Mittwoch, 25. Mai 2011

Cynthia McKinney: Ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden und ohne Wahrheit keine Gerechtigkeit.

Die ehemalige Kongress-Abgeordnete Cynthia McKinney klagt auf einer Friedenskonferenz in Teheran die Politik der Obama-Regierung an.

Cynthia McKinney

Von Cynthia McKinney
Black Agenda Report, 17.05.11
http://www.blackagendareport.com/content/us-policy-rooted-lies-injustice-and-war

Die ehemalige Kongressabgeordnete aus Georgia und Präsidentenkandidatin der Green Party der USA ist "betrübt darüber, dass unser erster afroamerikanischer Präsident einen falschen Eindruck von der politischen Einstellung der Schwarzen in den USA vermittelt".

Auf einer Friedenskonferenz sagte sie: "Ohne das feste Fundament der Wahrheit können wir unseren Staat nicht dazu bringen, den Frieden und die Menschenwürde zu respektieren."
Die folgenden Bemerkungen richtete sie an die "International Conference on Global Alliance
Against Terrorism for a Just Peace" (an die Internationale Konferenz für eine globale
Allianz gegen den Terrorismus und für einen gerechten Frieden, s. http://www.peacetribune.
com/about ), die am 15. Mai 2011 in Teheran stattfand. "Unser Staat platzt an den Nähten auseinander, weil er nicht nur die Welt terrorisiert, sondern auch die Todesstrafe
über ganze Länder verhängt."

Wie wunderbar, an einer Konferenz teilnehmen zu können, auf der das Wort "Liebe" eine Rolle spielt; wir sind hier, weil wir die Menschheit lieben. Wir sind aus allen Ecken der Erde hier zusammengekommen, weil wir gegen den Terrorismus sind und Frieden wollen.
Wir müssen aber erst klären, was wir mit Frieden meinen. Welche Art Frieden wollen wir?

Präsident John F. Kennedy beantwortete diese Frage folgendermaßen:
"(Wir wollen) keine Pax Americana, die der Welt mit Waffen und Krieg aufgezwungen wird." Er forderte einen Frieden, der das Leben lebenswert macht, einen anhaltenden Frieden für alle Männer und Frauen.

Ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden und ohne Wahrheit keine Gerechtigkeit.
Die heutige Politik der USA fußt aber auf Lügen, Ungerechtigkeit und Krieg. Auch die Menschen
in den USA selbst leiden darunter. Sie leiden unter Rassismus, der trotz und vielleicht
sogar wegen Obama wieder auflebte; latenter Hass führt zur Inhaftierung von Palästinensern,
richtet sich gegen die Muslime und zielt auf Einwanderer; schon werden wieder Schwarze gelyncht, Latinos verschwinden und viele Menschen verelenden. Auch die Menschen in den USA selbst müssen die Folgen dieser fatalen Politik ausbaden.

Cynthia McKinney
• Unser Bildungssystem ist schlecht, in manchen Schulbezirken erreichen 50 Prozent der Schüler keinen High-School-Abschluss.
• Unsere Gesundheitsfürsorge ist unzureichend, die US-Amerikaner zahlen am meisten und bekommen am wenigsten dafür; nach dem World Fact Book der CIA (einer Sammlung von Fakten aus der ganzen Welt, s. https://www.cia.gov/library/publications/ the-world-factbook/ ) stehen die USA bei der Lebenserwartung auf Platz 50.
Wer vergleichen will: Pakistan nimmt Platz 166 ein, der Irak Platz 145, Gaza Platz 111, Libyen Platz 58 und Kuba Platz 57. Bei der Säuglingssterblichkeit sind die USA schlechter platziert als die Europäische Union und Israel.

"Dr. Martin Luther King Jr. hat einmal gesagt, von den USA ginge die meiste
Gewalt auf unserem Planeten aus, und leider trifft das immer noch zu."

Die USA waren einmal ein reiches Land, das der Welt viel zu geben hatte; aber jetzt wird
unser Staat geplündert, und von seiner Wirtschaftspolitik profitieren nur noch die Oligarchen.
Unser Staat platzt an den Nähten auseinander, weil er nicht nur die Welt terrorisiert, sondern
auch die Todesstrafe über ganze Länder verhängt. Dr. Martin Luther King Jr. hat einmal
gesagt, unser Land habe (ins Ziel) geleitete Raketen und fehlgeleitete Politiker. Das stimmt auch heute noch. Dr. Martin Luther King Jr. hat ebenfalls gesagt, von den USA ginge die meiste Gewalt auf unserem Planeten aus, und leider trifft auch das immer noch zu.

Aber es gibt auch einige gute Nachrichten. Und die gibt es trotz der unter scharfer Kontrolle
(der Konzerne) stehenden US-Medien und trotz einer in die Irre führenden politischen Struktur, die kaum noch demokratisch zu nennen ist, falls sie es jemals war. Die aufrichtigen US-Amerikaner, die eigentlich alle nur Frieden wollen, beginnen die Wahrheit zu erkennen:

Ohne das feste Fundament der Wahrheit können wir unseren Staat nicht dazu bringen, den Frieden und die Menschenwürde zu respektieren. Diejenigen, die Hass, Krieg und Zionismus predigen, werden zunehmend als Brandstifter erkannt.

Jetzt kommt es darauf an, ob es uns gelingt, die endlich Aufgewachten zu mobilisieren. Es ist, glaube ich, wichtig, die Frage zu beantworten, welche Revolution wir unterstützen. Ich kenne aus eigener Anschauung die Bedeutung dieser Frage. Während der Bürgerrechtsbewegung in den USA waren die Schwarzen im Stande, ungerechte Gesetze durch bessere zu ersetzen. Sie hatten nicht viel Geld, aber es reichte. Und was ihnen an Geld fehlte, machten sie durch Einigkeit und die richtige Strategie wett. Deshalb ist es auch jetzt, da unsere Sache so schlecht zu stehen scheint, wichtig, dass wir unsere Anstrengungen verdoppeln und keinesfalls aufgeben. Wir müssen fest daran glauben, dass wir die eine friedlichere Welt schaffen können.

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass ich als US-Amerikanerin sehr traurig über alles
bin, was mein Land der Welt antut. Ich bin auch sehr betrübt darüber, dass unser erster afroamerikanischer Präsident einen falschen Eindruck von der politischen Einstellung der
Schwarzen in den USA vermittelt, wenn er sich an Kriegsverbrechen beteiligt und Tod und
Zerstörung über die Welt bringt.

Die laufenden Kriege sind Verbrechen gegen die Menschheit, Verbrechen gegen den Frieden
und Verbrechen an unserem Planeten Erde. Ich glaube, dass wir Menschen jetzt bereit sind, uns aus revolutionärer Liebe zu erheben und – wie Malcolm X es formulierte –
"das Notwendige mit allen Mitteln" anzugehen.

Ich danke allen, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und Menschenwürde einsetzen.

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Quelle: http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP08811_250511.pdf
Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein
LP 088/11 – 25.05.11

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