Montag, 1. April 2013

Die Ost-West-Connection - Der Schwindel vom "Kalten Krieg"


Großindustrie oder "Agrarsteppe" ‑ wo liegt die Zukunft wirklich ? (Teil IV)

Den in allen innereuropäischen Grenzbereichen geplanten Kombinaten liegt der Leitgedanke der Globalisierung zugrunde: "Europa soll an den Grenzen zusammenwachsen." Diesem Ziel soll auch durch die Errichtung eines grenzübergreifenden Kombinates in Nickelsdorf (Glasfabrik usw.) Vorschub geleistet werden. Schließlich geht es ja um "...die Verwirklichung eines gemeinsamen europäischen Arbeitsmarktes." (Zitate aus: "Wirtschaft im Alpenraum" März 2004) Eine Absicht, die den hinterhältigen "Kalten Krieg" des Kapitalfaschismus aus dem Untergrund widerspiegelt. Dieser richtet sich fortwährend gegen die Völker der Welt. Für das internationale Kapital geht es dabei nur um den größten Profit. Für Völker die Freiheit und Zukunft haben wollen, geht es jetzt aber um sein oder nicht sein! Ein grenzenloser "Arbeitsmarkt" ist die Grundlage für den Ausbeutungsglobalismus. Daher verlangt der Ex ‑ ÖVP Parteiobmann und jetzige Industrie ‑ und Finanz Magnat Josef Taus: "Die Jugend von heute muss lernen zu arbeiten. Und zwar, bis sie vom Hocker fällt." ("Der Standard", Wien, 24./25. Mai 2003)

Ausschaltung und "Neustrukturierung" Europas

Was geschah überhaupt alles seit Mitte des vorigen Jahrhunderts mit Europa? Im Februar 1945 beschlossen die westalliierten Staatsoberhäupter Roosevelt und Churchill, gemeinsam mit ihrem sowjetischen Kriegskumpanen Stalin in Jalta auf der Krim bei Sekt und Kaviar die Teilung Europas. Die Einverleibung der Hälfte Europas in den jeweiligen Machtbereich wurde für mindestens vierzig Jahre festgeschrieben. Für Deutschland wurde eine Teilung und Besetzung von mindestens fünfzig Jahren vereinbart. Um Europa nachhaltig in seiner Vitalität zu schwächen wurde der größte Landraub, Vertreibungs ‑ und Völkermordplan der Weltgeschichte für die Zeit nach Beendigung des Krieges beschlossen. Nach dem Ende des sogenannten Zweiten Weltkrieges trafen sich die Repräsentanten der Besatzer im königlichen Schloss zu Potsdam bei Berlin um die weitere Vorgehensweise gegen Europa auszuhandeln und abzustimmen. Aufgrund dieser Beschlüsse wurden 20 Millionen Deutsche von ihrem Heimatboden vertrieben und 7 Millionen ermordet. Anschließend wurde mitten durch Deutschland und Europa der "Eiserne Vorhang" aufgerichtet. Damit war die ideale strategische Voraussetzung für die "Neustrukturierung" der entmachteten und somit entmündigten Europäischen Völker geschaffen. Unter Kuratel der jeweiligen neuen Machthaber wurde mit Hilfe willfähriger Handlanger zu beiden Seiten des Eisernen Vorhanges rasch ein neues Regime installiert. Dieses unterstand in West und Ost einem Hochkommissar, der die Anordnungen der Besatzer befehligte und überwachte. In der Ost‑Zone wurden die Länder wirtschaftlich im COMECON und militärisch im Warschauer Pakt zusammengefasst. In der West ‑ Zone wurden die Länder spiegelverkehrt wirtschaftlich in EG und EFTA und militärisch in der NATO gebündelt und ebenfalls zwangsweise fusioniert. Den Völkern im Ostblock erklärte man von Moskau aus: Ihr lebt von nun an im Paradies der werktätigen Arbeiter und Bauern. Den Völkern "in der Westzone erklärte der Hochkommissar aus den USA: Ihr lebt von jetzt an in der Demokratie des goldenen Westens!

Nach Teilung: Kalte Kriegs ‑ Spielerei

Ab nun stellten sich die Kriegsalliierten, die Europa geteilt, ausgeschaltet und in ihr duales Herrschaftssystem hineingezwungen hatten, von einem Tag auf den anderen als erbitterte Todfeinde dar. Auf beiden Seiten des Eisernen Vorhanges propagierten die Medien den "Kalten Krieg" und trieben die Menschen mit viel Geschick in eine Angstpsychose, indem sie den Dritten Weltkrieg als unvermeidlich an die Wand malten. Mit dieser Finte wurde auf beiden Seiten die rasche und bedingungslose Unterwerfung der Völker unter das neue Regime vollzogen.

Als die freiheitsliebenden Ungarn 1956 versuchten, das System von Jalta zu kippen, hielt das alliierte Bündnis stählern. Die Panzerkommunisten in Moskau mit dem roten fünfzackigen Stern, konnten den Volksaufstand ohne die Yankees fürchten zu müssen, blutig niederwalzen. Die Westkapitalisten in Washington mit dem weißen fünfzackigen Stern, dachten zu keiner Stunde daran, den aufständischen Ungarn beizustehen. Ebenso war es beim Volksaufstand in der sogenannten "DDR" 1953 und beim Aufstand von 1968 in der Tschechoslowakei.

Auch umgekehrt währte das Bündnis von Jalta. Als der Arzt und Volkssozialist Ernesto Che Guevarra meinte, ganz Südamerika von Kuba aus den Washingtoner Kapitalisten entreißen zu können, zog Moskau ihm den Teppich unter den Füßen weg und lieferte ihn kurzum dem US‑ Geheimdienst ans Messer.

Während das einfache Volk mit Falschinformationen und Kalter Krieg ‑ Spielerei Jahrzehntelang an der Nase herumgeführt wurde, lief es auf "höherer Ebene" ganz anders. Politbonzen, schlitzohrige Diplomaten und gerissene Finanzbosse aus Ost ‑ und West ‑ Block feierten nicht nur alljährlich gemeinsam die Unterwerfung Europas und das völkerverachtende Diktat von Jalta, sondern fädelten gleichzeitig Geschäfte von nie gekanntem Ausmaß ein.

Geschäfts ‑ EI Dorado hinter den Kulissen

Schon in den sechziger Jahren wurde damit begonnen, Mittel ‑ und Westeuropa an die sibirischen Erdgasfelder anzuschließen. Zur selben Zeit wurde auch der elektrische Energieverbund mittels Hochspannungsleitungen zonenüberschreitend für den wechselseitigen Export und Import in Angriff genommen. Bald nach dem Ungarnaufstand im Jahre 1956 begannen westliche Großkonzerne sich die billige Arbeitskraft im sogenannten Ostblock nutzbar zu machen. Die nach 1945 verstaatlichte Kühne ‑ Fabrik in Ungarisch Altenburg (Moson ‑ Magyarovar) z.B. fertigte über Jahrzehnte großteils Komponenten für Bau ‑ und Landmaschinen des US ‑ Konzerns International Harvester Corporation (IHC).

Ein weiteres Beispiel einer verlängerten Werkbank westlicher Konzerne stellten die volkseigenen Betriebe (VEB) "Ernst Thälmann" in der ehemaligen DDR dar. Sie fertigten gut und billig technische Präzisionsteile für Konzerne des Westkapitals an. Auch auf dem Futtermittel ‑ und Ernährungssektor trieb das Big Business zwischen den hochgerüsteten "Todfeinden" erstaunliche Blüten. Millionen Tonnen export­gestütztes West ‑ Getreide landeten Jahr für Jahr in den Veredelungsbetrieben der Ostkolchosen. Veredelungsprodukte wie Milch, Milchpulver, Butter, Fleisch, Gänseleber, Schinken, Geflügelteile usw. made in COMECON fanden wieder den Weg in die Mägen der West‑Bürger.

Ein hoch begehrtes Handelsgut aus dem Osten waren aber auch gefährliche Chemie­produkte. Dafür erhielt der "Ostblock" im Gegenzug fortschrittliche Technologien. Zur selben Zeit als der Hollywoodschauspieler und vierzigste Präsident der USA Ronald Reagan, die Sowjetunion zum "Zentrum des Bösen" erklärte, erreichte das Zinsvolumen der Sowjetunion für Kredite bei Westbanken seinen Höchststand. Über dieses Geschäfts ‑ El Dorado einiger Auserwählter der Ost ‑ West ‑ Connection war in den abhängigen Medien nichts zu erfahren. Dort wurde nur immerzu Kriegshysterie geschürt und das Feindbild Kommunismus bzw. Kapitalismus am Leben erhalten.

Erst Ende der siebziger Jahre als die Kolaboration der Nutznießer von Jalta durch den Betrieb einer gemeinsamen Raumstation namens Skylab vor aller Welt nicht mehr zu leugnen war, begannen die Systemmedien auf beiden Seiten des "Eisernen Vorhanges" verschämt von "Tauwetter" und "Annäherung" zu heucheln. Spätestens jetzt lagen für Jedermann sichtbar die gezinkten Karten der Falschspieler auf dem Tisch.

Die Ost ‑ West Connection baut um

Im. Frühjahr 1981 wurden die Nickelsdorfer durch das Dröhnen bulliger Motoren und das Rasseln von Gleisketten direkt am Eisernen Vorhang aufgeschreckt. So mancher ältere Jahrgang erinnerte sich sofort an das Jahr 1956, als Sowjetpanzer bei der Niederschlagung des Volksaufstandes der Ungarn bis zum Eisernen Vorhang vorrollten. Ist das ein Militärmanöver von Panzertruppen oder gar ein Überraschungsangriff des Ostblocks? ‑ fragten sich die Leute. Als in weiterer Folge keine Panzertürme sondern schwere Baumaschinen und umfangreiche Erdbewegungen an der Grenze sichtbar wurden, entspannte sich die Lage wieder. Weil von offizieller Seite nichts zu erfahren war, konnten die Nickelsdorfer nur Mutmaßungen anstellen. Um so größer war für manchen die Überraschung, als klar wurde, dass hier keine moderne Befestigungsanlage entsteht, die vielleicht den alten, verrosteten "Eisernen Vorhang" ersetzen sollte. Ein Jahr später konnte aber jeder sehen: Hier wird kein neues militärisches Sperrobjekt gebaut, sondern im Gegenteil eine 16 spurige Zollabfertigungstelle auf dem Gebiet des Warschauer Paktes. Der Bau dieser großen, modernen Anlage, willkürlich mitten auf freiem Feld eines angeblichen politischen und militärischen Todfeindes, versetzte viele Menschen in offenes Staunen. Besonders als bekannt wurde, dass das Geld dafür vom österreichischen Steuerzahler stammt. Auf des Rätsels Lösung wozu diese Anlage überhaupt gebraucht wird, mußte die Öffentlichkeit noch mehr als zehn lange Jahre ‑ bis zum Bau der Ost‑Autobahn warten. Denn bis die Ost‑West‑Connection den Vorhang für das neue Bühnenbild heben konnte, mußte hinter den Kulissen noch ein gröberer Umbau (Glasnost und Perestroika) vorgenommen werden.

Die Satelliten "Staaten" werden ausgeliefert

Erinnern wir uns: Zeitgenau mit dem Ablauf des Abkommens von Jalta wurden im Jahre 1985 in der vormals gefürchteten Sowjet ‑ Union Glasnost und Perestroika also Öffnung und Umbau ausgerufen. Kein geringerer als der Kremlchef und KPdSU ‑ ZK Sekretär Michail Gorbatschow selbst wurde dafür in den Hauptstädten der kapitalistischen Sphäre durch organisierte Massenkundgebungen wie ein Held gefeiert. Auch der US‑Amerikanische Saatgutmonopolist Pioneer freute sich und benannte seine neueste Hybridmais ‑ Züchtung nach Gorbatschows Ehefrau "Raissa". Um von den in der Sowjetunion vertragstreu in Gang gesetzten Veränderungen abzulenken und die Figur Gorbatschow öffentlich noch interessanter zu machen, bewies der Kremlchef hohes schauspielerisches Talent. Er reiste samt Gattin und Mitarbeiterstab für einige Tage auf die sonnige Krim. Indessen überboten sich die Medien mit obskuren Spekulationen und wilden "Putsch" ‑ Gerüchten. Als selbst der allmächtige KGB keine Auskunft über den Verbleib des Chefs gab, erreichte die Spannung ihren Höhepunkt. Um so erleichterter war die "Weltpresse" als ihr "Gorbi" wenige Tage später braungebrannt und kerngesund sein Werk pflichtbewußt fortsetzen konnte.

Das erste politische Opfer des abgelaufenen Vertrages von Jalta war der rumänische Staatschef Nicolai Ceausescu. Sein Fehler war es, dass er nach dem Ende der Bevormundung durch die Sowjets auch noch das drückende Joch des westlichen Bankkapitals los werden wollte. Um sein Land in die Unabhängigkeit führen zu können, begann er die Kredite aus der Zeit des sogenannten "Kalten Krieges" bei den westlichen Banken zu begleichen. Bis Jahresende 1989 wollte er: "...die gesamten Westschulden zurückzahlen.". ("Die Presse", Wien, 17. 2. 1989) Das war zugleich sein Todesurteil. Sein eigener Staatssicherheitsdienst (Securitate) inszenierte in Eintracht mit den westlichen Geheimdiensten den "Volksaufstand" in Bukarest. Unter dem Vorwand, das Ehepaar Ceausescu vor der planmäßig aufgepeitschten Menge in Sicherheit zu bringen, wurden beide am 22. Dezember 1989 abgeführt und im Schnellverfahren exekutiert. Die westlichen Kredithaie hatten wieder einmal ihr Ziel erreicht. Das "neue Rumänien" bekam frische Kredite zugeteilt und bleibt weiterhin in Schuld und Zinsknechtschaft gefangen.

Auf dem Weg in die Kapital ‑ Diktatur

Ein weiterer Dominostein des ehemaligen Ostblocks war die sogenannte DDR. Dieses Staatsgebilde von Jalta mit seinem SED Regime wurde auf originelle Weise liquidiert. Im Sommer 1987 wurden Urlauber aus der sogenannten DDR rund um den Plattensee via ungarischer Medien in deutscher Sprache ermutigt, dass vertragsgemäß in Auflösung befindliche Paradies der Werktätigen in Richtung "Goldener Westen" zu verlassen. Ab diesem Zeitpunkt war klar: Das offiziell noch dem Warschauer Militärpakt angehörende Ostblockland Ungarn war von der Regie der Ost West Connection längst als großes Sammel ‑ und Durchschleusungsgebiet für DDR Bürger auserkoren. Mit tatkräftiger Unterstützung der ungarischen KP-Nomenklatura kehrten so viele DDR‑Bürger dem von Erich Honecker verwalteten "Arbeiter und Bauernstaat" den Rücken, dass dieser von Moskau gänzlich ausgeliefert im November 1989 wie ein Kartenhaus zusammenbrach. Das Großkapital hatte wieder einmal ein wichtiges Etappenziel erreicht. Die Wirtschaftsstruktur der ehemaligen DDR teilten die internationalen Kapitalhyänen unter sich auf. Außerdem genehmigten sie sich bei dieser Gelegenheit mit Hilfe dummer und korrupter Politiker unter der Lug und Trug Formel "Aufbauhilfe Ost" hunderte Milliarden D-Mark "Anschubfinanzierung" aus den Taschen der deutschen Steuerzahler.

Die Beispiele von Moskau, Bukarest, und Berlin‑Ost zeigen alle eines: Der Fall des "Eisernen Vorhanges" war kein Zufall vom Himmel herab, sondern das Werk irdischer Regisseure. Das "Wunder" der "Ostöffnung" steht nur am Ende eines in Jalta niedergeschriebenen Aktes einer trügerischen Welt‑Bühne. Mit dem offiziellen Bühnenbild der EU ‑ "Osterweiterung" am 1. Mai 2004 ist nur der nächste Akt einer überkommenen altbekannten "Weltordnung" eröffnet. Ihr Symbol bleibt deshalb weiter wie gehabt der alte fünfzackige Stern.

Robert Dürr, Mittlere Hauptstraße 36, A-2425 Nickelsdorf / Österreich (5/04)

Anmerkung: Weitere Einzelheiten zur Stützung der oben entworfenen Theorie finden sich bei Gary Allen "Die Insider" Band 1 und 2. Hinsichtlich der Einleitung des Zusammenbruchs der DDR durch Grenzöffnung in Ungarn ist darauf hinzuweisen, daß Stasi-Papiere Hinweise enthalten, wonach die BRD an Ungarn für diese Hilfeleistung drei Milliarden DM über das Rote Kreuz haben soll.

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