Sonntag, 16. Juni 2013

Die Rolle der Türkei im Krieg des zionistischen Westen gegen Syrien

Die False Flag-Operation der Türkei gegen Syrien schlägt zurück: Die Bombenattentate in Reyhanli in einem größeren Zusammenhang 

Von Cem Ertür, erschienen am 29. Mai 2013 auf Global Research

Das Dreieck Syrien-Iran-Türkei: Ein neues Kriegsszenario im Mittleren Osten 

„Syrien macht sich Sorgen, dass es von oben von der Türkei und von unten von Israel angegriffen wird. Es befürchtet, zwischen uns wie ein Sandwich erdrückt zu werden.“ [Der israelische Präsident Ezer Weizman (1993-2000), Interview mit Guneri Civaoglu, Israel, 11. Juni 1996] 

„Obwohl die Türkei nie an einem Krieg an unserer Seite teilgenommen hat, ist es ein positiver Faktor für Israel, dass Syrien einen Feind an seinen nördlichen Grenzen hat. Syrien wird niemals die Türkei angreifen, aber es kann das Gegenteil nicht ausschliessen.“ [Der ehemalige israelische Verteidigungsminister Uri Or (1995-1996), Interview mit Alain Gresj, Tel Aviv, Oktober 1997] 

EINLEITUNG 

Als die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Alliierten 2011 den verdeckten Krieg gegen Syrien begannen, da erwarteten sie, dass entweder Syriens politisches Establishment innerhalb kurzer Zeit zusammenbrechen werde oder dass sie einen Weg finden würden, einen offenen Krieg zu entflammen. Als Syriens Anführer und Volk sich als äusserst widerstandsfähig erwiesen, wurden zunehmend brutale Massnahmen eingesetzt, um das Land auseinander zu reissen. In jeder Beziehung an der Frontlinie dieses verdeckten Krieges gelegen, war die Türkei auch durchgehend an monumentalen Kriegsverbrechen beteiligt, die gegen das benachbarte Volk von Syrien begangen wurden. 

Der künstliche Frieden der Türkei mit ihren Nachbarn Syrien (seit Dezember 2004) und Iran (seit November 2008) kam zu einem abrupten Stillstand im Mai 2011, als deren zentrale Rolle im verdeckten Krieg der NATO gegen Syrien offenkundig wurde. 

Was den künstlichen Konflikt der Türkei mit Israel betrifft, der mit dem Massaker Israels an der Gaza Freiheitsflotte begann, so wurde auch dieser gänzlich offenkundig, als die Türkei Israels eklatante Schritte der militärischen Aggression gegen Syrien im Jahr 2013 offen unterstützte. Das Nachspiel der Bombenattentate unter falscher Flagge im Mai 2013 in Reyhanli nahe der türkisch-syrischen Grenze ist der letzte Beweis für eine tiefe Legitimationskrise der Vereinigten Staaten von Amerika, Britanniens, Israels und der Türkei - der vier Länder, deren Allianz die politische Landschaft des Mittleren Ostens und darüber hinaus seit 1990 dominiert hat. 

ISRAELISCHE LUFTANGRIFFE GEGEN DAMASKUS 

Als die internationalen NATO-Söldner die ersten schweren Niederlagen durch die syrische Armee einstecken mussten, eilte das Militär Israels zu ihrer Rettung herbei und führten zwei Luftangriffe gegen Syrien, von denen jeder ein eklatantes Kriegsverbrechen war. Nach dem ersten israelischen Luftangriff gegen Damaskus am 30. Januar machte der türkische Aussenminister Ahmet Davutoglu folgende Bemerkungen: 

„Warum hat die syrische Armee, die die letzten 22 Monate hindurch die eigene unschuldige Zivilbevölkerung mit Kampfflugzeugen aus der Luft und mit Panzern und Artillerie auf dem Boden angegriffen hat, nicht gegen diese israelische Operation zurückgeschlagen? Warum wirft Assad nicht einmal einen Stein, wenn die israelischen Jets über seinen Palast fliegen und die Würde seines Landes verletzen? Warum unternimmt Assad, der den Befehl gibt, Scud-Raketen gegen Aleppo abzufeuern, nichts gegen Israel? Gibt es einen geheimen Vertrag zwischen Assad und Israel? […] Die Assad-Administration weiss nur, wie man misshandelt. Warum setzt er nicht gegen Israel, das seit seiner Gründung als Feind betrachtet wurde, die gleiche Kraft ein, die er gegen wehrlose Frauen einsetzt?“ 

Am 5. Mai gab die UNO-Menschenrechtsuntersucherin Carla del Ponte die Ergebnisse der unabhängigen Untersuchungskommission der Vereinten Nationen über Syrien bekannt: 

„Entsprechend den Zeugenaussagen, die wir gesammelt haben, haben die Rebellen [in Syrien] chemische Waffen benutzt und Sarin-Gas eingesetzt.“ An diesem Tag führte Israel einen weiteren Luftschlag gegen Damaskus. Auf diese zweite Kriegshandlung Israels gegen Syrien hin ging der Premierminister der Türkei Recep Tayyip Erdogan gegen Syriens Präsident Bashar al-Assad los wegen Kriegsverbrechen, die in Wirklichkeit von den internationalen NATO-Söldnern in Syrien begangen worden waren: 

„Die Szenen in [der syrischen Stadt] Baniyas sind so tragisch wie die in Karbala [im Jahr 680 n.Chr.] und die Mörder sind mindestens so verabscheuungswürdig wie Yazid, der die schönen Enkel Hassan und Hussein unseres geliebten Propheten tötete. Diese Organisationen, die das illegale Regime Syriens unterstützen, diese Länder, die das illegale Regime Syriens stützen, die Vereinten Nationen und der UNsicherheitsrat im besonderen werden nicht imstande sein, sich von dieser Sünde reinzuwaschen. Diejenigen, die dieses Massaker ignorieren, diese unmenschliche Szene im Namen religiöser Solidarität, im Namen [politischer] Umstände oder im Namen internationaler [politischer] Interessen, werden sich nicht von dieser schweren Sünde reinwaschen können. [...] Ich muss auch das sagen: Israels Luftangriff gegen Damaskus ist sicher auch nicht akzeptierbar. Kein Grund, keine Entschuldigung kann diese Operation rechtfertigen. Derartige Angriffe dienen als Trumpfkarten, als goldene Gelegenheiten dem syrischen Regime. In der Tat benutzt Assad den Angriff Israels, um den Genozid in Baniyas zu vertuschen. Jedenfalls wird nicht einmal diese Operation Israels Assad retten können, der keinen Tropfen Schweiss, gar nicht zu reden von einem Tropfen Blut für die Golanhöhen vergiesst.“ 


Zionist Erdogan
Vier Tage nach dem zweiten Angriff Israels auf Damaskus und der Stellungnahme der UNO über den Einsatz chemischer Waffen durch die Rebellen in Syrien gab Erdogan dem amerikanischen TV-Kanal NBC ein Interview, in dem er sagte, dass im Fall, dass die Vereinigten Staaten von Amerika in Syrien einmarschieren würden, die Türkei das unterstützen würde. Nachdem aber diese Erklärung praktisch eine de facto-Kriegserklärung an Syrien darstellte, wurde sie umgehend von NBC zensuriert und das Büro des Premierministers gab eine Stellungnahme heraus, die sie in Abrede stellte. Hier Ausschnitte aus der redigierten Version dieses Interviews: 

„ERDOGAN: Es ist klar, dass das Regime chemische Waffen und Raketen eingesetzt hat. Sie benutzten ungefähr 200 Raketen, laut unserem Geheimdienst. Die Raketen haben verschiedene Grössen. Und dann gibt es die Tode, die durch diese Raketen verursacht wurden. Und es gibt Verbrennungen, schwere Verbrennungen, und chemische Reaktionen. Und es gibt Patienten, die in unsere Krankenhäuser gebracht werden, die durch diese chemischen Waffen verletzt wurden. Man kann an den Verbrennungen erkennen, wer chemischen Waffen zum Opfer gefallen ist. 

NBC: So hat also Präsident Assad Präsident Obamas rote Linie überschritten? 

ERDOGAN: Vor langer Zeit. Ich frage die Vereinten Nationen, den UNsicherheitsrat – tut ihr, was ihr eigentlich tun sollt? Warum gibt es euch überhaupt? Was ist euer Job? Ich meine, gibt es da eine Handlungsgrenze etwa dahingehend, dass sie nichts unternehmen, ehe nicht eine Million Menschen getötet worden sind? 

NBC: Werden Sie Präsident Obama ermutigen, direkt in die Situation in Syrien einzugreifen? 

ERDOGAN: Wir wollen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika mehr Verantwortung übernehmen und weitere Schritte setzen. 

NBC: Was ist Ihrer Ansicht nach die gerechte Strafe für Herrn Assad? Was ist heute Ihre Botschaft an ihn, in diesem Augenblick der Geschichte? 

ERDOGAN: Gut, ich sage, er soll Syrien sofort verlassen. Früher oder später wird ihn die Opposition fassen. Und ich hoffe, dass sein Ende nicht das gleiche sein wird wie das Gaddafis.“ 

In dem Interview sagte Erdogan auch, dass er plant, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Barack Obama die Beweise über den Einsatz von chemischen Waffen in Syrien vorzulegen. Wie auch immer, weder von Erdogan noch von Herrn Obama wurde in der Woche nach ihrem Treffen am 16. Mai auch nur der leiseste Beweis präsentiert. 

Am selben Tag wiederholte der Aussenminister der Türkei Davutoglu das letzte anglo-amerikanische Propagandaargument vor dem Beginn des Überfalls auf den Irak 2003, das sich auf den Massenmord der irakischen Armee an Kurden im Jahr 1988 in Halabja bezog: 

„Von jetzt an werden wir diese Tests [auf von chemischen Waffen verursachte Verletzungen] an jeder verletzten Person durchführen, die [aus Syrien] kommt, damit es niemand wagen kann, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen wie das in Halabja, indem er in Syrien [chemische] Waffen benutzt.“ 

Am selben Tag berichtete Associated Press über die laufenden Vorbereitungen an der Grenze der Türkei mit Syrien: 

„Die Türkei hatte ein Team aus acht Experten stationiert, um verletzte Syrer an der Grenze zu untersuchen. Sie bildeten die Mannschaft eines ABC-Einsatzfahrzeugs, das an der Grenzstation Cilvegozu stationiert war.“ 

Des weiteren wurde am gleichen Tag ein Bericht unter dem Titel „Einrichtung der forensischen Medizin beweist, dass al-Assad chemische Waffen eingesetzt hat“ in der türkischen Zeitung Star veröffentlicht. 

„Es steht nun endgültig fest, dass [der syrische Präsident] Al-Assad chemische Waffen gegen sein Volk eingesetzt hat. Das Institut für Öffentliche Gesundheit und die Anstalt für forensische Medizin in Ankara fanden die Substanz ‚Rizin’, die weltweit nur in Iran, China und Russland gefunden wird, in 13 verwundeten Personen, welche aus Syrien kamen. Es wird festgestellt, dass Erdogan das Dossier Präsident Obama bei seinem Besuch in den Vereinigten Staaten von Amerika [am 16. Mai] vorlegen wird. Die Angelegenheit kam ans Licht, als 13 verletzte syrische Oppositionelle aus Syrien in das staatliche Krankenhaus in Reyhanli gebracht wurden.“ 

All das ruft die Kriegspropaganda im Februar 1998 ins Gedächtnis, als die Administration Bill Clinton einen erfolglosen Versuch unternahm, einen Krieg gegen den Irak anzuzetteln. Laut einem AFP-Bericht:

„schickten die türkischen Behörden 60.000 Gasmasken in die südöstlichen an den Irak angrenzenden Regionen, um die Zivilbevölkerung vor möglichen chemischen und biologischen Angriffen seitens der irakischen Kräfte zu schützen, so die [türkischen] Tageszeitungen Sabah und Yeni Yuzyil am Freitag. Die von den Zivilschutzleitern gesendeten Masken sind bestimmt für Beamte, die in der Region arbeiten, die an den Irak grenzt [...] Die Südosttürkei grenzt an den Irak und es wird angenommen, dass sich die Region in einer besonders gefährlichen Lage befindet, falls der Irak beschliesst, die chemischen und biologischen Waqffen einzusetzen, die zu besitzen er verdächtigt wird.“ 

Es sollen auch zwei Anschuldigungen gegen die türkischen Streitkräfte erwähnt werden, chemische Waffen eingesetzt zu haben: 

Im August 2011 gaben fünf Parlamentsabgeordnete der deutschen Partei Die Linke eine Pressekonferenz, um die Bestellung des derzeitigen Chefs der türkischen Armee Necdet Ozel zu verurteilen: 

„Als [Necdet] Özel oberster Chef der Gendarmerie war, war er nicht nur verantwortlich für Tötungen, Folter und Gewalt in den Kurdengebieten [der Türkei]. 1999 befahl er den Einsatz von chemischen Waffen gegen kurdische Guerillas [nahe dem Dorf Ballikaya in Silopi].“ 

Im Oktober 2011, zwei Monate nach Necdet Özels Bestellung wurden 37 Kämpfer der PKK im Kazantal in der Provinz Hakkari im Zuge eines Gefechts mit den türkischen Streitkräften getötet. Im darauf folgenden Monat besuchte eine europäische Delegation das Kazantal, um die Anschuldigungen des Gebrauchs von chemischen Waffen während dieser Operation zu untersuchen. 

Wie der oben angeführte Bericht der türkischen Zeitung Star zeigt, war das staatliche Krankenhaus Reyhanli nahe der Grenze zu Syrien in der vordersten Reihe der Chemiewaffen-Propaganda nach dem Vorfall vom 29. April. Zwei Tage nach diesem Pressebericht wurde das selbe Krankenhaus überflutet mit den Opfern einer viel verheerenderen Operation unter falscher Flagge.

(...)

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