Sonntag, 10. März 2013

Der jüdische Messianismus auf der Straße: Die 68er Bewegung

Der Sinn der Ereignisse im Mai 1968 ist ohne eine Kenntnis der politisch-religiösen Dimension des Judaismus unmöglich zu verstehen,  denn jüdische Intellektuelle und Aktivisten haben dabei eine Schlüsselrolle gespielt. 2008 hat das zionistische Monatsmagazin Israel Magazine einen sehr eloquenten Artikel aus der Feder einer gewissen Noémie Grynberg publiziert, indem sich auch eine Liste mit den „maßgeblichen jüdischen Führern des Mai 68“ befindet. Zweifelsohne hätte diese Liste vor ein paar Jahren noch einem armen Goi, der solch eine Veröffentlichung gewagt hätte, einen Strafprozess eingebracht. Glücklicherweise ist nun jedoch eine Bresche in die die Mauer der Zensur geschlagen worden, und das Wort gewinnt zunehmend an Freiheit.
Cohn-Bendit (1968)
Hier zunächst, was zehn Jahre zuvor Yaïr Auron, ein israelischer Historiker in einem Les Juifs d’extrême gauche en mai 1968 betitelten Buch zum dreißigsten Jahrestag des „Ereignisses“ schrieb: „Von den „vier Großen“ des Mai 68, Daniel Cohn-Bendit, Alain Krivine, Alain Geismar, Jacques Sauvageot, sind die ersten drei Juden.“ Das Gleiche sagt uns Cohn-Bendit in seiner Autobiographie Der große Bazar: „Die Juden stellten eine nicht zu vernachlässigende Mehrheit, wenn nicht gar die große Mehrheit, der Aktivisten.“
1988, weitere zehn Jahre früher, hatte die Tageszeitung Le Monde am 12. Juli bereits einen Artikel über die Rolle der Juden im Mai 6veröffentlicht: „War die Bewegung des Mai 68 eine ‚jüdische Revolution‘?“ Der Artikel bezog sich seinerseits auf ein dem Thema gewidmetes Kolloquium der Zeitschrift [communautaire] Passages vom 07. Juli. In Nr. 8 dieser Zeitschrift schrieb Benoît Rayski: „Im Mai 68 gab es massive jüdische Kohorten, die alle […] in den Parteien, Bewegungen und Gruppen engagiert waren, die die Speerspitze dieses Aufstands bildeten. […] Ihnen kam dort ein Gewicht zu, welches in keiner Proportion mit der Anzahl der Juden in Frankreich steht. […] Alle, oder fast alle, kamen aus einer genau definierbaren Region: Zentral- oder Osteuropa. Fast alle kamen aus Familien, die sich den revolutionären Ideologien des 20. Jahrhunderts verschrieben haben: Bolschewismus, Kommunismus, Trotzkismus, Freimaurerei, Anarchismus […]. Rote Märtyrer, Kominternjuden, unermüdliche Geschäftsreisende der Weltrevolution, die jüdischen Anführer der internationalen Brigaden, die jungen Aufständischen des Warschauer Ghettos etc. waren dort durcheinandergewürfelt.
Hinter dieser jüdischen Impulsgeberschaft steht ein spezifisch jüdischer Messianismus. Bekanntermaßen warten die Juden auf ihren Messias, und sie kämpfen beständig dafür, sein Kommen vorzubereiten. Ihren eigenen Worten zufolge besteht ihr Projekt, ihre „Mission“ darin, auf Erden einen absoluten und definitiven „Frieden“ einzuleiten. Alle Konflikte müssen verschwinden: zwischen Nationen, zwischen Religionen, und zwischen sozialen Klassen. Um diesem Ziel näherzukommen, arbeiten die Juden überall, wo sie sich befinden, ohne Unterlass daran, die nationalen Identitäten und die Aristokratien zu zerstören. Wenn alle Nationen abgeschafft sind und nur noch Juden auf dieser Erde übrigbleiben, dann wird mit Sicherheit ihr Messias kommen!
“Arbeiter und Studenten – vereinigt werden wir siegen”
Der Judeobolschewismus
Offensichtlich beginnt die Neigung zahlreicher Juden, sich in Revolutionsbewegungen hervorzutun, nicht erst im Mai 68. Bereits 1917 – um nicht noch weiter zurückschreiten zu müsen – konnte man sie in Russland am Werk betrachten, wo sie fieberhaft daran arbeiteten, gestützt auf soziale und wirtschaftliche Theorien die traditionelle christliche Gesellschaft zu zerstören. Noémie Grynberg schreibt diesbezüglich: „Der jüdische Anteil an den Revolutionsbewegungen, 1917 ebenso wie 1968, ist bedeutend. […] Mai 68 beruft sich auf die beiden großen Theoretiker der revolutionären Linken: Marx und Trotzki. Beide waren selbst Juden und versuchten, durch den Kommunismus zu einer Antwort auf die jüdische Frage [d.h. die jüdische Neurose] zu gelangen.“
Während der gesamten ersten dreißig Jahre des bolschewistischen Systems spielten die jüdischen Ideologen, Funktionäre und Folterknechte dementsprechend eine abstoßende Rolle bei den Grausamkeiten, die an den Russen und Ukrainern verübt wurden. Wir werden hier nicht die endlose Liste bolschewistischer Krimineller aufrollen. Alexander Solschenizyn hat diesbezüglich eine erdrückende Bilanz im zweiten Band seines 2003 erschienen Buches „Zweihundert Jahre zusammen“ geliefert. Solschenizyns Werk ist übrigens das erste in dieser Hinsicht, das im großen Maßstab vermarktet wurde.
Der Trotzkismus
Der Trotzkismus ist ebenfalls stark durch das Wirken jüdischer, in diesem Fall vornehmlich aus Mitteleuropa stammender Aktivisten geprägt. In Les Trotskistes (Fayard, 2002) belegt Christophe Nick, dass es sich bei den zentralen Führungspersönlichkeiten dieser Bewegung um askenasische Juden handelt:
Pierre Frank, der Gründer des Parti communiste internationaliste ist Doyen der pablistischen Strömung, aus der dieLigue Communiste révolutionnaire hervorging. „Er wurde 1905 in Paris geboren, nachdem seine Eltern kurz zuvor aus Vilna in Litauen eingewandert waren.“
Barta [anscheinend bewusst ohne Vornamen gefürt] gründete 1947 die Union communiste internationaliste. Er wurde 1914 in Buhusi, Rumänien, als David Korner geboren und entstammte einer Familie jüdischer Krämer. Zu seiner Strategie gehörte es, im Schatten zu bleiben: Die Gründerfigur der Strömung aus der Lutte Ouvrière hervorgehen sollte, gewährte nur ein einziges Interview in seinem Leben – einem Mitglied von LO, für dessen akademische Abschlussarbeit.
Ein weiterer Doyen des französischen Trotzkismus ist Pierre Lambert, der Gründer der dritten großen trotzkistischen Organisation in Frankreich, dessen tatsächlicher Name Pierre Boussel lautet. Er wurde 1920 in Paris in eine gerade eingewanderte Familie russischer Juden geboren.
Der frühere Führer der Ligue Communiste révolutionnaire, Alain Krivine, entstammt einer jüdischen Familie, die Ende des 19. Jahrhunderts aus Russland einwanderte.
Henri Weber, der heutzutage für die Sozialisten im Senat sitzt und der neben Alain Krivine zu den Gründern der Ligue Communiste gehört, stammt aus Mitteleuropa: „1938, am Vorabend des Krieges, lebten seine Eltern, jüdische Uhrmacher, in Cznanow, Oberschlesien.“
Maurice und Charly Najman, „die beiden wichtigsten trotzkistischen Führer der Studenten und Gymnasiasten in den Jahren von 1968 bis 1978“, genauso wie Robi Morder, „ein weiterer Gymnasiastenführer der 1970er“, kommen ebenfalls aus Mitteleuropa. Gleiches gilt für Michel Rodinson, den Sohn Maxims, dem Herausgeber der Parteizeitschrift von Lutte Ouvrière.
Am 08. Oktober 1998 enthüllte L’Express die wahre Identität des Mentors der Lutte-Ouvrière-Heroine Arlette Laguiller: Der genauso berühmte wie mysteriöse Hardy heißt in Wirklichkeit Robert Barcia; er wurde 1928 in Paris geboren und absolvierte seine ersten Waffengänge an der Seite Bartas.
Der israelische Historiker Yaïr Auron nennt auch noch Marc Kravetz, der „ebenfalls im Mai 68 eine wichtige Rolle spielte, und der ebenfalls Jude ist.“
Die Trotzkisten im Mai 68
Im Rahmen der Ereignisse im Mai 68 erlebte der Trotzkismus seine größten Ruhmesstunden. Am 19. Mai versammelten sich die Führer der drei wichtigsten trotzkistischen Organisationen, um über ein dauerhaftes Komitee zur Koordinierung zu beratschlagen und zur Vereinigung aufzurufen. Barcia von der UCI traf bei dieser Gelegenheit „Pierre Frank und Michel Lequenne vom PCI, Alain Krivine und Daniel Bensaïd von der JCR [Jeunesse Communiste révolutionnaire]. Zusammen verfassten sie eine feierliche Erklärung“, wie Christophe Nick schreibt. Zugerechnet Alain Geismar, den Anführer der Maoisten, und Daniel Cohn-Bendit, der die Anarchisten repräsentierte, kann man sagen, dass die Revolte des Mai 1968 fest in der Hand der Juden war.
Laut Nick ist der Filmemacher Romain Goupil von der Ligue communiste révolutionnaire „vom Hass derer besessen, denen das Warschauer Ghetto zur Obsession geworden ist. Ein Hass, der ihn dazu drängt, seine Haut zu riskieren, auch noch in den 90er Jahren in Sarajewo, wo er sich für einen kleinen Fernsehfilm im Stile von ‚Sniper Allee‘ den serbischen Scharfschützen freiwillig als Zielscheibe darbietet und, die Geschwindigkeit überschreitend, tausende Male „Sarajewo- Sarajewo- Sarajewo- Sarajewo…“ in sein Megafon schreit“ (C. Nick, S. 73). Nach 1968 vertrauten die drei Anführer derLigue – Alain Krivine, Daniel Bensaïd et Henri Weber – ihm die Jugendbewegung an.
Man könnte noch den „Belgier“ Ernest Mandel, der Sekretär der Vierten Internationalen und Wirtschaftsberater Castros in Kuba war, oder Boris Fraenkel (Freitod 2007), den französischen Übersetzer des Theoretikers Wilhelm Reich (vgl. Les Espérances planétariennes) anführen.
Verantwortlich für den Sicherheitsdienst der Jeunesse communiste révolutionnaire war 1968 Pierre Shapira. Jean-Luc Benhammias, späteres Mitglied des Conseil économique et social [‚Wirtschafts- und Sozialrat‘] und ehemaliger Nationalsekretär der Verts [der Grünen] erinnert sich dieser Schuljahre mit großem Glück; genauso wie der Philosoph – eine Niete! – André Glucksmann, der seinerseits die Jeunesse communiste révolutionnaire verließ, um sich den Maoisten der Gauche prolétarienne anzuschließen.
Der Schabbesgoi
In den 70er Jahren wurden Persönlichkeiten wie Gérard Karstein bekannt, der sich 1973 an die Spitze der Gymnasiasten- und Studentenbewegung setzte. Die Ligue communiste war damals die unangefochtene Einpeitscherin der Bewegung, und ihr studentisches Gesicht war zu dieser Zeit Michel Field, der später Fernsehmoderator wurde. Gérard Karstein gehörte ebenfalls zu den Initiatoren der Soldatenkomitees in den 70er Jahren.
„Diese Beispiele ließen sich ins Unendliche fortsetzen“, schreibt Christophe Nick. „Ein Witz, der in den 70ern in der LCR umging, gibt die Situation treffend wieder: Warum wird im Politbüro der Ligue communiste nicht Jiddisch gesprochen? Weil Bensaïd sephardisch ist!“ Tatsächlich verstand Daniel Bensaïd, der aus Nordafrika kam, nicht das Jiddisch der anderen trotzkistischen Anführer, die alle askenasisch waren.
Nicks Angaben werden von Yaïr Auron bestätigt: „Anfänglich bestanden die zwölf Mitglieder des Politbüros der Ligueneben Bensaïd aus zehn osteuropäischen Juden und einem einzigen Nichtjuden.“
Niemand spricht hier vom Schabbesgoi, d.h. dem ‘Dienstgoi’, der die Aufgabe hat, den Juden am Sabbat die Tür zu öffnen und auf die Knöpfe zu drücken.
Bei den Maoisten sah es genauso aus: An der Spitze der Gauche prolétarienne standen Alain Geismar, der infolge Generalinspektor des französischen Schulsystems wurde, und Benny Lévy (alias Pierre Victor), der vor seiner Auswanderung […] nach Israel Privatsekretär Jean-Paul Sartres war. Mittlerweile ist er Rabbi und lehrt an einer Yeshiva (jüdische Schule) in Jerusalem. Wie Yaïr Auron schreibt, „befanden sich in den 70er Jahren in der Führungsebene der Studentenorganisation des parti communiste français ebenfalls zahlreiche Juden.“ Man denke beispielsweise an Pierre Zarka, der später Chefredakteur der Zeitschrift L’Humanité wurde.
Der Kommunismus: ein unentbehrliches Werkzeug, um die Opposition zu lenken
Die meisten Europäer haben nie etwas von dieser Verbindung zwischen Judentum und Kommunismus gehört. Dies hängt natürlich damit zusammen, dass in allen demokratischen Gesellschaften das Finanzwesen und die Medien überwiegend in den Händen von Leuten sind, die nicht das geringste Interesse daran haben, dass die Rolle ihrer Artgenossen bei den 1917 bis 1947 in Russland begangenen Abscheulichkeiten ans Licht kommen.
Stattdessen hören wir nur vom schwachen und unschuldigen Juden, der immer ein grundlos verfolgter Sündenbock ist. Und es funktioniert! Auf diese Art und Weise kann man 30 Millionen Tote unter den Teppich kehren.
Währenddessen hat die kommunistische Ideologie weitaus sichtbarere Spuren im Westen hinterlassen. Nach einem Jahrhundert der Kämpfe muss man feststellen, dass das greifbare Ergebnis des lokalen Kommunismus in Frankreich aus Städten und Gemeinden besteht, die in erstaunlicher Eintracht mit der Großindustrie zu Dritte-Welt-Orten verwandelt wurden. Obwohl der Marxismus im 19. Jahrhundert zunächst den Schutz der Arbeiterklasse auf seine Fahnen schrieb, zeigt sich seit dem Ende des 20. Jahrhunderts deutlich die Bedeutung des ihm eingeschriebenen Universalismus mit seinem Projekt der Weltgesellschaft, des Weltstaates, der Weltregierung. Dies ist übrigens exakt das von der internationalen Finanz verfolgte Projekt. Daran ist wirklich nichts Erstaunliches, wenn man erkennt, dass es sich dabei um dieselbe Gruppe handelt, die sich hinter ideologischen Nebelkerzen versteckt und uns eine strahlende Zukunft in einer Welt des „Friedens“ verspricht.
Die Sowjetunion ist zusammengestürzt, und die kommunistische Idee kann nun wieder ganz im Einklang mit ihren Prinzipien ihre richtige Rolle spielen: Sie geriert sich als Treibriemen der Demokratie, sie hat ihren Platz im Inneren der liberalen Demokratie selbst, und letztendlich ist nur sie in der Lage, uns den Weg zur Weltgesellschaft zu bahnen. In Wahrheit ist der Kommunismus nur als aktive Opposition wirklich effektiv. In der Opposition kann er die besten Dienste leisten, da er erlaubt, die Gegner des liberalen Systems auf die planetarische Perspektive einzuschwören. Er ist gewissermaßen das Sicherheitsventil eines der Hoffnung entbehrenden liberalen Systems, welches aufgrund seines Mangels an Transzendenz und seiner rein materialistischen Ausrichtung unausweichlich radikale Gegner produziert. Diese werden dann vom kommunistischen Ideal eingefangen und in der Globalisierungsbrühe konserviert. Ohne ihn würden die Gegner der bürgerlichen Demokratie und der Konsumgesellschaft sich unweigerlich den identitären und völkischen Bewegungen zuwenden, was das kosmopolitische System um jeden Preis zu vermeiden sucht. Das Szenario, welches sich vor unseren Augen entwickelt, ist also genau jenes, das George Orwell in seinem berühmten Roman 1984imaginiert hatte und in dem der Anführer der Untergrundopposition, der berüchtigte und unfassbare Goldstein, am Ende nichts als ein weiterer Agent des Systems ist, dessen Mission in der Kanalisierung der Opposition besteht. Der Kommunismus hat also die Rolle wieder erhalten, die er niemals hätte aufgeben dürfen, nämlich die einer mobilisierenden Utopie, die sich im Innern der Demokratie eingenistet hat. Der Sowjetkommunismus ist tot – vielleicht wurde er sogar gemeuchelt. Aber das kommunistische Ideal wird sorgsam gehätschelt, am Busen der liberalen Demokratie gewärmt und in ihre Institutionen eingebunden. So funktioniert die planetarische Spirale: mit einem System auf der einen Seite und einer falschen Opposition zu diesem System auf der anderen. Diese beiden Kräfte sind vollkommen komplementär und einander unentbehrlich.
Quelle:

Alternative Medien

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