Dienstag, 21. Juni 2011

Freiheit ohne Autorität


                                     Wie wir frei werden

Die Menschen seien für so viel Freiheit und soviel Eigenverantwortung nicht intelligent genug heisst es . Sie seien zu unreif, zu egoistisch und wollen das im Grunde auch gar nicht.
Ich glaube nicht, dass die Menschen nicht intelligent genug sind. Man braucht keinen besonders hohen Intelligenzquotienten, um Gewalt abzulehnen. Auch sind die Menschen weder zu unreif noch zu egoistisch. 

Tatsache ist aber auch, die Gesellschaft will ein so großes Maß an Freiheit nicht, hat sogar Angst davor und dieser Angst ist der eigentliche Grund für dieses Argument.
Wenn wir darauf eine Antwort finden, wissen wir, was wir tun müssen, um frei zu werden. 

Die Gesellschaft, in der wir leben, ist ein Spiegelbild der Kindheit, in der wir aufwachsen! Wenn ein Kind auf die Welt kommt ist es rein und unschuldig. Es weiß nichts, aber es hat Bedürfnisse. Körperkontakt und Kommunikation sind ab der ersten Minute von enormer Bedeutung für Babys. Da Kinder nichts wissen und noch nicht in der Lage sind, rational zu denken, können sie auch nichts falsch machen. Ihre Festplatte ist sozusagen noch leer. Sie wird jetzt im laufe der Jahre gefüllt durch das Umfeld, in dem das Kind lebt und durch die zwischenmenschlichen Beziehungen zu den Eltern.
Für ein aufwachsendes Kind sind die Eltern der Inbegriff von Wissen, Wahrheit und Moral. Alles was die Eltern tun oder sagen ist erst einmal richtig. Die Eltern sind der Maßstab für alles. Doch werden die Eltern dieser enormen Verantwortung gerecht? Sind Eltern die allwissende Instanz für gut und schlecht, richtig und falsch? Ich glaube nicht.

Der Ausspruch: Andere Länder, andere Sitten, beschreibt das Problem ganz gut. Auch die Eltern sind ja zu einem großen Teil ein Produkt ihrer Umwelt, der Kultur und dem Umgang in ihrem Elternhaus. Eltern geben ihre Erfahrungen und Wertvorstellungen an ihre Kinder weiter und die wiederum an deren Kinder und so fort. Nur, sind diese Wertvorstellungen wirklich wertvoll? Welche Art der Wertevermittlung wenden die Eltern Ihren Kindern gegenüber an? Schreien sie, schlagen sie, ignorieren sie oder respektieren sie Ihre Kinder als gleichwertige Individuen mit gleichwertigen Bedürfnissen?

Es gibt mehrere Arten der Autorität. Zum einen kann Autorität durch Erfahrung begründet sein. Jemand, der schon sehr alt und weise ist,  wird von anderen oft um Rat gefragt. Gegen diese Art der Autorität ist nichts einzuwenden.



(...)
Eine andere Art der Autorität ist die, auf die ich hier besonders eingehen möchte, weil sie abgrundtief schlecht ist. Es ist die, die auf Macht und Gewalt basiert und leider in unserer Gesellschaft und unserer Beziehung zu unserem Staat dominiert, aber auch im Umgang mit unseren Kindern weit verbreitet ist.
Räum Dein Zimmer auf!  Warum? Weil ich es will!
Das ist die Art der Autorität, die Kinder in der Regel begleitet. Keine Wertschätzung, kein Respekt, keine Rationalität ist in ihr enthalten. Das Kind ist minderwertig. Es hat zu gehorchen.
Da Kinder diese Zusammenhänge nicht verstehen, werden sie dieses Verhalten der Eltern zwar als ungerecht, jedoch trotzdem als notwendig und somit gut ansehen. So macht man das eben. So löst man Probleme. Zwang ist in unserer Gesellschaft als das Heilmittel akzeptiert, weil wir es in unserer Kindheit so gelernt haben.
Wir ernten was wir sähen!
Ein guter Bürger hinterfragt die Autorität nicht, er gehorcht. Stehlen ist schlecht, wenn die Sklaven es untereinander tun. Aber wenn die Regierung uns bestiehlt? Dann ist es gut. Es dient der Gesellschaft. Unsere Führer tun das nur zu unserem Besten, so wie unsere Eltern uns nur zu unserem Besten geschlagen, kommandiert und gezwungen haben. Wir wurden gezwungen, die staatliche Schule zu besuchen, damit wir lernen, was gut und wichtig für uns ist, doch niemand führt uns den Zwang vor Augen, der hinter all dem vermeintlich Guten steckt.
Natürlich schlagen heute viel weniger Eltern, als noch vor dreißig Jahren. Aber wie viele Eltern bringen Ihren Kindern bei, zu hinterfragen, zu widersprechen und auch mal nein zu sagen? Wie vielen Kindern wird gesagt, sie müssen Ihre Gummibärchen nicht abgeben, es sind nämlich ihre Gummibärchen. Ihr Eigentum. Nein wir Gutmenschen erklären unseren Kindern, dass sie abgeben müssen, anstatt ihnen zu helfen, abgeben zu wollen. Aber dazu müsste man die Kinder respektieren, ihre Bedürfnisse als gleichwertig erachten und ihre natürlichen Rechte anerkennen.
Erst wenn eine kritische Menge nicht mehr an falsche Autorität und Gehorsam glaubt, wird es eine Veränderung geben. Erst wenn wir unseren Kindern die Wahrheit sagen und ihnen beibringen, was wirklich richtig und falsch und gut und schlecht ist, werden sie dieses Wissen an die nächste Generation weitergeben. Wenn wir ihnen rationales Denken anstatt von Gewalt und Gehorsam vorleben, werden sie es bei ihren Kindern auch so machen.
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