexikos abmildert. Die Auswanderung ist zwar nicht entscheidend für die Entwicklung des Lands, doch sie stellt eine gewisse Unterstützung dar. Mexiko, das in vieler Hinsicht einen ähnlichen Lebensstandard erreicht wie Europa, durchläuft also eine unvermeidliche Periode der Turbulenzen und des Wachstums auf dem Weg zu Ordnung und Stabilität. Um die Mitte des 21. Jahrhunderts, wenn sich die Vereinigten Staaten im Krieg befinden, hat sich Mexiko zu einer reifen, ausgeglichenen Volkswirtschaft mit einer stabilen Bevölkerung gemausert, es befindet sich unter den führenden sechs oder sieben Wirtschaftsnationen der Welt und schließt außerdem zu den wichtigsten Militärmächten auf. Mexiko ist die führende Wirtschaftsnation in Lateinamerika, es unterhält möglicherweise enge Beziehungen zu Brasilien und stellt eine zunehmende Herausforderung für die Vorherrschaft der Vereinigten Staaten auf dem nordamerikanischen Kontinent dar.

Die mexikanische Geostrategie

In den 1830er und 1840er Jahren, nach der texanischen Rebellion und dem Amerikanisch-Mexikanischen Krieg, verlor Mexiko seinen Norden. Das gesamte Staatsgebiet nördlich des Rio Grande und der Wüste von Sonora wurde von den Vereinigten Staaten annektiert. Diese nahmen keine ethnischen Säuberungen vor, die mexikanische Bevölkerung blieb und vermischte sich schließlich mit den ankommenden nicht mexikanischen Siedlern. Die Grenze zwischen beiden Staaten ist traditionell durchlässig. Wie zuvor beschrieben entstand ein klassisches Grenzland mit festen politischen, aber unklaren und komplexen kulturellen Grenzen. Mexiko war nie in der Position, die eroberten Gebiete zurückzufordern. Es fand sich damit ab, dass es keine anderer Wahl hatte, als den Verlust seines Nordens zu akzeptieren. Selbst während des Amerikanischen Bürgerkriegs, als der Südwesten der Vereinigten Staaten weitgehend ungeschützt war, unternahm es keinen Versuch, das verlorene Territorium zurückzuerobern: Unter Kaiser Maximilian war das Land schwach und zerrissen und hatte weder den Willen noch die Möglichkeiten zu handeln. Als Deutschland während des Ersten Weltkriegs versuchte, Mexiko zum Kriegseintritt gegen die Vereinigten Staaten zu bewegen, und ihm im Gegenzug Nordmexiko anbot, lehnten die Mexikaner ab. Auch der Versuch Kubas und der Sowjetunion, in Mexiko eine kommunistische Bewegung zu gründen und die Südgrenze der Vereinigten Staaten zu gefährden, scheiterte kläglich. Mexiko war nie in der Lage, etwas gegen seinen Nachbarn im Norden zu unternehmen, und es ließ sich auch nicht von ausländischen Mächten dazu manipulieren. Es hatte schlicht nicht die militärischen Mittel dazu. Der Grund war nicht etwa das Fehlen anti-amerikanischer Ressentiments. Die waren im Gegenteil tief verwurzelt, wie man angesichts dieser Geschichte der mexikanisch-amerikanischen Beziehungen vermuten kann. Doch Ressentiments zu hegen, bedeutet noch nicht, auch nach ihnen handeln zu können. Vielmehr waren die Mexikaner mit komplexen innenpolitischen Auseinandersetzungen beschäftigt. Außerdem wussten sie nur zu gut, wie sinnlos es gewesen wäre, die Vereinigten Staaten herauszufordern. Nach 1848 hatte Mexiko eine ganz einfache geopolitische Strategie: Erstens musste es seine nationale Einheit gegenüber regionalen Bewegungen und Aufständen bewahren. Zweitens musste es sich vor ausländischen Interventionen vor allem seitens der Vereinigten Staaten schützen. Drittens musste es die Regionen zurückfordern, die in den 1840er Jahren von den Vereinigten Staaten annektiert worden waren. Und viertens musste es die Vereinigten Staaten als führende Macht auf dem nordamerikanischen Kontinent verdrängen. Mexiko kam kaum je über sein erstes geopolitisches Ziel hinaus. Seit dem Amerikanisch-Mexikanischen Krieg ging es vorrangig darum, den inneren Zusammenhalt zu bewahren. Nach dieser Niederlage hatte das Land das Gleichgewicht verloren und nie wiedererlangt. Das lag zum Teil an der amerikanischen Politik, die zur Destabilisierung beitrug, vor allem aber erwies es sich als Nachteil, neben einem derart dynamischen Giganten zu leben. Das Kräftefeld der Vereinigten Staaten formte die mexikanische Wirklichkeit stets mehr als die Politik in Mexiko-Stadt. Im 21. Jahrhundert wirkt dieses Kräftefeld nicht mehr destabilisierend, sondern stabilisierend. Die Beziehung zwischen den beiden Nachbarländern hat nun einen Machtzuwachs für Mexiko zur Folge. Wenn die mexikanische Wirtschaft zur Jahrhundertmitte hin an Bedeutung gewinnt, stärkt dies unweigerlich den Nationalismus Mexikos, der sich angesichts der geopolitischen Realität nicht nur in Stolz, sondern auch in Antiamerikanismus äußert. Vor dem Hintergrund der Einwanderungsprogramme, die Mexikaner zur Übersiedlung in die Vereinigten Staaten bewegen sollen, während gleichzeitig die mexikanischen Geburtenraten sinken, wird der Nachbar beschuldigt, eine für Mexiko schädliche Politik zu verfolgen. Das Verhältnis zwischen den beiden Nachbarn ist traditionell gespannt. In den 2040er Jahren gewinnt Mexiko jedoch an Macht und tritt entsprechend selbstbewusster auf. Die Vereinigten Staaten sind natürlich nach wie vor die mit großem Abstand mächtigere Nation, doch der Abstand fällt nicht mehr ganz so extrem aus wie noch fünfzig Jahre zuvor. Zwischen 2040 und 2070 verschiebt sich das Gleichgewicht weiter. Mexiko ist nicht mehr das Problemkind des Kontinents, sondern befindet sich auf dem Weg zu einer ernstzunehmenden Regionalmacht. In den Vereinigten Staaten nimmt man diese Entwicklung allerdings nicht zur Kenntnis. Während des Ersten Weltraumkriegs befürchtet man in Washington zwar, Mexiko könne sich der Koalition anschließen, doch als es sich aus dem Krieg heraushält, verlieren die Vereinigten Staaten wieder das Interesse. In der Zeit der Euphorie und des Wirtschaftswachstums der Nachkriegszeit nehmen die Vereinigten Staaten ihre gewohnt gleichgültige Haltung gegenüber den Interessen ihres Nachbarn ein. Sobald die Vereinigten Staaten erkennen, dass sich Mexiko zur Bedrohung entwickelt, reagieren sie einerseits außerordentlich alarmiert auf die dortigen Ereignisse und die Stimmung unter den Mexikanern, andererseits sind sie jedoch gelassen und sicher, eine ihnen genehme Lösung zu finden. Mit der zunehmenden Stärke Mexiko wachsen auch die latenten Spannungen zwischen beiden Ländern. In den Vereinigten Staaten sieht man die neue Dynamik der mexikanischen Wirtschaft als eine zu begrüßende stabilisierende Kraft sowohl für das Land selbst als auch für die nachbarschaftlichen Beziehungen. Letztlich sieht man Mexiko in Washington jedoch nach wie vor als Teil des amerikanischen Hinterhofs. Auch im Jahr 2080 behalten die Vereinigten Staaten weiter ihre Vormachtstellung auf dem Kontinent. Doch Vormacht ist nicht gleich Allmacht, wie die Amerikaner immer wieder lernen, und so zu tun als ob, kann viel Kraft kosten. Um das Jahr 2080 stehen die Vereinigten Staaten erneut vor einer Herausforderung, und zwar einer, die erheblich komplexer ist als die des Jahrs 2050. Die Konfrontation ist alles andere als herbeigeführt. Sie ergibt sich vielmehr organisch aus den geografischen Gegebenheiten der beiden Länder. Doch anders als in anderen regionalen Auseinandersetzungen sind die Kontrahenten diesmal die Weltmacht und ein Emporkömmling, und es geht um das Kerngebiet des internationalen Systems. Die Konfrontation speist sich aus drei Faktoren:

1.Mexiko steigt zu den zehn führenden Wirtschaftsnationen der Welt  auf. Mit einer Bevölkerung von 100 Millionen Menschen wird es überall auf der Welt ernst genommen – nur nicht an der Südgrenze der Vereinigten Staaten. 
2.Die Vereinigten Staaten durchlaufen in den 2070er Jahren eine ih rer zyklischen Krisen, die in den Präsidentschaftswahlen des Jahrs 2080 ihren Höhepunkt erreicht. Neue Technologien und demografische Veränderungen verringern den Bedarf an neuen Zuwanderern. Der innenpolitische Druck wächst, Mexikaner, die lediglich im Besitz einer zeitlich befristeten Aufenthaltserlaubnis sind, wieder nach Mexiko abzuschieben, selbst wenn diese bereits seit fünfzig Jahren im Land leben und Kinder und Enkelkinder haben, die in den Vereinigten Staaten auf die Welt gekommen sind. Dabei handelt es sich überwiegend um unqualifizierte Arbeitskräfte. Die Vereinigten Staaten schieben schließlich sämtliche Mexikaner mit befristeter Aufenthaltserlaubnis über die Grenze ab und belasten die mexikanische Wirtschaft mit den am schwersten vermittelbaren Arbeitnehmern. 
3.Trotzdem ist der demografische Wandel im Grenzland unumkehr bar. Mexikaner – ob mit amerikanischem Pass oder ohne – überwiegen in der Region weiterhin. Die in den 1840er Jahren von den Vereinigten Staaten annektierten Gebiete werden kulturell, gesellschaftlich und in vieler Hinsicht auch politisch wieder mexikanisch. Die Ausweisung von Mexikanern mit zeitlich befristeter Aufenthaltserlaubnis mag aus amerikanischer Sicht ein rein bürokratischer Akt sein, doch in den Augen der Mexikaner handelt es sich um eine Form der ethnischen Säuberung.

In der Vergangenheit hätte man in Mexiko amerikanische Politikwechsel wie diese duldsam hingenommen. Diesmal liegt der Fall anders. Während sich in den Vereinigten Staaten die Einwanderungsdebatte in den 2070ern zuspitzt und im Jahr 2080 zum zentralen Wahlkampfthema wird, verhält sich Mexiko in noch nie dagewesener Weise. Die Krise in den Vereinigten Staaten fällt mit einem Reifeprozess der mexikanischen Wirtschaft und Gesellschaft zusammen, was zu völlig neuen Konflikten führt. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Umwälzungen (die vor allem die in den Vereinigten Staaten lebenden Mexikaner treffen) sowie eine dramatische Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung im Südwesten der Vereinigten Staaten führen zu einer Krise, die sich nicht ohne weiteres mit amerikanischer Macht und Technologie aus der Welt schaffen lässt. Die Krise beginnt als eine Angelegenheit der amerikanischen Innenpolitik. Die Vereinigten Staaten sind eine demokratische Gesellschaft, die in weiten Teilen nicht mehr von der englischsprachigen Kultur beherrscht wird. Sie haben sich in eine bikulturelle Nation verwandelt, vergleichbar mit Kanada oder Belgien. Diese zweite Kultur erfährt zwar keine formelle Anerkennung, doch sie ist real, und zwar nicht nur in kultureller, sondern auch in geografischer Hinsicht. Wenn Bikulturalismus einfach ignoriert wird, weil die Mehrheitskultur der Minderheit die formelle Anerkennung verweigert und versucht, den Status quo aufrechtzuerhalten, dann wird er schnell zum Problem. Vor allem dann, wenn die Mehrheitskultur Maßnahmen ergreift, die den Eindruck erwecken, sie zielten auf eine Zerstörung der Minderheitenkultur ab. Und wenn die Minderheitenkultur letztlich nichts anderes ist als eine Fortsetzung der Kultur des Nachbarlandes und wenn diese noch dazu in einer Region lebt, die von diesem Nachbarland beansprucht wird, dann kann die Situation explosiv werden. In den 2070er Jahren stellen die Mexikaner die Bevölkerungsmehrheit in einem dreihundert Kilometer breiten Streifen nördlich der amerikanisch-mexikanischen Grenze, der durch Kalifornien, Arizona, New Mexico und Texas verläuft. Diese Region unterscheidet sich grundsätzlich von anderen Einwanderungsregionen: Kulturell und zum Teil sogar wirtschaftlich handelt es sich um eine Fortsetzung Mexikos. Die Grenze hat sich effektiv nach Norden verschoben. Diese Einwanderer sind alles andere als rechtlose Tagelöhner. Dank der wirtschaftlichen Expansion Mexikos und des amerikanischen Aufschwungs der 2050er und 2060er Jahre sind sie wohlhabend. Sie sind die Mittelsmänner des amerikanisch-mexikanischen Handels, der in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts eines der lukrativsten Geschäfte der Welt ist. Die Mexikaner beherrschen nicht nur die Kommunalpolitik, sondern auch die Bundesstaaten Arizona und New Mexico, und sie spielen eine entscheidende Rolle in der Politik von Kalifornien und Texas. Allein die Größe dieser beiden letztgenannten Bundesstaaten verhindert, dass die Mexikaner auch sie vollständig ten führen zu einer Krise, die sich nicht ohne weiteres mit amerikanischer Macht und Technologie aus der Welt schaffen lässt. Die Krise beginnt als eine Angelegenheit der amerikanischen Innenpolitik. Die Vereinigten Staaten sind eine demokratische Gesellschaft, die in weiten Teilen nicht mehr von der englischsprachigen Kultur beherrscht wird. Sie haben sich in eine bikulturelle Nation verwandelt, vergleichbar mit Kanada oder Belgien. Diese zweite Kultur erfährt zwar keine formelle Anerkennung, doch sie ist real, und zwar nicht nur in kultureller, sondern auch in geografischer Hinsicht. Wenn Bikulturalismus einfach ignoriert wird, weil die Mehrheitskultur der Minderheit die formelle Anerkennung verweigert und versucht, den Status quo aufrechtzuerhalten, dann wird er schnell zum Problem. Vor allem dann, wenn die Mehrheitskultur Maßnahmen ergreift, die den Eindruck erwecken, sie zielten auf eine Zerstörung der Minderheitenkultur ab. Und wenn die Minderheitenkultur letztlich nichts anderes ist als eine Fortsetzung der Kultur des Nachbarlandes und wenn diese noch dazu in einer Region lebt, die von diesem Nachbarland beansprucht wird, dann kann die Situation explosiv werden. In den 2070er Jahren stellen die Mexikaner die Bevölkerungsmehrheit in einem dreihundert Kilometer breiten Streifen nördlich der amerikanisch-mexikanischen Grenze, der durch Kalifornien, Arizona, New Mexico und Texas verläuft. Diese Region unterscheidet sich grundsätzlich von anderen Einwanderungsregionen: Kulturell und zum Teil sogar wirtschaftlich handelt es sich um eine Fortsetzung Mexikos. Die Grenze hat sich effektiv nach Norden verschoben. Diese Einwanderer sind alles andere als rechtlose Tagelöhner. Dank der wirtschaftlichen Expansion Mexikos und des amerikanischen Aufschwungs der 2050er und 2060er Jahre sind sie wohlhabend. Sie sind die Mittelsmänner des amerikanisch-mexikanischen Handels, der in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts eines der lukrativsten Geschäfte der Welt ist. Die Mexikaner beherrschen nicht nur die Kommunalpolitik, sondern auch die Bundesstaaten Arizona und New Mexico, und sie spielen eine entscheidende Rolle in der Politik von Kalifornien und Texas. Allein die Größe dieser beiden letztgenannten Bundesstaaten verhindert, dass die Mexikaner auch sie vollständig sich als Sprecher einer eigenständigen nationalen Gruppierung. Sie gründen einen Partido Mexicano und bilden im Kongress eine eigenständige Fraktion. Diese Entwicklung ist einer der Gründe für die Wende in der Einwanderungspolitik, die in den 2070ern Jahren einsetzt und die Wahlen des Jahrs 2080 beherrscht. Einerseits geht es um eine Neudefinition der Zuwanderung, andererseits sorgt allein die Diskussion für eine Radikalisierung im amerikanischen Südwesten. Dies wiederum erschreckt den Rest der amerikanischen Öffentlichkeit. Der Anti- hispanismus nimmt zu. Die Sorge, die Ergebnisse der texanischen Rebellion und des Amerikanisch-Mexikanischen Kriegs könnten wieder umgekehrt werden, schürt die Ressentiments gegen die im eigenen Land lebenden Mexikaner und gegen Mexiko. Schließlich sorgt die übermächtig werdende Gegenreaktion im Rest der Vereinigten Staaten dafür, dass die Grenzen geschlossen werden, wodurch sich die Lage weiter verschärft. Die angelsächsischen Amerikaner nehmen die unterschiedlichen Positionen innerhalb der mexikanischen Minderheit immer weniger wahr, die radikalsten Figuren beherrschen das Bild, das sich die Öffentlichkeit von Mexiko und der mexikanischen Volksgruppe macht. Es gibt durchaus vernünftige und wohlmeinende Versuche, einen Kompromiss zu finden, doch diese werden von einer, wenn nicht von beiden Seiten als Verrat an den grundsätzlichen Interessen abgelehnt. Die Beteiligten an geopolitischen Auseinandersetzungen sind in den seltensten Fällen rationalen Kompromissen gegenüber aufgeschlossen – das beste Beispiel ist der arabisch-israelische Konflikt. Währenddessen werden mexikanische Staatsangehörige, die zum Teil schon seit Jahrzehnten mit befristeten Aufenthaltsgenehmigungen in den Vereinigten Staaten leben, nach Mexiko abgeschoben. Die Vereinigten Staaten verschärfen die Grenzkontrollen – gar nicht deshalb, um die illegale Einwanderung zu verhindern, an der inzwischen kaum noch ein Mexikaner interessiert ist, sondern um einen Keil zwischen Mexiko und die hierzulande ansässigen Mexikaner zu treiben. Die Regierung verkauft dies als Sicherheitsmaßnahme, doch in Wirklichkeit geht es um die Durchsetzung der 1848 geschaffenen Realitäten. Diese und andere Maßnahmen sind für die Mehrzahl der Mexikaner zu beiden Seiten der Grenze nicht mehr als ein leidiges Ärgernis, doch sie sind Wasser auf die Mühlen der Radikalen und gefährden den wichtigen Handel zwischen beiden Nationen. In Mexiko wird die Forderung lauter, die Regierung solle Stärke zeigen. Eine immer größer werdende Fraktion fordert, die amerikanischen Annexionen rückgängig zu machen und den Südwesten der Vereinigten Staaten zu besetzen. Diese Gruppe hat zwar keine Mehrheit, doch sie ist auch keine unbedeutende Splittergruppe mehr. Andere schlagen vor, die Vereinigten Staaten sollten die Kontrolle über die betreffenden Gebiete behalten, doch sie verlangen von den Vereinigten Staaten, die Rechte der mexikanischen Einwohner zu garantieren und die Ausweisung von Mexikanern unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus zu beenden. Eine dritte Gruppe, die aus wirtschaftlichen Interessen Stabilität wünscht und den Status quo aufrechterhalten will, verliert immer weiter an Einfluss. Die Rufe nach einer Annexion sind ebenso laut wie die nach einer Autonomie der mexikanischen Gebiete. Anti-hispanische Stimmen in den Vereinigten Staaten nutzen die Radikalisierung der mexikanischen Politik und behaupten, Mexiko mische sich in die inneren Angelegenheiten der Vereinigten Staaten ein und plane sogar eine Invasion des Südwestens, was radikale Elemente ja in der Tat fordern. Damit wiederum rechtfertigen Extremisten ihre Forderung nach noch schärferen Maßnahmen, etwa der Deportation sämtlicher mexikanischstämmiger Amerikaner unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit sowie einen Einmarsch in Mexiko für den Fall, dass sich die mexikanische Regierung dieser Maßnahme widersetzen sollte. Die Extremisten schaukeln sich in ihrer Rhetorik gegenseitig hoch und bestimmen die Diskussion. Werfen wir einen Blick in die mögliche Zukunft dieses Konflikts und bedenken wir dabei, dass wir über Einzelheiten nur Vermutungen anstellen können. 

In den 2080er Jahren kommt es in MexikoStadt sowie in Los Angeles, San Diego, Houston, San Antonio, Phoenix und anderen überwiegend mexikanischen Städten der Grenzregion zu anti-amerikanischen Demonstrationen. Zentrales Thema sind die staatsbürgerlichen Rechte der in den Vereinigten Staaten lebenden Mexikaner. Es gibt allerdings auch Demonstrationen für eine Besetzung des Südwestens der Vereinigten Staaten durch Mexiko. Radikale mexikanische Separatistengruppen verüben Sabotageakte und kleinere Terroranschläge gegen Einrichtungen der amerikanischen Bundesregierung. Obwohl weder die mexikanische Regierung noch die Regierungen der von Mexikanern dominierten amerikanischen Bundesstaaten und schon gar nicht die Mehrheit der Mexikaner zu beiden Seiten der Grenze diese Terroraktionen unterstützen, werden sie in der Öffentlichkeit als Beginn eines geplanten Aufstandes oder einer Unabhängigkeitsbewegung dieser Region verstanden. Der amerikanische Präsident steht unter immensem Druck, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Er entzieht den betroffenen Bundesstaaten den Oberbefehl über die Nationalgarde und unterstellt sie Washington, um staatliches Eigentum zu schützen. Die Gouverneure von New Mexico und Arizona erklären jedoch, die Nationalgarde falle unter ihre Hoheit, und weigern sich, den Oberbefehl an Washington abzugeben. Sie stellen eigene Sicherheitskräfte zur Bewachung der bundesstaatlichen Einrichtungen ab, doch sie bestehen darauf, dass diese weiter unter ihrem Befehl stehen. Die Angehörigen der Nationalgarde, mehrheitlich Mexikaner, hören weiter auf den Befehl der beiden Gouverneure. Im Kongress werden Stimmen laut, es handele sich um eine Revolte. Der Präsident erklärt diese Argumentation für abwegig, doch er bittet den Kongress um Erlaubnis, die Armee in diesen Staaten zu mobilisieren, was zu einer direkten Konfrontation zwischen Einheiten der Armee und der Nationalgarde führt. Die Situation gerät außer Kontrolle. Das Problem verschärft sich, als der mexikanische Präsident auf Druck von Nationalisten die mexikanische Armee mobilisiert und an die Grenze verlegt. Er rechtfertigt diese Maßnahme mit der Mobilmachung der US-Armee entlang der Grenze und erklärt, er wolle lediglich Grenzverletzungen verhindern und sich mit Washington koordinieren. Das eigentliche Motiv ist jedoch ein anderes. Der mexikanische Präsident befürchtet, die USArmee könne die immigrierten Mexikaner massenhaft festnehmen und unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus nach Mexiko abschieben. Ihn graut vor einer möglichen Flüchtlingswelle, und außerdem will er vermeiden, dass in den Vereinigten Staaten lebende Mexikaner ihren Besitz verlieren. In Reaktion auf die Mobilisierung der mexikanischen Armee werden die Streitkräfte der Vereinigten Staaten in Alarmbereitschaft versetzt. Die US-Armee hat keine Erfahrung mit der Kontrolle einer feindlich gesinnten Bevölkerung, schon gar nicht, wenn es sich um amerikanische Staatsbürger handelt. Andererseits hat sie sehr große Erfahrung in der Zerstörung feindlicher Armeen. Daher beginnen die Weltraumstreitkräfte und die Bodentruppen mit den Vorbereitungen für eine bewaffnete Auseinandersetzung mit der mexikanischen Armee auf der anderen Seite der Grenze. Ein Treffen zwischen beiden Präsidenten entschärft die Lage, und es wird deutlich, dass beiden Seiten einen Krieg genausowenig wollen, wie sie die Krise im Südwesten der Vereinigten Staaten forciert haben. Doch in den Verhandlungen wird ein Problem deutlich: Beide Seiten wollen zum Status quo ante zurückkehren, doch der mexikanische Präsident sieht sich immer mehr in der Rolle des Verhandlungsführers für die amerikanischen Staatsbürger mexikanischer Herkunft. Am Ende ist er es, der für die Mexikaner in der Mexican Cession spricht. Die Krise der 2080er Jahre wird entschärft, ohne dass ihre Ursachen beseitigt würden. Das Grenzland bleibt strittig, eine politische und gesellschaftliche Lösung ist nicht in Sicht, und eine radikale Separatistenbewegung, die von mexikanischen Nationalisten finanziert wird, sorgt weiterhin für dauerhafte Spannungen. Um das Jahr 2090 provozieren diese Nationalisten eine neue Krise. Nach einer Verfassungsänderung dürfen nun auch Auslands-Mexikaner, die keine Staatsbürgerschaft besitzen, an mexikanischen Wahlen teilnehmen. Der mexikanische Kongress richtet Wahlkreise außerhalb Mexikos ein, sodass beispielsweise nach Argentinien emigrierte Mexikaner ihren eigenen Abgeordneten wählen können, der im Parlament ausdrücklich deren Interessen vertritt. Aufgrund der großen Zahl der Wähler wird die Mexican Cession – um die es ja bei der Verfassungsänderung eigentlich ging – in etliche Wahlkreise eingeteilt, sodass beispielsweise die Großräume Los Angeles zwanzig und San Antonio fünf Abgeordnete in das Parlament von Mexiko-Stadt schicken. Da die mexikanischen Gemeinden in den Vereinigten Staaten diese Wahlen aus privaten Mitteln bestreiten, ist unklar, ob dieses Vorgehen gegen die amerikanische Verfassung verstößt. Es geht ein Aufschrei durch den Rest des Lands, doch Washington hat Angst, einzuschreiten. So kommt es, dass die in den Vereinigten Staaten lebenden Mexikaner im Wahljahr 2090 zugleich Abgeordnete in die Parlamente von Mexiko-Stadt und Washington entsenden. In einigen wenigen Fällen ist es sogar ein und dieselbe Person, die in beiden Parlamenten sitzt. Das ist ein geschickter Schachzug, der die Vereinigten Staaten in die Defensive drängt, ohne dass sie im Gegenzug eine vergleichbare Maßnahme ergreifen könnten. In den 2090er Jahren sehen sich die Vereinigten Staaten innen- wie außenpolitisch einer schwierigen Lage gegenüber. Mexiko rüstet im konventionellen Bereich auf und ist am Boden bald im Vorteil. Die US-Armee ist nicht sonderlich groß, und die Kontrolle einer Stadt wie Los Angeles erfordert nach wie vor ganz einfache Infanteristen. In Reaktion auf die Besatzung durch die Armee im Jahr 2080 entstehen mexikanische Paramilitärs, die sich auch nach Abzug der USTruppen nicht auflösen. Da diese bewaffneten Gruppen im Falle eines Konflikts die US-Truppen an der stark militarisierten Grenze vom Nachschub abschneiden könnten, stellen sie durchaus eine Gefahr dar. Die Vereinigten Staaten könnten zwar möglicherweise die mexikanische Armee zerschlagen, doch damit würden mitnichten ihren eigenen Südwesten befrieden, von Mexiko ganz zu schweigen. Etwa um diese Zeit legt Mexiko ein eigenes Satellitenprogramm auf und baut unbemannte Flugzeuge. Währenddessen schaut die Welt zu. In Mexiko hofft man auf Unterstützung aus dem Ausland. Brasilien, das inzwischen selbst zu einer ernstzunehmenden Macht geworden ist, erklärt seine Solidarität mit Mexiko. 

Der Rest der Welt würde es zwar mehr oder weniger offen begrüßen, wenn sich die Vereinigten Staaten in Mexiko eine blutige Nase holten, doch niemand will sich aktiv beteiligen und die Supermacht herausfordern. Mexiko steht allein da und begnügt sich vorerst damit, den Amerikanern an der Grenze Schwierigkeiten zu bereiten und darauf zu warten, dass anderswo ein Herausforderer auf den Plan tritt: Polen etwa, das inzwischen ernsthaften Groll gegen die Vereinigten Staaten hegt, oder aufstrebende Mächte wie Brasilien, die an der Entfaltung ihrer Aktivitäten im Weltraum gehindert werden. Mexiko wird nicht gegen die Vereinigten Staaten in den Krieg ziehen, ehe es nicht militärisch ebenbürtig ist. Es benötigt eine Koalition, doch deren Aufbau erfordert Zeit. Mexiko hat jedoch einen großen Vorteil: Die Vereinigten Staaten sind mit inneren Unruhen konfrontiert, die einen Teil ihrer Energie beanspruchen und ihre Handlungsoptionen einschränken. Ein militärischer Sieg und eine Besetzung des Nachbarlands würde das Problem nicht lösen, sondern es womöglich noch verschlimmern. Die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko verläuft faktisch nun durch Mexiko selbst, denn dessen reale, gesellschaftliche und kulturelle Grenzen befinden sich inzwischen Hunderte von Kilometern nördlich der eigentlichen politischen Grenze. Dieses Problem bleibt auch dann bestehen, wenn die Vereinigten Staaten Mexiko militärisch besiegen sollten. Alles läuft auf ein Patt hinaus. Es stellt sich die Frage, die die Vereinigten Staaten seit ihrer Gründung beschäftigt hat: Was ist die Hauptstadt des nordamerikanischen Kontinents – Washington oder Mexiko-Stadt? Anfangs sah es ganz so aus, als würde es Mexiko-Stadt werden. Ein paar Jahrhunderte später war es plötzlich Washington. Nun ist die Frage erneut auf dem Tisch. Sie lässt sich zwar aufschieben, aber nicht vermeiden. Vor einer ähnlichen Frage standen Spanien und Frankreich im 17. Jahrhundert. Einhundert Jahre lang hatte Spanien die europäischen Atlantikstaaten und die Welt beherrscht. Dann trat eine neue Macht auf den Plan. Wer würde sich durchsetzen: Frankreich oder Spanien? Fünfhundert Jahre später, am Ende des 21. Jahrhunderts, haben die Vereinigten Staaten die Welt mehr als ein Jahrhundert lang beherrscht. Nun entwickelt sich plötzlich Mexiko zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten. Wer wird sich durchsetzen? Die Vereinigten Staaten kontrollieren den Weltraum und die Ozeane, doch Mexiko stellt sich ihnen auf dem Boden entgegen – und vor allem (wozu eben nur Mexiko in der Lage ist) auf amerikanischem Boden. Auf diese Herausforderung ist das amerikanische Militär am allerwenigsten vorbereitet. Daher stellt sich am Ende des 21. Jahrhunderts die Frage: Nordamerika ist der Dreh- und Angelpunkt des internationalen Systems – aber wer herrscht in Nordamerika? Diese Frage wird erst im 22. Jahrhundert beantwortet werden.

Epilog

Es mag unwahrscheinlich klingen, dass ein erstarktes Mexiko irgendwann die Machtposition der Vereinigten Staaten gefährden könnte. Doch wie ich bereits in der Einleitung zu diesem Buch erläutert habe, hilft der gesunde Menschenverstand bei der Prognose zukünftiger Entwicklungen nicht weiter – sehen Sie sich nur die erstaunlichen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts an und stellen Sie sich vor, Sie hätten diese mit gesundem Menschenverstand vorhersehen sollen. Ein Teil der Menschen, die heute zur Welt kommen, wird das 22. Jahrhundert noch erleben. Als ich in den 1950er Jahren aufwuchs, war das 21. Jahrhundert für mich keine Realität, die ich irgendwann erleben würde, sondern Science-Fiction. Inzwischen hat sich das 21. Jahrhundert jedoch als sehr konkrete Angelegenheit herausgestellt, und ich werde noch einen guten Teil meines Lebens in ihm verbringen. Der Weg hierher, die Geschichte mit ihren Kriegen sowie ihren technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen, hat mein Leben geprägt. Ich bin zwar Zeuge vieler und zumeist unerwarteter Kriege geworden, aber schließlich bin ich doch nicht in einem Atomkrieg mit den Sowjets ums Leben gekommen. Unser Leben zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat wenig mit dem der Jetsons zu tun (dieser Zeichentrickfiguren, von denen keiner so genau weiß, in welcher Zukunft sie angesiedelt worden sind), doch ich schreibe auf einem Computer, den ich in einer Hand halten und mit dem ich in Sekundenschnelle Information aus aller Welt abrufen kann – und das ganz ohne Kabel. Die Vereinten Nationen haben zwar nicht sämtliche Menschheitsprobleme gelöst, doch der Status von Afroamerikanern und Frauen hat sich radikal verändert. Es liegen Welten zwischen dem, was ich irgendwann einmal erwartet habe, und dem, was tatsächlich eingetreten ist. Im Rückblick auf das 20. Jahrhundert lassen sich Entwicklungen ausmachen, die absehbar oder zumindest wahrscheinlich waren, und solche, die sich nicht vorhersehen ließen. Man konnte mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass die Menschen die Welt nach wie vor in Nationalstaaten aufteilen würden. Man wusste, dass die Kriege immer mehr Opfer fordern würden. Alfred Nobel warnte, dass seine  Erfindung des Dynamits den Krieg in einen endlosen Schrecken verwandeln würde, und er behielt Recht. Auch die Revolution auf den Gebieten der Kommunikation und der Mobilität war absehbar, denn schließlich gab es bereits Autos, Radios und Flugzeuge. Die tatsächlichen Entwicklungen waren zwar komplex, aber nicht unbedingt unvorhersehbar. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieb der Science-Fiction-Autor H.G. Wells die Waffen, mit denen künftige Generationen Krieg führen würden. Es genügte, sich das anzusehen, was es bereits gab beziehungsweise was sich in Planung befand, und es auf die Kriege der Zukunft zu projizieren. Doch nicht nur die Technologie ließ sich vorhersehen. Kriegsplaner des US Naval College und des japanischen Kriegsministeriums konnten einen Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Japan in groben Zügen vorhersagen. Vor den beiden Weltkriegen zeigten deutsche Generäle mögliche Kriegsverläufe und deren Risiken auf. Winston Churchill sah die Folgen des Zweiten Weltkriegs vorher, und zwar sowohl den Verlust des Britischen Weltreichs als auch den Kalten Krieg. Natürlich konnte niemand die Zukunft bis ins Details vorhersagen, doch die groben Züge des 20. Jahrhunderts ließen sich durchaus erahnen. Genau das habe ich in diesem Buch versucht: mit Hilfe der Geopolitik das 21. Jahrhundert zu erahnen. Ich habe mit dem Unveränderlichen angefangen: dem Fortbestehen der Menschheit zwischen Himmel und Hölle. Dann habe ich den langfristigen Trend gesucht und ihn im Niedergang Europas als Mittelpunkt der westlichen Zivilisation sowie im Aufstieg Nordamerikas und der Vormacht auf dem nordamerikanischen Kontinent, den Vereinigten Staaten, gefunden. 
Vor dem Hintergrund dieser profunden Verschiebung innerhalb des internationalen Gefüges war es einfach, den Charakter der Vereinigten Staaten – stur, unreif und genial – sowie die Reaktionen der Welt auf dieses Land – Angst, Neid und Widerstand – vorzusehen. Danach konnte ich mich auf zwei Fragen konzentrieren: erstens, wer würde Widerstand leisten, und zweitens, wie würden die Vereinigten Staaten darauf reagieren. Der Widerstand erfolgt in Schüben, analog zu den kurzen, wechselhaften Epochen des 20. Jahrhunderts. Zunächst ist es der Islam, dann Russland, danach ein Bündnis aufstrebender Mächte (Türkei, Polen, Japan) und schließlich Mexiko. Um die jeweilige amerikanische Reaktion zu verstehen, habe ich die FünfzigJahres-Zyklen betrachtet, die ich in der mehr als 200-jährigen Geschichte der amerikanischen Gesellschaft ausgemacht hatte, und habe versucht, mir vorzustellen, wie die Jahre 2030 und 2080 aussehen würden. Auf diese Weise konnte ich darüber nachdenken, inwieweit sich der dramatische gesellschaftliche Umbruch, der bereits heute im Gange ist – das Ende der Bevölkerungsexplosion nämlich –, auf die Zukunft auswirken würde. Und ich konnte analysieren, welche Rolle bereits vorhandene Technologien in gesellschaftlichen Krisen spielen werden, und auf diese Weise die Entwicklungen der Roboter- und der weltraumgestützten Solartechnologie skizzieren. Je detaillierter man eine Entwicklung prognostiziert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man mit seiner Vorhersage danebenliegt. Doch ich habe meine Aufgabe eher darin gesehen, meinen Lesern ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie das 21. Jahrhundert aussehen und wie es sich anfühlen wird. Natürlich werde ich mich in vielen Einzelheiten irren. Ich könnte mich beispielsweise darin täuschen, wer die zukünftigen Mächte sein und in welcher Form sie Widerstand gegen die Vereinigten Staaten leisten werden. Doch ich bin mir sicher, dass deren Rolle innerhalb des internationalen Gefüges das zentrale Thema des 21. Jahrhunderts sein wird und dass andere Nationen sich dieser Vormacht widersetzen werden. Wenn dieses Buch eine zentrale Aussage hat, dann die, dass die Vereinigten Staaten heute alles andere als im Niedergang begriffen sind, sondern dass sie ihren Aufstieg gerade erst begonnen haben.

Dieses Buch soll in keiner Hinsicht als Huldigung an die Vereinigten Staaten verstanden werden. Ich bin ein Anhänger der amerikanischen Demokratie, doch die Vereinigten Staaten verdanken ihre Macht weder der Verfassung noch den Federalist Papers. Die verdanken sie vielmehr Andrew Jacksons Schlacht von New Orleans im Jahr 1815, der Niederlage des mexikanischen Generals Antonio López de Santa Anna in der Schlacht von San Jacinto im Jahr 1836, der Annektierung Hawaiis im Jahr 1898 und der Übergabe der britischen Flottenstützpunkte in der westlichen Hemisphäre an die Vereinigten Staaten im Jahr 1940 sowie ihren einmaligen geostrategischen Vorteilen, die ich in diesem Buch ausführlich dargestellt habe. Ein Thema habe ich nicht angesprochen. Vermutlich haben Sie bemerkt, dass ich nicht auf das Thema der Erderwärmung und des Klimawandels eingehe. Sie könnten das für fahrlässig halten. Ich bin überzeugt, dass sich die Erdatmosphäre erwärmt, und dass diese Erwärmung von Menschen gemacht ist. Doch Karl Marx schrieb: »Die Menschheit [stellt sich] immer nur Aufgaben, die sie lösen kann.« Ich weiß nicht, ob sich das auf jedes Problem übertragen lässt, doch in diesem Fall scheint es zuzutreffen. Zwei Kräfte werden der Erderwärmung entgegenwirken. Erstens wird das Ende der Bevölkerungsexplosion dafür sorgen, dass in den kommenden Jahrzehnten die Nachfrage nach fast sämtlichen Gütern und Dienstleistungen zurückgeht. Zweitens führen die steigenden Kosten für die Förderung und den Einsatz von fossilen Brennstoffen zu einer intensivierten Suche nach Alternativen. Die naheliegende Alternative ist die Sonnenenergie, doch erdgestützte Sonnenkraftwerke bringen meiner Ansicht nach zu viele ungelöste Probleme mit sich, die sich mit weltraumgestützten Solaranlagen umgehen lassen. Aufgrund der demografischen und technologischen Veränderungen der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts wird sich das Thema Erderwärmung erledigen. Mit anderen Worten, der Bevölkerungsrückgang und die Stromproduktion im Weltall werden das Problem des Treibhauseffekts lösen. Diese Entwicklung ist schon heute vorstellbar, und sie wird sich als ungeplante Folge anderer Entwicklungen einstellen. Diese ungeplanten Folgen sind Protagonisten dieses Buches. Wenn wir freie Entscheidungen treffen und diese eins zu eins umsetzen könnten, wäre jede Zukunftsprognose unmöglich, denn der freie Wille entzieht sich definitionsgemäß jeder Vorhersage. Doch wir sind erstaunlich unfrei. Es steht beispielsweise jedem von uns offen, zehn Kinder zu bekommen, doch kaum einer entscheidet sich für diese Möglichkeit. Die räumlichen und historischen Gegebenheiten, unter denen wir leben, schränken unsere Handlungsmöglichkeiten erheblich ein. Und die Handlungen, für wie wir uns schließlich entscheiden, haben eine Reihe von Folgen, die wir nicht eingeplant haben. Als die NASA einen Mikrochip entwickelte, um einen Bordcomputer für eine Raumkapsel zu bauen, hatte sie nicht vor, den iPod zu erfinden. Meine Methode besteht daher darin, mir die Zwänge anzusehen, denen Menschen und Nationen unterliegen, zu beobachten, wie sie in Reaktion auf diese Zwänge handeln, und zu verstehen, welche ungeplanten Folgen diese Handlungen haben. Es bleiben unendliche viele Unbekannte, und keine Prognose eines ganzen Jahrhunderts kann vollständig oder gar vollständig richtig sein. Doch wenn es mir gelungen ist, ein Verständnis für wichtigsten Zwänge, die wahrscheinlichsten Reaktionen auf diese Zwänge und das Resultat dieser Handlungen im allgemeinsten Sinne zu vermitteln, dann bin ich zufrieden. Persönlich finde ich es mehr als merkwürdig, ein Buch zu schreiben, von dem ich nie wissen werde, ob seine Vorhersagen eintreten oder nicht. Daher schreibe ich dieses Buch für meine Kinder und noch mehr für meine Enkel, die es wissen werden. Wenn dieses Buch ihnen eine Orientierung bietet, dann war meine Arbeit zu etwas nütze.

Dank

Dieses Buch wäre weder denkbar noch realisierbar gewesen ohne meine Kollegen bei Stratfor. Mein Freund Don Kuykendall hat mich während der gesamten Vorarbeiten unterstützt. Scott Stringer hat mit Geduld und Kreativität die Karten gezeichnet. Sämtliche Kollegen bei Stratfor haben geholfen, dieses Buch zu verbessern. Vor allem danke ich Rodger Baker, Reva Bhalla, Lauren Goodrich, Nate Hughes, Aaric Eisenstein und Colin Chapman. Dank auch an Peter Zeihan, dessen pedantische und vernichtende Kritiken mich genauso weitergebracht wie zunächst einmal geärgert haben. Jenseits der Stratfor-Familie möchte ich John Mauldin und Gusztav Molnar danken, von denen ich gelernt habe, die Dinge anders zu sehen. Susan Copeland stellte sicher, dass ich nicht nur meine Arbeiten an diesem Buch, sondern auch eine Menge anderer Dinge erledigte. Schließlich danke ich meinem Literaturagenten Jim Hornfischer und meinem Lektor Jason Kaufman bei Doubleday, die alles getan haben, um meine Texte verständlich zu machen. Rob Bloom stellte schließlich sicher, dass das Buch fertig wurde. Dieses Buch hat viele Eltern, doch für seine Fehler und Schwächen bin allein ich verantwortlich.

Kapitel 12
Kapitel 1

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