Samstag, 13. Juli 2013

Paul Craig Roberts: Washington treibt die Welt ins letzte Gefecht


Der bekannte US-Publizist Paul Craig Roberts fordert die Völker der Welt auf, gemeinsam zu verhindern, dass Washington den finalen Atomkrieg anzettelt.


Von Paul Craig RobertsInstitute for Political Economy, 28.06.2013

"V For Vendetta" (V wie Vendetta) ist ein Film, der die schlimmen Zustände in einem Großbritannien der Zukunft darstellt, aber eigentlich die schlimmen Zustände in den heutigen USA meint; der Film endet mit einer Niederlage der Schurken (die diese schlimmen Zustände herbeigeführt haben). Es ist nur ein Film, und der darin auftretende Held hat Superkräfte. Wenn Sie diesen Film noch nicht gesehen haben, sollten Sie das unbedingt nachholen. Er könnte Sie aufwecken und Ihnen Mut machen. Die nachstehend verlinkten Ausschnitte zeigen, dass wenigstens noch bei einigen Filmemachern der Wunsch nach Freiheit besteht: http://www.youtube.com/watch?v=KKvvOFIHs4k und http://www.youtube.com/watch?v=_-gHVGOoE48

Ob der Wunsch nach Freiheit auch in den USA noch lebt, bleibt abzuwarten. Wenn die
US-Bürger ihre Leichtgläubigkeit, die während ihres ganzen Lebens betriebene Gehirnwä-
sche und ihre Neigung, jede Lüge zu glauben, die "ihre" Regierung ihnen auftischt, überwinden könnten, wenn sie ihrem konfektionierten Leben entsagen würden, könnten sie die
Moralität, die Gerechtigkeit, den Frieden, die Freiheit und die Freizügigkeit wieder herstellen, die "ihre" Regierung ihnen genommen hat. Es ist auch für US-Bürger nicht unmöglich,
wieder mit erhobenen Köpfen aufzustehen. Sie müssen nur erkennen, dass "ihre" Regierung der Feind der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Menschenrechte und des Lebens
selbst ist.

Können die normalen US-Bürger das Böse, das ihre Regierung verkörpert, auch allein und
ohne die Hilfe eines Superhelden besiegen? Wenn unsere Ideale wiederbelebt werden
und die US-Bürger wieder danach handeln, können sie das Böse vertreiben, das sich in
Washington eingenistet hat. Das US-amerikanische Volk wird nur durch seine Leichtgläubigkeit daran gehindert, das Böse zu erkennen. 

Wenn das Gute im Kampf gegen das Böse in Washington unterliegt, werden US-Regierungen die Menschheit auch weiterhin mit Füßen treten. 

Falls den in der Supermacht USA lebenden Bürgern der Mut zum Kampf gegen "ihre" das
Böse verkörpernde Regierung fehlt, sollten sie sich von den mutigen Männern Edward
Snowden, Bradley Manning und Julian Assange und von der Standhaftigkeit des winzigen
Staates Ecuador anspornen lassen. 

Robert Menendez, ein demokratischer Senator aus New Jesey, der dem Auswärtigen Ausschuss des Senates vorsitzt, ließ die Regierung Ecuadors wissen, er werde den Import
von Gemüse und Blumen aus Ecuador stoppen lassen, wenn Edward Snowden Asyl gewährt werde. Ecuador verlöre dadurch Einnahmen in Höhe von einer Milliarde Dollar.

Senator Menendez erklärte: "Unsere Regierung wird Staaten, die sich schlecht benehmen,
nicht auch noch dafür belohnen." Das ist allenfalls ein schlechter Witz, denn er will ein
Land, das einen Mann schützt, der die Wahrheit ans Licht gebracht hat, dafür bestrafen,
es aber belohnen, wenn es diesen Mann fallen lässt. Menendez hat außerdem gelogen.
Die US-Regierung belohnt immer nur schlechtes Benehmen. Washington unterstützt nur
diejenigen, die sich gegen die gewählten Regierungen ihrer eigenen Länder verschwören,
weil die US-Regierung ihr nicht genehme gewählte Regierungen stürzen und (US-hörige)
Diktaturen errichten will. 

Die Drohung des Herrn Menendez hat nichts bewirkt, der Senator hat Washington nur eine
weitere Demütigung eingehandelt. Rafael Correa, der Präsident Ecuadors, hat Menendez
gekontert und das Handelsabkommen mit den USA mit der Begründung gekündigt, es sei
eine Bedrohung für die Souveränität Ecuadors und widerspreche moralischen Grundsätzen, weil Washington Ecuador damit zu erpressen versuche. "Ecuador lässt sich von niemandem bedrohen oder unter Druck setzen," erklärte Kommunikationsminister Fernando
Alvarado und bot (im Gegenzug) Washington Finanzhilfe für die Förderung der Menschenrechte (in den USA), für die Abschaffung der Folter, für die Unterbindung illegaler Exekutionen und für die Beendigung der Überwachung der Privatsphäre von Bürgern an (s.
http://de.ria.ru/politics/20130627/266387337.html).

Washington, das in der Privatsphäre von Menschen in der ganzen Welt schnüffelt und sich
dennoch die Überheblichkeit leistet, noch nicht einmal für seine illegalen Überwachungspraktiken um Entschuldigung zu bitten, hat durch sein Verhalten in der Snowden-Affäre den USA viel mehr geschadet als Snowden mit seinen Enthüllungen. Washington hat unwiderlegbare Beweise dafür geliefert, dass es weder die Menschenrechte noch die Souveränität anderer Staaten respektiert, dass es keine Rücksicht auf irgendwelche moralischen Grundsätze nimmt, besonders nicht auf diejenigen, die es selbst am häufigsten im Munde führt, und dass es nur auf Zwang und und Gewalt setzt. Alle Welt weiß jetzt, wer ihr wirklicher Feind ist.

Washingtons Medienhuren, die eifrig mithelfen Snowden, Glenn Greenwald, Manning,
Assange und Ecuador zu dämonisieren, haben ihre Integrität nun völlig eingebüßt, und die
Welt hat begriffen, dass sie ihnen nichts mehr glauben kann. Die Druck- und TV-Medien
und das National Public Radio / NPR sind zu einem Propagandaministerium für Washington und dessen amoralische Politik verkommen. 

Am 24. Juni hat die Washington Post, die Lieblingshure des Stasi-Staates USA, den dreimal demokratisch gewählten Rafael Correa als "autokratischen Führer des winzigen, verarmten Ecuadors" verunglimpft, ohne zu begreifen, dass ihr Leitartikel nicht nur einen
Mangel an Wahrhaftigkeit erkennen ließ, sondern gleichzeitig die ganze Welt darauf aufmerksam machte, dass sich nicht nur "das winzige, verarmte Ecuador", sondern auch anderen Staaten gegen Drohungen aus Washington zur Wehr setzen können. 

Präsident Correa reagierte auf die Verleumdung in der Washington Post mit der Erwiderung, die Zeitung wolle, indem sie die Aufmerksamkeit auf Snowden und "widerspenstige"
Länder lenke, die ihn unterstützen, nur von den Untaten der US-Regierung gegen die
eigene Bevölkerung und die ganze Welt ablenken." Correa fügte hinzu: "Washingtons
Weltordnung ist nicht nur ungerecht, sie ist auch unmoralisch." 
Washingtons Hass auf Correa hat nichts mit Snowden zu tun. Ecuador geriet nicht in die
Kritik, weil es Snowden Asyl gewähren will. Das ist nur ein Vorwand. Correa wird gehasst,
weil er im zweiten Jahr seiner ersten Amtszeit die Rückzahlung der drei Milliarden Dollar
Auslandsschulden verweigerte, die seine korrupten und despotischen Vorgänger angehäuft haben. Correa zwang die internationalen Finanzgangster dazu, 60 Prozent dieser
Schulden abzuschreiben. 

Washington hasst Correa auch deshalb, weil es ihm gelungen ist, die große Armut in
Ecuador zu verringern, und damit so viel öffentliche Zustimmung zu gewinnen, dass Washington ihn nicht mehr von bezahlten Aufrührern stürzen lassen kann. 

Ein weiterer Grund für Washingtons Hass auf Correa sind die Maßnahmen, die er gegen
die Ausbeutung der Ölvorkommen Ecuadors durch die internationalen Ölkonzerne ergriffen hat; unbeliebt hat er sich auch dadurch gemacht, dass er die Auslandseinlagen in den
Banken Ecuadors begrenzt hat, um Washingtons die Möglichkeit zu nehmen, das Finanzsystem seines Landes zu destabilisieren. 

Außerdem hat Washington Correa übelgenommen, dass er den Mietvertrag für den USLuftwaffenstützpunkt in Manta nicht verlängert hat. 

Correa ist es gelungen, Washington und seinen Komplizen in der kleinen reichen Elite
Ecuadors die Kontrolle über die Medien und die Ressourcen des Landes zu entziehen. Er
hat wie David gegen Goliath gekämpft. 

Mit anderen Worten, Correa gehört wie (der verstorbene) Chavez in Venezuela zu den wenigen ausländischen Staatsmännern, denen die Interessen ihrer eigenen Staaten wichtiger
als die Interessen Washingtons sind.

Washington benutzt verschiedene korrupte NGOs und seine Marionettenregierung in Kolumbien als Waffen gegen Correa und die Regierung Ecuadors. Viele glauben, es sei nur
eine Frage der Zeit, bis Washington es schafft, Correa ermorden zu lassen. 

US-Patrioten, die glauben, "ihre" Regierung trotz deren Verbrechen unterstützen zu müssen, sollten sich daran erinnern, was wahrer Patriotismus ist. Bisher haben die US-Bürger
unter Patriotismus immer die Treue zur Verfassung und nicht die Unterwerfung unter eine
Regierung verstanden. Ihr Eid verpflichtet sie, die Verfassung gegen innere und äußere
Feinde zu verteidigen. Die Regime Bushs und Obamas haben sich als die schlimmsten
Feinde der Verfassung erwiesen. Wahre Patrioten können keine Regierung unterstützen,
die unsere Verfassung bricht. Die USA wurden durch unsere Verfassung geprägt und nicht
durch Regime, wie sie Bush und Obama oder andere Präsidenten errichtet haben. Unser
Land existiert nur durch seine Verfassung, und nur unsere Verfassung bestimmt, wie unser Land zu sein hat. 

Neben den Verpflichtungen gegenüber dem eigenen Land tragen alle Menschen auch
Verantwortung für das menschliche Leben insgesamt. Marionettenregierungen wie die in
den NATO-Staaten und in Japan oder Kolumbien, die Washingtons aggressive Politik decken oder unterstützen, helfen der US-Administration, die Welt in den Dritten Weltkrieg zu
treiben. 

Die Versuchung, die von Washingtons Geld ausgeht, lässt labile Charaktere wie Tony
Blair oder David Cameron schwach werden. Aber auch die Regierungen anderer NATOStaaten und sonstiger willfähriger Länder verkaufen nicht nur ihre eigenen Völker, sondern die ganze Menschheit, indem sie Washingtons Angriffskriege unterstützen. Mit jedem
Land, das Washington verwüsten lässt, wachsen die Hybris und die Arroganz der US-Regierung. Früher oder später werden Russland und China begreifen, dass sie selbst Ziele
sind, und rote Linien ziehen müssen. In seiner Arroganz wird Washington diese Linien
überschreiten und damit den finalen Atomkrieg auslösen.

Washingtons Hegemoniestreben kann die Welt in den Untergang treiben. Die Völker der
Welt sollten das erkennen und ihre Regierungen zwingen, die Unterstützung der Angriffskriege Washingtons zu unterlassen.

Quelle: luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP09113_120713.pdf

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