Mittwoch, 27. April 2011

Von der Schweiz lernen: Volksinitiative Vollgeldreform



In der Schweiz wird momentan eine Volksinitiative vorbereitet, die als die wichtigste der vergangenen Jahrzehnte gilt. Diese sieht vor, dass Geld künftig ausschließlich von der Zentralbank geschöpft werden könne und nicht - wie bislang - von privaten Geldhäusern.

Wer hats erfunden? Nein, nicht die Schweizer. Bereits in den 1930er-Jahren gab es eine ähnliche Initiative in den USA, die damals unter dem Titel "100-percent-money" firmierte. Momentan müssen die Privatbanken lediglich einige wenige Prozent als Reserve bereit halten und können Geld über die Kreditvergabe schöpfen. Die Resultate sind hinlänglich bekannt: Wirtschaftskrisen, Instabilitäten und der ausgeübte Druck der Finanzwirtschaft auf die Politik.

Sollte die Volksinitiative Erfolg haben, so müsste die Verfassung der Schweiz um einen Artikel erweitert werden, der die Geldschöpfung allein in die Hände der Zentralbank legt. In den USA der 1930er-Jahre scheiterte der Vorstoß wenig überraschend. Die Schweiz könnte damit einmal mehr zum Vorbild werden, allerdings dürfte die Volksinitiative auf erbitterten Widerstand der Privatbanken stoßen.

Die Vorteile des sogenannten Vollgeldes liegen auf der Hand: die Privatbanken könnten nicht länger Geld schöpfen, ohne vorher die Zentralbank um Mittel zu bitten. Wie schwer der Nachteil, dass die Geldschöpfung fortan unter politischer Kontrolle stünde, wiegt, kann indes nicht ermittelt werden. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt aber, dass Regierungen, die die Macht über die Geldschöpfung haben, durchaus von dieser Macht Gebrauch machen, gerne und exzessiv vor anstehenden Wahlen.


Quelle: http://www.wisopol.de/2011/04/von-der-schweiz-lernen-volksinitiative.html

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