Mittwoch, 10. August 2011

USA und China entwickeln unbemannte Schwimmdrohnen zur Spionage und Überwachung



Schwimmdrohnen schlagen unter den Marinen der Welt hohe Wellen!

Von Seth Robson, Stars and Stripes - 03.08.11 stripes.com , übersetzung durch 
luftpost-kl.de


Nach Aussagen von Marine-Experten gibt es zur Zeit ein Wettrennen zwischen den Marinen der Welt beim Bau unbemannter Wasserfahrzeuge, die militärische Aufgaben über und unter Wasser übernehmen sollen. Die USA entwickeln Schwimmdrohnen für Einsätze, die von Spionage über Aufklärung und Überwachung bis zur Ausschaltung von Minen reichen und bemannte Schiffe und Häfen schützen sollen; das teilte Capt. (Kapitän) Duane Ashton mit, der im Büro der US-Navy für das Programm Unbemannte Marine-Systeme arbeitet.


"In vielen Staaten wird an der Entwicklung unbemannter Seefahrzeuge für Einsätze über und
unter Wasser gearbeitet, wobei mit letzteren (auch) Minen unschädlich gemacht werden sollen," sagte Ashton. "Wir nehmen an, dass auch einige unserer potenziellen Gegner bereits unbemannte Systeme haben oder sie gerade entwickeln."


Jens-Olof Lindh, der Projektmanager für unbemannte Überwassersysteme in der schwedischen Marinewerft Kockums, sagte, zur Zeit operierten weltweit erst einige hundert unbemannte Seefahrzeuge, er gehe aber davon aus, dass sich ihre Anzahl in wenigen Jahren stark erhöhen werde, weil das auch bei den unbemannten Flugdrohnen der Fall gewesen sei.  "Es besteht großes Einvernehmen darüber, dass die Bedeutung unbemannter Seefahrzeuge zunehmen wird," äußerte er. China, Indien, Singapur, Israel, Großbritannien und Frankreich gehörten zu den Staaten, die an der Entwicklung schwimmender Drohnen interessiert seien, fügte Lindh hinzu.


"Natürlich wird es wieder eine Art Wettrüsten geben," meinte er. "Die Chinesen holen wirklich schnell auf. Vor vier Jahren hatten sie noch keine Programme zum Bau unbemannter Drohnen, jetzt betreiben sie mehrere, davon mindestens eines zum Bau von Flugdrohnen."
Das Wall Street Journal berichtete, dass China im November auf der Luftfahrtschau in Zhuhai stolz mehr als 25 Modelle unbemannter Flugkörper präsentiert habe. Die schwedischen Schwimmdrohnen-Bauer seien eingeladen worden, in Peking einer Gruppe chinesischer Experten ihre Arbeit vorzustellen, hätten die Einladung aber abgelehnt, teilte Lindh mit. 
Die Schwimmdrohnen sollten vor allem schmutzige und gefährliche Aufgaben übernehmen – wie das Räumen von Minen und die Durchquerung von Seegebieten, in denen mit explosiven Gasen gerechnet werden muss, erläuterte er. 


Nach Auskunft Ashtons haben Schwimmdrohnen viele Vorteile; sie können über einen längeren Zeitraum bei unterschiedlichsten Umweltbedingungen halbautomatisch oder ferngesteuert operieren. Die unbemannten Schwimmkörper können über Sensorsysteme wie Radar, Kameras und Horchgeräte Informationen an ihre weit entfernten Operatoren weiterleiten. 
Die Tatsache, dass die Operatoren von Flugdrohnen Einsätze im Irak und in Afghanistan von bequemen Sesseln in den USA aus steuern, belegt, dass auch Schwimmdrohnen von jedem beliebigen Ort aus dirigiert werden können. 
Eine PowerPoint-Präsentation der US-Navy ( onr.navy.mil ) in der die Einsatzmöglichkeiten unbemannter Schwimmdrohnen mit denen von Flugdrohnen verglichen werden, zeigt, dass bei schwimmenden Drohnen längere Einsatzzeiten, eine höhere Treffsicherheit und größere Nutzlasten als bei ihren fliegenden Verwandten möglich sind. Die Marine fand heraus, das Unterwasserdrohnen für den Feind schwerer zu orten sind und eine bessere Überlebensfähigkeit als andere Drohnen haben. 
Die neue Technologie sei jedoch ein zweischneidiges Schwert, warnte Lindh. "Es liegt nahe, unbemannte Schwimmkörper / USVs als improvisierte Sprengfallen/IEDs zu benutzen," sagte er. "Weil zu erwarten ist, dass kleine Boote in schwimmende Bomben umgewandelt werden, trainieren alle Marinen bereits die Abwehr kleinster Wasserfahrzeuge."


Es wird auch schon an Verteidigungssystemen gearbeitet, mit denen sich die verschiedensten Schwimmdrohnen abwehren lassen. In Zukunft könnten Feinde mit Schwärmen
unbemannter Schwimmdrohnen angreifen und die Marinen zwingen, unbemannte Defensivflotten zu deren Bekämpfung einzusetzen, erklärte Lindh.
Rick Fisher, ein anderer Marineexperte vom International Assessment and Strategy
Center (vom Internationalen Bewertungs- und Strategie-Zentrum: strategycenter.net ), ist der Meinung, dass bereits ein Wettrüsten beim Bau von Unterwasserdrohnen stattfindet. Die Chinesen seien dabei, eine ganze Familie unbemannter Unterwasserdrohnen zu entwickeln, teilte er mit. Sie verfügten bereits über eine Unterwasserdrohne zur Minenräumung und kooperierten mit den Russen bei der Entwicklung einer Tieftauchdrohne, die einen ganzen Tag unter Wasser bleiben könne.

Einer der größten Vorteile der Unterwasserdrohnen bestehe darin, dass sie nicht verteidigt werden müssten, obwohl ihre wenigen Einsatzmöglichkeiten überlebenswichtig sein könnten, ergänzte Fischer. 
Zu den Hindernissen, die der Entwicklung unbemannter Schwimmdrohen im Weg stünden, gehöre neben dem juristischen Problem, wer für Einsatzpannen verantwortlich zu machen sei, da sich keine Mannschaft an Bord befände, auch die Schaffung eines Systems zur logistischen Unterstützung der Drohnen innerhalb der Seestreitkräfte, erläuterte Lindh. Die European Defense Agency (die Europäische Verteidigungsagentur, mehr dazu: de.wikipedia.org ) arbeite bereits an Programmen, um diese Probleme im Auftrag der Mitglieder der Europäischen Union zu klären, fügte er hinzu. 
Trotz der wachsenden Anzahl von Unterwasser- und kleineren Überwasserdrohnen werde es in naher Zukunft keine großen unbemannten Schiffe geben, die Flugzeugträger oder Zerstörer ersetzen könnten, äußerte Fisher. 
Die US-Navy lege wenig Wert auf die Entwickelung großer unbemannter Überwasserfahrzeuge, weil sie ihre großen bemannten Schiff noch für nützlicher halte, ergänzte er. 
"Für Überwachungsaufgaben sind Flugdrohnen besser geeignet, weil sie schneller sind und aus einem größerer Sicherheitsabstand als Schwimmdrohnen eingesetzt werden können," sagte er und ergänzte, dass eine sehr hohe Satellitenkapazität notwendig wäre, um größere unbemannte Überwasserschiffe im Kampf gegen Flugzeuge oder Unterseeboote zu führen.


Weitere Informationen dazu auf auvac.org und onr.navy.mil

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