Sonntag, 17. März 2013

Enthüllung - Das Rakowski Protokoll

Eingeweiter:
Christian Georgijewitsch Rakowski
Kristjan (Christian) Jurjewitsch Rakowskij (Rakowski) – Sowjetdiplomat, Trotzkist und Hochgradfreimaurer will Stalins Genickschuß entgehen und packt deshalb über JENE aus, die sich anmaßen, im Hintergrund das Geschick der Menschheit zu lenken

Inhalt:
1) Protokoll über die Vernehmung durch den GPU-Offizier Kuzmin (1938) 
2) Anmerkungen von Gerold Bernert (2002) 
3) Anmerkungen von Johannes Rothkranz (1993) 
4) Anmerkungen von Johannes Rothkranz (1996) 
5) Wolfgang Bittner (FM) versucht sich an Hans Werner Woltersdorf (1996) 
6) Red Symphony

2) Anmerkungen von Gerold Bernert (2002)

Der Kommunismus

An dieser Stelle ist es unumgänglich, sich nochmals des bemerkenswerten Umstands zu erinnern, daß auf der Ein‑Dollar‑Note nicht bloß das Illuminatensiegel, sondern auch ‑ freilich weit unauffälliger ‑ ein aus Pentagrammen zusammengesetzter Judenstern prangt, was doch jedenfalls Anlaß zu der Frage gibt, inwieweit Illuminaten und zionistisches Judentum miteinander zusammenhängen. Die Beantwortung dieser Frage wird uns zugleich zu den Uranfängen des Kommunismus führen. Douglas Reed konnte noch 1952 die These vertreten, das Illuminatentum sei «eine deutsche, nicht eine jüdische Erfindung. Im Jahre 1793 bemerkte das "Journal de Vienne" ironisch: "Es sind nicht die Franzosen, welche das große Projekt, das Antlitz der Erde zu ändern, ausgearbeitet haben; diese Ehre gebührt den Deutschen."» Erst nach dem Wiener Kongreß von 1815, meint Reed, «machte sich zum erstenmal starke jüdische Einflüsse in dieser Bewegung geltend. Bisher war sie vorwiegend deutsch gewesen.» (Reed 1952, S. 322f)

Zum damaligen Zeitpunkt kannte Reed noch nicht das außerordentlich aufschlußreiche wörtliche Protokoll des Verhörs, dem der nach eigenem Bekunden hochgradig in die Pläne und Machenschaften der Geheimen Oberen eingeweihte und verstrickte Hochgradfreimaurer und Trotzkist Christian C. Rakowskij 1938 unter Stalin unterzogen worden war. D. Griffin hat das erstmals 1950 in Spanien veröffentlichte Dokument in den siebziger Jahren in Amerika und 1980auch in Deutschland publiziert (D. Griffin, Die Herrscher. Luzifers 5. Kolonne, Vaduz 1980, S. 273-324). In Spanien erregte die Veröffentlichung damals großes Aufsehen, so daß interessierte Kräfte das Buch aufkauften, um es aus dem Verkehr zu ziehen. An der Echtheit des Dokuments wird von niemandem gezweifelt, zumal die Details seiner Entstehung bestens bekannt sind (vgl. ebd. S. 273‑277). Rakowskij war zusammen mit sechs anderen führenden Trotzkisten von Stalin bereits zum Tod verurteilt worden; ihnen stand aber noch der Schauprozeß bevor, als Rakowskij sich entschloß, Stalin wertvollste Informationen anzubieten, um sein Leben zu retten. Das mehrstündige Verhör, das von einem Vertrauten Stalins, Gavril G. Kuzmin (alias René Duval), einem überzeugten Kommunisten, geführt wurde, zog sich bis tief in die Nacht hinein, weil es Rakowskij ersichtlich größte Mühe kostete, den ahnungslosen kommunistischen Funktionär Kuzmin innerhalb weniger Stunden von der wahren Natur des Kommunismus zu überzeugen. Der offenbar außerordentlich intelligente Rakowskij kam schließlich noch rechtzeitig ans Ziel; sein dringender Hinweis darauf, daß die Geheimen Oberen von Stalin unbedingt einen Pakt mit Hitler wünschten, um einen kräftemäßig annähernd austarierten, möglichst lange anhaltenden und möglichst zerstörerischen Krieg ‑ den späteren zweiten Weltkrieg! ‑ inszenieren zu können, sorgte dafür, daß Rakowskij als einziger der sieben prominenten Trotzkisten nicht hingerichtet sondern zu zwanzigjähriger Haft begnadigt wurde.

Rakowskij enthüllte dem völlig verblüfften und fast ratlosen Kuzmin unter anderem folgendes: «Wissen Sie, daß die nicht geschriebene Geschichte, die nur wir kennen, uns als den Gründer der Ersten Internationale des Kommunismus ‑ natürlich geheim ‑ Adam Weishaupt angibt? Erinnern Sie sich seines Namens? Er war der Führer des als "Illuminaten" bekannten Freimaurerordens, dessen Namen er von der zweiten antichristlichen und kommunistischen Verschwörung des Zeitalters, der Gnostik, entlehnt hat. Als dieser große Revolutionär, Semit und Exjesuit den Triumph der Französischen Revolution voraussah, entschloß er sich (oder wurde beauftragt ‑ man nennt als seinen Chef den großen Philosophen Mendelsohn) eine Organisation zu schaffen, die geheim sein und die Französische Revolution über ihre politischen Ziele hinaus weitertreiben sollte, um sie in eine soziale Revolution zur Aufrichtung des Kommunismus zu verwandeln. In jenen heldischen Zeiten war es eine ungeheuere Gefahr, den Kommunismus auch nur als Ziel zu erwähnen. Daher alle die Vorsichtsmaßnahmen, Prüfungen und Mysterien, mit denen er das Illuminatentum umgeben mußte. Noch fehlte ein Jahrhundert, bis man sich ohne Gefahr von Gefängnis oder Hinrichtung öffentlich als Kommunist bekennen konnte.» (Zit. n. Griffin 1980, S. 295). Rakowskij nennt hier Weishaupt mit Bestimmtheit einen «Semiten» und bezeichnet als seinen wahrscheinlichen Auftraggeber den jüdischen Gelehrten Mendelsohn; wenn er damit recht hat, war Weishaupt wohl jüdischer Abstammung, hatte aber (wie vielleicht schon seine Eltern) die katholische Taufe empfangen. Doch folgen wir Rakowskijs ungewöhnlichen Darlegungen noch ein Stück weiter.

«Was man nicht kennt», fährt Rakowskij fort, «das ist die Verbindung von Weishaupt und seinen Anhängern zu dem ersten Rothschild. Das Geheimnis des Ursprunges von dem Vermögen dieser berühmtesten Bankiers läßt sich damit erklären, daß sie die Schatzmeister der ersten Komintern (sc. Kommunistischen Internationale!) waren. Es bestehen Anzeichen dafür, daß, als jene fünf Brüder sich in fünf Provinzen des Finanzreiches von Europa teilten, eine geheimnisvolle Macht ihnen half, dieses sagenhafte Vermögen anzusammeln. Es könnten jene ersten Kommunisten aus den Katakomben Bayerns gewesen sein, die über ganz Europa verstreut waren. Andere aber sagen, ich glaube mit größerem Recht, daß die Rothschilds nicht die Schatzmeister, sondern die Führer jenes ersten geheimen Kommunismus waren. Diese Auffassung stützt sich auf die sichere Tatsache, daß Marx und die höchsten Führer der Ersten, nun schon öffentlichen Internationale, darunter Heine und Herzen, dem Baron Rothschild gehorchten, dessen revolutionäres Bild, von Disraeli, englischer Premier und ebenfalls eine seiner Kreaturen, geschaffen, ihn uns in der Gestalt des Sidonia hinterließ, des Mannes, der als Multimillionär unzählige Spione, Carbonari, Freimaurer, Geheimjuden, Zigeuner, Revolutionäre usw. kannte und befehligte. Das erscheint alles phantastisch, aber es ist erwiesen, daß Sidonia das idealisierte Bild des Sohnes vom alten Nathan Rothschild darstellt ...» (Zit. n. ebd.) Rakowskij spielt hier auf eine von Benjamin Disraelis Romanfiguren an. Bekanntlich hat der zwar getaufte aber sein Judentum nie verleugnende Hochgradmaurer und Rothschildschützling Disraeli einige mehrbändige Romane geschrieben, die teils autobiographischer Natur waren, teils nur wenig verschlüsselt die Hintergründe der zeitgenössischen Politik ausleuchteten. Wieso Disraeli das unbehelligt tun konnte, ist bis heute nicht geklärt. Tatsache ist aber, daß Disraeli die erste kommunistische Revolution, nämlich die von 1848, prophezeit hat.

«Schon vier Jahre früher, im Jahre 1844», schreibt Reed (1952, S, 323ff), «wußte Disraeli genau, was geschehen würde! Er legte seinem jüdischen Helden in "Coningsby" folgende Worte in den Mund: "Die mächtige Revolution, die sich zur Stunde in Deutschland vorbereitet ... und von der bis jetzt noch so wenig in England bekannt ist, reift ausschließlich unter der Lenkung von Juden heran, die heute fast ein Monopol auf alle Lehrstühle in Deutschland besitzen ... Siehst du also, mein lieber Coningsby, daß die Welt von recht verschiedenen Personen regiert wird, als diejenigen glauben, die nicht hinter die Kulissen sehen." ... Acht Jahre später, nach dem Versuch der Revolution von 1848, schrieb Disraeli außerordentlich aufschlußreiche Worte. Wenn der schon zitierte Passus ein blitzartiges Aufleuchten der Wahrheit bedeutet, dann dauert der nachfolgende (Blitz) doppelt so lang und ist doppelt so hell. Er beleuchtet die ganze dunkle Landschaft unserer Zeiten und durch seine Lichtstrahlen sind die lauernden Verschwörer, deren Existenz immer geleugnet wird, ganz deutlich zu sehen: "Der Einfluß der Juden kann im letzthin erfolgten Ausbruch des zerstörerischen Prinzips in Europa aufgezeigt werden. Da findet eine Erhebung statt, die sich gegen die Tradition und die Aristokratie, gegen die Religion und das Privateigentum richtet. Zerstörung der semitischen Grundsätze, Ausrottung der jüdischen Religion in der mosaischen oder in der christlichen Form, die natürliche Gleichheit der Menschen und die Aufhebung des Besitzes: diese Grundsätze werden von den geheimen Gesellschaften proklamiert, die provisorische Regierungen bilden, an deren Spitze überall Männer der jüdischen Rasse stehen. Das Volk Gottes arbeitet mit den Atheisten zusammen; Männer, die im Zusammenraffen von Geld äußerstes Geschick gezeigt haben, verbünden sich mit den Kommunisten; die besondere und auserwählte Rasse reicht ihre Hand allen verworfenen und niederen Schichten in Europa! ..." (Das Leben von Lord George Bentinck, 1852)>> Diesem Bekenntnis eines jüdischen Eingeweihten ist nichts hinzuzufügen.

Es stimmt also: «Der erste Illuminat Prof. Adam Weishaupt war zugleich der erste Kommunist.» (Homuth 1986, S. 61) Die von den Illuminaten in Zusammenarbeit mit den ihnen einverleibten Freimaurern planmäßig organisierte Französische Revolution von 1789 war die erste kommunistische Revolution im strikten Sinn. Ihre Parole «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» entspricht exakt den bis heute stereotyp immer wieder proklamierten Zielen des vermeintlichen «Klassenkampfs» der (zu 99 Prozent nicht‑eingeweihten) Marxisten aller Schattierungen und aller Länder. Daß diese Forderungen von den Drahtziehern im Hintergrund in keiner Weise ernstgemeint sind sondern die Masse der gläubigen Kommunisten letztendlich jedesmal grausam verhöhnen, hat die Geschichte seit 1789 zigmal bewiesen. Die Dummen werden deshalb nicht weniger, und gerade unter den sogenannten Intellektuellen macht die verbrecherische, mittlerweile um den Junior‑Partner Rockefeller erweiterte Rothschild‑Hochfinanz mit den Ideen ihrer Marionetten Weishaupt, Marx, Engels, Lenin, Trotzki, Mao etc. weltweit überreiche Beute.

Lassen wir hier noch eine Reihe weiterer hochinteressanter Beobachtungen folgen, die sämtlich beweisen, daß Hochgradmaurerei, jüdische (und Rockefellersche) Hochfinanz und kommunistische Revolutionäre bzw. Spitzenfunktionäre hinter den Kulissen der Bühne des großen Welttheaters, auf der sie sich zum Schein heftigst bekämpfen, einträchtig an ein und demselben Ziel arbeiten, das ihnen freilich auf unterschiedliche Art und Weise gemeinsam ist. Freimaurerei und Kommunismus sind nur die Werkzeuge zur Schaffung der Einen Welt; herrschen wird der aus den Reihen der Geheimen Oberen hervorgehende Antichrist.

Daß Karl Marx in enger Verbindung mit den europäischen Rothschilds stand, haben wir oben aus dem Mund des seinerzeitigen Spitzenagenten Rakowskij selber gehört. Es wird oft vergessen, daß Marx auch jüdischer Abstammung war. Etwas später als zur Zeit, da Mazzini die geheime Leitung der Illuminaten übernahm, «trat ein obskurer Intellektueller mit Namen Mordechai Marx Levy alias Karl Marx einer der Zweigorganisationen der Illuminatenverschwörung bei, dem Bund der Gerechten. 1847 erhielt er den Auftrag, ein Werk zu schreiben, das später unter dem Titel "Das Kommunistische Manifest" bekannt wurde. Im Grunde handelt es sich dabei um eine politische Niederlegung der Gesamtplanung für die Zukunft. Marx spielte eine so untergeordnete Rolle, daß sein Name zwanzig Jahre lang nicht auf dem Manifest erschien. Er war lediglich ein Bauer in dem Schach"spiel", das die wirklichen Mächte hinter den Kulissen spielten. Unvoreingenommene Historiker haben längst festgestellt, daß das Kommunistische Manifest nichts "Neues" oder "Ursprüngliches" enthielt. Es ist weiter nichts als ein wiederaufgewärmtes Plagiat der Schriften Adam Weishaupts und seines Schülers Clinton Roosevelt.» (Griffin 1986, S. 45) In dieser Beurteilung trifft sich Griffin mit Reed, der schon früher festgestellt hat: «Nach dem Zusammenbruch der 1848er Revolution war der nächste Erbe von Weishaupts Illuminismus und seiner Organisation Karl Marx, dessen "Kommunistisches Manifest" (1847) nur Weishaupts Lehren wiederholte: Aufhebung des Erbrechts, der Ehe und der Familie, des Patriotismus, jeglicher Religion und Gemeinschaftserziehung der Kinder durch den Staat. Das "Kommunistische Manifest" ist als Bibel eines neuen politischen Glaubens, des "Marxismus", geschildert worden. In Wirklichkeit ist es nur ein Consommé (sc. Zusammenfassung) der Lehren der früheren Geheimgesellschaften, angefangen mit Weishaupt ... » (Reed 1952, S. 326f)

Noch kaum ein Historiker hat sich für den Ursprung der roten Farbe als Symbol der Hochgradfreimaurerei und des Kommunismus gleichermaßen interessiert. Dabei stößt man im Verlauf einer diesbezüglichen Untersuchung auf sehr bedeutsame Zusammenhänge. Nach Des Griffin (und die «Encyclopaedia Judaica» bestätigt nahezu alle diese Angaben unter dem Art. «Rothschild») ließ sich im Jahr 1743 in der Frankfurter Judengasse ein aus dem Osten stammender jüdischer Geldwechsler und Goldschmied namens Moses Amchel Bauer nieder. Sein hochintelligenter Sohn Mayer Amchel Bauer wurde beim jüdischen Bankhaus Oppenheimer angestellt und avancierte aufgrund seiner herausragenden Geschäftstüchtigkeit schnell zum Teilhaber. Über dem 1750 eingerichteten Kontor in der Judengasse hatte sein inzwischen verstorbener Vater einst ein großes rotes Schild angebracht. Mayer Amchel Bauer kaufte nun das nach dem Tod des Vaters veräußerte Geschäft wieder zurück. «Das große rote Schild hing noch immer darüber. Die wahre Bedeutung des roten Schildes (sein Vater hatte es zu seinem Wappen aufgrund der roten Flagge erhoben, die das Siegeszeichen für die revolutionsbewußten Juden in Osteuropa war) erkennend, änderte Mayer Amchel Bauer seinen Namen um in Rothschild: auf diese Weise wurde das Haus Rothschild gegründet.» (Griffin 1986, S. 73f) Um Mißverständnissen vorzubeugen: schon vorher gab es Juden, die sich vielleicht aus ganz ähnlichen Gründen ‑ für den Namen Rothschild entschieden hatten, so beispielsweise jener Rothschild, der bereits 1723 Mitglied einer Londoner Loge war (s.o.); auch heute gibt es allein in Deutschland hunderte von Personen, die den Namen Rothschild führen und doch in den meisten Fällen mit der uns allein interessierenden weltbekannten Großbankiers‑ und Rohstoffmagnaten‑Dynastie überhaupt nichts zu tun haben. ‑ Der erste Rothschild eröffnete später mithilfe einer großen Summe auf zweifelhafte Weise von Wilhelm von Hanau erworbenen Geldes eine eigene Bank; seine nicht weniger geschäftstüchtigen, ja skrupellosen fünf Söhne erweiterten diese Bank bereits um die Wende zum 19. Jahrhundert zu einem einzig dastehenden europäischen Finanzimperium, indem sie Auslandsfilialen gründeten und sich auf die außerordentlich gewinnträchtige  Finanzierung  der   napoleonischen       und         aller   nachfolgenden Kriege verlegten. Ihre «marktbeherrschende» Stellung erlaubte es ihnen schon bald, die jeweiligen kriegsführenden Parteien zu ihren eigenen Gunsten gegeneinander auszuspielen bzw. zu erpressen. Doch die Einzelheiten dieser Geschichte sind bei Griffin und anderswo nachzulesen.

Ohne eine schriftliche Quelle für diese Behauptung anzugeben, schreibt Griffin: «Wie der ehemalige Commandeur William Guy Carr, Nachrichtenoffizier in der Königlich Kanadischen Marine, der weltweit über ausgezeichnete Verbindungen mit Nachrichtendiensten verfügte, berichtet, entwarf der Begründer des Hauses Rothschild die Pläne zur Gründung der Illuminaten und beauftragte anschließend Adam Weishaupt mit deren Aufbau und Weiterentwicklung. » (Griffin 1986, S. 75) Es ist durchaus möglich, daß hinter dem von Rakowskij genannten Mendelsohn (Griffin kannte Rakowskijs Aussagen noch nicht, als er die erste amerikanische Ausgabe von «Wer regiert die Welt?» schrieb; vgl. Griffin 1980, S. 273) als «Anstifter» Weishaupts in Wirklichkeit der erste Rothschild steckte, das stünde in schönster Übereinstimmung mit der jahrhundertelang ‑ bis auf den heutigen Tag beibehaltenen Taktik des Hauses Rothschild, möglichst alle «Geschäfte» durch Strohmänner erledigen zu lassen und selbst nicht in Erscheinung zu treten. Aber sei dem, wie es sei, unbestritten ist die Tatsache, daß just im Verlauf der von den Illuminaten gelenkten Französischen Revolution «zum erstenmal die rote Fahne auf(tauchte); eine, die echt sein soll, wird jetzt in Moskau aufbewahrt und das Lied zu ihren Ehren ist bei den sozialistischen Ministern und Politikern im England des Jahres 1947 recht beliebt», sagte der Engländer Reed im Jahr 1948 (Datum der englischen Originalausgabe; Reed 1952, S. 321f), womit er natürlich nicht im geringsten bestreiten wollte, daß Lieder auf die rote Fahne auch in anderen Ländern unter Sozialisten und Kommunisten sehr beliebt waren und sind.

Lenin nannte seinen revolutionären Haufen «Rote Armee», und diesen Namen tragen bekanntlich die Streitkräfte der UdSSR noch heute. Auch die rote Flagge ist 1917 nach Osteuropa zurückgekehrt, von wo sie ausgegangen war; in Moskau weht sie über dem «Roten Platz». Der Zwei‑Millionen Völkermord der siebziger Jahre in Kambodscha wurde von den kommunistischen «Roten Khmer» angerichtet; auch sie nennen sich heute noch so. Internationales Symbol der Sozialisten ist die rote Rose, und sozialistische bzw. kommunistische Parteien oder Regierungen lassen sich anstandslos als «die Roten» bezeichnen. Daß die Hochgradmaurerei auch Rote Freimaurerei heißt, ist etwas weniger bekannt, ebenso ihre konsequent bis militant kommunistisch‑revolutionäre Ausrichtung. Die aber ist nur zu gut begreiflich, wenn man erst einmal zur Kenntnis genommen hat, daß die Französische Revolution die erste kommunistische Revolution war. Daß diese Revolution von der Freimaurerei (bzw. dem Illuminatentum) angezettelt wurde, wird in der einschlägigen Literatur allgemein als Binsenweisheit vertreten, so auch von Rakowskij, der sich selbst im gleichen Atemzug gegenüber Kuzmin als Freimaurer des 33. Grads ausweist (vgl. Griffin 1980, S. 300), von Ploncard d'Assac (vgl. ders. 1989, S. 47‑5 1) oder von R. Prantner (1989, S. 28), der sich nicht scheut, die Revolution von 1789 «eine Frucht der Freimaurerei und ein persönliches Werk von Freimaurern» zu nennen.

Natürlich muß die Hochgradmaurerei als bereits beträchtlich in die letzten Ziele der Geheimen Oberen eingeweihtes Organ rot, links, kommunistisch sein. So schrieb denn auch K. Lerich 1937 (S. 42f): «In Sowjetrußland ist die Freimaurerei gegenwärtig zum Scheine verboten. ... Vielfach wurde über den Tatbestand, daß die Sowjets gegen die Freimaurer feindselig aufgetreten sind, unter dem Bilde gesprochen, daß die Söhne morddrohend vor die Väter hingetreten sind:denn im Grunde genommen ist der Bolschewismus ein echtes geistiges Kind der liberalen Humanität der Loge, ist der große geistesgeschichtliche Zusammenhang von freimaurerischem Liberalismus über Marxismus zum Bolschewismus hin ein unverkennbarer. Tatsächlich war auch die russische Freimaurerei von ihrem Anfange an bis zu dem Verbote durch die Sowjets eine ständige Wegbereiterin der Revolutionierung der Massen gewesen: Sie schuf dieAufklärung in Rußland, unter ihrer Führung stand die erste gegen die Zarenherrschaft gerichtete Revolution, der Aufstand der sogenannten Dekabristen. ... Die verschiedenen Regierungen nach dem Sturz des Zarentums im Jahre 1917 waren von Freimaurern durchsetzt, vor allem die Regierung des Bruders Kerensky.» Diese Angaben werden in schönster Weise durch die davon gänzlich unabhängigen Aussagen des ebenso wie Lerich im 33. Grad stehenden, allerdings noch erheblich tiefer eingeweihten Freimaurers Rakowskij ergänzt, der Kuzmin gegenüber freimütig erklärte, Kerensky, der Anführer der «Weißen Armee» im Kampf gegen die zahlenmäßig und ausrüstungsmäßig weit unterlegene «Rote Armee» habe als Wissender dafür gesorgt, daß die Weißen eine Niederlage nach der anderen erlitten, und sich zum Schluß den Roten ergeben mußten, deren Revolution damit «gesiegt» hatte (vgl. Griffin 1980, S. 298). Bekanntlich blieb der Verräter Kerensky anders als der Zar unbehelligt und ist erst 1970 friedlich gestorben.

Da auch nach Lerichs allerdings sehr unvollständigem Einblick Freimaurerei und Kommunismus identisch sind, muß man wohl oder übel nach einer plausiblen Antwort auf die Frage suchen, was die Sowjets nach 1917 dazu trieb, die Freimaurerei so vehement zu bekämpfen. Wäre es denn nicht weitaus klüger gewesen, ihre Existenz zu verschweigen, wie es ja auch im (noch) nicht kommunistischen Westen mit leidlichem Erfolg praktiziert wurde und wird? Nun, die Freimaurerei hatte in Rußland ihre Mission erfüllt; der Mohr hatte seine Schuldigkeit getan, er konnte gehen. Allerdings betrachteten die Geheimen Oberen auf der einen und Lenin sowie sein Nachfolger Stalin auf der anderen Seite die Lage nach 1917 mit durchaus unterschiedlichen Augen. Wie Rakowskij Kuzmin auseinandersetzte, hatte Lenin, der in direkter Verbindung mit hochrangigen Rothschildagenten stand, seinen Auftrag 1917 nur teilweise erfüllt; eigentlich hätte er die Revolution sofort auf das Baltikum und das Deutsche Reich ausdehnen sollen; geplant war ja die Weltrevolution. Aber Lenin fand Gefallen an der soeben erlangten Macht und war bestrebt, sie zunächst einmal abzusichern, bevor er sich auf weitere unsichere Abenteuer einließ. Deshalb schuf er seine Theorie vom «Sozialismus in einem Land». Stalin kein Eingeweihter wie Lenin und Trotzki, aber ein äußerst schlauer und brutaler Machtmensch ‑, der den den Geheimen Oberen gehorsamen Trotzki nach Lenins Tod ausschalten konnte und alle Trotzkisten sofort unerbittlich verfolgen und ausrotten ließ, folgte dieser Linie. Beiden Diktatoren («Bonapartisten» nannte Rakowskij sie verächtlich) mußte daran liegen, jede «trotzkistische» Verschwörung gegen ihre Person zu unterbinden. Da sie das verschwörerische Potential der Freimaurerei ‑ zumindest im Fall Lenins, der nach M. Adler (Die antichristliche Revolution der Freimaurerei, 3. Aufl. Jestetten 1983, S. 47) Freimaurer im 33. Grad war ‑ aus eigener Erfahrung kannten und mithin fürchten mußten, gab es für sie Grund genug, gegen die Freimaurerei vorzugehen. Allerdings war Lenin darin nicht konsequent genug; er glaubte, Trotzki und dessen Genossen unter Kontrolle zu haben, die ihn aber ‑ nach Rakowskijs Eingeständnis ‑ allmählich vergifteten (vgl. Griffin 1980, S. 302f). Stalin hingegen dezimierte die Trotzkisten, also die Führung der tatsächlich im Auftrag der Geheimen Oberen gegen ihn konspirierenden Logen (auch Trotzki selber war, wie Lenin und Rakowskij, Freimaurer im 33. Grad; vgl. Adler 1983 a.a.O.), so sehr, daß nicht mehr viel davon übrig blieb. Dennoch ist die Verbindung zwischen den Rockefellers und Rothschilds auf der einen und ihren kommunistischen Statthaltern auf der anderen Seite nie ganz abgerissen, vielmehr in der letzten Zeit wieder enger geknüpft worden als je zuvor. Doch dazu später (siehe Band 2!) mehr.

Der ehemalige französische Großmeister Jacques Mitterand (zit. n. Ploncard d'Assac 1989, S. 148) hat den Zusammenhang von (illuminierter) Freimaurerei und Kommunismus auf den Punkt gebracht: «Auf Weltebene schenkte ein Freimaurer ‑ Rouget de l'Isle ‑ allen Völkern die Marseillaise (sc. das Kampf‑Lied der Französischen Revolution, heute die französische Nationalhymne!) gegen alle Tyrannen und der Freimaurer Eugéne Potier allen Proletariern dieInternationale.» «Gegen alle kapitalistischen Ausbeuter», hätte er um der Satz ­Symmetrie willen noch hinzufügen müssen, aber dieser Zusatz ist unterblieben ‑ Mitterand selbst wird am besten wissen, warum!

R. Prantner, der die weltpolitischen Aktivitäten der Logen nur in knappster Form streift, spricht immerhin von einem «auf gewissen Sektoren der Politik und Kultur tatsächlich bestehende(n) Zusammenspiel von Freimaurerei und totalitärem Sozialismus», also Sowjetkommunismus, rotchinesischem Kommunismus etc. Und er fährt fort: «Die Kooperation führender Repräsentanten europäischer Logen mit den Institutionen des demokratischen Sozialismus, wie etwa in Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland. der Republik Österreich, in Schweden, Norwegen, Dänemark, aber auch in Italien, Spanien und Portugal kommt am sinnfälligsten durch die Logenzugehörigkeit führender sozialdemokratischer Staatsmänner, Politiker, Medienmachthaber, Künstler, Journalisten, Erzieher und Verwaltungsbeamten vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zum Ausdruck.» (Prantner 1989, S. 27)

Natürlich macht es keinen Sinn, nur von sozialdemokratischen Logenmitgliedern zu reden. «Übrigens ist es für die Partei seit Oktober 1945 kein Problem mehr, wenn Kommunisten in die Freimaurerei eintreten», bekennt wiederum Jacques Mitterand (Ploncard d'Assac 1989, S. 148). Demnach war der Kommunismus für die Freimaurerei überhaupt noch nie ein Problem! Man kann sich auch nicht auf die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg versteifen, denn über die englischen, weit links stehenden «Sozialisten» berichtete Lerich schon 1937: «Die führenden Politiker der "Labour Party" gehören einer speziellen Londoner Loge an, der "New Welcome Lodge 5193" (sc. die Quersumme dieser Zahl ergibt 18 = 3 x 6 oder 666!). Sie ist die Parlamentsloge der Unterhausmitglieder der Arbeiterpartei. Ihre Gründung erfolgte 1929 und erregte großes Aufsehen, da der Kongreß der Trade Unions (sc. der mit der Sozialistischen Partei verfilzten Gewerkschaften) den Gewerkschaftsführern ursprünglich den Beitritt zur Freimaurerei untersagt hatte.» (S. 47)

Die Weltrevolution

Bedarf es noch weiterer Beweise für die Identität von Rothschild‑kontrollierter Freimaurerei und Kommunismus? Hier sind sie! Adam Weishaupts «Logenname Spartacus wird noch heute von den Kommunisten verwendet (sc, man denke nur an den "MSB Spartakus" [Maoistischer Studenten‑Bund Spartakus, "Spartakisten"]) und am 1. Mai, dem Gründungstag des Illuminatenordens, feiern die Kommunisten unter der Roten Fahne, rot deswegen, weil die Rothschilds, die ein rotes Schild als Familienwappen haben (siehe Rothschild‑Haus in Frankfurt) fast die ganze kommunistische Revolution finanziert haben. Laut dem "New York Journal American" vom 3.2. 1949 hat Rothschild durch seinen Agenten Jacob Schiff ca. 20 000 000 Dollar für den endgültigen Sieg der Bolschewisten in Rußland investiert.» (Homuth 1986, S. 61)

Letzteres hat auch Rakowskij bestätigt: «Aber ich werde Ihnen noch mehr sagen: Wissen Sie, wer die Oktober‑Revolution finanziert hat? Jene (sc. so nennt Rakowskij durchgehend die Geheimen Oberen, die er angeblich nicht genau kennt, obwohl er vermutet, wer sie sind) haben sie finanziert, genau durch die gleichen Finanzleute, die Japan und die Revolution von 1905 finanziert haben, Jacob Schiff und die Brüder Warburg, das heißt der große Bund der Banken, eine von den fünf Federal‑Reserve‑Banken (sc. den Banken des amerikanischen Zentral‑ oder Notenbanksystems), die Bank Kuhn, Loeb & Co. (sc. heute Chase Manhattan Bank!), wobei sich andere europäische und amerikanische Bankiers beteiligten, wie Guggenheim, Hanauer, Breitung, Aschberg von der "Nya Banken" in Stockholm. Ich war "aus Zufall" in Stockholm dabei und nahm Teil an der Übertragung der Gelder. Bis Trotzkij kam, war ich der einzige, der von der revolutionären Seite daran teilnahm.» (Griffin 1980, S. 298)

Wie bei Griffin und anderen in allen Einzelheiten nachzulesen ist, gelangten die international gefürchteten und polizeilich gesuchten Berufsrevolutionäre Lenin und Trotzki samt ihrem Anhang nur aufgrund von Interventionen von höchster Stelle (in Deutschland Max Warburg, der Bruder des New Yorker Rothschild‑Bankiers Paul Warburg und während des ersten Weltkriegs Chef des deutschen Geheimdienstes) 1917 ungeschoren ins zaristische Rußland. Griffin zitiert wörtlich aus der oben angegebenen New Yorker Zeitung vom 3. Februar 1949, in der es hieß: «Jacobs Enkel John Schiff schätzt heute, daß sein Großvater ungefähr 20 Millionen Dollar für den endgültigen Triumph des Bolschewismus in Rußland aufwandte.» (Griffin 1986, S. 66) Aufgrund von Rakowskijs Angaben muß man wohl davon ausgehen, daß die anderen von ihm genannten Banken noch über die 20‑Millionen‑Summe hinaus an der Finanzierung der Oktoberrevolution von 1917 beteiligt waren. Daß Jacob Schiff zu Beginn des 20. Jahrhunderts der haupte Mann der Rothschilds in Amerika war, wurde weiter oben bereits erwähnt.

Werden noch weitere Beweise gewünscht? Nun, es herrscht kein Mangel daran. «Am 4. September, nachmittags», berichtet Griffin über die Neuauflage der Französischen Revolution in den Jahren 1870/71, «stürmte ein "Volkshaufe" den Sitzungssaal der gesetzgebenden Körperschaft, der Senat löste sich auf und man verkündete die Volksregierung. Die Ziele der Illuminaten waren allerdings erheblich weiter gesteckt. Frankreich sollte dem Bolschewismus ausgeliefert werden, der unter dem Namen Commune nach einigen mißglückten Versuchen vom 19. März bis zum 29. Mai 1871 in Paris mordete und brandschatzte, und nur an den 145 Häusern von Alfred Rothschild ehrfurchtsvoll vorüber ging. Denkmäler französischer Größen wurden mit Sachkenntnis zerstört, Bürger und Geistliche ermordet. Wer mochte aber dem Pöbel beigebracht haben, daß es sich schickt, Häuser reicher Illuminaten bei solcher Gelegenheit zu schonen? Vielleicht können die Mitglieder des Rates der Dreihundert darüber Auskunft erteilen?» (Griffin 1986, S. 248)

Die offenbar sorgfältig instruierte revolutionäre Meute von 1871 wandelte getreu in den Fußstapfen ihres offiziellen geistigen Stammvaters Marx. Zu diesem Thema müssen wir noch einmal dem Top‑Illuminaten Rakowskij das Wort erteilen. Er verweist den verwirrten Kuzmin auf die Tatsache, daß Marx in seiner dickleibigen Studie «Das Kapital» zwar das Unternehmertum schärfstens als die Ausbeuterklasse geißelt, die Hochfinanz jedoch paradoxerweise völlig ausklammert. «Erinnern Sie sich an die Mäßigung von Marx und seine bürgerliche Bravheit, wenn er die Währungsfrage darstellt. Im Gelde erscheinen seine berühmten inneren Widersprüche nicht. Die Finanz, als Einheit in sich, besteht für ihn nicht, und der Handel und Geldumlauf sind für ihn Folge des bösen kapitalistischen Produktionssystems, dem sie völlig untergeordnet und von dem sie bestimmt sind. In der Geldfrage erscheint Marx als Reaktionär, und das war er, zur größten Überraschung, obwohl er jenen fünfzackigen Stern ‑ gleich dem Sowjetstern ‑ vor Augen hatte, der ganz Europa mit seinem Glanz erfüllte: die fünf Brüder Rothschild mit ihren Banken, die Herren über die größte Akkumulation des Kapitals, die die Welt bisher gesehen hatte. An dieser ungeheueren Tatsache, die die Einbildungskraft jener Zeit blendete, geht Marx unbemerkt vorüber. Das ist doch sonderbar ‑ nicht? Vielleicht ergibt sich aus dieser besonderen Blindheit von Marx ein gemeinsames Phänomen in den Revolutionen der letzten Zeit. Wir alle können beweisen, daß, wenn die Massen sich einer Stadt oder Nation bemächtigen, sie immer eine fast abergläubische Furcht vor Banken und Bankiers zeigen. Sie haben Könige, Generale, Bischöfe, Polizisten und andere Vertreter der gehaßten Vorrechte umgebracht, haben Kirchen, Paläste und sogar Stätten der Wissenschaft geplündert und in Brand gesetzt, aber als wirtschaftlich‑soziale Revolutionäre haben sie das Leben der Bankiers respektiert und die prächtigen Bankgebäude unverletzt gelassen. Nach meinen Aufzeichnungen bis zu meiner Verhaftung wiederholt sich heute das Gleiche ... »

Auf Kuzmins ungläubige Frage «Wo?» antwortet Rakowskij: «In Spanien. Wissen Sie das nicht?» (Griffin 1980, S. 288f) Auch im von den Kommunisten 1936 entfachten spanischen Bürgerkrieg, der in Wahrheit eine auf unerwartet harten Widerstand gestoßene kommunistische (also illuminierte) Revolution war, wurden viele tausend verhaßte Bürgerliche, darunter zig Bischöfe und mehr als tausend Priester und Ordensleute, bestialisch ermordet, zahllose Kirchen, Klöster und bürgerliche Häuser gesprengt oder niedergebrannt, während man die Hochfinanz und ihre palastartigen Niederlassungen ‑ nach Rakowskijs zynischen Worten «Tempel, die ihre heidnischen Säulenfassaden an jeder Ecke der modernen Städte emporrecken und zu welchen die Menge eilt, besessen von einem Glauben, den nicht einmal die Himmlischen einzuflößen vermögen, um begeistert alle Reichtümer der Gottheit "Geld" darzubringen, von der sie meinen, sie throne im Stahlschrank der Bankiers, ihrer göttlichen Aufgabe hingegeben, sich bis ins Unendliche zu vermehren» (ebd. S. 292) ‑ völlig unangetastet ließ!

Vom offiziellen Gründer und bis heute Dauermitglied der Trilateralen Kommission wie auch der Bilderberger‑Gruppe, dem Rockefeller‑Vertrauten und «Sicherheitsberater» (will sagen der Grauen Eminenz) der Carter‑Regierung Zbigniew Brzezinski kennt man einige äußerst erhellende Aussprüche. Als «Bibel der Trilateralen» wird ‑ nach Griffin (1986, S. 221) ‑ das allerdings schon 1970 erschienene Buch Brzezinskis «Between two Ages ‑ Zwischen zwei Zeitaltern» betrachtet. In diesem Buch erklärt sein Verfasser das Christentum und die Religion überhaupt für endgültig überholt und behauptet, daß der Marxismus «eine weitere entscheidende und kreative Phase der Ausreifung des menschlichen Universalbildes darstellt. Gleichzeitig bedeutet der Marxismus einen Sieg des äußeren aktiven Menschen über den inneren, passiven Menschen und einen Sieg des Denkens über den Glauben ... »Außerdem stellt Brzezinski die These auf, daß «der Marxismus ... ein einmaliges intellektuelles Instrument war, um die grundlegenden Kräfte unserer Zeit zu verstehen und zu harmonisieren; er hat die Fahne der Internationalen aufgezogen». Schließlich bekräftigt Brzezinski im Hinblick auf die west‑östlichen ideologisch‑militärischen Spannungen, daß «das letztendliche Ergebnis des Wettkampfes, aufgrund der historischen Überlegenheit des kommunistischen Systems, schon im vorhinein feststeht» (zit. n. Griffin 1986, S. 222). Als Illuminat muß er die «Vorzüge» des Sowjetsystems ja bestens kennen.

Im amerikanischen Magazin «Time» behauptete derselbe Brzezinski einmal: «Antikommunisten können sich als größere Gefahr entpuppen als die Kommunisten.» (Blackwood 1986, S. 367) Vom Standpunkt eines Illuminaten aus trifft das den Nagel auf den Kopf! Als Präsident Jimmy Carters (der übrigens auch im CFR und in der Trilateralen saß, bevor er zum «mächtigsten Mann der westlichen Welt» ‑ wie Zyniker und Simpel zu sagen pflegen ‑ wurde) Sicherheitsberater hat Brzezinski einmal bezüglich der osteuropäischen Satellitenstaaten erklärt: "Die fraglichen Länder (vor allem Polen) zur Abkoppelung von der UdSSR zu ermutigen würde nicht der Sache des Friedens dienen." (Zit. n. Camman 1985, S. 6) Man darf ihm getrost abnehmen, daß er das bitterernst meinte.

Daß die vordergründig mit dem Großuntemehmertum und den Großkapitalisten im (Klassen)Kampf liegenden englischen Sozialisten seit 1929 eine eigene Loge besitzen, die selbstverständlich der («kapitalistischen») Londoner Mutter‑Großloge unterstellt ist, haben wir bereits erfahren. Aber nicht bloß in England sondern auf der ganzen Welt stecken Sozialisten und Kommunisten auf geheimer Logenebene mit den öffentlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit angefeindeten kapitalistischen Ausbeutern, die ja in den Logen fast vollzählig versammelt sind, unter einer Decke ‑ als getreue Erfüllungsgehilfen ihrer angeblichen Klassenfeinde. «Ich weiß nicht», sagt Rakowski, «ob Sie die sonderbare Ähnlichkeit von Internationaler Finanz und Internationalem Proletariat bemerkt haben. Man könnte sagen, daß das eine ein Spiegelbild des anderen ist, und wenn es ein Spiegelbild ist, dann ist es das Proletariat, denn es ist moderner als die Finanz. ... Objektiv gesehen sind sie identisch. Ja, wie ich gezeigt habe, ist es die Komintern, unterstützt von den Reformisten und dem ganzen Gewerkschaftswesen, die die Anarchie der Produktion (sc. durch immer wiederholte Streiks, wie Rakowski schon vorher erkärt hat!), die Inflation, das Elend und die Verzweiflung der Massen hervorruft, und die Internationale Finanz, bewußt oder unbewußt von der Privatfinanz unterstützt, schafft die gleichen Bedingungen, nur vervielfacht.» (Griffin 1980, S. 289)

Außerdem verweist Rakowski auf eine seltsame Übereinstimmung des Datums: «Sehen Sie selbst! Erinnern Sie sich jenes Morgens des 24. Oktobers 1929. Es wird eine Zeit kommen, da er für die Geschichte der Revolution ein wichtigerer Tag sein wird als der 24. Oktober 1917 ... Dieser 24te ist der Tag des Kraches an der Börse von New York, der Beginn der sogenannten Depression, der wirklichen Revolution. Die vier Jahre unter Hoover (sc. Herbert Hoover, damals US‑Präsident und als CFR‑Mitglied williges Werkzeug der Hochfinanz) sind der Vormarsch der Revolution ‑ zwölf bis fünfzehn Millionen Arbeitslose! Im Februar 1933 ist der letzte Schlag der Krise mit der Schließung der Banken. Mehr konnte die Finanz nicht tun, um den klassischen Amerikaner, der noch verschanzt im Reduit (sc. Zufluchtsort) seiner Industrie saß, auf den Kopf zu schlagen und ihn wirtschaftlich der Wallstreet (sc. also der New Yorker Börse) zu versklaven ... Es ist bekannt, daß jede Verarmung der Wirtschaft ein Blühen des Parasitentums bedeutet ‑ und die Finanz ist der große Parasit.» (Griffin 1980, S. 320) ...

Quelle: Johannes Rothkranz, "Die kommende 'Diktatur der Humanität' oder Die Herrschaft des Antichristen", Band 1: Die geplante Weltdemokratie in der "City of Man", Durach 1993, ISBN 3-929170-09-4 (sehr empfehlenswert!)

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1) Das Rakowski Protokoll

Über die Vernehmung des Sowjet­botschafters Kristjan Jurjewitsch Rakowskij durch den Beamten der GPU Gabriel G. Kuzmin am 26. Januar 1938 in Moskau:

Kuzmin, i.F.: Kuz.): Wie wir in der Ljubjanka übereinkamen, habe ich mich darum bemüht, für Sie eine letzte Chance zu erwirken; Ihre Anwesenheit hier beweist, daß ich dies erreicht habe. Wollen sehen, ob Sie uns täuschen werden.

Rakowskij, i.F.: Rak.): Ich wünsche und hoffe, daß nicht.

Kuz.: Aber vorher einen Rat von Mann zu Mann: Hier handelt es sich jetzt um die reine Wahrheit. Nicht um die "Prozeß‑Wahrheit", wie sie im Prozeß im Licht der Geständnisse der anderen Angeklagten erscheinen muß und sich, wie Sie wissen, völlig der politischen Notwendigkeit, der "Staatsraison", wie man im Westen sagt, unterzuordnen hat. Die Notwendigkeiten der internationalen Politik lassen uns die ganze Wahrheit, die "wahre Wahrheit", geheimhalten. Ganz gleich, wie der Prozeß verläuft, die Völker und Menschen werden das erfahren, was sie erfahren sollen ‑ einer aber muß alles wissen: Stalin. Ihre Worte hier, seien sie wie sie wollen, können Ihre Lage nicht verschlimmern. Diese läßt ohnehin, wie Sie wissen, keine Verschlimmerung zu. Sie können sich nur zu Ihren Gunsten auswirken. Sie können Ihr in diesem Augenblick schon verlorenes Leben zurückgewinnen. So ‑ nun wollen wir sehen: ihr alle werdet also bekennen, daß ihr Spione Hitlers im Solde der Gestapo und des 0.K.W. seid, nicht wahr?

Rak.: Ja!

Kuz.: Und ihr seid Spione Hitlers?

Rak.: Ja!

Kuz.: Nein, Rakowskij, nein! Sagen Sie die Wahrheit, nicht die Prozeßwahrheit !

Rak.: Wir sind keine Spione Hitlers, wir hassen Hitler so, wie Sie ihn hassen, so wie Stalin ihn hassen kann, vielleicht noch mehr. Aber die Sache ist sehr kompliziert.

Kuz.: Ich werde Ihnen helfen. Vielleicht weiß ich auch etwas. Ihr Trotzkisten habt Kontakt mit dem Deutschen Generalstab aufgenommen, nicht war?

Rak.: Ja!

Kuz.: Seit wann?

Rak.: Das genaue Datum weiß ich nicht, aber bald nach dem Sturz Trotzkijs, lange bevor Hitler an die Macht kam.

Kuz.: Dann sind Sie also nicht Spione von Hitler persönlich oder von seinem Regime?

Rak.: Richtig. Wir waren es schon vorher.

Kuz.: Und mit welcher Absicht? Etwa um ihm einen Sieg und einige russische Gebiete für Deutschland zu schenken?

Rak.: Nein, keinesfalls.

Kuz.: Dann also als gemeine Spione, für Geld?

Rak.: Für Geld? Wir haben keine Mark von Deutschland bekommen. Hitler hat nicht entfernt genug Geld, um beispielsweise einen Volkskommissar für innere Angelegenheiten der Sowjetunion zu kaufen, hat doch dieser zu seiner freien Verfügung ein Budget, das größer ist als die Vermögen der Ford, Morgan und Vanderbilt zusammen, ohne auch nur darüber Rechenschaft geben zu müssen.

Kuz.: Also ‑ aus welchem Grunde dann?

Rak.: Darf ich ganz frei sprechen?

Kuz.: Ich bitte Sie darum, dazu habe ich Sie ja aufgefordert.

Rak.: Hatte nicht auch Lenin einen höheren Grund, die Hilfe Deutschlands anzunehmen, damit er nach Rußland gelangen konnte? Muß man die Verleumdungen gelten lassen, die dann gegen ihn geschleudert wurden? Nannte man nicht auch ihn einen Spion des Kaisers? Seine Verbindung zum Kaiser und das deutsche Eingreifen, damit die Bolschewisten als Anstifter der Niederlage nach Rußland gelangten sind doch offensichtlich.

Kuz.: Ob das richtig oder falsch ist, gehört nicht zur Sache.

Rak.: Nein, erlauben Sie mir, dies abzuschließen. Steht nicht fest, daß Lenins Handlungsweise dem deutschen Staate zu gute kam? Gestatten Sie: Hier ist der Friede von Brest‑Litowsk, in dem gewaltige Gebiete der Sowjet­-Union an Deutschland abgetreten wurden. Wer hat das Herbeiführen der Niederlage als bolschewistische Waffe schon 1913 proklamiert? Lenin, ‑ ich weiß die Worte seinen Briefes an Gorkij auswendig: "Der Krieg zwischen Österreich und Rußland würde für die Revolution sehr nützlich sein, aber es ist nicht sehr wahrscheinlich, daß Franz Josef und Nikita uns diese Gelegenheit bieten." Sie sehen: Wir, die sogenannten Trotzkisten, die die Herbeiführung der Niederlage im Jahre 1905 erfanden, zu welcher Methode sich dann Lenin 1913 bekennt, wir verfolgen jetzt noch diese Taktik, die Taktik Lenins ...

Kuz.: Mit dem kleinen Unterschied, Rakowskij, daß heute in der Sowjetunion der Sozialismus und nicht ein Zar herrscht.

Rak.: Glauben Sie an das Bestehen des Sozialismus in der Sowjetunion?

Kuz.: Ist denn die Sowjetunion nicht sozialistisch?

Rak.: Für mich nur dem Namen nach. Hier liegt der wahre Grund der Opposition. Gestehen Sie mir zu ‑ und der reinen Logik nach müssen Sie es mir zugestehen ‑, daß wir theoretisch, der Vernunft nach, das gleiche Recht haben, "Nein" zu sagen, wie Stalin es hat "Ja" zu sagen? Und wenn der Sieg des Kommunismus es rechtfertigt, daß man die Niederlage herbeiführe, so hat, wer den Kommunismus durch Stalins Bonapartismus für verraten und verkauft hält, ebensoviel Recht, die Niederlage herbeizuführen, wie Lenin es hatte.

Kuz.: Ich glaube, Rakowskij, daß Ihr großer Stil als Dialektiker Sie zum Theoretisieren verleitet. In der Öffentlichkeit würde ich Ihnen widersprechen, das ist klar; gut, ich erkenne Ihr Argument an, das einzig mögliche in Ihrer Lage, obwohl ich glaube, ich könnte Ihnen beweisen, daß es nur ein Sophisma ist. Doch das zu anderer Zeit, wir werden noch eine Gelegenheit haben, und ich hoffe, daß Sie mir die Revanche gestatten werden. Im Augenblick nur soviel: wenn Ihr Herbeiführen der Niederlage und die Niederlage der Sowjetunion selbst nur den Zweck hat, den Sozialismus, den wirklichen Sozialismus, also nach Ihnen den Trotzkismus, durchzusetzen, so ist in dem Augenblick eine solche Niederlage ziel‑ und zwecklos, wo doch alle Ihre Führer und Kadres so konsequent liquidieren würden, wie wir es getan haben. Die Niederlage würde nur die Thronerhebung eines "Führers" oder eines faschistischen Zaren zur Folge haben, nicht war?

Rak.: In der Tat, Ihr Schluß ist richtig.

Kuz.: Nun, wie ich glaube, beweist das deutlich, daß wir schon viel erreicht haben. Ich, der Stalinist, und Sie, der Trotzkist, haben das Unmögliche möglich gemacht und sind zu einem Punkt gelangt, in dem wir übereinstimmen. Wir stimmen darin überein, daß heute die Sowjetunion nicht besiegt werden darf.

Rak.: Ich bekenne, daß ich nicht geglaubt hatte, mich so einem intelligenten Manne gegenüber zu sehen. In der Tat, für jetzt und noch für viele Jahre dürfen wir die Niederlage der Sowjetunion weder wünschen noch herbeiführen, denn heute ‑ soviel ist sicher ‑ wären wir gar nicht in der Lage, sie für eine Machtergreifung auszunutzen. Wir Kommunisten hätten keinen Vorteil davon. So ist die Lage wirklich, ich stimme darin mit Ihnen überein. Die Zerstörung des stalinistischen Staates kann uns heute nicht bewegen. Ich sage das, indem ich noch einmal betone, daß dieser Staat am allermeisten antikommunistisch ist. Sie sehen, ich bin offen.

Kuz.: Ich erkenne es, und das ist auch der einzige Weg, damit wir uns verstehen. Ich bitte Sie jedoch noch um eine Erklärung für etwas, was ich als einen Widerspruch in sich empfinde: Wenn für Sie der sowjetische Staat der am meisten antikommunistische ist ‑ warum wünschen Sie heute nicht seine Zerstörung? Ein anderer wäre doch weniger antikommunistisch, also ein geringeres Hindernis, damit Sie Ihren reinen Kommunismus einführen könnten ...

Rak.: Nein, das ist eine allzu vereinfachte Deduktion. Auch wenn Stalins Bonapartismus dem Kommunismus so entgegengesetzt ist wie Napoleon der Revolution, ist es augenfällig, daß die Sowjetunion doch weiter eine kommunistische Lehre und Form hat; sie hat einen formalen, keinen realen Kommunismus. Und wie das Verschwinden Trotzkijs es Stalin erlaubte, automatisch den realen in den formalen Kommunismus zu verwandeln, so wird das Verschwinden Stalins uns erlauben, seinen formalen in einen realen Kommunismus zu verwandeln. Eine Stunde würde uns genügen. Haben Sie mich verstanden?

Kuz.: Ja, natürlich. Sie haben uns eine klassische Wahrheit gesagt, nämlich daß niemand zerstört, was er zu erben wünscht. Nun gut, das alles ist ein sophistisches Gespinst. Es gründet sich auf eine Annahme, die von den Tatsachen widerlegt wird, nämlich auf Stalins Antikommunismus. Gibt es Privateigentum in der Sowjetunion? Gibt es persönlichen Mehrwert? Gibt es Klassen? Ich will nicht mehr Tatsachen anführen ‑ wozu auch?

Rak.: Ich habe Ihnen das Bestehen eines Formalkommunismus ja zugestanden. Alles, was Sie anführen, sind hohle Formen.

Kuz.: So? Und zu welchem Zweck? Etwa aus bloßer Laune?

Rak.: Nein, es ist eine Notwendigkeit! Es ist nicht möglich, die materialistische Entwicklung der Geschichte aufzuhalten, um so weniger, je mehr man sie zu bremsen wünscht. Und mit welchen Kosten! Auf Kosten dessen, daß man sie in der Theorie annehmen muß, um sie in der Praxis zu hintertreiben. So unbesiegbar ist die Kraft, die die Menschheit zum Kommunismus drängt, daß nur sie es vermag, gegen sich selbst gekehrt, die Schnelligkeit der Entwicklung, genauer gesagt das Fortschreiten der permanenten Revolution, aufzuhalten.

Kuz.: Ein Fall?

Rak.: Hitler. Das ist der offensichtlichste Fall. Er benötigte den Sozialismus, um den Sozialismus zu besiegen. Daher sein antisozialistischer Sozialismus ‑ das nämlich ist der Nationalsozialismus. Stalin braucht einen Kommunismus, um den Kommunismus zu besiegen. Daher sein antikommunistischer Kommunismus, denn das ist sein Nationalkommunismus. Die Parallele fällt in die Augen. Aber trotz des Antisozialismus' Hitlers und des Antikommunismus' Stalins, schaffen beide, gegen ihren Willen, doch Sozialismus und Kommunismus und viel mehr. Ob sie wollen oder nicht, ob sie es wissen oder nicht, bauen sie einen formalen Sozialismus und einen formalen Kommunismus, den wir, die Erben von Marx, schicksalhaft erben müssen.

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