Sonntag, 19. Oktober 2014

Der Intellekt - Das Hindernis zum Bewusstsein

Auszug aus dem Buch "Der Löwe erwacht"

Menschen von „hohem Intellekt" denken gleich (wie auch die mit nicht ganz so hohem)

Der Intellekt kommuniziert mittels Gedanken. Er hört nie auf zu denken. Die Menschen sind süchtig danach zu denken, weil sie abhängig vom Intellekt sind und glauben, dass dieser sie ausmache. Die Gedanken werden ihrerseits zu Gefühlen, der Reaktion des Körpers/Intellekts auf Gedanken, und daher sind die Menschen auch nach Gefühlen süchtig. Es ist gar keine unmittelbare Erfahrung nötig, um eine emotionale Reaktion auszulösen; der Gedanke an etwas genügt. Wir leben in einer vom Intellekt erschaffenen Welt voller vom Intellekt erschaffener Menschen, und somit ist der Intellekt Gott: „Er besitzt einen hohen Intellekt", „Sie hat eine unglaubliche Auffassungsgabe", „Was für ein brillanter Geist". Innerhalb einer vom Intellekt erschaffenen Realität ist der Intellekt alles, was zählt, und eben deshalb ist der Intellekt in dieser sogenannten modernen Welt Mittelpunkt eines wahren Kultes. 

Ein „Intellektueller" oder ein „Akademiker" zu sein gilt innerhalb unseres verqueren Verständnisses als Garant dafür, dass man intelligent sei. Nun, es kommt aber darauf an, was man unter „intelligent" versteht. Die Definition laut Lexikon liest sich so: „Geistig rege und originell; klug." Geistig rege, einverstanden, aber dies zu sein ist einfach die Aufgabe des Intellekts: Dinge mittels Gedanken geistig zu verarbeiten. Originell? Das stimmt nicht. Originalität stammt vom Bewusstsein, nicht vom Intellekt. Klug? Wieder die Frage: Was ist mit „klug" gemeint? Wenn der Begriff die Fähigkeit beschreibt, viele Fakten im Gedächtnis speichern und nach Belieben abrufen zu können, dann ist auch hiermit wieder nur der Intellekt gemeint. Was wir als „Intelligenz" bezeichnen, gehört zum Intellekt, wohingegen Weisheit zum Bewusstsein gehört, und wie ich seit Jahren betone, ist Intelligenz ohne Weisheit die destruktivste Kraft auf Erden. Zum Beispiel zeugt es von hoher Intelligenz, eine Atombombe zu bauen, aber weise ist es nicht. Es gibt viele intelligente Menschen, jedoch nur wenige weise, und das liegt daran, dass die menschliche Wahrnehmung vom Intellekt beherrscht wird, dieser computerähnlichen Vernetzung, die nicht das wahre Selbst darstellt. 

Zwanzig Jahre lang habe ich in über 50 Ländern vor den verschiedensten Arten von Publikum Vorträge gehalten, und stets sind es die Intellektuellen und Akademiker, die besonders unempfänglich für alles sind, was sich außerhalb der „Konventionskiste" befin- det. Diese Konventionskiste ist der Intellekt. Sie sind so sehr im Intellekt gefangen, dass sie Informationen und Einsichten, die vom Bewusstsein inspiriert werden, gar nicht verarbeiten können. Dies ist eine fremde Welt für sie, wie etwas aus „Twilight Zone" [eine ame- rikanische Fernsehserie]. Und dennoch werden sie für ihre Intelligenz gefeiert und leiten die Institutionen, von denen die Gesellschaft kontrolliert und gesteuert wird. Das vom Intellekt erschaffene System speit vom Intellekt erschaffene Roboter aus, die dann ihrerseits das vom Intellekt erschaffenen System aufrechterhalten. So geht das immer weiter, Jahrzehnt um Jahrzehnt. 

Während der Intellekt sich mittels Gedanken äußert, spricht das Bewusstsein in Form von „Wissen" zu uns. Dieses wird auch „Intuition" (der sechste Sinn oder das Bauchgefühl, Anm. Neo) genannt. Intuition ist nichts, was wir denken, sondern etwas, das wir fühlen, das wir einfach wissen. Wir alle verfügen in gewissem Maße über diese Intuition. Sie ist dieses Gefühl, etwas zu wissen, ohne dass man weiß, woher dieses Wissen stammt. „Ich wusste einfach, dass ich diesen Menschen treffen/hierher kommen/dort sein musste." Für gewöhnlich lässt sich dieses Wissen - dieser Drang, etwas Bestimmtes zu tun - nicht mit Worten (dem Intellekt) erklären, doch es kommt von irgendwo tief in uns - nämlich vom Bewusstsein. 

Die Herrschaft des Intellekts über unser Realitätsempfinden verschließt das Tor zur Intuition, denn wenn wir diesem Gefühl in uns nachgeben, ist der Intellekt nicht länger der Lenkende, nicht länger Herr der Lage. Natürlich kämpft er darum, seine Vormachtstellung zu wahren. Wie oft haben Sie schon intuitiv etwas gewusst oder einen machtvollen Drang verspürt, etwas zu tun, nur um dann von dem Geplapper in Ihrem Kopf davon abgebracht zu werden?
„Das kannst du nicht machen; was werden deine Familie, die Nachbarn und die Arbeitskollegen bloß denken? Das ist unverantwortlich; du hast Aufgaben, Verpflichtungen, und was ist mit deiner Karriere? Du wirst die anderen und dich selbst nur enttäuschen. Du kannst nicht einfach aus einer Laune heraus alles hinwerfen. Das ist doch nicht logisch."
Ach ja, Logik - das System des vernünftigen Schlussfolgerns. Doch was ist Vernunft? Die lexikalischen Definitionen sind mustergültig: „Befähigung zu logischem, rationalem und analytischem Denken; Intelligenz; gute Urteilskraft; gesunder Menschenverstand; ein normaler Geisteszustand; geistige Klarheit." Die Passage „Befähigung zu logischem, ratio- nalem und analytischem Denken" bezieht sich recht offensichtlich auf den Intellekt, aber „gute Urteilskraft" und „gesunder Menschenverstand"? Nach wessen Kriterien, bitte? Die Herrschaft des Intellekts über unsere Realität bedeutet, dass alles von der Perspektive des Intellekts aus betrachtet wird. Mit „guter Urteilskraft" und „gesundem Menschenverstand" ist schlicht das gemeint, was der Intellekt darunter versteht. Was aber, wenn der Intellekt - wie es tatsächlich der Fall ist - lediglich einen Bruchteil dessen weiß, was es zu wissen gibt? Würden Sie Ihr Leben etwa unhinterfragt daran ausrichten, wie ein Dorftrottel gute Urteilskraft und gesunden Menschenverstand definiert? Das wäre verrückt, doch der Gutteil von sieben Milliarden Menschen tut Tag für Tag eben dies. 

Wenn Sie an einem schönen, sonnigen Morgen aus dem Fenster sähen, dann würde es nur von guter Urteilskraft und gesundem Menschenverstand zeugen, wenn Sie mit Ihrer Familie den Tee heute im Garten trinken oder für ein Sonnenbad die Liegestühle hervorholen würden. Wenn Sie jedoch einen umfassenderen Überblick über das Geschehen hätten und, sagen wir, sähen, dass ein Orkan heranzieht, würde sich das, was zunächst wie gute Urteilskraft und gesunder Menschenverstand wirkte, plötzlich als potentieller Selbstmord erweisen. So verhält es sich auch mit Intellekt und Bewusstsein, denn beide unterscheiden sich, was die Weite des Wahrnehmungshorizonts angeht, gewaltig voneinander. 

Wenn Sie Ihren Intellekt für das Bewusstsein öffnen, erkennen Sie, wie begrenzt, ja geradezu dumm der Intellekt in Wahrheit ist, sofern er als geschlossener Kreislauf funktioniert und sich nur der Realität der fünf Sinne bewusst ist. Dann erkennen Sie auch, dass es schlicht verrückt ist, den Intellekt darüber entscheiden zu lassen, was gute Urteilskraft und gesunder Menschenverstand sind. 

Wo wir schon dabei sind - mir gefällt besonders diese dritte Definition von Vernunft: „Ein normaler Geisteszustand; geistige Klarheit." Die trügerische Perspektive des Intellekts ist der Standpunkt, von dem aus alles und jeder durchleuchtet und beurteilt wird. Wenn Sie Dinge sagen, die über das Begriffsvermögen des Intellekts hinausgehen, müssen Sie laut Definition verrückt sein und sich außerhalb des normalen Geisteszustands befinden. Deshalb habe ich schon so oft gesagt, dass ich es begrüße, als verrückt betitelt zu werden, denn das bestätigt nur meine geistige Gesundheit. Mein Dank an alle Betreffenden.
_________________________________________________

Das ganze Buch gibt es hier als PDF, jedoch sollte nicht alles für bare Münze genommen werden, was darin geschrieben steht. Wie David Icke in diesem Abschnitt es selbst sagt; solltet ihr nach Intuition und nicht nach Intellekt entscheiden, auch was die Informationen aus diesem Buch angeht.

1 Kommentar:

  1. ... durch Zufall bin ich gerade bei meiner Reise über diesen Artikel gestolpert. Vielen Dank dafür!

    Herzliche Grüße,
    Autor des Buches "Kleiner Mensch - ganz groß: Das kleine Buch vom großen Glück & Erfolg"

    AntwortenLöschen

Alternative Medien

Blog-Archiv