Donnerstag, 29. September 2011

Sepp Holzer - Offener Brief an die Verantwortlichen in der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

Permakultur Krameterhof 
Sepp Holzer 
5591 Ramingstein 13 /Sbg. 
Tel. 06475/239 
Internetadr. www.krameterhof.at
Email: office@krameterhof.at


Meine Vorstellungen  von einem verantwortungsvollen, natürlichen Leben 


Probleme der Gegenwart und meine Lösungsvorschläge  
Du kommst auf die Welt, meist in einer sterilen Klinik und dort  werden dir gleich die 
natürlichen Wurzeln gekappt. Du wirst geimpft und mit unnatürlichem Chemiefraß 
aufgepäppelt. Eine natürliche Geburt im Familienverband und ein  natürliches Aufwachsen 
wären der richtige Start für das zukünftige  Leben des jungen Menschen. Jeder „Erdenbürger“ 
hat ein Anrecht, von Geburt aus, auf ein Stück Erde. Eine Landreform, die dies berücksichtigt 
ist längst überfällig.  


Durch ein isoliertes Aufwachsen von unserer Natur und ihren Mitlebewesen verlieren wir jede 
natürliche Beziehung zu unserer Mitwelt. Ein Aufwachsen in Symbiose mit  Pflanzen, Tier 
und Menschen ermöglicht jedoch  ein Erfahren im Miteinander und schärft in dir die Aufgabe 
deines Handelns als denkendes Individuum, deiner Aufgabe des Lenkens und nicht des 
Bekämpfens gerecht zu werden. Durch das Beobachten deiner Mitlebewesen wirst du 
feststellen, dass die Natur perfekt ist und die Schöpfung an alle  gedacht hat; dass alles 
miteinander in Verbindung steht und dass es hier nichts zu verbessern gibt. Es ist deine 
Aufgabe, das zu bewahren.  


Es gibt keinen „Dummen“ oder „Gescheiten“, jede/r kommt zurecht, wenn er/sie nicht 
bevormundet wird. Die „Dummen“ und die „Gescheiten“ machen nur wir Menschen selbst,  
damit die Schwächeren benutzt werden können. Ich habe bei meinen Projekten mit allen 
Menschen (Erwachsene, Kinder, Waisen- Straßen- und Müllkindern  etc.) auf der ganzen 
Welt, nur die besten Erfahrungen gemacht. Also nicht bevormunden, sondern ihnen die 
Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeiten auszuleben. Erfolgserlebnis, Freude, Anerkennung ist 
der höchste Lohn, die beste Therapie und ergibt auch einen ökonomischen Sinn.  Ein 
praktisches Beispiel hierfür wäre mein Projekt BERTA, der Lebenshilfe in  Bad Aussee/ 
Steiermark.  Dies ist die erste Rollstuhl gerechte  Holzer’sche Permakultur Europas.  

Generationenproblem – eine große Lücke in unserer Gesellschaft
 Unsere Eltern und Großeltern langweilen sich zu Tode in den Altersheimen. Die Kinder und 
Enkelkinder verblöden bei den PC-Spielen/Videospielen und vor dem Fernseher. Sinn  der 
Schöpfung ist es, dass alte Menschen ihre Erfahrungen und Weisheiten den Kindern und 
Enkelkindern weitergeben.  Die Kinder haben ein Recht darauf, und können  sich so viel 
besser auf ihr Leben vorbereiten. Uns muss bewusst werden, dass wir hier einen ganz großen 
Fehler begehen. Ein Generationenhaus und  Gemeinschaftsprojekte sollen ermöglichen, diese 
Lücke in der Gesellschaft zu schließen.  Der Unterricht soll  zu 50:50 Praxis u. Theorie 2
aufgeteilt werden. Zu jedem Kindergarten gehört ein Garten, zu jeder Schule eine 
Landwirtschaft und zu jeder Universität ein Gutshof. Das sind die  praktischen 
Experimentiermöglichkeiten und Ausbildungsstätten für die Zukunft unserer Kinder und 
somit für die Zukunft der Gesellschaft.  
  
Bildung – Spezialisierung – Fortschritt – Verblödung  
Durch die heutige moderne, so genannte fortschrittliche Ausbildung, werden junge Menschen 
von der Natur weg erzogen und entwurzelt. Wenn du die die Zusammenhänge, 
Wechselwirkungen und Symbiosen im Kreislauf der Natur nicht selbst  beobachtet hast, 
kannst du  sie auch nicht erkennen und verstehen. Du kannst dich auch nicht einklinken in 
diesen Kreislauf der Perfektion der Schöpfung.  


Was ist die Folge? Anstatt zu begreifen, wie die Kreisläufe der Natur funktionieren, glaubst 
du, du kannst sie verbessern und fängst an, sie zu bekämpfen, statt zu  begreifen. Deine 
Aufgabe wäre, nur lenkend in die Natur einzugreifen. Hausverstand und kreatives Denken ist 
gefordert.  


Unsere Kinder und Enkelkinder verblöden in den Schulen und Universitäten, ja zum Teil 
vergammeln sie noch. Nicht vielleicht, weil die Lehrer und Professoren zu „dumm“ sind, 
nein, weil sie nur nach Lehrplan unterrichten müssen, hinter dem sie oft selber gar nicht 
stehen. Sie lassen sich verwenden von den Politikern und Lobbyisten.  Aber wo ein Wille, da 
gibt’s auch einen Weg, Herr Professor!! Ist der Professor aber von einer politischen Partei 
abhängig, oder von Lobbyisten beeinflusst, dann kann  und wird er nichts ändern. Die 
abgehobene Wissenschaft hat sich so weit von der Praxis entfernt, dass ihre Theorie von der 
breiten Masse nicht mehr verstanden und angenommen wird. Es fehlen schon mehrere Glieder 
im Kreislauf dieser Kette. 
  
Die Wissenschaft und Politik hat es bis heute verabsäumt, auf die ungeheuren 
Umweltzerstörungen (Klimaerwärmung)  entsprechend zu reagieren. Der Einfluss von Geld 
und Korruption verhindert scheinbar die notwendigen Reaktionen und Maßnahmen. Die 
Katastrophen werden Ausmaße erreichen, die den Kollaps dieses kranken Systems 
herbeiführen.  
Die Verschmutzung der Luft, die Verseuchung des Wassers und der Erde durch Einsatz von 
Chemie und Kunstdünger in der Monokulturlandwirtschaft beraubt uns einer gesunden 
Lebensgrundlage.  
    
Die Nahrung ist deine  Medizin. Der Bauer soll Lebensmittel erzeugen und nicht nur Bauch 
füllende, chemieverseuchte, durch Monokultur minderwertige,  belastende Nahrungsmittel. Er 
soll als Lehrer den Mitmenschen einen respektvollen Umgang mit ihren Mitlebewesen, 
Pflanzen und Tieren der Mutter Erde vermitteln.  


Die Realität sieht leider ganz anders aus. Durch EU-Richtlinien, Förderauflagen, hat man den 
Bauer abhängig und süchtig gemacht. Der Bauer wurde zum Subventionsempfänger 
degradiert. Prämien sollen die Einschränkungen und Benachteiligungen ausgleichen. Diese 
Förderungen oder so genannte Ausgleichszahlungen sind  ja nur eine teilweise 
Schadensabgeltung einer verfehlten Landwirtschaftspolitik der nationalen und  EU-Gesetze 
und Verordnungen. Wachsen oder Weichen ist die Devise der EU. 3
Spezialisieren, modernisieren, Massentierhaltung. Die Tiere werden nur mehr als Ware 
behandelt. Die Beziehung zu den Mitlebewesen geht verloren. Massentierquälerei ist die 
Folge. Weitere Folgen sind die  Verstümmelungen der Mitlebewesen durch Enthornen, 
Kupieren von Schnäbeln u. Flügeln  oder Schwänzen, Stromschläge durch  Kuhtrainer,  
Verschandelung durch unnötig große Ohrmarken, usw. Eine derart geschundene Kreatur kann 
auch keine gesunden Lebensmittel liefern. Fühlt sich das Tier nicht wohl, ist auch das Produkt 
belastet.   


Der Bauer ist die Seele des Volkes! Stirbt der Bauer, stirbt das Land!  
Durch die verordnete Landbewirtschaftung geht altes Kulturgut unwiederbringlich verloren. 
Alte und seit Jahrhunderten bewährte Veredelungs- und Verarbeitungsmethoden werden per 
EU-Verordnung verhindert bzw. verboten. Zentrale, riesige Verarbeitungsstätten wie 
Schlachthöfe, Großbäckereien, Brennereien, Molkereien und Käsereien usw. werden mit der  
Verarbeitung beauftragt und hoch gefördert. Damit diese jedoch ausgelastet sind, hat man den 
Bauern die Möglichkeiten der Selbstverarbeitung  und Veredlung ihrer eigenen Produkte 
erschwert bzw. entzogen.  


Bei dem verbleibenden, kleinen Rest der Biobauern, wurden die Förderungen der EU 
(Schadensabgeltungen) gekürzt, und die Schikanen (Auflagen) erhöht. Alles weitere, weiß 
man, regelt sich dann ja von selbst.  Der Bauer als Sklave auf seinem eigenen Hof, meist hoch 
verschuldet durch die Übermechanisierung und Spezialisierung, abgerackert, bevormundet 
und von all den administrativen Aufgaben und Schikanen unseres aufgeblähten 
Verwaltungsapparates  überfordert, fristet er sein Leben in der totalen Abhängigkeit. Wen 
wundert es da noch, wenn die Kinder den Leidensweg der Eltern nicht fortsetzen möchten?  


Die Lösung aller Probleme:  
Zivilcourage und nicht Lemmingverhalten ist notwendig, um sich gegen diesen 
praxisfremden, aufgeblähten Verwaltungsapparat zur Wehr zu setzen. 
Versetze dich hinein in dein   Gegenüber,   in die Pflanzen, Tiere, ja auch  den  Menschen, 
und frage dich, ob du dich  an dessen Stelle wohl fühlen würdest.   Fühlt sich der Regenwurm 
wohl, ist der Boden gesund. Auch die Pflanze und das Tier fühlen sich dann wohl, wenn sie 
im richtigen Biotop und in Freiheit leben können.  Den größten Erfolg  und Vorteil hast du, 
wenn du die Geschicke richtig lenkst. Den Boden nutzen und nicht ausnutzen. Vielfalt und 
nicht Einfalt erhält das System. Es ist  dein Auftrag der Schöpfung, die Geschicke zu lenken 
und nicht zu bekämpfen. Die Natur ist perfekt. Da gibt es nichts zu verbessern. Wenn du das 
jedoch versuchst, so ist das Selbstbetrug. Die Natur ist auch vollkommen, die Fehler machen 
nur wir Menschen. Angst wird dir eingeflößt – befreie dich davon, denn Angst ist der 
schlechteste Begleiter im Leben. Durch einen respektvollen Umgang mit der Schöpfung  und 
deinen Mitlebewesen profitierst du selbst am meisten und Bauer sein, wird zum schönsten 
Beruf.

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Quelle: krameterhof.at

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