Mittwoch, 8. Juni 2011

Das Geschäft mit Mini-GPS-Peilsendern boomt - Die schleichende Totalüberwachung

Mini-Tracker (Peilsender) erlaubt die totale Kontrolle!

Mit dem Tracker können Personen genau lokalisiert werden. Die Verbraucherschutz warnt vor einem Missbrauch des GPS-Geräts für Spionage zwecke.



Mit dem Slogan «Jederzeit ­wissen, wo was ist» wirbt die Schweizer Firma Tracker.ch derzeit in Fussballstadien offensiv für ihre Mini-GPS-Geräte. 
Mit Erfolg: denn, «Das Geschäft boomt. Wir haben in gut einem Jahr rund 3000 Stück verkauft, bis Ende des Jahres rechnen wir mit 5000 verkauften Geräten», so Vladi Barrosa, Mediensprecher der Firma. Besonders beliebt sei der Picotracker, ein Gerät so gross wie eine Streichholzschachtel. 

Wird er einer Person in die Tasche gesteckt, kann eine Zweitperson über Handy oder Computer genaustens verfolgen wo sich die «getrackte» Person ­aufhält. «Gerade für ängstliche Eltern oder für Angehörige einer dementen Oma ist das praktisch», so Barrosa.

Sara Stalder vom Schweizerischen Verbraucherschutz befürchtet, dass der Tracker als Spionagegerät missbraucht wird: «Der Betreiber kann nicht garantieren, dass das Datenschutzgesetz befolgt und die Einwilligung der Gegenpartei, um ein solches Gerät zu benutzen, eingeholt wird.» Paar­-Therapeut Klaus Heer sind solche perfiden Überwachungsmethoden bekannt. Beunruhigend findet er, dass mit dem Tracker der eifersüchtige Partner sogar per SMS informiert wird, wenn der andere sein gewohntes Umfeld verlässt. «Viele Beziehungen überleben einen solchen gravierenden Vertrauensbruch nicht», sagt Heer.


Während 30 Prozent der Geräte an Privatpersonen verkauft werden, sind die Hauptabnehmer Logistikunternehmen, wo die Tracker zur Kontrolle der Lastwagenfahrer eingesetzt werden. Völlig zu Unrecht, meint Hans Hartmann von der Unia: «Ein Kontrollsystem, das über den Fahrtenschreiber herausgeht und der Firma eine Totalüberwachung ihrer Angestellten erlaubt, ist unnötig und bringt die Gefahr von Missbrauch mit sich.» Die Fahrer würden so zu Fahrmaschinen ohne jegliche Entscheidungsfreiheit degradiert.


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Quelle: 20min.ch





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