Freitag, 19. Februar 2016

Die nächsten hundert Jahre - Die Weltordnung der Zukunft | Kapitel 8

Kapitel 8 - Eine neue Weltordnung

Der Zusammenbruch Russlands zu Beginn der 2020er Jahre stürzt ganz Eurasien ins Chaos. Moskau verliert die Kontrolle, Tschetschenien und andere muslimische Gebiete werden unabhängig, Karelien mit seiner engen Bindung an Skandinavien löst sich aus der russischen Föderation. Selbst der dünn besiedelte Pazifikrand spaltet sich ab, da er mehr mit dem Pazifikraum gemeinsam hat als mit Moskau. Der Zerfall betrifft jedoch nicht nur Russland, sondern erfasst auch frühere Teilrepubliken der Sowjetunion. So wie nach deren Auflösung die Oligarchen ans Ruder kamen, so sind es nun die Regionalfürsten. Der russische Kollaps fällt mit der chinesischen Krise zusammen. Die wirtschaftlichen Probleme Chinas führen zu einer Regionali- sierung, die sich in den 2020er Jahren weiter intensiviert. Ganz Eurasien östlich der Karpaten ist in Auflösung begriffen, die diversen  Regionen ringen in ständig wechselnden Bündnissen um politische und wirtschaftliche Vorteile. Der Zerfall, der den gesamten Kontinent von Kasachstan bis zum Pazifik erfasst, macht vor keiner Grenze Halt. Aus Sicht der Vereinigten Staaten ist dies eine durchaus begrüßenswerte Entwicklung. Ihr fünftes geopolitisches Gebot verlangt, dass keine Macht in der Lage sein darf, Eurasien zu beherrschen. Da Russland und China im Chaos versinken, ist diese Gefahr in weite Ferne gerückt. Die Vereinigten Staaten sehen keinen Anlass mehr, sich in der Region zu engagieren, um ein Machtgleichgewicht zu erhalten. Eurasien ist nun ein Paradies für Plünderer. Für die Länder der Peripherie ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten. Die riesige Region ist reich an Rohstoffen und Arbeitskräften. Der Zusammenbruch der Machtstrukturen gibt den Ländern am Rande Eurasiens die Chance, die Situation für ihre Zwecke zu nutzen. Angetrieben von einer Mischung aus Angst, Notwendigkeit und Gier versuchen diese Länder, die Schwäche des Zentrum auszunutzen. Drei Nationen befinden sich in einer besonders vorteilhaften Position. Erstens Japan, das in der russischen Pazifikregion und Ostchina aktiv wird. Zweitens die Türkei, die eine Möglichkeit erhält, nach Norden in den Kaukasus und sogar darüber hinaus vorzudringen. Drittens schließlich sieht ein Bündnis osteuropäischer Staaten unter polnischer Führung – darunter die baltischen Staaten, Ungarn und Rumänien – die Chance, in ihre früheren Grenzen zurückzukehren und sich effektiv gegen einen künftigen russischen Staat zu schützen. Durch diese Stärkung schützen sich diese Länder außerdem gegen eine mögliche Bedrohung durch Deutschland, ihren traditionellen Feind im Westen. Die osteuropäischen Nationen erkennen die Situation als willkommene Gelegenheit, das Machtgleichgewicht in der Region zu ihren Gunsten zu verschieben. Indien kann dagegen trotz seiner Größe nicht eingreifen. Da es vom Rest der Kontinents durch den Himalaja abgeschnitten ist, ist es nicht in der Lage, die Situation zu seinem Vorteil zu nutzen.
Die Vereinigten Staaten beobachten die Entwicklung mit Wohlwollen. Osteuropa, die Türkei und Japan sind ihre langjährigen Verbündeten. In den 2020er Jahren sind die Türkei und Japan bereits seit mehr als siebzig Jahren ihre Partner und Osteuropa seit dreißig Jahren. In der Konfrontation mit Russland haben sie – jeder aus eigenen Gründen – die Vereinigten Staaten unterstützt, weshalb diese sie, genau wie frühere Verbündete, als ihren verlängerten Arm betrachten. Die Ereignisse der 2020er Jahre haben jedoch weit über Russland und China hinaus ihre Auswirkungen: erstens auf die Rolle Ostasiens in der Pazifikregion und damit auch auf das Verhältnis zwischen Ostasien und den Vereinigten Staaten, zweitens auf die muslimische Welt nach dem amerikanisch-dschihadistischen Krieg und drittens auf das Machtgefüge in Europa in einer Zeit des deutschen und französischen Niedergangs und des osteuropäischen Aufstiegs. Nach der deutschfranzösischen Weigerung, Polen militärisch zu unterstützen, ist der Zerfall der NATO nur eine Frage der Zeit. Die NATO wurde ursprünglich als Verteidigungsbündnis konzipiert, ein Angriff auf eines ihrer Mitglieder ist gleichbedeutend mit einem Angriff auf das gesamte Bündnis. Das beinhaltet jedoch auch, dass die NATO schon im Vorfeld bei der Unterstützung der Verteidigungsanstrengungen eines gefährdeten Lands aktiv wird. Die Gefährdung der baltischen Staaten durch Russland macht eine Stationierung von Truppen dort und in Polen erforderlich, doch da einige Mitgliedsstaaten diese verweigern, müssen Maßnahmen außerhalb der NATO ergriffen werden. Damit hat die NATO ausgedient. Die Frage stellt sich erstmals im Jahr 2010, zu Beginn der Auseinandersetzungen mit Russland. Während des Konflikts wird sie beiseite gelegt oder spielt zumindest keine wichtige Rolle auf der Weltagenda. Nach dem Ende der russischen Bedrohung muss jedoch jede dieser Regionen ihre eigene Geostrategie entwickeln. 

Ostasien

Die japanischen Aktivitäten in China gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück. In der Zeit der Unruhen, die mit den europäischen Interventionen Mitte des 19. Jahrhunderts begann und nach dem Zweiten Weltkrieg endete, war Japan in China aktiv und suchte nach seinem wirtschaftlichen Vorteil. Aufgrund der japanischen Politik während der 1930er und 1940er Jahre herrschen in China bis heute anti-japanische Ressentiments. Diese sitzen jedoch nicht so tief, als dass China in der Zeit nach Mao japanische Investitionstätigkeiten unterbunden hätte. In den 1930er Jahren war Japan am chinesischen Markt und erst in zweiter Linie an den Arbeitskräften interessiert. In den 2020er Jahren richtet sich das Hauptaugenmerk Japans auf die Arbeitskräfte. Die Regionalisierung und Fragmentierung Chinas in den 2010er und 2020er Jahren weckt in Japan alte Begehrlichkeiten. Mit der Kontrolle über eine chinesische Provinz könnte es seine demografischen Probleme lösen, ohne den gesellschaftlichen und kulturellen Preis der Einwanderung zahlen zu müssen. Mit dieser Provinz müsste Japan allerdings eine äußerst enge Beziehung eingehen. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits eine Reihe chinesischer Provinzen auf der Suche nach Schutz vor der Zentralregierung in Peking sowie nach ausländischen Investitionen und Technologien. Damit sind die besten Voraussetzungen gegeben, um das symbiotische Verhältnis zwischen den Küstenprovinzen und Japan wieder aufzunehmen. In der Vergangenheit war Japan nicht nur an chinesischen Arbeitskräften interessiert, sondern auch an Rohstoffen. Wie bereits erwähnt, muss die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt fast sämtliche Rohmaterialien importieren. Diese historische Herausforderung war einer der Gründe, aus denen Japan den Vereinigten Staaten 1941 den Krieg erklärte. Historiker vergessen oft, dass in Japan eine heftige Debatte geführt wurde, ehe die Entscheidung für den Angriff auf Pearl Harbor fiel. Einige japanische Politiker argumentierten, ein Einmarsch in Sibirien würde Japan die erforderlichen Rohstoffe sichern und sei weit weniger riskant als ein Krieg mit den Vereinigten Staaten. Wie dem auch sei, der Ernst, mit dem sich Japan Rohstoffquellen erschließen wollte und weiterhin will, darf nicht unterschätzt werden. Die Pazifikregionen Russlands sind extrem rohstoffreich und verfügen unter anderem über große Vorkommen fossiler Brennstoffe. In den 2020er Jahren steht Japan vor einem Energieproblem und ist vom Persischen Golf abhängig, was wiederum potenzielle Auseinandersetzungen mit den Vereinigten Staaten bedeutet. Die amerikanische Überheblichkeit nach dem neuerlichen Sieg über Russland  bereitet Japan, genau wie dem Rest der Welt, zunehmend Sorge. Angesichts des russischen Zerfalls wäre es daher für Japan ein nahe liegender Versuch, die russische Pazifikregion zumindest wirtschaftlich unter seine Kontrolle zu bekommen. In Anbetracht seiner extre- men Rohstoffabhängigkeit muss Japan auf jede Unsicherheit in der Region reagieren. Japan hat also unmittelbares Interesse am Nordosten Chinas und an der russischen Pazifikküste, doch es wird sich nicht auf militärische Abenteuer einlassen wollen. Gleichzeitig ist klar, dass Japan gegen Mitte des Jahrhunderts vor einer wirtschaftlichen Katastrophe steht, wenn es nicht in den 2020er Jahren einschneidende Maßnahmen einleitet. Bis zum Jahr 2050 könnte die japanische Bevölkerung von heute 128 Millionen auf 107 Millionen sinken. Davon wären 40 Millionen älter als 65 und 15 Millionen jünger als 14. Mit einer Erwerbstätigenbevölkerung von 52 Millionen wird es Japan jedoch schwer fallen, sein wirtschaftliches Niveau aufrechtzuerhalten. Die Bevölkerungs- und Energiesituation wird Japan zwingen, zu einer Regionalmacht zu werden. Sehen wir uns die Geschichte Japans etwas genauer an. Heute ist Japan die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und wird dies bis weit ins 21. Jahrhundert auch bleiben. In vielerlei Hinsicht hat sich die vorindustrielle Gesellschaftsstruktur durch die Industrialisierung, den Zweiten Weltkrieg und das Wirtschaftswunder der 1980er Jahre hindurch erhalten. Japan ist bekannt für seine große innere Stabilität, die auch einschneidende politische und wirtschaftliche Umwälzungen überdauert. Nach dem ersten Kontakt mit dem Westen erkannte es, dass es den Industriemächten nicht gewachsen war, und begann mit schwindelerregendem Tempo einen Prozess der Industrialisierung. Nach dem Zweiten Weltkrieg brach Japan mit seiner tief verwurzelten militaristischen Kultur und verwandelte sich von einem Tag auf den anderen in eine der pazifistischsten Nationen der Welt. Seine Wirtschaft wuchs, bis in den 1990er Jahren eine Finanzkrise die Expansion zum Erliegen brachte. Die Japaner nahmen diese Entwicklung jedoch mit Gleichmut hin. Die Mischung aus kultureller Kontinuität und gesellschaftlicher Disziplin erlaubte es den Japanern, ihre fundamentalen Werte zu bewahren, während sich ihre Lebens- und Handlungsweisen veränderten. Andere Gesellschaften sind zu derartig plötzlichen und geordneten Kurswechseln nicht in der Lage. Aufgrund seiner Insellage ist Japan geschützt vor potenziell spaltenden kulturellen und gesellschaftlichen Einflüssen. Daneben verfügt Japan über eine fähige Elite, die ihre Angehörigen streng nach Leistungsprinzipien auswählt, sowie eine disziplinierte Bevölkerung, die bereit ist, dieser Elite zu folgen. Diese Stärke versetzt Japan in die Lage, Kursänderungen vorzunehmen, die andere Gesellschaften zerreißen würden. Wir sollten nicht davon ausgehen, dass Japan seine Zurückhaltung und seinen Pazifismus in den 2020er Jahren aufrechterhält. Zwar hat das Land in Erinnerung an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs wenig Interesse an militärischen Auseinandersetzungen und wird daher so lange wie möglich an seiner Strategie festhalten. Doch der Pazifismus ist letztlich eine Anpassungsstrategie der Japaner, kein ehernes Prinzip. Da die industriellen und technologischen Voraussetzungen gegeben sind, ist ein militärisch selbstbewussteres Auftreten lediglich eine Frage des politischen Kurswechsels. Und dieser ist angesichts der anstehenden demografischen und wirtschaftlichen Probleme nahezu unvermeidlich. Japan wird zunächst versuchen, seine Ziele mit wirtschaftlichen Mitteln zu erreichen. Doch Japan ist nicht das einzige Land, das versucht, die Zahl seiner Arbeitskräfte ohne Einwanderung zu vergrößern, oder ausländische Energiereserven unter seine Kontrolle zu bekommen. Auch die Europäer werden ein Interesse an Wirtschaftsbeziehungen zu dieser Region entwickeln, und die neuerdings autonomen chinesischen und russischen Provinzen werden versuchen, Japaner und Europäer gegeneinander auszuspielen. Japan kann es sich nicht erlauben, dieses Spiel zu verlieren. Aufgrund seiner Bedürfnisse und seiner geografischen Lage kann Japan seinen Einfluss nur auf Ostasien ausdehnen. Doch seine Interessen stoßen in unterschiedlicher Weise auf Widerstand. Die Regierung in Peking, die schon seit Jahren anti-japanische Kampagnen durchführt, fasst Japans Aktivitäten als gezielten Versuch auf, die staatliche Einheit Chinas auszuhöhlen. Die chinesischen Provinzen selbst versuchen, im Bündnis mit ausländischen Mächten ihre Nachbarn zu beherrschen; es beginnt eine komplexe politische Auseinandersetzung, die eine potenzielle Bedrohung für die japanischen Interessen darstellt und Japan tiefer verwickelt, als ihm lieb sein kann. Die Militarisierung ist Japans letztes Mittel, doch sie wird sich schließlich nicht vermeiden lassen. In den 2020er und 2030er Jahren nehmen die chinesische und russische Instabilität und die ausländische Präsenz in der Region derartige Dimensionen an, dass Japan wie alle anderen Nationen gezwungen sein wird, seine Interessen mit militärischen Mitteln zu verteidigen. Zu Beginn der 2030er Jahre revidieren die Vereinigten Staaten ihre Einschätzung eines immer selbstbewussteren Japan. Wie die Vereinigten Staaten ist Japan eine Seemacht. Es ist abhängig vom Rohstoffimport und Warenexport, weshalb der freie Zugang zu Seewegen überlebensnotwendig ist. Wenn es sich zur Sicherung seiner Interessen in Ostasien von einer großen Handelsmacht zu einer kleinen Militärmacht wandelt, gilt sein besonderes Augenmerk dem Schutz seiner Schifffahrtsrouten. Innerhalb eines Radius’ von 800 Kilometern von der japanischen Küste liegen Schanghai, die Insel Sachalin und Wladiwostok. Dies ist das japanische Interessengebiet. Doch selbst um diesen überschaubaren Bereich zu schützen, benötigt Japan starke See- und Luftstreitkräfte sowie ein effektives Satellitenüberwachungssystem. Bis zum Jahr 2030 wird Japan darüber verfügen und kann so unerwünschte Eindringlinge aus seinem Einflussgebiet fernhalten. Das ist der Moment, in dem Japan mit seinem selbstbewussten Auftreten in Konflikt mit den strategischen Interessen der Vereinigten Staaten gerät. Das Ergebnis ist eine sukzessive Verschlechterung der amerikanisch-japanischen Beziehungen. Um seine nationalen Interessen auf dem asiatischen Festland zu verfolgen, muss Japan seine Schifffahrtsrouten kontrollieren. Umgekehrt sehen die Vereinigten Staaten die Kontrolle der internationalen Gewässer als unabdingbare Voraussetzung für ihre eigene nationale Sicherheit; sie üben daher Druck auf Japan aus, dessen Verhalten sie zunehmend als Aggression auffassen. Mitten in der größer werdenden japanischen Einflusssphäre liegt Korea, das vermutlich noch vor 2030 wiedervereinigt werden wird. Mit einer Bevölkerung von 70 Millionen ist ein Gesamtkorea nicht sehr viel kleiner als Japan. Südkorea verfügt heute über die zwölftgrößte Volkswirtschaft der Welt und wird nach der Wiedervereinigung weiter an Bedeutung gewinnen. Aus historischen Gründen fürchtet Korea eine mögliche japanische Herrschaft. Indem Japan jedoch seine Macht auf China und Russland ausweitet, kreist es Korea ein. Korea ist für sich genommen kein zu unterschätzendes Land, doch seine eigentliche Bedeutung rührt daher, dass die Vereinigten Staaten es als Gegengewicht gegen die japanische Macht und als Flottenstützpunkt im Japanischen Meer einsetzen werden. Korea wird die Vereinigten Staaten um Unterstützung gegen ein erstarktes Japan ersuchen und mit diesen ein anti-japanisches Bündnis eingehen. Gleichzeitig wird es im Innern Chinas zu Veränderungen kommen. In den vergangenen Jahrhunderten verlief die chinesische Geschichte in Zyklen von dreißig bis vierzig Jahren. Im Jahr 1842 trat China Hongkong an das Britische Weltreich ab. Um 1875 setzten sich die Europäer in den chinesischen Provinzen fest. Im Jahr 1911 wurde die MandschuDynastie von Sun Yatsen beseitigt. Im Jahr 1949 übernahmen die Kommunisten die Macht. Mit dem Tod Maos im Jahr 1976 begann die Phase der wirtschaftlichen Expansion. Ab 2010 wird China gegen den inneren Zerfall und wirtschaftlichen Niedergang ankämpfen. Das heißt, in den 2040er Jahren steht vermutlich ein neuer Umbruch bevor. Dieser Kurswechsel besteht in einer neuerlichen zentralistischen Kontrolle durch Peking und dem Versuch, die ausländische Präsenz in China zu begrenzen. Dieser Prozess beginnt nicht erst in den 2040er Jahren, sondern erreicht dann seinen Höhepunkt. Er setzt bereits in den 2030ern ein, wenn die ausländische und vor allem japanische Einflussnahme zunimmt. Diese Entwicklung wird ein weiterer Hebel sein, den die Vereinigten Staaten einsetzen, um die Situation unter ihre Kontrolle zu bringen. In einer Rückkehr zu der Politik, die sie vor dem Zweiten Weltkrieg verfolgten, werden sie Peking in seinen Bemühungen unterstützen, China zu einen und Japan zu kontrollieren. In den 2040er Jahren sind die Differenzen zwischen Japan und den Vereinigten Staaten unüberbrückbar geworden. Die Vereinigten Staaten verbünden sich mit Seoul und Peking, die den japanischen Machtzuwachs mit zunehmender Sorge verfolgen. Japan, das eine Einmischung der Vereinigten Staaten in seinem Einflussgebiet fürchtet, verstärkt seine Streitkräfte. Doch Japan ist isoliert und steht einem von den Vereinigten Staaten geschaffenen Bündnis und der amerikanischen Militärmacht gegenüber. Japan kann diesem Druck auf Dauer allein nicht standhalten, doch in der unmittelbaren Nachbarschaft sind keine Verbündeten in Sicht. Allerdings eröffnen die technolo- gischen Veränderungen neue geopolitische Möglichkeiten, weshalb  ein möglicher Verbündeter Japans auf der anderen Seite Asiens auftaucht.

Die Türkei

Während der russisch-amerikanischen Auseinandersetzungen der 2010er Jahre ist der Kaukasus bloß ein Nebenschauplatz. Russland dringt von Norden her in diese Region vor, gliedert Georgien ein und schließt sich mit seinen armenischen Verbündeten kurz. Die Rückkehr der russischen Armee an die Grenzen der Türkei löst dort eine Krise aus. Ein Jahrhundert nach dem Untergang des Osmanischen Reichs und der Gründung der modernen Türkei sehen sich die Türken derselben Bedrohung gegenüber wie zu Zeiten des Kalten Kriegs. Mit dem Zusammenbruch Russlands um das Jahr 2020 trifft die Türkei eine unvermeidliche strategische Entscheidung. Sie verlässt sich nicht mehr darauf , dass sie von einer chaotischen Pufferzone vor der Bedrohung durch Russland geschützt ist. Diesmal dringt sie in den Kaukasus vor, und zwar tief genug, um die eigene nationale Sicherheit zu gewährleisten. Hintergrund ist eine andere Entwicklung. Im Jahr 2020 wird die Türkei zu den zehn wirtschaftsstärksten Nationen der Welt gehören. Schon im Jahr 2007 befand sie sich auf Platz 18. Doch sie ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strategisch von Bedeutung. Die Türkei befindet sich in einer der geografisch günstigsten Positionen in ganz Eurasien und hat freien Zugang zur arabischen Welt, dem Iran, Europa, der ehemaligen Sowjetunion und dem Mittelmeerraum. Die türkische Wirtschaft wächst aufgrund ihrer eigenen Dynamik und weil die Türkei der Dreh- und Angelpunkt des regionalen Handels ist. Zu Beginn der 2020er Jahre ist die Türkei eine aufstrebende, stabile Wirtschafts- und Militärmacht und eine Insel inmitten des Chaos. Gefahr droht nicht nur vom instabilen Norden. Im Südosten liegt der Iran, der zwar in den vergangenen Jahrhunderten wirtschaftlich und militärisch bedeutungslos war, der jedoch innenpolitisch unberechenbar bleibt. Im Süden drohen die permanente Instabilität und wirtschaftliche Rückständigkeit der arabischen Welt. Und im Nordwesten liegen der chaotische Balkan und der historische Feind Griechenland. Keine dieser Regionen wird in den 2020er Jahren besonders gut dastehen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Die Arabische Halbinsel wird von einer Existenzkrise heimgesucht. Abgesehen vom Öl verfügt sie weder über Rohstoffe noch über Industrie. Diese dünn besiedelte Region hatte ihre Bedeutung, ihren Wohlstand und ihre Stabilität allein dem Öl zu verdanken. Doch in den 2020er Jahren befindet sich die Arabische Halbinsel im Niedergang. Zwar sind die Ölvorräte noch längst nicht erschöpft und ist die Region alles andere als arm, doch am Horizont zeichnen sich dunkle Wolken ab. Die Familie Saud ist zerstritten, die Emirate am Golf sind instabil. Das weitaus bedeutendere Thema ist jedoch der Zerfall der gesamten islamischen Welt. Ihre historische Zerstrittenheit hat sich durch den amerikanisch-dschihadistischen Krieg nur noch verschärft. Die amerikanisch-russischen Auseinandersetzungen führen zu einer weiteren Destabilisierung, da Russland versucht, den Vereinigten Staaten südlich der Türkei Probleme zu bereiten. Die islamische Welt im allgemeinen und die arabischen Nationen im besonderen erweisen sich in den 2020er Jahren als zutiefst gespalten. Auch der Balkan im Nordwesten der Türkei bleibt ein Pulverfass. Anders als im Kalten Krieg des 20. Jahrhunderts, der Jugoslawien stabilisierte, führt die neue russisch-amerikanische Konfrontation zu einer Destabilisierung der Region. Russland ist diesmal sehr viel schwächer und sieht sich zudem Ungarn, Bulgarien und Rumänien gegenüber. Daher versucht es, Bulgarien, Serbien und Kroatien gegen diese osteuropäischen Länder und ebenfalls gegen die Türkei in Stellung bringen. Auch Griechenland, Mazedonien, Bosnien und Montenegro werden in den neuen Balkankonflikt gezogen, und die Region liegt erneut in Trümmern. Die unmittelbare Nachbarschaft der Türkei als instabil zu beschreiben, wäre eine Untertreibung.
Aus freien Stücken ist die islamische Welt kaum zur Einheit fähig – da muss sich aus ihrer Mitte schon eine hegemoniale Macht an die Spitze setzen. In der Vergangenheit, oder zumindest seit der Invasion der Mongolen im 13. Jahrhundert, war die Türkei diejenige Macht, die am ehesten dazu in der Lage war, Teile der islamischen Welt zu einem Reich zu einen. Das Jahrhundert zwischen 1917 und 2020 stellt in dieser Hinsicht eine Ausnahme dar, da die Türkei in dieser Zeit auf Kleinasien beschränkt war und noch ist. Doch in den 2020er Jahren wird diese türkische Macht erneut erstarken. Mehr noch als Japan spielt die Türkei dann eine entscheidende Rolle in der Konfrontation mit Russland. Der türkisch kontrollierte Bosporus, die Meerenge zwischen der Ägäis und dem Schwarzen Meer, verhindert den russischen Zugang zum Mittelmeer. Um diese Blockademöglichkeit abzusichern, schließt sich die Türkei der Koalition mit den Vereinigten Staaten an. Umgekehrt kommt der Türkei in der Auseinandersetzung mit Russland eine Schlüsselrolle in der amerikanischen Strategie zu. Die Vereinigten Staaten ermuntern die Türkei, nach Norden in den Kaukasus vorzustoßen und ihren Einfluss in den islamischen Regionen des Balkan und den arabischen Staaten im Süden auszubauen. Sie unterstützen die Türkei beim Aufbau ihrer See- und Luftstreitkräfte sowie eines Satellitenüberwachungssystems, mit deren Hilfe sie Russland im Schwarzen Meer begegnen können. Und sie unternehmen zudem alles, um das Wachstum der ohnehin expandierenden türkischen Wirtschaft zu fördern. Wenn Russland schließlich zerbricht, befindet sich die Türkei in einer Position, die so vorteilhaft ist wie seit einem Jahrhundert nicht mehr. Umgeben von schwachen und in Auflösung begriffenen Staaten, hat die Türkei die Chance, die Wirtschaft der gesamten Region zu dominieren. Dazu kommt eine beachtliche militärische Präsenz. Mit dem Zusammenbruch Russlands rückt die Türkei ins Zentrum des geopolitischen Geschehens, ohne allzu viel dafür tun zu müssen. Sie nimmt eine Vormachtstellung in der Region ein und übt ihren Einfluss in alle Richtungen aus. Die Türkei verfügt zwar nicht über ein Weltreich, doch sie wird ohne jeden Zweifel zum Mittelpunkt der islamischen Welt.
Natürlich beobachten gerade die arabischen Nationen diesen Aufstieg der Türkei mit gewissem Unbehagen – sie haben ihre Unterdrückung durch das Osmanische Reich nicht vergessen. Doch die einzigen Nationen der Region, die in der Lage wären, eine ähnliche Macht auszuüben, sind Israel und der Iran, und diesen beiden ziehen die Araber die Türkei allemal vor. Angesichts des Niedergangs der Arabischen Halbinsel hängen Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung in der arabischen Welt jetzt von guten Beziehungen zur Türkei ab. Die Vereinigten Staaten beurteilen diese Entwicklung positiv. Erstens wird dadurch ein enger Verbündeter belohnt. Zweitens wird eine konfliktreiche Region befriedet. Drittens kommen so die noch immer beträchtlichen Ölvorkommen im Persischen Golf unter türkische Kontrolle. Und viertens stellt sich die Türkei den Ambitionen des Iran entgegen. So positiv ihre unmittelbare Reaktion ausfallen mag, langfristig steht diese Entwicklung im Widerspruch zur geopolitischen Strategie der Vereinigten Staaten. Wie wir bereits gesehen haben, schaffen die Vereinigten Staaten regionale Machtblöcke, um größere Bedrohungen in Eurasien zu entschärfen. Doch zugleich fürchten sie die Entstehung von Hegemonialmächten, die sich regional und global als Gefahr erweisen könnten. Und als solche nehmen die Vereinigten Staaten die Türkei über kurz oder lang wahr. Gegen Ende der 2020er Jahre trüben sich die Beziehungen zwischen beiden Staaten daher zusehends. Auch die türkische Sichtweise verändert sich in dieser Zeit. Die Türkei erkennt in den Vereinigten Staaten zunehmend eine Bedrohung ihrer regionalen Interessen. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass in der Türkei, die seit dem Untergang des Osmanischen Reichs ein  säkularer Staat ist, ein ideologischer Wandel einsetzt. In der Vergangenheit hat die Türkei einen flexiblen Umgang mit der Religion  bewiesen und sie gleichermaßen als Glaubenssystem und als politisches Instrument begriffen. Angesichts des zunehmenden Widerstands gegen eine Ausdehnung ihres Einflussbereichs könnte die Türkei versuchen, islamistische Energien zu mobilisieren und verkünden, sie wolle ein islamisches Reich errichten. Damit könnte sie die arabischen Nationen der Region, welche die türkische Expansion bislang stillschweigend dulden, zu energischen Unterstützern machen, gleichgültig wie zynisch die türkische Position ist. Damit sehen sich die Vereinigten Staaten einem potenziell mächtigen islamischen Staat gegenüber, der die arabische Welt und den östlichen Mittelmeerraum organisiert. Die politische und wirtschaftliche Machtposition der Türkei stellt eine Bedrohung für die existenziellen Interessen der Vereinigten Staaten dar, zumal auch andernorts die Gefahren zunehmen.

Polen

In der künftigen Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und Russland sind die früheren sowjetischen Satellitenstaaten, allen voran Polen, am bereitwilligsten mit von der Partie. Polen könnte im Falle eines Wiedererstarkens Russlands alles verlieren und bittet die NATO um Unterstützung, sofern die russischen Streitkräfte an seinen Grenzen stehen. Deutschland und Frankreich haben wenig Interesse an einer solchen Konfrontation, also tut Polen das, was es in der Geschichte immer getan hat, wenn es von Russland oder Deutschland bedroht wurde: Es bittet eine außenstehende Macht um Hilfe. In der Vergangenheit ist diese Strategie gescheitert. Die Sicherheitsgarantien Frankreichs und Großbritanniens konnten Polen 1939 nicht vor dem Überfall durch Deutschland und Russland schützen. Anders eine Garantie durch die Vereinigten Staaten. Sie sind keine im Niedergang begriffene Macht, sondern jung, risikofreudig und stark genug, um Russland aufzuhalten.  Der Rest Europas, allen voran Frankreich und Deutschland, nimmt die amerikanische Überlegenheit gegenüber Russland mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis – ebenso wie das plötzlich erstarkte Selbstbewusstsein von Ländern wie Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien. Aus der Konfrontation mit Russland gehen diese Staaten gestärkt hervor, da sie eine starke bilaterale Bindung zu den Vereinigten Staaten eingehen, um der russischen Macht zu begegnen. Befreit von der Bedrohung durch Russland und ein immer schwächer werdendes Deutschland können sie sich zum ersten Mal seit Jahrhunderten sicher fühlen. Der Niedergang Deutschlands und Frankreichs, herbeigeführt durch den Bevölkerungsrückgang, die Verknöcherung ihrer Volkswirtschaften und den strategischen Fehler, sich nicht auf eine Konfrontation mit Russland einzulassen (und damit die NATO zu zerstören), ist entlang der gesamten europäischen Peripherie spürbar. Das Ergebnis ist eine Verstärkung der Krise des Selbstvertrauens, die Deutschland und Frankreich seit dem Ersten Weltkrieg belastet, und darüber hinaus eine Neudefinition des gesamten europäischen Machtgefüges. Der Zusammenbruch Russlands eröffnet den osteuropäischen Nationen die Möglichkeit (und die Notwendigkeit), nach Osten eine aggressivere Außenpolitik zu vertreten. Osteuropa entwickelt sich zur dynamischsten Region des Kontinents. Dabei ist ein politischer Zusammenschluss der baltischen Staaten, Polens, der Slowakei, Ungarns und Rumäniens nicht zu erwarten – zu groß sind die kulturellen und historischen Unterschiede. Doch eine Allianz zwischen ihnen sowie in fester Anbindung an die Vereinigten Staaten ist durchaus vorstellbar. Und nach 2030 stellt sich – dank seiner wachsenden wirtschaftlichen und militärischen Bedeutung – diesem Bündnis bei seiner Expansion nach Osten kein Hindernis mehr in den Weg. Es ist schwer zu sagen, wie weit die osteuropäischen Staaten vordringen werden. Ein estnisches Petersburg, ein polnisches Minsk oder ein ungarisches Kiew sind jedoch kaum schwerer vorstellbar, als es im 20. Jahrhundert ein von Russland besetztes Warschau, Budapest oder Berlin waren. Mit dem Zusammenbruch Russlands ist eine Ost- expansion Osteuropas unvermeidlich. Polen wird eine bedeutende und dynamische europäische Macht, nicht nur aufgrund seiner eigenen Stärke, sondern vor allem als führende Nation dieses Bündnisses osteuropäischer Staaten. Damit verschiebt sich das europäische Machtgleichgewicht in den 2030er Jahren nach Osten. Zwar übertreffen die osteuropäischen Volkswirtschaften die westeuropäischen vermutlich nicht hinsichtlich ihrer Größe, wohl aber hinsichtlich ihrer Dynamik.
Was bedeutet dies für Frankreich und Deutschland? Es ist eine Sache, in einem Europa zu leben, das zwar schlecht organisiert ist, in dem diese beiden Staaten jedoch eine Führungsrolle innehaben. Es ist eine ganz andere Sache, sich ein Europa vorzustellen, das sich neu aufstellt und diese beiden Nationen hinter sich lässt. Während Großbritannien und auch die Iberische Halbinsel intensive Wirtschaftsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten unterhalten, stehen Frankreich und Deutschland vor einem existenziellen Dilemma. Das entscheidende Problem beider Nationen sind die Vereinigten Staaten. Ohne deren Unterstützung wäre die wirtschaftliche Expansion Osteuropas zur Mitte des Jahrhunderts kaum aufrechtzuer- halten. Wenn die Vereinigten Staaten aus Europa verdrängt werden könnten, wäre Osteuropa nicht mehr in der Lage, seine strategischen Interessen im Osten durchzusetzen. Die alte Ordnung wäre wiederhergestellt und mit ihr die nationale Sicherheit Frankreichs und Deutschlands. Natürlich haben Frankreich und Deutschland keine Möglichkeit, den Vereinigten Staaten direkt entgegenzutreten oder sie ohne fremde Hilfe aus Europa zu verdrängen. Doch mit dem Ende des amerikanisch-russischen Konflikts sind es die Vereinigten Staaten selber, die vermutlich das Interesse an der Region verlieren. Das mag Frankreich und Deutschland die Rückgewinnung des alten Einflusses ermöglichen – aber nur für eine Übergangsphase. Denn wenn sich der Konflikt der Vereinigten Staaten mit der Türkei und Japan zuspitzt, engagieren sie sich erneut in Europa, vor allem in Osteuropa. So läuft ausgerechnet der Aufstieg der Türkei dem Wiedererstarken Frankreichs und Deutschlands zuwider.

Zusammenfassung

Die Zersplitterung Chinas in den 2010er Jahren und der Zusammenbruch Russlands in den 2020ern schafft vom Pazifik bis zu den Karpaten ein Machtvakuum. Entlang der gesamten Peripherie bieten sich kleineren Ländern Möglichkeiten, sich ein Stück aus dem Kuchen zu schneiden. Finnland verleibt sich Karelien ein, Rumänien besetzt Moldawien, Indien unterstützt die Befreiung Tibets, Taiwan dehnt seine Macht auf das chinesische Festland aus und Europäer und Amerikaner errichten regionale Einflussspähren in China. Die Aasgeier finden reichlich Beute. Drei Nationen werden die Möglichkeit bekommen und die Notwendigkeit verspüren, weit darüber hinaus aktiv zu werden. Japan dehnt seine Macht auf die russische Pazifikregion und den Nordosten Chinas aus. Die Türkei weitet ihren Einflussbereich in den Kaukasus sowie nach Nordwesten und Süden aus. Und Polen dringt an der Spitze einer Koalition osteuropäischer Staaten nach Weißrussland und in die Ukraine vor. Ein Jahrzehnt lang beobachten die Vereinigten Staaten diese Entwicklung wohlwollend, wobei sie eine ähnliche Haltung einnehmen wie in den 1990er Jahren. Polen, die Türkei und Japan sind ihre Verbündeten, und deren Stärkung bedeutet die Stärkung der eigenen Position. Ab etwa 2035 jedoch werden die Vereinigten Staaten angesichts des fortgesetzten Machtzuwachses dieser Nationen unruhig. Ihr fünftes geopolitisches Prinzip gebietet, jeder Macht entgegenzutreten, die eine Vorherrschaft über Eurasien erlangen könnte. Plötzlich treten drei solcher Mächte auf den Plan, von denen mit der Türkei und Japan zwei im Mittelmeer und im Pazifik beträchtliche Seestreitkräfte unterhalten. Außerdem verfügen beide über erhebliche Kapazitäten im Weltraum, die, wie wir im kommenden Kapitel sehen werden, zur Jahrhundertmitte eine wichtige Rolle spielen werden. In den 2040er Jahren tun die Vereinigten Staaten also das, was sie immer tun, wenn sie eine Situation als beunruhigend empfinden. Sie handeln.

Kapitel 7
Kapitel 9

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