Donnerstag, 26. Juli 2012

Selbstmordattentat ist nicht gleich Selbstmordattentat!


Tagtäglich hören wir in den Nachrichten von Selbstmordattentaten, die hauptsächlich in islamischen Ländern passieren. Sie passieren auf Marktplätzen, in der Nähe von Krankenhäusern oder Moscheen oder vor Polizeistationen, egal ob im Irak, in Afghanistan oder in Pakistan, das Szenario ist immer gleich schrecklich. Bei solchen Anschlägen sterben meistens viele Zivilisten und man fragt sich immer wieder, welche Menschen nur zu solch einer Tat fähig sein können. Obwohl es mittlerweile Fakt ist, dass gewisse Gruppierungen sich immer wieder junge, verzweifelte Menschen zu ihren Werkzeugen machen, diesen eine Gehirnwäsche unterziehen, sie mit Drogen stark beeinflußen und sie dann mit einer Sprengstoffweste ausgerüstet auf ihre “Mission” schicken, gibt es einige Fälle von Selbstmordattentaten, die äußerst fragwürdig sind und von seltsamen Geschehnissen begleitet wurden.
“Seltsam” wäre wohl eine Untertreibung für das, was den irakischen Bauern Haj Haidar Abu Sijjad und seinem elfjährigen Enkel Ali passierte. Am 13. Mai 2005 belud der Bauer seinen Lieferwagen mit Tomaten, sein Enkelsohn half ihm dabei. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg von Hilla nach Baghdad. An einem US-Kontrollpunkt wurde der Wagen genaustens von US-Soldaten inzpiziert. Nach zehn Minuten erlaubten sie Abu Sijjad weiterzufahren.
Kurz nachdem sie weiterfuhren, sagte der kleine Ali plötzlich, dass er gesehen haben will, wie ein US-Soldat einen rundlichen, grauen Gegenstand, etwa in der Größe einer Melone, zwischen den Tomatenkisten platziert habe. Abu Sijjad hielt den Wagen an, durchsuchte die Ladefläche und machte eine gefährlichen Fund. Der Bauer, der einst selber der irakischen Armee diente, erkannte sofort, dass es sich bei dieser “grauen Melone” um eine Zeitbombe handelte. Ängstlich nahm er die Bombe in seinen Armen und trug sie langsam weg. In der Nähe des Wagens fand er einen tiefen Graben, der wohl einst irakischen Soldaten als Schützengraben diente. Abu Sajjid legte die Bombe in das Erdloch und setzte die Fahrt fort. Als er in Baghdad ankam, erfuhr er, dass durch die Explosion der Bombe drei Schafe getötet und ein Hirte verletzt wurde. Durch das Handeln von Abu Sajjid und die Aufmerksamkeit des kleinen Alis kam kein Mensch ums Leben. Er wollte sich gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn er die Bombe nicht entdeckt hätte. Sie wäre dann wohl auf dem Marktplatz in Baghdad in die Luft gegangen und hätte viele Menschenleben in den Tod gerissen. In den Nachrichten wäre dann wieder einmal von einem “grausamen, feigen Selbstmordattentat” die Rede gewesen.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Gerüchte, dass es sich bei vielen vermeintlichen Selbstmordattentaten eigentlich um Autobomben handelt. Die Autofahrer sind in den meisten Fällen unwissend, wie Haj Haidar Abu Sijjad. Im arabischen Sprachraum wurden sogar ausführliche Berichte darüber veröffentlicht. So gab es zum Beispiel einen Fall, bei dem ein irakischer Mann in seinem Auto ebenfalls an einem US-Kontrollpunkt angehalten wurde. Die US-Soldaten behielten den Führerschein des Mannes und sagten ihm, er solle diesen am nächsten Tag in der US-Militärbasis nahe des Baghdader Flughafens abholen. Der Iraker war sichtlich verwundert, doch ihm wurde gesagt, dass man das Dokument für einen “Bericht” benötige. Am nächsten Tag fuhr der Mann zu jener Basis und ihm wurde gestattet, sein Auto auf dem Gelände zu parken. Er wurde eine halbe Stunde befragt, seinen Führerschein bekam er aber nicht zurück. Ihm wurde gesagt, dass man seine Dokumente der Polizeistation in Al-Khadima, einem schiitischen Viertel in Baghdad, übermittelt habe. Gegen den Mann läge nichts vor, deshalb solle er nun seine Dokumente dort abholen und die Sache wäre bereinigt. Als der Iraker wieder in sein Auto einstieg und losfuhr, hatte er das Gefühl, dass sein Auto schwerer geworden ist. Abgesehen davon fühlte er sich von einem Helikopter verfolgt, der am Himmel umher schwirrte. Als der Mann ausstieg und sein Auto genau kontrollierte, fand er ungefähr 100 Kilogramm Sprengstoff.
Ein weiterer “merkwürdiger” Fall eines Selbstmordattentats geschah am 4. Februar 2008 in der israelischen Stadt Dimona. Bei einem Selbstmordattentat wurde eine Frau getötet, elf weitere Menschen wurde verletzt. Der Anschlag ereignete sich zwischen einem Kiosk und einem Süßwarenladen. Bei den Täter handelte es sich um den bis dato unbekannten, 21-jährigen Louai al-Aghwani. Sein angeblicher Komplize, der 23-jährige Musa Arafat, wurde von Sicherheitskräften in einem Einkaufszentrum erschossen, bevor er die Sprengladung zünden konnte. Die beiden gehörten weder einer terroristischen Vereinigung an, noch haben sie ein Abschiedsvideo hinterlassen, wie es bei einigen anderen Selbstmordattentätern in der Vergangenheit der Fall war. Zu dem Anschlag bekannten sich verschiedene Gruppierungen wie die “Brigaden der Al-Aqsa-Märtyrer” oder die “Nationale Widerstandskompanie”, über die weitgehend so gut wie gar nichts bekannt ist. Die beiden jungen Männer, hatten in ihrer Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt zu diesen Gruppen Kontakt, doch plötzlich beanspruchte sie jeder für sich. Angenommen, sie waren zu ihren Lebzeiten tatsächlich in terroristischen Organisationen aktiv und hatten es auf jüdische Bürger Israels abgesehen. Dann ist es äußerst verwunderlich, dass bei diesem Anschlag hauptsächlich Gastarbeiter aus anderen Ländern zu Schaden kamen.
Al-Aghwanis Mutter glaubt bis heute nicht, dass ihr Sohn ein Terrorist war, wie es die Medien darstellen. Sie ist davon überzeugt, dass Louai von den Israelis entführt und für eine interne Operation benutzt wurde. Auch in Afghanistan und im Irak war immer wieder von solchen Fällen die Rede. Oft wurden junge, psychisch labile Männer für derartige Selbstmordattentate benutzt, die dann komischerweise nicht den “Feind”, sprich, US-Soldaten oder israelische Polizisten, trafen, sondern die einheimische, unschuldige Bevölkerung. Dies ist vor allem in Afghanistan, Pakistan und im Irak der Fall. In Städten wie Peschawar oder Baghdad wurden oft Jugendliche, die fast noch Kinder waren, als Selbstmordattentäter enttarnt. Manche von ihnen war mit Rucksäcken unterwegs, von dessen Inhalt ihnen nichts bekannt war. Ihnen wurde Geld angeboten, den Kurier für “die Ware” zu spielen. Da die meisten Kinder und Jugendlichen aus armen Familien kommen, nehmen sie einen solch einfach Job gerne an, ohne zu wissen, dass sie in den Tod laufen und noch zahlreiche Zivilisten mitnehmen werden. Andere wiederum werden mit Drogen beeinträchtigt und auf ihre Todesmission geschickt. Die Lage von jungen, depressiven Menschen, die verzweifelt sind und oft mit Selbstmordgedanken spielen, wird eiskalt ausgenützt. Die Hintermänner werden so gut wie nie aufgedeckt.
So ist es auch beim Anschlag von Dimona. Während die palästinensisch-israelischen Friedensverhandlungen einen wichtigen Schritt erreicht hatten und beide Seiten sich optimistisch zeigten, passierte plötzlich ein Selbstmordattentat. Israelische Hardliner zeigten sofort mit dem Finger auf die Palästinenser und machten sie für jegliche Gewalt verantwortlich.
Im Irak waren Selbstmordattentate bis zur Invasion der USA etwas Fremdes. Anhand der oben genannten Beispiele wird jedoch klar, dass hier gezielt verschiedene Ethnien und Religionsrichtungen gegeneinander ausgespielt werden. Dasselbe ist in Afghanistan der Fall. Während der Sowietinvasion gab es keinen einzigen Selbstmordanschlag. Abgesehen davon haben in Afghanistan seit eh und je Sunniten und Schiiten friedlich miteinander gelebt. Seit dem Einmarsch der ISAF kommt es fast jede Woche zu Selbstmordattentaten. Der Selbstmordattentat an sich liegt nicht in der afghanischen Kultur. Die Afghanen waren immer Kämpfer, die sich gegen fremde Mächte behaupten konnten, doch keiner von ihnen kam jemals auf die Idee, sich selbst in die Luft zu sprengen. Vor einigen Monaten kam es sogar zu gezielten Anschlägen auf Schiiten. Extremistische Gruppierungen in Pakistan bekannten sich dazu. Diese Gruppierungen werden hauptsächlich finanziell sowie ideologisch von pakistanischen Geheimdienst ISI unterstützt. Der ISI wiederum gilt als verlängerter Arm der CIA.
Der jüngste Selbstmordanschlag Europas geschah ebenfalls unter merkwürdigen Umständen. Vergangene Woche kam es am Flughafen von Burgas, Bulgarien, zu einem Anschlag auf einem Bus mit israelischen Touristen. Fünf Israelis und der bulgarische Busfahrer wurden getötet. Israel machte sofort den Iran und die libanesische Hisbollah für den Anschlag verantwortlich. Das Überwachungsvideo, auf den auch der angebliche Attentäter zu sehen ist, zeigt einen weißen Mann mit langen Haaren und einem großen Rucksack. Er schaut aus wie ein Durchschnittstourist und nicht ein iranischer oder arabischer Islamist, der es auf die bösen Israelis abgesehen hat. Abgesehen davon wirkt er ziemlich gelassen für einen Menschen, der sich gleich in die Luft sprengen wird.
Ob er überhaupt wusste, was sich in den großen Rucksack befand? Oder spielte auch er nur einen “Kurier”, wie es oben schon erwähnt wurde? Er hatte einen gefälschen US-Pass bei sich und sein Körper war am meisten zerfetzt. Dies ist auch der Grund, warum man ihn für den Attentäter hält, denn einen anderen gibt es nicht. Die Identität des Mannes wurde bis jetzt nicht geklärt und das wird wohl auch so bleiben.
Durch das Aufzählen dieser Beispiele sollen nicht alle Selbstmordattentate in Frage gestellt werden, allerdings sollte man sich mehr Gedanken darüber machen, als einfach nur das hinzunehmen, was von den Medien präsentiert wird. Während die sagenumwobenen Assassinen des Mittelalters noch “wahre” Selbstmordattentäter waren, die aus politischen Motiven handelten und alles in Kauf nahmen, werden in der Gegenwart viele Unwissende für die Machenschaften anderer als Selbstmordattentäter benutzt. Massenmorde, die als Selbstmordattentate abgestempelt werden, werden für politische Machtspiele benutzt, von denen die einfache Bevölkerung eines jeden Staates nichts hat, außer Blutvergießen und Trauer. Es ist nicht alles so schwarz und weiß, wie es den Menschen vorgegaukelt wird. Aus diesem Grund sollte man stets wachsam sein und alles weitsichtiger betrachten.

1 Kommentar:

  1. Es scheint so, als müssten wir sowieso untergehen. Was soll uns also noch hindern, den Mächtigen den Gehorsam zu verweigern ????

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