Sonntag, 22. September 2013

Cyber-False Flag? Nordamerikas Regierungen planen für November großes Cyberangriff-"Manöver"


Von Adnan Salazar 

In den kommenden Monaten ist eine großangelegte Antiterror-Übung unter Beteiligung mehrerer nordamerikanischer Länder geplant, mit der angeblich die grundlegenden Infrastrukturressourcen unter den Bedingungen eines eher als unwahrscheinlich geltenden Cyberangriffs einer Überprüfung unterzogen werden sollen.

Wie die New York Times (NYT) berichtete, »bereiten sich Tausende von Mitarbeitern von Versorgungseinrichtungen, leitende Angestellte, Offiziere der Nationalgarde, Terrorbekämpfungsexperten des FBI und Vertreter von Regierungseinrichtungen in den USA, Kanada und Mexiko auf eine Notstandsübung im November vor, in der physische Angriffe und Cyberangriffe, die große Teile des Energienetzes zusammenbrechen lassen könnten, simuliert werden sollen«.  

Die an der Übung beteiligten unterschiedlichen Unternehmen und Organisationen in ganz Nordamerika können dies von ihrem Arbeitsplatz aus tun, wobei die North American Electric Reliability Corporation (NERC, mit Sitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, die für die Koordinierung der Stromnetze in Nordamerika zuständig ist) [im Verlauf der Übung] Washington »immer neue Zusammenbrüche« melden würde. »Eines der Szenarien, so einer der Organisatoren, sei ein Einbruch in eine Transformatorenanlage, bei dem es sich zunächst nach Einschätzung der Verantwortlichen um einen Einbruch handele, bei dem Kupfer gestohlen werden soll. Aber stattdessen benutzen die Eindringlinge einen USB-Stick, um ein Virus in das Computernetzwerk hochzuladen«, berichtet die NYT.

In einer NERC-PowerPoint-Präsentation werden Szenarien wie etwa langanhaltende Stromausfälle dargelegt, die »weitreichende Folgen haben, in deren Rahmen alle Beteiligten entsprechende Planungen und Prozeduren üben können«. Dabei werde NERC »verschiedene Teilbereichsszenarien« vorlegen, aus denen »sich die Einrichtungen dann welche aussuchen können«. 

In den vergangenen Jahren haben das Heimatschutzministerium, die CIA und andere Einrichtungen und Personen immer wieder [in der Bevölkerung] Panikmache betrieben, indem behauptet wurde, ein terroristischer Cyberangriff könnte ganze Stromnetze zusammenbrechen lassen, die Infrastruktur zum Erliegen bringen und Hunderte von Amerikanern ohne Strom, Nahrungsmittel und Wasser ihrem Schicksal überlassen. Übungen dieser Art sollten bei denjenigen, die mit der üblichen Vorgehensweise des Establishments in solchen Problembereichen vertraut sind, sämtliche Alarmglocken klingeln lassen. 

Im Februar 2010 wurde berichtet, dass die vom Bipartisan Policy Center (BPC) veranstaltete Übung »Cyber Shockwave« einen bisher »beispiellosen Einblick [in die Art und Weise] erlaubte, wie eine Echtzeitreaktion der Regierung auf eine umfassende Krise, von der der größte Teil des Landes betroffen wäre, aussähe«. In einem BPC-Werbevideo für diese Übung wird unterstellt, dass die Cyberbedrohung wahrscheinlich von China oder Russland ausgehe. 

Im letzten November veröffentlichte die National Academy of Sciences einen Bericht mit dem Titel »Terrorismus und das Stromversorgungssystem«, in dem dargestellt wurde, wie »Terroristen wichtige Elemente der Stromerzeugungs- und Stromversorgungssysteme zerstören und dadurch Stromausfälle provozieren könnten, die in der bisherigen amerikanischen Geschichte hinsichtlich ihrer Dauer und ihres Ausmaßes beispiellos wären«. Unter bestimmten Umständen (bspw. eine Hitzewelle) könnten »solche Stromausfälle auch zu erheblichen Verlusten an Menschenleben führen«. 

Im Januar dieses Jahres warnte die frühere Heimatschutzministerin Janet Napolitano, es könne jederzeit zu einem Cyberangriff in der Größenordnung der Anschläge vom 11. September 2001 kommen. Deshalb müsse der Kongress entsprechende Gesetze verabschieden, die dadurch Cybersicherheit herstellen, dass die »Regierung Informationen mit der Privatwirtschaft teilen kann, um Angriffe auf die Infrastruktur, die sich größtenteils in privater Hand befindet, zu verhindern«, wie es in einem Artikel der Nachrichtenagentur Reuters heißt. 

Der frühere CIA-Chef Robert James Woolsey warnte im Mai 2013 vor dem Handels- und Energieausschuss des Repräsentantenhauses vor den Gefahren, die ein Angriff mit einem so genannten Elektromagnetischen Puls (EMP) für wichtige Bereiche der Infrastruktur darstelle. »Sich auf Cyberangriffe vorzubereiten, muss auch die Vorbereitung auf EMPs einschließen, und da es sich bei EMPs um existenzielle Bedrohungen handelt, ist es zwingend geboten, dass die Regierung eine überwachende und koordinierende Funktion einnimmt, um den Schutz vor derartigen Bedrohungen schnell einzurichten«, schloss Woolsey. 

Übungen gehören zu den berüchtigten Vorwänden, unter denen die Regierungen die Rechte ihrer Bürger einschränken, und werden auch gerne als Vertuschungsmanöver für den Fall benutzt, dass es tatsächlich zu Angriffen kommt – die oft genau von den gleichen Regierungen durchgeführt werden, die die Übungen veranstalteten (z.B. 9/11). 

Der frühere NSA-Mitarbeiter Charlie Miller erklärte öffentlich, es wäre extrem schwierig, die tatsächlichen Urheber eines Cyberangriffs festzustellen. »Vielleicht wird man von einem Computer aus China angegriffen, aber in Wirklichkeit wird dieser Computer von einem Russen gesteuert, der sich Zugriff auf diesen Computer verschafft hat«, sagte er. »Man weiß dann nicht genau, ob es China oder Russland war. Aus Sicht des Angegriffenen erschwert dies die Zuordnung des Angreifers, denn man kann aus tausend verschiedenen Richtungen aus aller Welt angreifen, und sie werden nicht wissen, wer man ist.« 

Soll mit dieser Übung im November also eher die Fähigkeit des Establishments erprobt werden, in verschiedenen Gebieten für Stromausfälle zu sorgen? Oder dient sie als Vorwand, um eine sanftere Form des Notstands mit Bereitschaftspolizei und Kontrollposten auszurufen? 

Oder ist das nur ein weiteres inszeniertes Schauspiel, mit dem die Regierung weitere Einschränkungen im Internet durchsetzen will? Für Senator Jay Rockefeller ist das Internet übrigens etwas, das »besser niemals erfunden worden wäre«, und der Nationale Sicherheitsberater Zbigniew Brzeziński macht das Internet dafür verantwortlich, ein weltweites politisches Erwachen und den Widerstand gegen die Neue Weltordnung zu beschleunigen und zu verstärken.


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