Mittwoch, 8. August 2012

Dschihad in Syrien – angezettelt von den USA


Der US-Blogger  Daniel McAdams hält die Syrien-Politik der USA für schizophren, und
fragt, warum im Westen nicht darüber berichtet wird, dass die syrischen Rebellen vor allem Christen verfolgen?

Von Daniel McAdams
The LRC Blog, 29.07.12

Jeder, der in den letzten Monaten die Politik der USA im Mittleren Osten verfolgt hat, muss
sich fragen, ob Washington verrückt geworden ist. Die von Susan Rice (der US-Botschafterin  bei  den  UNO),  Samantha  Power  (einer  außenpolitischen  Beraterin  Obamas) und Hillary Clinton (der US-Außenministerin) gleich dreifach vermasselte US-Außenpolitik unterstützt in Syrien ganz offen terroristische Angriffe, die, wie mehrere bekannte  deutsche  Mainstream-Medien  aufgeregt  berichtet  haben, nach Erkenntnissen des deutschen Auslandsgeheimdienstes  (BND)  von  Organisationen  durchgeführt  werden,  die  Al-Qaida  nahestehen

Es  ist  verständlich,  wenn sich US-Bürger, die erfahren, dass ihre Regierung in Syrien die gleichen Kräfte aktiv unterstützt, die sie die letzten elf Jahren im nur einige tausend Meilen entfernten Afghanistan heftigst bekämpft hat, verwundert am Kopf kratzen.

Der russische TV-Sender RT bringt das auf die griffige Formel: "Die Freunde der USA in
Syrien und ihre Feinde in Afghanistan sind identisch."
Als letzte Woche Syriens christlicher Verteidigungsminister in typischer Al-Qaida-Manier
durch einen Selbstmordattentäter ermordet wurde, haben sich die USA geweigert, diese
Tat als Terrorakt zu verurteilen. Können Sie sich vorstellen, wie die US-Regierung reagieren würde, wenn der US-Verteidigungsminister und der Sicherheitsberater Obamas durch
einen radikalen islamistischen Selbstmordattentäter umgebracht würden? Würde sie das
auch nicht als Terrorakt bezeichnen?

Über RT, das zu den wenigen Medien gehört, die objektiven Journalismus betreiben und
auch die Hintergründe ausleuchten, verbreitet Autor und Journalist Afshin Rattansi heute
folgende kritische Beobachtung:


"Die  USA  sollten  sich  erinnern:  Letztes  Mal,  als  sie  diese  Dschihadisten bewaffneten  und  mit  Special Forces  unterstützten, kam der 11. September 2001 dabei heraus ... Fällt den USA und den anderen Staaten der NATO nicht auf, dass die internationalen Medien zwar immer über die religiösen Gegensätze zwischen Schiiten und Sunniten, aber nicht über die Verfolgung der Christen berichten. Der durch die Bombe des Selbstmordattentäters getötete  syrische  Verteidigungsminister  war  Christ.  Ich  habe  die  Information,  dass 50.000 Christen aus Homs geflohen sind – vor den Islamisten, die mit Unterstützung der USA und Europas in Syrien wüten."
Wollen die USA zu einem neuen 11. September einladen? Sogar die Verschwörungstheoretiker dürften Schwierigkeiten haben, die Vorgängen in Syrien einzuordnen. (Wir meinen, dass die auch hier als Verschwörungstheoretiker diffamierten Kritiker der offiziellen Story über die Anschläge am 11.09.01 sich durch die US-Unterstützung für die Al-Qaida-Terroristen in Syrien in ihren Zweifeln bestärkt sehen können.) 

Hier können Sie nachlesen, wie der Vatikan den von den USA gestützten Angriff der Freien Syrischen Armee auf Homs, Houla, Damaskus und jetzt Aleppo sieht:
"Der Vatikan hat glaubwürdige Berichte erhalten, dass von Katar finanzierte sunnitische Rebellen Kirchen angegriffen und Christen aus ihren Häusern vertrieben haben.Aus den Berichten, die von führenden Katholiken stammen, geht hervor, dass dieChristen in den von Rebellen gehaltenen Gebieten Syriens am stärksten bedrohtsind. 'Wir sehen ein Bild völliger Verwüstung,' sagte der griechisch-orthodoxe Bischof Philip Tournyol Clos. Nach Aussage des Bischofs, der den Titel Archimandrit führt, wurde Mar Elian, eine Hauptkirche in Syrien, zerstört.Eine weitere Kirche, Unsere Friedensmutter, sei von den Rebellen besetzt worden ...Der Vatikan ist der Meinung, dass einige der sunnitischen Angreifer zur Freien Syrischen Armee / FSA gehören, die von der Türkei aus befehligt wird. Der FSA-Kommandeur Abdul Salam Harba soll auch Christen aus Zentral-Syrien vertrieben haben."
Islamistische Dschihadisten, die von Saudi-Arabien, Katar und – wie wir jetzt wissen – von
einer geheimen Basis in der Türkei aus auch von den USA unterstützt werden, belagern jetzt Aleppo, die größte Stadt Syriens, und deren Bevölkerung beginnt vor dem Terror zu fliehen. US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat heute bereits großspurig verkündet, der Versuch der syrischen Armee, die Stadt wieder von den von Saudi-Arabien unterstützten salafistischen Extremisten zu  befreien, "könnte zum Nagel im Sarg Assads" werden.

Am Freitag erteilte das US-Finanzministerium eine Ausnahmegenehmigung bezüglich der
(über Syrien verhängten) Sanktionen, damit die von dem US-Lobbyisten Brian Sayers geführte, äußerst suspekte Syrian Support Group den bewaffneten syrischen Rebellen logistische und finanzielle Unterstützung leisten kann. Der zweifellos von der US-Regierung (nicht nur finanziell) unterstützte US-Kriegslobbyist Sayers, hat – wie könnte es anders sein – "vorher sechs Jahre für die NATO in Brüssel gearbeitet", ist  also  zweifellos  ein großer "Menschenfreund"! Sayers äußerte: "Die Entscheidung der OFAC (des Office of Foreign Asset Control des US-Finanzministeriums) ist großartig. Sie macht den Weg frei für eine groß angelegte Unterstützung der Freien Syrischen Armee. Das ist eine Public Private Partnership zur Durchsetzung eines Regimewechsels in Syrien."

Der Krieg wird aus dem Hinterhalt geführt, weil es in Syrien keine Unterstützung für den
Sturz des Assad-Regimes gibt. Der Journalist Alex Thomson vom britischen TV-Sender Channel 4, der sicher kein Assad-Anhänger ist, sagt dazu Folgendes
"Ganz sicher läuft das hier nicht wie in Ägypten – es gibt keinen Tahrir-Platz oder riesengroße Proteste gegen das Regime. Es gibt kein wahrnehmbares Zeichen in einigen der großen Städte, zum Beispiel inHoms, Aleppo oder Damaskus, dass sich die Bevölkerung gegen das Regime erheben möchte. Der syrische Staat übe weiterhin die Kontrolle aus – es gibt geheime und uniformierte Polizisten und Soldaten auf allen größeren Straßen und Kreuzungen dieser Städte. Der Polizeistaat ist intakt und funktioniert. Die meisten Menschen scheinen das Regime zu unterstützen oder möchten sich zumindest nicht auf eine offene Konfrontation mit den Sicherheitskräften einlassen, die mit AK-47 bewaffnet sind.Das Regime wird nach wie vor auch in vielen ländlichen Regionen unterstützt."
Weil nach der schizophrenen US-Außenpolitik unter Demokratie fatalerweise nur das verstanden werden darf, "was die USA als Demokratie gelten lassen", zählen die drei Millionen Einwohner Aleppos, die (2011) zur Unterstützung Assads auf die Straße gegangen
waren,  nicht  als  legitime  demokratische  Stimmen:



Das erinnert daran, wie die Sowjets nach dem Zweiten  Weltkrieg  versuchten,  die  bestellten  Wahlen  in  Osteuropa  als  Geburtsstunde  der "Volksdemokratien" darzustellen. Da nur die Reaktionäre gegen den Fortschritt gewesen wären, hätten ihre Stimmen nicht gezählt werden dürfen.

Gegner einer Intervention in Syrien sollten nicht erwarten, dass die US-Regierung Assad
oder sein Regime stützt. 
Verdammt, sie sollten deshalb dagegen kämpfen, dass mit US-Programmen jahrelang islamistische Extremisten gefördert werden, damit sie die syrische Regierung stürzen. Wir haben das schon einmal in Afghanistan getan, um eine pro-sowjetische Marionettenregierung zu stürzen, und wir haben hoffentlich genug Geschichtskenntnisse, um uns daran zu erinnern, was dabei herausgekommen ist.

Quelle: luftpost-kl.de

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