Montag, 19. September 2011

Mitläufer - Wie die Gesellschaft durch Gruppenzwang transformiert wird


Grenzenloser Gruppenzwang, bloß nicht auffallen!
Kinder bekommen Ja, aber bitte nicht zum Preis der eigenen Karriere. Immer mehr Menschen, insbesondere Frauen, vertreten diese Einstellung, sehr zum Leidwesen unserer Kleinsten.

Beruf und Familie sind nach herrschender Meinung der Gutmenschenfraktion durch Kindertagesstätten und Ganztagsbetreuung, Eltern- und Betreuungsgeld ganz leicht unter einen Hut zu bekommen. Erziehung ist schließlich Aufgabe des Staates. Wer sich gegen dieses neue Dogma wehrt, wird sofort ausgegrenzt. Die Macht und der Zwang der Gruppe sind brutal und die Folgen werden auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen.

Sie ist wieder da, Deutschlands Familienministerin ohne Kinder kehrte am 14.09.2011 zurück an ihre Position im Ressort für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Jetzt passt sie immerhin ein bisschen besser auf diesen Posten, denn sie ist seit Ende Juni stolze Mutter von Lotte Marie Schröder.
Zehn Wochen Babypause sind offenbar genug. Jetzt heißt es wieder, nach der Pfeife Angela Merkel – Pardon, nach der Pfeife von Angela Merkel zu tanzen. Um das Baby kann sich während der 60-Stunden-Woche der Ministerin irgendjemand anderes kümmern, als Mutter besteht diese Verpflichtung heute so ja nicht mehr.
Ein gutes Vorbild für die neue Norm der selbstbewussten und gleichgestellten Frau liefert Kristina Schröder hier ab, denn der Trend weg von Wiege, Herd und aufopferungsvoller Kindererziehung hält unvermindert an. Zumindest in der kranken Agenda der Frauenemanzipatoren.
Dabei hätte Schröder keine Not, wenn sie sich wirklich um ihre Tochter kümmern wollte, weil Ihr Mann Ole Schröder als parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern schon genug Brötchen für die ganze Familie nach Hause bringt. Aber die Pflicht und das wichtige Amt rufen offenbar lauter als Lotte Marie schreien kann.
Mit dieser Kritik rechnete Frau Schröder offenbar, denn sie sagte am 15.09.2011 in der Zeit:
“Wie man es macht, kann man es ja eigentlich nur falsch machen”, sagt Schröder. “Ganz bestimmt” werde ihr von manchen die schnelle Rückkehr in den Job vorgeworfen. Aber damit, meint Lottes Mutter, könne sie leben.
In Wirklichkeit steckt hinter ihrer schnellen Rückkehr mit allergrößter Wahrscheinlichkeit wohl nur eines: Angst um ihren Posten. Damit ist sie freilich nicht allein, denn wie am 12.09.2011 der Stern berichtete, fürchten sich auch andere Frauen in der Politik vor einem derartigen Machtverlust:
Offen zum Thema geäußert hatte sich SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles – seit Januar Mutter einer Tochter: Sie gab vor ihrer Babypause zu, dass sie um ihren Posten fürchte. Nach der schnellen Rückkehr in ihren Job berichtete Nahles in der “Brigitte” von “fiesen Briefen von wegen Egotrip, karrieregeil und so”. Diese kämen überwiegend von Männern. “Mutter sein und eine Führungsaufgabe wahrnehmen ist offenbar immer noch eine gesellschaftliche Kampfzone.”
Haben diese Männer mit ihren “fiesen Briefen” denn wirklich so unrecht? Welcher Mann wünscht sich schon eine Karrierefrau, die keine Zeit hat, sich um den Nachwuchs zu kümmern, sondern ihn lieber in Hände Dritter abliefert? Dies steht im krassen Widerspruch zu männlichem Denken, einen Stammhalter aufzuziehen, auf den man stolz sein kann und der einmal selbst in der Lage ist, seine Kinder wiederum mit den Werten zu erziehen, wie er sie selbst erfuhr.
Viele Männer denken zwar so, aber nur wenige äußern sich auch. Zu groß ist die Befürchtung, als Macho oder Frauenfeind, als antifeministisch oder intolerant zu gelten – eine Schande in unserer gleichgeschalteten Gesellschaft. Wer es trotzdem wagt, seinen Mund aufzumachen, wird als altmodisch, unverbesserlich oder gar “rechts” verschrieen. Der indoktrinierte Gruppenzwang lastet hier wie ein riesengroßer Stein auf den einst breiten Männerschultern.
Allerdings gibt es heute leider auch schon sehr viele Männer, die so dermaßen weichgespült und gehirngewaschen wurden, dass dafür Sorge getragen werden muss, damit sie sich nicht versehentlich einen Rock anziehen und das Kind zum Stillen an ihre Brust ansetzen, während die Frau im Hosenanzug mit kritischem Blick hinter ihnen steht.
Was könnte die Lösung dafür sein, um diese Arbeitsplatz-Verlustängste der Frauen zu beseitigen? Gesetzliche Maßnahmen, damit schwangere Frauen nach ihrer Baby-Auszeit ohne Sorge wieder in ihre vorherigen Positionen zurückkehren können? Wohl kaum, denn damit werden Frauen nur noch zögerlicher eingestellt.
Ein besserer Weg dürfte es sein, den Frauen nicht den Leistungsdruck zu vermitteln, wie Männer sein zu müssen – und das noch dazu nur halb, denn um wirklich harte und schmutzige Arbeit drücken sich die Emanzen schließlich trotzdem, Stichwort Tiefbau, Müllabfuhr oder Kläranlagentaucher. Wo sind hier die ach so selbstbewussten Frauen?
Insbesondere gegenüber jungen Frauen ist der Gruppenzwang heute extrem groß. Wer auf die Frage “Und was arbeitest Du?” mit “Hausfrau” oder “Mutter” antwortet, wird schon direkt schräg angeschaut. Hat diese Frau denn keine Ausbildung? Ist sie zu faul, um zu arbeiten? Lässt sie sich gar von ihrem Mann unterdrücken?
Das potenzielle “nicht dazuzugehören”-Gefühl löst bei Frauen oft eine viel größere Angst aus, als bei Männern. Zudem spielen Äußerlichkeiten für sie eine sehr bedeutsame Rolle. Eine Frau, die sich jedoch diesem Druck ihresgleichen widersetzt, hat im Gegensatz zu den allermeisten anderen tatsächlich ein echtes Selbstbewusstsein, weil sie sich nämlich nicht der allgemeinen Meinung und Neigung anpasst. Wir sprechen hier von einem leider schon fast ausgestorbenen Exemplar, zumindest in unserem Land.
Zugegeben, nicht in jedem Fall ist die Lösung so vermeintlich trivial und die Frau kann einfach zu Hause bleiben, denn in immer mehr Familien müssen beide Elternteile einer Erwerbstätigkeit nachgehen, um den Lebensunterhalt zu sichern. Wenn diese Notwendigkeit allerdings durch hohe Verschuldung für zwei Neuwagen, ein Eigenheim, regelmäßige Urlaubsreisen und sonstige Konsumgüter verursacht wird, hört das Verständnis wiederum auf.
Das Problem: Im Freundes- und Bekanntenkreis vieler Familien herrscht neben der verbreiteten gutmenschlichen Unterwürfigkeit gegenüber der Gleichmacherei der Geschlechter und gegenüber allen modernen Doktrin auch noch ein unglaubliches Prestigedenken. Wer möchte schon der Mehrheit in Sachen Lebensqualität nachstehen? Von den zugehörigen Gerüchten bei Verweigerung des Mitschwimmens einmal ganz abgesehen.
Kredite machen all den Wahnsinn leicht möglich. Schwuppdiwupp steckt die Familie drin im Schuldenrad und rennt und rennt, während sogar für die eigenen Kinder fast keine Zeit mehr bleibt. Besonders verrückt sind die Menschen, welche sich für die eigenen vier Wände hoch verschulden und sich dann vor lauter Arbeit lediglich noch zum Frühstück, zum Abendessen und zum Schlafen im Haus aufhalten.
Rational betrachtet ergibt dieses Verhalten keinen Sinn, aber aus Sicht des Gruppenzwangs durchaus. Wer möchte schon gerne ein Außenseiter sein? Nicht nur das eigene Umfeld, sondern vor allem die Medien brandmarken jeden, der nicht ins übliche Schema passt auf übelste Weise.
Nicht in jedem Fall mag Gruppenzwang schlimmste Auswirkungen zu haben. Richtig großen Schaden jedoch richtet das blinde und feige Hinterherlaufen von Massentrends an, wenn es um unsere Kinder geht. Indem die wichtigsten Personen in Amt und Würden ihrer Verantwortung so wenig gerecht werden, wie Kristina Schröder dies gerade offen demonstriert, missbrauchen sie entweder ihre Vorbildfunktion oder sind sich dessen überhaupt nicht bewusst. Beides wäre ein Grund, sofort ihr Amt niederzulegen.
Natürlich wird Frau Schröder dies nicht tun, weil der Gruppenzirkus bereits fest installiert ist und Zuwiderhandlungen mit öffentlicher Ausgrenzung aus dem Kollektiv bestraft werden. Wer noch eine Funken an Eigenverantwortung besitzt, wird dieses Spiel nicht mitspielen und stattdessen sichtbar dagegenhalten.
Diese Welt hat tatsächlich fertig. Unübersehbar ist das dekadente Gutmenschentum zur Perversion jeglichen gesunden Menschenverstandes geworden. Der finale Abstieg dieses modernen Sodom und Gomorrha ist nicht mehr aufzuhalten und kündigt sich unmissverständlich an. Für diejenigen, welche nicht mit in den Abgrund gerissen werden wollen, gilt: Rette sich wer kann!
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