Dienstag, 21. Juni 2011

Überwachung durch RFID: Wie unsere Freiheit immer mehr eingeschränkt wird


             RFID weist Sie aus - ohne Sie zu fragen



Wie finden Sie das? Sie kaufen im Supermarkt ein, unter anderem eine Tafel Schokolade. Die Verpackung fliegt irgendwo weg. Ein Finder ärgert sich und will den "Umweltsünder erziehen". Er lässt ermitteln, dass diese Tafel Schokolade an Sie verkauft wurde. Er veranlasst, dass Sie einen Bußgeldbescheid bekommen.

Sie können sich das nicht vorstellen? Erstens: Wenn Sie z.B. per EC-Karte gezahlt haben, sind Sie persönlich als Käufer identifiziert. Zweitens: Wenn die Tafel Schokolade mit einem RFID-Chip ausgestattet ist, ist sie identifiziert. Der RFID-Chip unterscheidet genau diese Tafel Schokolade von allen anderen (des gleichen Herstellers, der gleichen Sorte, der gleichen Charge).

RFID ist die Abkürzung für Radio Frequency IDentification, also Identifizierung per Funksignal. Die Chips sind klein (z.T. nur so groß wie ein Staubkorn und praktisch unsichtbar) und kostengünstig. Sie haben unterschiedliche Bauformen und können an jeden Einsatz angepasst werden. Sie brauchen keine eigene Stromversorgung, sie "reflektieren" gespeicherte Infos, wenn sie per Funk von einem RFID-Gerät abgefragt werden, das gleichzeitig Abfragen sendet und Antworten empfängt. Das passiert berührungslos, ohne etwas aus der Tasche zu nehmen und "vorzulegen". RFID ermöglicht so die automatische Identifizierung von Objekten. Gleichzeitig ist mit der Erkennung die Lokalisierung verbunden, nämlich beim Standort des RFID-Geräts.


Diese Eigenschaften machen die RFID-Chips extrem vielseitig. Große Einzelhandelsketten wollen RFID für die Warenwirtschaft und die Automatisierung des Bezahlvorganges einsetzen. Beispiel: RFID-Etiketten sollen fortlaufend über den Warenbestand und z.B. die Verfallsdaten in einer Frischfleischtheke informieren. So soll die Belegschaft über Engpässe informiert oder vor verfallenen Produkten gewarnt werden.
Jeder Artikel, den Sie kaufen, kann mit einem RFID-Chip identifiziert werden - nicht nur die Sorte (wie beim Strichcode), sondern jedes einzelne Exemplar.

Sie meinen, das ist nur Theorie? RFID ist schon längst Praxis! Sie wurden vielleicht schon dadurch identifiziert ohne es zu bemerken. Die Technik: RFID-Chips sind in allen seit dem 1. November 2005 ausgestellten deutschen Reisepässen enthalten. Die neuen Personalausweise ("ePerso" seit November 2010 ausgestellt) werden ebenso damit ausgestattet. Der Ausweis muss nicht "vorgelegt" werden, er ist aus der Entfernung (z.B. in einer Personenschleuse) unbemerkt auslesbar.

Weitere aktuelle RFID-Einsätze: Firmenausweise für Zeiterfassung und Zutrittskontrolle, Fahr-Ausweise, Maut-Systeme, Skipässe, Tankkarten, elektronische Wegfahrsperren bei Kfz, Echtheitsmerkmal für Medikamente, Tieridentifikation per Implantat, Positionsidentifikation, Studentenausweise, Büchereikarten etc.

Der Schokoladen-Verpackung ist es egal ob und wie ihr Weg überwacht wird. Produktion - Lager - Kasse - Verbraucher - Entsorgung. Ist es Ihnen egal, wenn ein RFID-Chip verrät wo Sie waren (oder dass Sie nicht dort waren)? Ist es Ihnen egal, wenn Ihre Anwesenheit in einen Zusammenhang mit anderen gleichzeitig Anwesenden gebracht werden kann? In den Zusammenhang mit Gesinnungen von Anwesenden, die nicht Ihrer Gesinnung entsprechen? Von Berechtigten oder Unberechtigten?


Ein wichtiges Merkmal der RFID-Chips ist die Funk-Reichweite. Kritiker warnen, sie haben zur Demonstration mit handelsüblichen Materialien Ausweise über mehrere Meter Entfernung ausgelesen. Mit mehr Aufwand soll das Auslesen über Kilometer hinweg möglich sein. Befürworter beschwichtigen, die Reichweite lässt sich auf wenige Zentimeter begrenzen."Erfinder" versprechen Schutz gegen das Auslesen durch Alufolien, spezielle Etuis, Taschen, Futterale.

RFID-Chips sind umstritten, Kritiker warnen vor ihrem flächendeckenden Einsatz als "Schnüffel-Chips". Die Gefahr der RFID-Technik liegt zum Beispiel im Verlust der informationellen Selbstbestimmung, d.h. die einzelne Person hat durch die "versteckten" Sender/Empfänger keinen Einfluss mehr darauf, welche Informationen preisgegeben werden, sie erfährt nicht einmal davon.

Wichtiger ist der Aspekt, dass damit - gewollt oder ungewollt - noch mehr Kontrolle und Überwachung über die Bevölkerung ausgeübt werden kann, was zwangsläufig zu Einschränkung der individuellen Freiheit führen kann!



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Quelle: litfas.de

Kommentare:

  1. Junge Junge... menschen übertreiben vollkommen. Ich bin in der banche tätig und kann versichern das sich diese technik nie auf schokolade durchsetzen wird da auch wenn die technik günstig ist dennoch zu teuer ist um sie flechendeckend einzusätzen... die günstigsten chips auf dem markt kosten 8 cent in der herstellung und haben eine lesereichweite von ca 0,5 - 2cm... ein chip + Antenne mit anständiger lesereichweite kostet deutlich über 30 cent in der herstellung und alle wollen verdienen... man könnte davon ausgehen das der preis für dieses produkt um ca einen euro steigen würde. abgesehen davon müssten weltweite standards herschen mit nur einer technik es gibt ca 20 verschiedene chips die alle eigene lesegeräte benötigen usw... ein kaufprofiel kann jeder laden eh über jeden käufer erstellen sobald er mit karte gezahlt hat .. die technik in einem perso ist auch nicht ausgelegt um auf entfernung gelesen zu werden... es sind nur wenige cm möglich

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    1. Junge Junge von der Branche: Du redest von heute, was heute möglich ist.
      Als ich begonnen habe als Entwicklungsingenieur zu arbeiten (1977), gab's noch kein Handy. Wenn ich damals gesagt hätte, dass in 35 Jahren es möglich sein wird, die Position eines telefonierenden Menschen auf 1m genau zu orten, aus 10.000 km Entfernung, in Sekunden, ich wäre in der Klappsmühle gelandet, wir konnten uns so etwas nie vorstellen. Der Roman "1984" war für uns maßlos übertrieben - nie realisierbar - jetzt hoffnungslos überholt, NSA (und andere) können's viel besser. Es schadet dem Fortschritt nicht, ihn kritisch zu reflektieren.

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    2. Und warum finde ich jetzt diese Dinger schon auf dem Boden eines Nutella Glases sowie auf der Verpackung vim Shampoo . Heute der 02.09.2014

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