Sonntag, 24. März 2013

Noch mehr Wahrheit und Recht im neuen Jahr

Von Ali Chaukair
Im Laufe dieser Woche bin ich mehr als die letzten Wochen zuvor kaum noch hinter dem Weltgeschehen hinterher gekommen. So vieles geschieht, und so viele Gegensätze prallen aufeinander. Den Höhepunkt dieser Woche bildete wohl die Rede von Imam Chamene’i in der heiligen Stadt Mashhad am Donnerstag zum iranischen Neujahr. Aber schauen wir uns einige andere Ereignisse im Vorfeld und parallel zu dieser Rede an. Ich fand sie sehr interessant und lehrreich.
Anfang der Woche soll die syrische Luftwaffe den Luftraum des Libanon verletzt haben und Ziele im Norden des Libanon bzw. an der Grenze des Libanon bombardiert haben. Die Syrer hatten angeblich tatsächlich existierende Stellungen der Terroristen zum Ziel, die von Libanon aus in Syrien eindringen und dort die syrische Bevölkerung massakrieren. Die bisher nicht bestätigte Meldung wurde prompt vom US-Regime genutzt um die Souveränitätsverletzung zu verurteilen und Syriens Regierung Zurecht zu weisen.
Peinlich nur, dass genau am selben Tag die Luftwaffe des zionistischen Regimes den libanesischen Luftraum zum Tausendsten Mal in dreistester Form verletzte und, wenn ich es richtig verstanden habe, Gasballons abwarf, deren Nutzen mir bisher nicht bekannt ist. Diese Souveränitätsverletzung hat zweifelsohne stattgefunden, und zumindest diese zionistischen Ballons dienen als Beweis. Aber äußerte sich das US-imperialistische Regime oder irgendeine seiner verbündeten Regierungen in irgendeiner Weise hierzu? Nein, sie taten es nicht.
Und bei den vorherigen tausenden Verletzungen des libanesischen Luftraumes taten sie es auch nicht, zumindest längst nicht so wirksam, dass das zionistische Regime diese Verletzungen beendet hat. Dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird, muss ich keinem mehr sagen. Das einzig interessante an diesem Geschehen, ist, dass diese Doppelmoral eine Stufe der offenkundigen Dreistigkeit erreicht hat, die kein gerechtigkeitsliebender Mensch mehr aushalten kann.
Nächstes Ereignis: In Syrien wird die Stadt Aleppo mit einer Rakete beschossen, die mit einem chemischem Sprengsatz bestückt ist. Mindestens 25 Menschen werden dabei getötet, darunter 14 Soldaten der regulären syrischen Armee, viele weitere Menschen werden zum Teil schwer verletzt. In den hiesigen Mainstream Medien wird darüber „diskutiert“, wer hinter diesem Angriff stecken könnte, also ob die terroristischen Rebellen oder die syrische Regierung diese Rakete(n) auf Aleppo geschossen hätten. Diese „Diskussion“ ist meiner Ansicht nach ein Vergehen gegen unseren Verstand. Sie ist eine Beleidigung jedes logisch und verständig denkenden Menschen. (Nur nebenbei: Diskussionen sind sehr wichtig, aber sie sind sinnlos, wenn sie z.B. nur zum Schein geführt werden oder wenn sie geführt werden um die Denkweise der Menschen negativ zu manipulieren.)
Warum sollte die syrische Regierung chemische Waffen einsetzen, wenn sie genau weiß, dass sie damit die Weltöffentlichkeit noch mehr gegen sich aufbringen, und damit eventuell eine direkte Konfrontation mit der Koalition der Verbrecher provozieren kann? Warum sollte die syrische Armee 14 ihrer Soldaten einfach so töten? Damit sie skrupellose und mörderische Salafisten-Terroristen jedweder Coleur, die keinerlei Ethik, keinerlei Religion und keinerlei Liebe in sich tragen oder praktizieren, bloßstellt?! Diese „Freunde des satanischen Amerikas“ (FSA) stellen sich mit ihren barbarischen Verbrechen an der syrischen Bevölkerung doch selbst ständig bloß!
Die syrische Regierung braucht in diesem Propagandakampf nicht nachzuhelfen. Dass diese Terroristen jedwede Art von Waffen gegen wen auch immer einsetzen, zeigt ihr bisheriges Verhalten deutlicher als es je ein sog. False Flag Akt der syrischen Regierung tun könnte. Die einzigen in der Welt, die bisher chemische oder atomare Waffen eingesetzt haben, sind die US-Amerikaner und ihre Lakaien in Europa oder in Asien, z.B. im Irak-Iran Krieg, als Saddam den Iran mit vom Westen bereitgestellten chemischen Waffen angriff, oder auch die kurdische Bevölkerung des Irak mit den gleichen Waffen vergiftete und ermordete.
Auch dieser Fakt, spricht in meinen Augen dafür, dass hier die vom Westen und von arabischen Despoten unterstützten Terroristen hinter diesem mörderischen Akt stehen, und nicht die syrische Regierung.
Am Donnerstagabend sprengte sich offenbar ein Selbstmordattentäter in einer Moschee in Damaskus in die Luft und tötete dabei u.a. den hohen sunnitschen Geistlichen Mohammed Said Ramadan al Bouti. Heute musste ich im Internet u.a. lesen, dass die Terroristen dementieren hinter dem Anschlag zu stehen. Wen wollen diese verrückten Barbaren und der Medienapparat ihrer Freunde eigentlich für dumm verkaufen?
Dieser Mord an al Bouti zeigt nicht nur, dass es in dieser terroristischen Rebellion in Syrien nicht um einen Kampf zwischen Sunniten und Schiiten geht, den einige heraufzuschwören versuchen, sondern dass es um einen Kampf zwischen Vernunft und Ignoranz, Liebe und Hass, Recht und Unrecht, Wahrheit und Lüge geht. Denn al Bouti war kein Schiit oder Alevit, er war ein sunnitischer Geistlicher. Und wenn die angeblich sunnitischen Terroristen so sunnitisch sind, wie können sie dann einen sunnitischen Geistlichen ermorden? Oder sahen sie ihn gar als Verräter an, der vom Sunnitentum abgefallen sei? Wieso geben sie dann nicht offen zu ihn getötet zu haben? Das müsste sie doch eigentlich mit Stolz erfüllen.
Es sollte jedem klar sein: Diese Terroristen haben nur eine Religion. Und das ist die Religion der Falschheit. Es ist die Religion des Hasses, Blutvergießens, Enthauptens und Beraubens. Es ist die Religion von (Un-)Menschen, die sich im angeblichen Gewand des Islams einkleiden, aber tatsächlich alles dafür tun, dass dieser Islam und jeder seiner Anhänger vernichtet wird. Es ist auch die Religion des machtgierigen Kapitalismus. Und diese Religion ist nicht neu, sie ist ein in der islamischen Geschichte immer wieder auftauchendes Phänomen, deren geistige Väter schon zu Lebzeiten des Propheten Muhammad ihr Unwesen trieben und nach seinem Ableben die Gunst der Stunde zu nutzen versuchten und die islamische Ummah in verschiedene Gruppen aufspalteten.
In dieser Woche fand aber auch ein Ereignis statt, bei dem die Wahrheit deutlicher denn je auf die Falschheit prallte. Der Iran sowie der gesamte persischsprachige Raum feierte sein Neujahr, das Nourouz Fest, nach dem alten persischen Sonnenkalender. Jedes Jahr etwa am 20. März hält Imam Chamene’i, der viel mehr als „nur“ das geistliche Oberhaupt des Irans ist, seit mehr als zwei Jahrzehnten eine kurze Fernsehansprache zum iranischen Neujahr und gibt hierbei das Motto bekannt, das im neuen Jahr die revolutionär-islamische Bewegung des Iran und seiner Anhänger prägen soll. Dieses Jahr lautet das Motto sinngemäß ins Deutsche übersetzt „Jahr des epochalen politischen und wirtschaftlichen Wandels“.
Am gleichen Tag des iranischen Neujahrsbeginns, knapp 3000 km weiter westlich, traf ein anderer „Imam“ auf seine Verbrecher-Freunde. Der „Imam“ der westlichen Welt Barack Obama traf zu einem mehrtägigen Besuch in Westasien ein, und seine erste Station bei diesem Besuch waren seine Mörder-Kumpanen im zionistischen Regime. Ist der Zeitpunkt ein Zufall? Ich denke nicht. Das konnte man vor allem am darauffolgenden Tag sehen, als Imam Chamenei in der heiligen Stadt Mashhad eine längere Neurjahrsrede vor zehntausenden von Gläubigen hielt, und Obama in Jerusalem ebenfalls eine Rede, aber vor Zionisten, hielt.
Das war sicher kein Zufall. Das US-Regime plant meist sehr genau, und vor allem im Hinblick darauf die Wahrheit zu verdecken und von ihr abzulenken, tun sie alles in ihrer Macht stehende. Die Wahrheit ist, Imam Chamene’i stellt sich nicht gegen faire Verhandlungen mit dem Westen, er steht ihnen im Moment aber skeptisch gegenüber. Die Wahrheit ist, Imam Chamene’i setzt das neue Jahresmotto gleich um, und verwendet eine deutlichere Rhetorik als in der Vergangenheit von ihm bekannt war, und warnt das zionistische Regime klipp und klar vor der Torheit eines Angriffs auf die Islamische Republik Iran.
Was mussten wir aus Jerusalem hören? „Israel“ sei ein jüdischer Staat- der US-Präsident setzt sich also für einen „jüdischen Gottestaat“ ein? Die libanesische Hizbullah sei eine Terrororganisation und gehöre auf die entsprechende Liste. Und das aus dem Munde eines politischen Führers, dessen Land und Marionetten in der ganzen Welt ihr politisches, wirtschafltliches und vor allem militärisches Unheil ausbreiten – offenkundiger denn je gerade in Form der FSA-Terroristen in Syrien – und die Welt mit ihrer laufenden Kriegsrhetorik gegen den Iran in Angst und Schrecken versetzen. Aus dem Munde eins Mannes, der in einer von Zionisten besetzten Stadt und einem von Zionisten besetzten Land seine Füße bis zu seinen Knien in das Blut der palästinensischen Opfer dieser terroristischen Besatzung stehen hat.
Wer nimmt solche „obamitischen“ Floskeln denn noch ernst, wenn er sieht, was die Nordatlantische Terrororganisation, auch NATO genannt, in der Welt so anrichtet? Jeder, der sich ein wenig mit der Lage in Westasien, im Westen auch „Naher Osten“ genannt, beschäftigt und auskennt, weiß, dass die Hizbullah alles andere als eine Terrororganisation ist. Übrigens die Hizbullah reagierte kurz und bündig auf diese Verleumdung und bezeichnete Obama schlicht als Angestellten des zionistischen Regimes, der das mache und sage, was dieses von ihm verlange.
Weiterhin sagte Obama, dass die Unterstützung und Solidarität der USA zum zionistischen Regime auf ewig anhalten werde. Braucht man einen noch klareren Beweis dafür, dass diese (Un-)Menschen uns immer wieder eine Show vorspielen, wenn sie z.B. angebliche Meinungsverschiedenheiten im Hinblick auf mögliche Kriegsplanungen gegen den Iran andeuten? Aber was auch immer diese Verbrecher zu tun versuchen um das Licht und die Stimme der Wahrheit zu verdecken oder auszulöschen, sie vermögen es nicht zu schaffen.
Imam Chamene’i hat ihnen mit seinen Worten deutlich gemacht in welche Richtung die Politik des Iran im neuen Jahr gehen wird, und es ist nicht die Richtung der Schwäche, des Nach- oder gar des Aufgebens. Tatsache ist aber auch, dass diese Verbrecher in Tel Aviv und Washington nicht hören werden. Nein, sie werden nicht hören, und ihnen gilt der Ruf der Wahrheit auch längst nicht mehr. Aus dem Strudel ihrer Verbrechen werden diese Verbrecher nicht mehr rauskommen.
Der Ruf Imam Chamene’is, seine Worte, gelten den freien und den unterdrückten Menschen in der Welt. Er macht den Menschen deutlich, wer Krieg schürt und ausführt, und wer sich lediglich verteidigt, wer auf der Seite der Entrechteten steht, und wer Menschen entrechtet, wer in der Welt Unheil anrichtet, und wer Unheil verbieten zu versucht. Er ruft die freien und unterdrückten Menschen in der Welt aber auch auf sich noch mehr anzustrengen. Wir dürfen niemals glauben, dass ein Jahresmotto sich nur auf die Menschen im Iran bezieht. Auch wir müssen die Wahrheit im Rahmen unserer Möglichkeit noch lauter aussprechen, noch weiter verbreiten und sie noch viel mehr mit Wahrhaftigkeit und Kontinuität praktizieren.

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