Samstag, 25. Juni 2011

Big Brother is watching you: Überwachung per Handy

Um die Überwachung mittels Mobiltelefonen ranken sich viele Gerüchte, von denen etliche sich bereits als Wahr herausgestellt haben. Nun ist bekannt geworden, dass sich dieses handliche Gerät auch noch zu ganz anderen Dingen eignet. In Dresden ist es zu einem Vorfall gekommen, der eigentlich die Datenschützer auf den Plan rufen sollte. Rasterfahndung in Reinkultur und der Umfang ist kaum zu fassen!


Den Vorfall, wie er sich in Dresden abspielte, könnte man sich in China oder anderen Ländern mit straffen diktatorischen Regierungen vorstellen, aber in Deutschland? Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einer Demonstration, und im Nachhinein bekommen Sie Besuch von einer Behörde. Mittels des elektronischen Fall-Analyse-Systems und 160.000 Datensätzen, spielte sich genau das in Dresden ab.
Die Polizei besorgte sich von einem Richter den Beschluss und im Anschluss 160.000 Datensätze von Mobilfunktelefonen, welche sich zum Zeitpunkt der Demonstration in den entsprechenden Funkzellen eingeloggt hatten. Es wurden Gesprächs-, Telefondaten und SMS geprüft und mit einem Algorithmus ausgewertet. Wer hat mit wem telefoniert, wer war auf der Demonstration und wer hat wem SMS geschickt. Im letzten Fall ist davon auszugehen, dass auch die Texte zur Verfügung standen.
Generalverdacht trifft hier den Nagel auf den Kopf. Ein weiteres Beispiel liefert laut der FAZ den Hinweis, dass die Daten im Anschluss nicht etwa gelöscht würden, was die Angelegenheit um so brisanter macht.
Die sächsische Polizei ist schon in der Vergangenheit durch eine besondere Datengier aufgefallen. Bereits 2009 wurden in einer rechtlich fragwürdigen Rasterfahndung 160.000 Datensätze aus den Kassensystemen einer Baumarktkette beschlagnahmt. Diese wurden dann nach dort gekauften Gegenständen durchkämmt, die bei einem Brandanschlag verwendet wurden. Im nächsten Schritt forderte das Landeskriminalamt für die Einkaufszeitpunkte alle Mobiltelefondaten aus den Funkzellen an den entsprechenden Baumärkten an und durchsuchte sie nach Übereinstimmungen mit Telefonierenden aus den Stadtteilen um den Tatort. Erfolg brachte die Aktion nicht. Doch die Daten sind noch heute, drei Jahre später, gespeichert.
So bequem auch die heutigen Mittel sind, führen Sie offensichtlich doch in einen orwellschen Modus. Sollten Sie vorhaben auf eine Demonstration zu gehen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Datensammelwut zu entkommen. Das Mobiltelefon zu Hause lassen ist natürlich die Sicherste, allerdings habe ich einmal getestet, dass sich Mobiltelefone auch nicht einloggen können, wenn man diese mit 2-3 Schichten Alufolie einwickelt. Ob ein ausgeschaltetes Handy tatsächlich auch diese Funktion erfüllt, wurde bereits in etlichen Beiträgen auf Fachseiten bezweifelt.
Weiter heißt es aus dem FAZ Artikel:
Im Rahmen einer sogenannten Funkzellenauswertung fragte die sächsische Polizei mehr als 130.000 Datensätze aus mehreren Stunden Mobilfunkverkehr von den Providern ab. Parlamentarische Kontrollgremien wurden nicht eingeweiht, nicht einmal der sächsische Innenminister von der Union, dessen Telefon übrigens auch unter den Erfassten war. Der Tatvorwurf: Landfriedensbruch.
Besonders zu beachten ist die Tatsache, dass in einem Land wie Deutschland, bereits Besucher einer Demonstration mit dem Vorwurf des Landsfriedensbruchs belegt werden und offensichtlich ein Genralverdacht besteht. Das sind keine Rechtsstaatlichen Strukturen, dass ist eine Form des Überwachungsstaates.
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