Mittwoch, 3. April 2013

US-amerikanisch-israelische Cybersabotage gegen Iran

Von Arjen Kamphuis

James Clapper, Director of National Intelligence (DNI) und damit oberster Geheimdienstler der USA, bezeichnete Cyberangriffe als eine der schwerwiegendsten Bedrohungen der nationalen Sicherheit. Aber diese amerikanischen Warnungen klingen angesichts der gemeinsam mit Israel unternommenen Cybersabotage an Einrichtungen der iranischen Atomindustrie scheinheilig.

Vor einigen Jahren entwickelten israelische und amerikanische Geheimdienste einen Computervirus, der eine besondere militärische Aufgabe erfüllen sollte: die massive Schädigung iranischer Nukleareinrichtungen. Dieser Virus, der unter dem Namen Stuxnet bekannt wurde, wurde über USB-Sticks verbreitet und nistete sich im Verborgenen auf PCs mit Windowsoberfläche ein. Von dort aus hielt er nach Netzwerken spezieller Industriezentrifugen Ausschau, die bestimmte Überwachungs- und Steuerungssysteme (SCADA-Systeme) der Firma Siemens benutzten. Diese steuerten den Einsatz der Hochgeschwindigkeitszentrifugen, mit denen das atomwaffenfähige »Uran-235« vom niedrig angereicherten »Uran-238« getrennt wurde. 

Wie viele andere Länder auch, verfolgt Iran ein Atomprogramm zur Energieerzeugung und Herstellung radioaktiver Isotope für medizinische Zwecke. Die meisten Länder kaufen diese Isotopen von Spezialfirmen beispielsweise aus den Niederlanden, die diese medizinischen Isotope in besonderen Kernreaktoren herstellen. Der vom Westen gegen Iran verhängte Boykott macht es dem Land allerdings unmöglich, diesen Weg zu beschreiten und entsprechende Isotope auf dem freien Markt zu erwerben. Die eigene Produktion ist für Iran keineswegs die beste Lösung, derzeit aber die einzige verbleibende Möglichkeit.

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