Donnerstag, 26. August 2010

Die Legitimität des FED und die Verschwörung um die Verschwörungstheorien




Geschrieben von: Jakobus Dorloff   
Montag, 20. Juli 2009 um 22:33 Uhr

Mitte Juni 2009 gingen Meldungen zu einem Gesetzentwurf von Obama durch die Mainstream-Medien, der eine Reform der amerikanischen Finanzmarktaufsicht herbeiführt. Er sieht unter anderem vor, der Federal Reserve diverse Erweiterungen der Kompetenzen zuzugestehen und deren Macht so deutlich auszuweiten.

"Obama will Supercop für die Finanzbranche" titelt  Spiegel-Online am 17.Juni und informiert den interessierten Leser, dass Obama nun radikal durchgreifen wird, sich die Wallstreet aber wohl gegen die größte Reform seit der Großen Depression 1929 wehren wird. Nun ist hier immer die Rede davon, dass Obama der Regierung die Kontrolle  über das Finanzsystem ermöglichen möchte. Lediglich in der Zeit kommt ein Prof. Auerbach zu Wort, der unter Anderem auch Zweifel an der Neutralität des FED äußert und einen Interessenkonflikt sieht: "Die Organisation wird zum großen Teil von den Bankern geführt, die sie eigentlich überwachen sollen." Kein Artikel verweist allerdings darauf, dass die Federal Reserve selbst keine staatliche Institution ist, sondern ein privates Unternehmen, dass den amerikanischen Großbanken selbst gehört, denn diese halten 100% der Anteile. Aber schauen wir uns einmal die Entstehung und Geschichte des FED an: Die US-Notenbank wird bald ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Am 23. Dezember 1913 hatte der amerikanische Kongress das Recht der Geldschöpfung per Gesetz an die Federal Reserve abgegeben, welches ihm vorher selbst zustand. Das entsprechende Gesetz dazu wurde bereits 1910, also 3 Jahre zuvor in seiner ursprünglichen Form verfasst, angeblich gab es dazu ein konspiratives Treffen von Spitzenbankern auf der Insel „Jekyll Island“, die damals ein Privatbesitz der Rockefeller Familie war. Die Begründung für die Einführung dieses Systems war die Notwendigkeit einer Institution, welche eine Stabilisierung der Wirtschaft durch die Regulierung der Geldmenge herbeiführt, was auch heute noch das Hauptziel darstellt. Nun gab es während der knapp 100 Jahre des Bestehens dieser Notenbank diverse Krisen, Zusammenbrüche des Wirtschafts- und Finanzsystems meist gefolgt von  Deflation, Inflation und Depressionen, schließlich auch der Loslösung des Geldes von der Goldbindung und eine enorme Inflation des Dollars über den gesamten Zeitraum.
Anlässlich der jüngsten Ereignisse, welche die Weltwirtschaft und das Weltfinanzsystem in einen tiefen Abgrund gerissen haben, werden auch die Stimmen der Kritik an diesem System immer lauter und es werden langsam mehr Fragen gestellt. Was könnte es also auszusetzen geben an der Zentralbank der größten Wirtschaftsmacht der Welt? Die Kritikpunkte setzen erstaunlich früh in der Geschichte an. Bereits Woodrow Wilson, der 28. Präsident der Vereinigten Staaten von 1913 bis 1921, der den Federal Reserve Act nach der Verabschiedung im Kongress unterzeichnete, sagte später nach seiner Amtszeit:
"Ich bin ein zutiefst unglücklicher Mann. Ich habe unwissentlich mein Land ruiniert. Eine große industrielle Nation wird von ihrem Kreditwesen kontrolliert. Unser Kreditwesen ist vereinigt. Daher ist das Wachstum unserer Nation und alle unsere Tätigkeiten in den Händen einiger weniger. Wir sind eine der schlechtregiertesten, meistkontrollierten und beherrschten Regierungen der zivilisierten Welt. Nicht länger eine Regierung der freien Meinung, nicht länger eine Regierung der Überzeugung oder des Mehrheitsentscheides, sondern eine Regierung der Ansichten und Nötigungen einer kleinen Gruppe herrschender Männer."
Diesen Worten, die durchaus sehr beunruhigend und bedrohlich wirken, ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Aber die Kritik und die Fragen, die gestellt werden führen uns noch weiter in der Zeit zurück in das Jahr 1910, zu dem mysteriösen Treffen auf Jekyll Island. Hier soll der Geburtsort des Federal Reserve Act sein, geschrieben von sieben der wichtigsten und einflussreichsten Banker jener Zeit. Wieso wurde dies unter völliger Geheimhaltung durchgeführt, obwohl es einen erheblichen und direkten Einfluss auf die Öffentlichkeit hat und heute auch auf die ganze Welt hat, denn der Dollar stellt die Hauptreserve für die meisten nationalen Währungen dar? Noch nachdem das FED bereits ins Leben gerufen wurde, leugneten die Verschwörer ihre Teilnahme am Treffen, bis sie sich dann aber wiederum Jahre später selbst in Presseerklärungen, Zeitungsberichten oder Interviews verrieten. Einer der Urheber des Federal Reserve System war Frank A. Vanderlip, damaliger Präsident der Rockefeller Bank National City Bank of New York, der mächtigsten Bank zu dieser Zeit. Vanderlip schrieb 1933 in einem Zeitungsartikel ein paar Zeilen, die kein besseres Licht auf den gesamten Sachverhalt werfen:
"[...]Wäre es öffentlich geworden, dass ausgerechnet diese Gruppe von Menschen zusammengekommen war, um ein Bankgesetz zu formulieren, hätte es nicht den Hauch einer Chance gehabt, durch den Kongress zu kommen[...]"
(Literatur: Die Kreatur von Jekyll Island, G Edward Griffin)
So weit so gut! Diese Ausführungen haben doch aber eher etwas mit einem billigen Roman vom Bahnhofskiosk oder dem Spätkrimi am Mittwochabend auf Kabel 1 zu tun, aber in unserer realen Welt ist das doch unvorstellbar, unmöglich und wenn doch etwas Wahres daran wäre, hätte schon längst ein Aufschrei durch die Bevölkerung gehen müssen, der überall hörbar gewesen wäre. Aber wer kennt schon die Fakten? Wer weiß schon, dass es sich bei dem FED um ein privates Unternehmen handelt, das den amerikanischen Großbanken gehört? Wer weiß eigentlich, wie die Geldschöpfung funktioniert? Jeder benutzt es jeden Tag und ist stark davon abhängig, aber woher kommt es eigentlich, das Geld?
Auf der Suche nach Antworten trifft man nun auch auf den Autor und Filmemacher G. Edward Griffin, der große Recherche- und Analysearbeit zu dem Thema FED geleistet hat. So habe ich mich mit den Ausarbeitungen Griffins zur US-Notenbank näher auseinandergesetzt, wozu zentral sein Buch Die Kreatur von Jekyll Island gehört. Kurz darauf fiel mir auf, dass sich zu G. Edward Griffin im Internet auf diversen Seiten verschiedenste Darstellungen über den Autor als Person finden. Daher möchte ich an dieser Stelle einmal weiter darauf eingehen.
Bei den Darstellungen über Griffin selbst beziehe ich mich auf die folgenden zwei zentralen Kritikpunkte, die im Netz immer wieder auftauchen, um zu beleuchten, ob diese diskreditierend wirken oder berechtigt sind:
Zum einen seine Ausarbeitungen zum Thema Heilung von Krebs, worüber Griffin u.a. ein bekanntes Buch verfasst hat (Eine Welt ohne Krebs. Die Geschichte des Vitamin B17 und seiner Unterdrückung).und zum anderen seine Unterstützung der Präsidentschaftskampagne von George Wallace im Jahr 1968.
Zum ersten Punkt möchte ich hier nicht viele Worte verlieren. Über die Heilung von Krebs zu sprechen, ist immer ein heikles Unterfangen und Personen, die sich dazu äußern, werden gern von vorherein der Scharlatanerie bezichtigt. Allerdings sind die Entwicklungssprünge der Schulmedizin auf diesem Gebiet auch wenig imposant. Sich mit Alternativen zu beschäftigen sollte einleuchtend sein. Ich selbst kenne das Buch von Griffin allerdings noch nicht, wäre dem gegenüber aber aufgeschlossen.
Der zweite Punkt bringt Griffin mit Rassismus in Verbindung, da er für George Wallace's Kandidaten des Vize-Präsidentschaftsamts, General Curtis E. LeMay als Schreiber anheuerte und Wallace für seine rassistische Politik und Einstellung bekannt war. Wallace wurde 1962, mit einem Pro Rassentrennungs-Wahlprogramm erstmals zum Gouverneur von Alabama gewählt. In seiner Amtseinführungsrede erklärte er 1963 dann „Rassentrennung heute, Rassentrennung morgen und Rassentrennung für immer!“. Später drückte er sein Bedauern aus, diese Worte gesprochen zu haben und verwies darauf, die Rede vorher nicht gelesen zu haben. Außerdem machte er im selben Jahr noch mit Aktionen gegen die Aufhebung der Rassentrennung von sich reden. Es wird auch behauptet, dass seine Politik rassistisch motivierte Gewaltverbrechen mit Todesfolge begünstigt haben soll (Quelle: Wikipedia).
Griffin selbst war allerdings 1968 Schreiber von General Lemay, der selbst nicht mit Rassismus in Verbindung gebracht wird. Diesen kann man eher als Musterbeispiel des militärischen Hardliners im kalten Krieg bezeichnen. Ausschlaggebend dafür ist, das Lemay 1949 in einem strategischen Planungdokument einen nuklearen Erstschlag gegen Russland vorgeschlagen hatte. So befürwortete er auch einen aggressiveren Kurs zur Kuba-Krise als von Kennedy eingeschlagen wurde. Im zweiten Weltkrieg befehligte er Bombereinsätze gegen Deutschland und Japan. Dazu zählten auch Brandbombeneinsätze, bei denen auch unzählige Zivilisten getötet wurden (Quelle: Wikipedia).
Zum Rassismus-Vorwurf würde ich daher folgende Fragen stellen: Aus welcher Motivation heraus hat Griffin die Wahlkampagne der damaligen American Independent Party unterstützt? Wie war seine Haltung gegenüber den Kandidaten und der Kampagne? In welchem Zeitraum hat er Unterstützungsarbeit mit welchem Einfluss geleistet? Lassen wir Griffin selbst antworten, in einer Stellungnahme zu dem Vorwurf aus dem Jahr 2008 (Quelle: www.freedom-force.org, freie Übersetzung vom Autor):
"Von allen Dingen die ich über die Jahre für die Wiederherstellung unserer verfassungsmäßigen Republik getan habe, hätte ich am wenigsten erwartet, mich dafür verteidigen zu müssen, dass ich mich 1968 entschied, eine ehrenamtliche Tätigkeit ohne Bezahlung als Redenschreiber von General Curtis Lamey aufzunehmen. Dieser war der Vize-Präsidentschaft-Kandidat für die American Independent Party. Im reifen Alter von 37 Jahren hatte ich eine Menge über Politik zu lernen und noch mehr über die versteckten Agenden von Personen in hohen Positionen. Aber für mich war es eine Tatsache, dass die Außenpolitik beider großen Parteien auf die Bildung einer neuen Weltordnung hinausläuft. Meine Motivation die American Independent Party zu unterstützen war es (obwohl ich zu jener Zeit eingeschriebener Republikaner war), dem globalen Kollektivismus einige Steine in den Weg zu legen.
Tatsächlich bin ich mit LeMays Kampagnenteam etwa zwei Wochen herumgereist und habe zwei kurze Reden verfasst, welche die Vorteile eines starken Amerikas (nicht eines agressiven) und von nationaler Souveränität hervorhoben. Ich arbeitete schwer für dieses Grundsatzprogramm und hoffte, dass die wesentlichen Inhalte irgendwie in den Worten des Generals aufgehen würden, was aber nicht der Fall war. Mein Botschaften sind nie angekommen.
LeMay war immer sehr unbeherrscht und die Presse wusste das. Jedes Mal, wenn er auf einer Pressekonferenz erschien, stellte ein Reporter eine Frage, die nicht auf seinen Standpunkt zu politischen Belangen abzielte, sondern auf seinen Rassismus. Nach meinem besten Wissen war er in keiner Weise ein Rassist, im Gegensatz zum Frontmann der American Independent Party, dem Gouverneur von Alabama, George Wallace der weitestgehend als Südstaaten-Rassist bekannt war, was wiederum der Ansatzpunkt für die Presse war. Typischerweise rief also ein Reporter LeMay zu, bevor er eine Chance hatte seine vorbereiteten Erklärung abzugeben: „General, ist es wahr, dass Sie ein Rassist sind?“. Die Falle schnappte immer zu, LeMays Gesicht wurde blutrot und er begann ein 20 minutige Tirade über alle erdenklichen Themen, bis auf die, welche ich vorbereitet hatte. In den Schlagzeilen der Abendnachrichten war dann zu lesen: „LeMay steitet ab, ein Rassist zu sein“ und meine Botschaft der Freiheit war untergegangen.
Ich hätte nie gedacht, dass mich diese kurze Erfahrung in späteren Jahren einmal verfolgen würde, aber genau das ist vor einigen Tagen als Reaktion auf meine Einwilligung als Redner auf einer 9/11 Truth Konferenz in Los Angeles aufzutreten passiert. Es hat einen Protest ausgelöst, der von einer Dame ausging, die der Meinung war man müsste mich von der Rednerliste wieder entfernen, weil ich ein Schreiber von Curtis LeMay war, der nicht nur Rassist war, sondern auch für die Bombardierung von Tokio am Ende des zweiten Weltkriegs verantwortlich war.
Die Wahrheit ist, dass ich 1968 keine Kenntnis über LeMays spezielle Rolle bei der Planung und Ausführung von Militärstrategien hatte. Alles was ich wusste, war, dass er ein bedeutender General war und ehemals Chef des U.S. Strategic Air Command, und dass er eine Politik vertrat, die sich von den Republikanern unterschied. Wie auch immer -  hätte ich um seine Rolle bei der Bombardierung von Tokio gewusst oder hätte ich realisiert, dass unter seinem Kommado die Atombombe auf Japan abgeworfen wurde, hätte dies meine Entscheidung wahrscheinlich nicht geändert. Man muss sich einmal geistig in die Zeit von 1968 zurückversetzen, in der die Aussage, dass der Einsatz von Massenvernichtungswaffen menschenfreundlich sei, weil dadurch der Krieg schneller beendet werden könne und so auch die Zahl der Kriegsverluste, besonders unter Amerikanern, verringert würde, selten hinterfragt wurde.
LeMay war nicht allein an diesen Operationen beteiligt. Alle wichtigen militärischen Züge, auch die Bombardierungen und das Abwerfen der Atombombe, wurden von dem Commander-in-Chief, Harry Truman genehmigt. Ich bezweifle, dass diese Dame so voller Empörung gewesen wäre, wenn ich der Schreiber von Präsident Truman gewesen wäre.
Es ist nicht meine Absicht Curtis LeMay, oder Harry Truman zu verteidigen. Ich kann nur für mich selbst sprechen und nicht für die, welche die gleichen Beweggründe wie ich haben oder die, welche ich versuche zu beeinflussen. Wenn ich spreche und schreibe, dann ist das ein Ausdruck meiner eigenen Gedanken und Ideen und ich lade jeden ein der interessiert ist unsere Webseite (www.freedom-force.org) zu besuchen und unserer Bewegung beizutreten, um unsere Kräfte zu vereinen und nicht zu spalten."
Ob es ratsam ist, sich auf Grund dieser Tatsachen von Griffins Werk zu distanzieren muss natürlich jeder selbst entscheiden. Ich finde Griffins Stellungnahme sehr aufschlussreich und einleuchtend und dies zeigt mir, dass es im Prinzip keine ideologische Verbindung zu dem rassistischen Gedankengut Wallaces oder den Millitärstrategien LeMays gibt.
Daher möchte ich nun mit einem Vortrag von G Edward Griffin fortfahren, den er über das Federal Reserve System gehalten hat und der einen Überblick über das Buch Die Kreatur von Jekyll Island wiedergibt. Der Text ist etwas länger, was aber niemanden abschrecken sollte, denn es ist spannender als jeder Krimi, denn hier handelt es sich um unsere Realität!


"Um eine Art historische Perspektive zu geben, würde ich gern in das erste Jahrhundert vor Christus zurückgehen, in ein kleines Königreich mit dem Namen Phrygien. In Phrygien lebte ein Philosoph mit dem Namen Epiktetes, der sagte, es gebe vier Arten von Erscheinungen:
Entweder Dinge existieren, wie sie erscheinen, oder sie existieren nicht und erscheinen auch nicht, oder sie existieren, scheinen aber nicht zu existieren, oder sie existieren nicht, scheinen aber trotzdem zu existieren. Haben Sie das verstanden? Als ich das gelesen hatte, war ich mir sicher, wenn Epiktetes heute leben würde, wäre er wahrscheinlich ein Harvard-Professor für Ökonomie und Bankwesen. Denn ist das nicht die Art von Erklärungen, die Sie bekommen, wenn Sie die Berichte der Federal Reserve lesen und verstehen wollen, was Geldaggregate und solche Dinge sind?
Nun, was hat Epiktetes gemacht? Er hat ein relativ einfaches Konzept erklärt, und wir haben gleichwohl keine Ahnung, wovon er redet. Und das ist genau das Verfahren, das die Experten häufig benutzen. Nichtsdestoweniger hat er uns ein Gleis geliefert, auf dem wir uns bewegen können, eine Art Thema für diesen Vortrag. Denn wenn es etwas in der Welt gibt, das eine Erscheinung zum Zwecke der Täuschung ist, dann ist es das Federal Reserve System. Es ist in der Tat eine der Erscheinungen der vierten Art, die, wie Sie sich erinnern, nicht existieren, aber scheinbar doch existieren.
Ich würde das gerne für meinen Vortrag als Faden benutzen und gelegentlich immer wieder darauf zurückkommen, als Erinnerung an den wichtigsten Aspekt des Federal Reserve Systems, den man unbedingt verstehen muss, nämlich dass eine Menge von Täuschungs- und Zaubertricks damit verbunden sind.
Ich beginne die Geschichte am besten mit der Entstehung des Federal Reserve Systems, denn das bringt uns unmittelbar zu dem Hintergrund für den Titel des Buches The Creature from Jekyll Island. Für alle, die mit dem Hintergrund der Geschichte noch nicht vertraut sind: Die Insel Jekyll Island gibt es wirklich. Sie liegt vor der Küste von Georgia, und es war auf dieser Insel im Jahre 1910, als das Federal Reserve System bei einem geheimen Treffen entworfen und geplant wurde. Wenn Dinge heimlich gemacht werden, gilt es meist etwas zu verbergen. Ich möchte Ihnen diese Geschichte kurz erzählen und dokumentieren, und wir werden herausfinden, dass es dieses Treffen gab, dass die Federal Reserve in der Tat dort geboren wurde, dass es in der Tat eine Menge Geheimhaltung gab, und dann werden wir uns die Frage stellen: Warum diese Geheimhaltung?
Die Insel Jekyll Island war 1910 komplett im Eigentum einer Gruppe von Millionären in New York. Leuten wie J. P. Morgan, William Rockefeller und ihren Partnern. Hier verbrachten ihre Familien die Wintermonate. Es war eine Urlaubsinsel – der Jekyll Island Club. Auf der Insel gab es ein großes Clubhaus als Zentrum der sozialen Aktivitäten. Sie können dieses Clubhaus heute besuchen. Die Insel wurde vom Staat Georgia gekauft, und das Clubhaus wurde komplett restauriert. Es ist wunderschön. Wenn Sie dort einen Besuch machen und die Korridore entlangwandern, werden Sie an eine Tür kommen, an der eine Bronzeplatte befestigt ist, auf der steht:
»Das Federal-Reserve-System wurde in diesem Zimmer geboren.«
Es gibt also kein Geheimnis um diesen Teil - es ist eine öffentlich bekannte Tatsache. Und so hat die Geschichte begonnen: Es war im November des Jahres 1910, als Senator Nelson Aldrich spät abends seinen privaten Eisenbahnwagen zur Bahnstation von New Jersey schickte, der ihn selbst und sechs weitere Männer unter extremer Geheimhaltung dort abholen sollte. Die Männer hatten die Anweisung, jeweils alleine zu kommen und am Abend der Abreise nicht miteinander zu Abend zu essen. Sie sollten nach Möglichkeit nicht zur gleichen Zeit zum Bahnhof kommen, und wenn sie zur gleichen Zeit eintreffen würden, sollten sie sich nicht kennen. Sie sollten Begegnungen mit Zeitungsreportern vermeiden, denn sie waren sehr bekannte Leute, und Zeitungsreporter besuchten oft Bahnstationen. Würden sie gesehen werden, müssten sie mit Fragen rechnen, besonders, wenn sie gemeinsam gesehen würden. Einer der Männer trug ein Gewehr in einem großen schwarzen Gewehrkoffer. Auf die Frage, wohin er fahre, hätte er geantwortet, er ginge zur Entenjagd. Das Interessante daran ist, dass wir aus seiner Biographie wissen, dass dieser Mann in seinem ganzen Leben kein Gewehr abgeschossen hat. Er besaß gar kein Gewehr und hatte sich dieses Gewehr extra geliehen zur Täuschung und Tarnung. Selbst nachdem sie sich an Bord des privaten Eisenbahnwagens befanden, wurde diese Geheimhaltung beibehalten. Sie hatten die Anweisung, nur ihre Vornamen zu benutzen und die Familiennamen zu vermeiden. Zwei von ihnen gaben sich sogar neue Vornamen als Codenamen. Der Grund dafür war, dass die Bediensteten an Bord nicht wissen sollten, wer sie waren. Sie befürchteten, dass, wenn die Bediensteten darüber gesprochen hätten, auf diese Weise Informationen nach außen gedrungen wären und der Zweck des Treffens kompromittiert worden wäre. Also, absolute Geheimhaltung nach allen Seiten sollte gewährleistet sein.
Der Privatzug reiste zwei Nächte und einen Tag die 1000 Kilometer nach Süden, und als die Männer am zweiten Morgen aufwachten, stand der Waggon in Brunswiek, Georgia. Dort nahmen sie eine Fähre über die England-Straße zur Insel Jekyll Island und fuhren zum Clubhaus. Für die folgenden neun Tage saßen sie um einen Tisch und entwarfen alle wichtigen Details für das, was schließlich das Federal Reserve System wurde. Nachdem sie fertig waren, fuhren sie zurück nach New York, und für eine ganze Reihe von Jahren leugneten sie, dass ein solches Treffen jemals stattgefunden habe. Erst nachdem das Federal Reserve System fest installiert war, erst danach begannen sie über das Treffen offen zu sprechen und darüber, was dort vereinbart wurde.
Einige schrieben Bücher darüber. Einer verfasste einen Artikel darüber in einer Zeitschrift und sie gaben Zeitungsreportern Interviews über das Ereignis. Heute, viele Jahre später, können wir die veröffentlichten Unterlagen einsehen und bis ins kleinste Detail nachvollziehen, was auf Jekyll Island in 1910 passiert ist.
Wer waren diese sieben Männer? Den ersten, Senator Nelson Aldrich, hatte ich schon erwähnt. Ihm gehörte der Privatzug. Er war ein republikanischer Einpeitscher im Senat. Er war der Vorsitzende der nationalen Währungskommission, eines speziellen Komitees des Kongresses, das eine Empfehlung ausarbeiten sollte, um eine Gesetzgebung für eine Bankenreform auf den Weg zu bringen. Bankenreform nannten sie es - sie wollten das Bankwesen in Amerika reformieren, weil die Amerikaner sehr beunruhigt waren über die Konzentration von Bankmacht in der Hand einer kleinen Gruppe von Bankern und Investmentfirmen in New York und Wall Street. Man nannte es den Geld-Trust. Das war eine gängige Formulierung. In der Tat wurden eine Reihe von Politikern in ihr Amt gewählt, weil sie versprachen, die Macht des Geld-Trust aufzubrechen. Genau das war die Hauptaufgabe für die Währungskommission, deren Vorsitzender Senator Aldrich war. Er war zugleich Geschäftspartner bei J. P. Morgan. Er war der Schwiegervater von John D. Rockefeller junior und damit Urgroßvater von Nelson Rockefeller, unseres früheren Vizepräsidenten. Wie Sie sich entsinnen, war sein voller Name Nelson Aldrich Rockefeller, wobei er den Mittelnamen von seinem berühmten Großvater hat.
Der zweite Mann auf dem Treffen war Abraham P. Andrew, Staatssekretär beim Finanzministerium. Später wurde er Kongressabgeordneter, und er war ein wichtiger Mann in Bankkreisen.
Der dritte Mann war Frank Vanderlip, Präsident der Nationalen Citybank von New York, der größten und mächtigsten Bank von New York, der größten und mächtigsten Bank von Amerika. Er repräsentierte die Finanzinteressen von William Rockefeller sowie der internationalen Investmentfirma Kuhn, Loeb und Company.
Henry P. Davison war dabei. Er war Hauptpartner der /. P. Morgan Company.
Charles Norton war dabei, Präsident der First National Bank of New York, auch einer der Giganten.
Weiterhin war da Benjamin Strong, Chef von ./. P. Morgan Bankers Trust Company. Zufällig wurde Benjamin Strong drei Jahre später, als das Federal-Reserve-Gesetz schließlich verabschiedet wurde, der erste Präsident des Federal Reserve Systems.
Und schließlich war da noch Paul Warburg. Wahrscheinlich der wichtigste Mann, wegen seiner Bankerfahrungen aus Europa. Warburg wurde in Deutschland geboren, wurde amerikanischer Staatsbürger und war Partner bei Kuhn, Loeb und Co. Er war aber auch zugleich ein Vertreter der Rothschild-Dynastie in England und Frankreich, und während seiner ganzen geschäftlichen Tätigkeiten hielt er immer engen Kontakt mit seinem Bruder Max Warburg, der Chef des Warburg-Bankenkonsortiums in Deutschland und den Niederlanden war. Paul Warburg war einer der reichsten Männer der Welt.
Dies waren die sieben Männer auf Jekyll Island. Und so unwahrscheinlich es auch erscheinen mag, diese sieben Männer repräsentierten etwa ein Viertel des Geldvermögens der gesamten Welt in diesen Tagen. Und dies sind die Männer, die um den Tisch in Jekyll Island saßen und das Federal Reserve System erfunden haben. Weckt das Ihre Neugierde? Was geht hier vor? Nun - für die Skeptiker, die sich unter Ihnen befinden, und ich hoffe, es gibt viele davon, denn wenn das nicht der Fall wäre, würde ich mich wie der Prediger fühlen, der zu Bekehrten spricht. Ich weiß, dass es immer Skeptiker gibt in meinen Vorträgen, und das gibt mir ein gutes Gefühl. Die Skeptiker fragen sich - hat das wirklich so stattgefunden? Bestimmt übertreibt Griffin, um einen Punkt zu machen. Ja, es hat sich wirklich so abgespielt.
Ich möchte Ihnen das an einem Zitat demonstrieren. Es ist aus einem Artikel, den Frank Vanderlip selbst geschrieben hat und der am 9. Februar 1935 in der Saturday Evening Post erschienen ist. Sie erinnern sich, Vanderlip war einer der Männer bei dem Treffen. Hier ist, was er geschrieben hat: »Ich denke, es ist keine Übertreibung, wenn ich sage, dass das heimliche Treffen auf Jekyll Island die Grundlage gelegt hat für das Federal Reserve System. Wir wurden angewiesen, unseren Familiennamen nicht zu verwenden. Wir wurden angewiesen, am Abend unserer Abreise nicht gemeinsam zu essen und nur einzeln und möglichst unerkannt zum Bahnhof New Jersey am Ufer des Hudson zu kommen, wo der private Waggon von Senator Nelson Aldrich am Ende eines Zuges nach Süden angehängt wurde. Nachdem wir im Waggon waren, wurde das Tabu der Familiennamen weiter aufrecht erhalten. Wir redeten uns mit Ben, Paul, Nelson und Abe an. Davison und ich wählten sogar noch eine zusätzliche Stufe, indem wir auch unsere Vornamen ablegten und die der Gebrüder Wright annahmen, er wurde zu Wilbur und ich zu Orwell. Die Diener und die Zugmannschaft mögen die Identität des einen oder anderen erkannt haben, aber nicht von allen. Aber erst die Namen von allen zusammen hätte das Ereignis bedeutsam gemacht, in Washington, an der Wall Street und sogar in London. Wir wussten, die Sache durfte einfach nicht bekannt weiden.«
Aber warum? Warum diese Geheimnistuerei? Warum ist das so bedeutsam? Was ist daran so bedeutsam, wenn sich eine Gruppe von Bankern in einer privaten Villa trifft und Bankprobleme bespricht oder auch Bankengesetzgebung? Vanderlip selbst gibt darauf die Antwort in dem nämlichen Artikel. Er schreibt:
»Wenn es öffentlich bekannt geworden wäre, dass unsere spezielle Gruppe zusammengekommen war, um ein Bankengesetz zu formulieren, hätte dieses Gesetz niemals eine Chance gehabt, durch den Kongress zu kommen. Warum nicht? Weil das eigentliche Ziel der Gesetzesvorlage sein sollte, den Würgegriff des Geld-Trust zu brechen, und ausgerechnet dieses Gesetz wurde formuliert vom Geld-Trust. So einfach ist das.
Wenn die Öffentlichkeit das von Anfang an gemerkt hätte, hätten wir nie ein Federal Reserve System bekommen. Das war etwa so, als ob man den Fuchs bittet, den Hühnerstall zu bauen und das Sicherheitssystem zu installieren. Absolute Geheimhaltung war aus diesem Grund extrem wichtig, denn der Kongress wäre sonst nie gefolgt, ebenso wenig wie die Öffentlichkeit«
Wir erkennen hier eine sehr wichtige Tatsache im Zusammenhang mit dem Federal Reserve System, die auch heute nicht allgemein bekannt ist und damals erst recht nicht bekannt war - nämlich dass Heimlichkeit erforderlich war, weil Täuschung im Spiel war. Aber dahinter steckt noch mehr - sehr viel mehr. Analysieren wir mal für einen Moment die Zusammensetzung der Gruppe. Erscheint es Ihnen nicht seltsam, dass diese Männer hier beisammen waren? Wir haben hier die Morgan-Gruppe, die Rockefellers, Kuhn, Loeb und Co., die Rothschilds, die Warburgs. Alle sitzen um einen Tisch und schließen eine Übereinkunft ab. Ist an dieser Mischung nicht etwas Seltsames? Nun, meine Damen und Herren - das waren Konkurrenten. Was geht hier vor? Konkurrenten kommen zusammen und setzen sich an einen Tisch, um eine Vereinbarung abzuschließen. Hier waren die Giganten der Investmentbranche zusammengekommen, die vor dieser Periode sich bis aufs Messer bekämpft haben, um Herrschaft auf den Finanzmärkten der Welt zu gewinnen - nicht nur in New York, sondern auch in Paris, London und überall. Und die treffen jetzt eine Vereinbarung. Das ist eine extrem wichtige Tatsache, die im allgemeinen übersehen wird. Weil exakt dieser Zeitpunkt in den amerikanischen Geschichtsbüchern als die Periode beschrieben wird, in der sich Kartelle entwickelt haben. Es war dieser Zeitpunkt in der amerikanischen Geschichte, als im amerikanischen Geschäftsleben ein gewisser ideologischer Umschlag stattfand. Unternehmungen waren groß, stark, mächtig und wohlhabend geworden, auf der Grundlage von freiem Wettbewerb, also dem, was diese Nation groß gemacht hat. Diese Ideologie drohte nun um zuschlagen, hin zu Monopolen, also der Vermeidung von Wettbewerb. Es war John D. Rockefeller, der es als erster offen aussprach, als er sagte: Wettbewerb ist eine Sünde Es wurde jetzt zur Bestimmung dieser Leute, Wettbewerb von nun au zu vermeiden, und zwar um jeden Preis.
Ihre Lebensanstrengung war es nun, Wettbewerber so weit wie möglich auszuschalten oder, wenn das nicht möglich war, sie aufzukaufen, und wenn das nicht möglich war, sich mit dem Wettbewerber zu verbinden in einem gemeinsamen Monopol, was man im allgemeinen als Kartell bezeichnet. Es war diese Periode in der Geschichte, in der sich dieser Übergang in allen Wirtschaftszweigen sehr rasch vollzog.
In den 15 Jahren vor dem Treffen auf Jekyll Island haben diese Finanzgruppen, über die wir hier reden, sich zunehmend in sogenannten Joint Ventures zusammengetan, statt miteinander zu konkurrieren. Sie stellten fest, dass es funktioniert, und sie fanden Gefallen daran. Das Treffen auf Jekyll Island war gewissermaßen der Höhepunkt dieses Prozesses.
Und nun kommen wir zu der zweiten erstaunlichen Feststellung über das Federal Reserve System, nämlich dass es sich keineswegs um eine Regierungsangelegenheit handelt, sondern in Wahrheit um ein Kartell. Sie hatten ein Bankenkartell geschaffen und per Gesetz, legalisiert. Sie sorgten dafür, das Gesetz durch zubringen, um das Kartell legal zu machen und durchzusetzen. Das ist eine erstaunliche Eigenschaft des Federal Reserve Systems, über das die Lehrbücher nichts sagen - nämlich, dass es ein Kartell ist.
Aber es gibt noch ein drittes Element, das sogar noch wichtiger ist als diese beiden, um zu verstehen, was das alles für Folgen für uns hat. Das dritte Element, das wir verstehen müssen, ist, dass dieses Kartell eine Partnerschaft mit der Regierung abgeschlossen hat. Kartelle machen das häufig, um ihre Kartellvereinbarungen durchzusetzen. Wenn eine Partnerschaft vereinbart wird, muss es einen Grund geben, es muss für alle Partner einen Vorteil geben, oder sie kommen nicht zu einer Vereinbarung. Wir können also mit gutem Grund fragen: Wo lag der Vorteil für die Partner, warum haben sie diese Vereinbarung getroffen? Warum ist die Regierung beteiligt? Wo liegt der Vorteil für die Regierung? Und dann fragen wir, warum ist das Kartell beteiligt? Was bekommt das Kartell?
Um diesen Zusammenhang zu verstehen, müssen wir zunächst verstehen, wie das Federal Reserve System Geld erzeugt. Wie kommt in unserem Land Geld in die Welt? Ich nenne es den Mandrake-Mechanismus. Der Name kommt von der Comicfigur Mandrake der Zauberer. Aber bevor ich darauf eingehe, will ich Sie vor etwas warnen. Versuchen Sie nicht, Sinn in die Sache zu bringen. Es ergibt keinen Sinn. Es soll gar keinen Sinn ergeben. Denken Sie daran, dass es sich um einen simplen alten Trick handelt, und Sie werden es verstehen. Außerdem werde ich versuchen, alles sehr einfach zu erklären, alles Bankchinesisch außen vor zu lassen, ebenso wie alles Buchhaltungschinesisch, und mich auf eine einfache Sprache beschränken. Aber ich kann Ihnen versichern, auch wenn es lächerlich simpel klingen mag, dass der Vorgang im Prinzip exakt genau so abläuft, wie ich es beschreibe.
Und so funktioniert es: Es beginnt mit dem Regierungsteil der Partnerschaft. Genau genommen beginnt es im Kongress. Der Kongress braucht Geld - eine Menge Geld -, mehr als er einnimmt. Die Steuern machen nur einen Prozentsatz dessen aus, was der Kongress ausgibt. Aber wie können sie mehr ausgeben, als sie Einnahmen haben? Das funktioniert so:
Nehmen wir an, der Kongress braucht eine Milliarde für seine heutigen Ausgaben. Er geht also runter zum Finanzministerium und erbittet Geld. Der Mann vom Finanzministerium sagt - Ihr scherzt wohl - wir haben hier kein Geld mehr - Ihr habt alles ausgegeben. Alle Einnahmen aus Februar und März sind bereits ausgegeben. Aber das muss Euch nicht beunruhigen - und sie gehen zusammen die Straße hinunter zur Federal Reserve Bank. Sie werden dort bereits erwartet - denn das ist einer der Anlässe, für welche die Bank extra geschaffen wurde. Sie gehen hinein, der Beamte zieht seinen Schreibtisch auf, nimmt ein großes Scheckbuch heraus und schreibt einen Scheck aus für das Finanzministerium der Vereinigten Staaten über eine Milliarde Dollar. Er unterschreibt den Scheck und gibt ihn dem Beamten vom Finanzministerium.
An dieser Stelle müssen wir eine Frage stellen: Wer hat die eine Milliarde Dollar auf das Konto bei der Federal Reserve eingezahlt, so dass sie an die Regierung ausgeliehen oder ausgezahlt werden kann? Wo kommt das Geld her? Und die erstaunliche Antwort ist: Da gibt es gar kein Geld, ja es gibt noch nicht einmal ein Konto, es gibt nur ein Scheckbuch. Diese eine Milliarde kommt genau in dem Moment auf die Welt, in dem der Beamte den Scheck unterschreibt. Wenn Sie oder ich das machen würden, kämen wir ins Gefängnis - aber die dürfen es, weil der Kongress es so wünscht. Genau das ist der Vorteil, der Nutzen der Regierung. Das ist der Grund, warum die Regierung diese Partnerschaft eingegangen ist. Die Regierung hat dadurch einfach jederzeit und unmittelbar Zugriff auf jeden Geldbetrag, ohne erst den Steuerzahler zu befragen und ihn in Form direkter Steuern um Geld bitten zu müssen. Wenn sie erst zum Steuerzahler gehen und erklären müssten, sie wollten Steuern für dieses oder jenes haben und müssten deshalb dieses Jahr die Steuern pro Familie um 3000 Dollar erhöhen, würden sie abgewählt. Das ist keine populäre Angelegenheit. Sie mögen lieber den Mandrake-Mechanismus. Deshalb ist die Regierung dabei.
Aber warum ist das Bankenkartell dabei? Um diese Frage zu beantworten, gehen wir zurück zu dem Scheck über eine Milliarde und folgen dem Geld. Der Beamte des Finanzministeriums zahlt den Scheck auf das Konto der Regierung bei einer der Federal-Reserve-Banken ein. In diesem Moment zeigt der Computer, dass die Regierung eine Milliarde Dollar eingezahlt hat, dass auf dem Konto der Regierung nun eine Milliarde Dollar liegt und dass die Regierung nun ihrerseits Schecks über insgesamt eine Milliarde Dollar ausstellen kann, womit sie nun beginnt.
Wir verfolgen nun nur einen Scheck über 100 Dollar, den die Regierung an unseren Briefträger geschickt hat. Er nimmt diesen Scheck und zieht ihn auf seinem Konto ein bei seiner Geschäftsbank. Damit hat das Geld die Federal Reserve Bank verlassen und damit gleichsam die Regierungsseite der Partnerschaft und hat auf die Bankenseite gewechselt, auf die Seite der Geschäftsbanken. Es wurden 100 Dollar eingezahlt. Der Banker geht daraufhin zum Darlehensfenster und ruft - Achtung, alle her hören - wir haben Geld zu verleihen. Jemand hat soeben 100 Dollar eingezahlt. Wir haben Geld zu verleihen. Das macht alle glücklich, denn das ist einer der Gründe, warum man auf die Bank geht, nämlich um Geld zu leihen. Es ist also gut zu wissen, dass es Geld zu verleihen gibt - und die Leute stehen an nach Geld. Sie sind ein wenig besorgt, weil nur 100 Dollar da sind, aber der Banker sagt - macht Euch keine Sorgen, wir können darauf bis zu 900 Dollar verleihen. Wie ist das möglich?
Wie können die Banken 900 Dollar verleihen, wenn nur 100 Dollar eingezahlt wurden? Nun, das funktioniert so: Das Federal Reserve System sagt, dass die Banken nicht weniger als zehn Prozent der Einlagen als Reserve halten müssen. Der Witz ist, dass die 100 Dollar, die eingezahlt wurden, zehn Prozent von 1000 Dollar sind, und deshalb kann die Bank die Differenz von bis zu 900 Dollar verleihen.
Aber wo kommt dieses Geld her? Die Antwort ist die gleiche. Da ist kein Geld. Das Geld kommt auf die Welt in exakt dem Moment, in dem das Darlehen eingeräumt wird.
Lassen Sie uns das näher analysieren. Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen den zwei Funktionen. Das Geld, das aus dem Nichts erzeugt und der Regierung gegeben wurde, hat die Regierung für ihre Projekte ausgegeben. Das Geld, das auf der anderen Seite von den Banken aus dem Nichts erzeugt wurde, haben die Banken nicht für ihre Projekte ausgegeben. Sie haben es vielmehr an uns verliehen, für unsere Projekte. Aber sie kassieren Zins auf diese Darlehen. Der zentrale Punkt ist, dass sie Zinsen kassieren auf - Nichts, was ja kein schlechtes Geschäft ist. Das ist der Grund, warum das Bankenkartell in der Partnerschaft ist, weil genau das damit legal wird - Zinsen auf Nichts.
Was hat das für Folgen? Dieses Geld, das aus dem Nichts erzeugt wird, strömt in die Wirtschaft, und diese neuen Dollar verwässern den Wert der alten Dollars, die schon im Umlauf sind. Das ist, als ob man Wasser in eine Suppe gießt, die Suppe wird verwässert. Wenn Sie all die neuen Dollars in den Wirtschaftstopf gießen, dann verwässern Sie die Dollars, die schon da sind, die Preise steigen und steigen, und wir haben das Phänomen einer Inflation, also die Erscheinung von steigenden Preisen.
Ich betone dabei das Wort Erscheinung, weil die Preise eigentlich gar nicht steigen. Was wirklich passiert, ist, dass der Wert des Dollars fällt. Wenn wir ein Geld hätten, das auf Gold oder Silber aufgebaut wäre oder irgend etwas anderem, das einen fassbaren inneren Wert hat und das man nicht einfach aus dem Nichts zaubern kann, würde sich herausstellen, dass Preise über sehr lange Zeiträume stabil bleiben.
Um diesen Punkt mal zu illustrieren: Es ist interessant zu wissen, dass man im alten Rom mit einer Goldmünze von einer Unze Gewicht eine sehr gute Toga kaufen konnte, zusammen mit einem Gürtel und ein Paar Sandalen. Was können wir heute für eine Goldmünze von einer Unze kaufen? Wir können in irgendein Herrengeschäft gehen, einen guten Anzug, einen Gürtel und ein Paar Schuhe dafür kaufen. Der reale Preis dieser Dinge hat sich über Tausende von Jahren nicht verändert, wenn er in realem Geld ausgedrückt wird.
Aber wenn man es in dem Papiergeld ausdrückt, das wir mit uns herumtragen, also den Banknoten der Federal Reserve, die wir Dollar nennen, so kaufen die weniger, weniger und immer weniger, weil mehr und mehr und immer mehr davon in den Wirtschaftstopf gegossen werden.
Damit ist die Analyse nicht zu Ende. Wir haben also Kaufkraft verloren - wohin ist die verschwunden? Hat sie irgend jemand bekommen? Diese Frage stellen die Menschen nicht. Hat irgend jemand meine Kaufkraft bekommen? Hat sie sich irgendwie aufgelöst und ist in den Himmel aufgestiegen? Nein - für jeden Verlierer gibt es einen Gewinner. Irgend jemand hat die Kaufkraft bekommen, die Sie verloren haben - wer ist das? Lassen Sie uns das herausfinden. Diejenigen, welche die verlorene Kaufkraft erhalten, sind Menschen, die genau an der Stelle stehen, an welcher das neue Geld in den Topf geschüttet wird. Denn die bekommen das Geld zuerst in die Hand, und an dieser Stelle hat es noch seinen vollen Wert. Aber in dem Moment, wo sie es ausgeben an die nächste Person und die es wieder weiter gibt an die Übernächste und es sich so ausbreitet bis an den Rand des Topfes, wo die meisten von uns sitzen, hat es seinen Wert verloren. Aber diejenigen, die gleichsam am Wasserhahn sitzen, haben unsere verlorene Kaufkraft gewonnen. Wer sind die?
Es ist klar, dass die Regierung dabei die Nummer eins ist, denn der erste Scheck, der Scheck über eine Milliarde Dollar, ging an die Regierung also Nummer eins. Die haben das Geld zuerst bekommen. Was ist mit dem Geld, das auf der Bankenseite der Partnerschaft erzeugt wurde? Wer hat das zuerst bekommen? Nun, die Darlehensnehmer - nicht wahr? Diejenigen, die sich am Fenster angestellt haben. Das war hier der Wasserhahn Das ist etwas, das wir alle kennen. In Inflationszeiten macht es Sinn zu borgen. Warum? Weil Sie dann Dollar borgen, aber Dimes zurückzahlen. Die Inflation höhlt das, was Sie vereinbart haben, aus, das Geld, das Sie zurückzahlen, hat immer weniger Wert. Der arme Mensch am Ende der Schlange, der dann Ihre Zahlung bekommt, hat seine Kaufkraft verloren, und Sie haben sie gewonnen. Denn Sie waren schlau genug, in der Inflation Geld zu leihen. So funktioniert das. Das ist einer der Gründe, warum man die Leute in Schulden lockt, denn das ist klug gehandelt. Was sie Ihnen aber nicht sagen, ist, dass Ihr Gewinn, den Sie bei dem Prozess machen, wieder verloren geht, weil Sie auf der anderen Seite alles wieder an die Bank zahlen müssen, in der Form von Zinszahlungen auf das Darlehen. Zinsen auf Nichts. Die Bank schnappt sich also in Wahrheit Ihren Gewinn über die Zinszahlungen. Manchmal haben Sie zwar Papiergewinne. Schauen Sie auf den Wert der Immobilie oder auf den Wert der Aktie - die Leute bezahlen immer mehr dafür, aber vergessen Sie nicht, meine Damen und Herren, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen ändern können, und diese Papierwerte auch schrumpfen können statt zu wachsen. Und wenn die Wirtschaft schrumpft, was ja häufig der Fall ist, verlieren die Leute alles.
Sie machen sich nicht klar, dass der Wechsel von Konjunktur und Rezession, den wir seit der Einführung des FED-Systems haben, wie ein Sägezahn funktioniert. Die Wirtschaft wächst für einen längeren Zeitraum über zehn, 20 oder 30 Jahre, und die Leute denken, das geht ewig so weiter, und dann Krachbumm - bricht alles zusammen, und zwar gewöhnlich sehr schnell, und eine Menge Menschen verlieren ihr Vermögen. Dann geht es wieder aufwärts für zehn, 20 oder 30 Jahre, alle sind glücklich und dann -Krachbumm, bricht wieder alles zusammen. Und jedes Mal, wenn es kracht, verlieren die Leute ihr Vermögen.
Was aber verlangt die Bank von Ihnen, wenn Sie Ihnen Geld leiht, das sie selbst aus dem Nichts gezaubert hat? Sie verlangt eine Unterschrift für Ihr Haus, Ihr Auto, Ihre Vermögensgegenstände - und wenn Sie nicht pünktlich zahlen für dieses Zaubergeld, nehmen die Ihnen die Murmeln weg. Die gewinnen immer - in Zeiten des Aufschwungs wie des Abschwungs -, es macht keinen Unterschied. So wurde es geplant, sorgfältig ausgearbeitet, diese Menschen sind Wissende, meine Damen und Herren. Der Kern der Sache nämlich ist, dass diejenigen, welche die Kaufkraft gewinnen, die Sie verlieren, genau die beiden Gruppen in der Partnerschaft sind - nämlich die Regierung und das Bankenkartell. Nun dieser Prozess ist in Wahrheit eine Steuer. Wie immer Sie es nennen wollen, Inflation oder welchen Namen auch immer Sie ihm geben wollen, es ist eine Steuer. Wenn Sie sich an irgend etwas von diesem Vortrag erinnern, so hoffe ich, ist es dieser Sachverhalt - Inflation ist eine Steuer. Genau deshalb sind diese zwei Gruppen eine Partnerschaft eingegangen. Die Regierungsseite kann ihre Bürger nahezu unbegrenzt und in beliebiger Höhe besteuern, ohne dass die Bürger es überhaupt ahnen, dass sie in Wahrheit eine Steuer bezahlen. Auf der Bankenseite können sie ewigen Zins für Nichts kassieren.
Aber lassen Sie uns nach Jekyll Island zurückgehen. Wir können eine Menge lernen von dieser Insel und von jenen Tagen, denn alles, was heute passiert, wurde in diesen neun Tagen an diesem Tisch geboren. Sie hatten ein spezielles Problem, nämlich die Frage, wie sie dieses Geschäft nennen sollten. Sie müssen wissen, dass diese Partnerschaft zwischen Banken und Regierung nichts Neues war. Das wurde in Europa bereits im 16. Jahrhundert entwickelt. Es wurde damit experimentiert, und es wurde immer weiter verbessert und führte schließlich zur Gründung der Bank of England im Jahre 1694. Von diesem Datum an nutzten alle europäischen Regierungen diese Art von Mechanismus. Sie nannten es natürlich nicht Mandrake-Mechanismus, wie ich es nenne, sie hatten einen anderen Namen dafür, nämlich »Zentralbank«. Als nun die Zeit gekommen war, diesen Zentralbankmechanismus nach Amerika zu bringen, wussten die Herren auf Jekyll Island zwar ganz genau, was sie wollten, aber sie konnten es nicht Zentralbank nennen, weil sie genau wussten, dass der Kongress bereits erklärt hatte, dass man so etwas nicht wolle. Man dachte, dass man etwas Eigenständiges brauche, genau auf die amerikanische Wirtschaft zugeschnitten. Die Männer überlegten also, wie sie es nennen sollten, und sagten sich, lasst es uns zunächst Federal nennen, damit es so klingt, als wäre es eine Einrichtung der Regierung. Dann lasst uns das Wort Reserve hinzufügen, um den Anschein zu erwecken, da liege irgendwo eine Reserve. Und schließlich lasst uns noch das Wort System hinzufügen. Dies war noch wichtiger, als es heute erscheint. Denn erinnern wir uns, das Hauptbedenken damals war die Machtkonzentration der Banken in New York. Sie mussten also das amerikanische Volk davon überzeugen, dass sie ein »System« von Banken schaffen wollten, das geographisch über das ganze Land verteilt sei. Sie sagten also, wir brauchen zehn, oder nein, das ist nicht genug, besser zwölf regionale Banken, um die Macht zu entschärfen, d.h. scheinbar zu entschärfen.
Nun, wir wissen heute, was wir bekommen haben, ist in keiner Weise »Federal«, es gibt nirgendwo »Reserven«, es ist kein »System« im Sinne einer Beschränkung der Macht, und die Federal-Reserve-Banken sind nicht einmal Banken. Wir haben also einen kolossalen Namen, eine Art Erscheinung der vierten Art. Es war eine brillante Täuschung, und jetzt kam der nächste Schritt, nämlich es dem Publikum zu verkaufen.
Die erste Lesung des »FederaI Reserve Act« lief unter dem Namen Aldrich-Gesetz, weil es von Senator Aldrich eingebracht wurde. Paul Warburg hatte ihn allerdings davor gewarnt. Er sagte: »Nelson, wenn du dem Gesetz deinen Namen gibst, wird es wahrscheinlich im Kongress abgelehnt, weil du so klar mit den Interessen des Big Business verbunden wirst«, und Warburg hatte Recht damit. Der Kongress lehnte das Gesetz der großen Banker ab. Aber das war nur ein kleiner Rückschlag. Sie nahmen ihren Gesetzentwurf, schrieben die Paragraphen ein wenig um, strichen den N amen Aldrich raus und fanden ein paar Demokraten, die nun das Gesetz einbrachten. Das machte einen Unterschied, denn jeder wusste, dass die Republikaner das Big Business vertraten, und sie wussten auch, dass die Demokraten auf der anderen Seite den kleinen Mann vertraten. Also den Arbeiter, den Mann am Fließband wie Ted Kennedy z. B. Sie fanden also ein paar Millionäre bei den Demokraten, die das Gesetz unterstützten. Carter Glass im Kongress und Senator Rober Owen, der selbst ein sehr erfolgreicher Banker war, brachten nun das Gesetz ein, unter dem Namen Glass-Owen-Gesetz.
Als nächstes fingen Aldrich und Vanderlipp an, Reden zu halten und Zeitungsinterviews zu geben, in denen sie das Gesetz ablehnten, das sie selbst geschrieben hatten. Sie sagten, dieses Gesetz wird die Banken ruinieren, es ist katastrophal für die Nation. Als das in die Zeitungen kam und der Durchschnittsbürger es las, sagte er sich: »Oh, oh, die großen Banken mögen dieses Gesetz nicht, es muss recht gut sein.« Man muss diese Männer schon respektieren, sie waren nicht dumm. Sie haben ihre Positionen nicht als Tollpatsche erreicht. Sie verstanden etwas von Massenpsychologie und von Politik, und sie spielten ihre Karten sehr überlegt. Gleichzeitig finanzierten die gleichen Leute auf eigene Kosten sogenannte Graswurzel-Studienclubs, die über das ganze Land hinweg entstanden. Da wurden öffentliche Seminare gehalten, Broschüren und Informationsschriften gedruckt, in denen die Vorzüge des »Federal Reserve Act« beschrieben wurden. Sie gaben große Geldsummen an einige der besseren Universitäten in Amerika, gründeten neue Abteilungen für Wirtschaftswissenschaften, wählten persönlich die geeigneten Professoren aus als Direktoren dieser Abteilungen. Und diese Professoren begannen dann Reden zu halten und kluge Artikel zu schreiben, in denen beschrieben wurde, wie segensreich das Federal Reserve System sei.
Auf Vorschlag von Paul Warburg fügten sie dann noch ein paar exzellente Paragraphen in den Gesetzentwurf ein. Paragraphen, welche die Möglichkeiten der Zentralbank, Geld aus dem Nichts zu erzeugen, ernsthaft beschneiden sollten. Die Mitstreiter von Warburg sagten, Paul, was machst du da, wir wollen das nicht in unserem Gesetz haben. Aber Warburgs Antwort war klassisch. Er sagte: »Entspannt euch, seht ihr denn nicht, unser Hauptziel ist es, das Gesetz durch zubringen. Danach können wir es dann verbessern« Es ist diesen Paragraphen zu verdanken, dass schließlich auch die Unterstützung von William Jennings Bryan gewonnen wurde, dem Kopf der sogenannten Populistenbewegung. Er war von Anfang an gegen dieses Gesetz. Aber als er diese tollen Paragraphen sah, sagte er: »Na gut, jetzt kann ich das Gesetz auch unterstützen« Mit dem Wegfall seiner Oppositionsstimme war der Weg nun geebnet, und alle, bis auf ein paar wenige einsame Stimmen, waren nun für die FED und das Gesetz. In der Tat haben sie es dann später »verbessert«.
Nachdem das Federal-Reserve-Gesetz angenommen wurde, ist es über 100 Mal ergänzt worden, und jeder dieser »tollen« Paragraphen wurde schon längst wieder herausgenommen, und dafür sind viele zusätzliche Paragraphen hinzugekommen, mit denen die Macht der Federal Reserve beträchtlich ausgeweitet wurde.
In Anbetracht dieser professionellen und brillanten Strategie und Täuschung ist es keine Überraschung, dass schließlich die Öffentlichkeit ebenso wie der Kongress mit einer soliden Mehrheit für das Federal Reserve System, stimmten, das Gesetz am 22. Dezember 1913 beschlossen wurde und das Geschöpf von Jekyll Island schließlich nach Washington D.C. kam.
Ich möchte mich jetzt einmal kurz auf die Frage konzentrieren, was die Ziele der Federal Reserve sind. Wie Sie wissen, wird uns gesagt, das Ziel der Federal Reserve sei es, die Wirtschaft zu stabilisieren und dem chaotischen Bankenwesen einen Riegel vorzuschieben. Eines der heute weit verbreiteten Lehrbücher an unseren Schulen, das Lehrbuch über Wirtschaft von Paul Samuelson, sagt dazu: »Das Federal Reserve System entstand aus der Panik von 1907 mit ihrer alarmierenden Verbreitung von Bankzusammenbrüchen. Das Land hatte ein für alle Mal genug von der Anarchie der instabilen Privatbanken.« Das jedenfalls sagt Samuelson, und das ist, was die Studenten lernen. Wir wollen das für den Moment mal gar nicht in Frage stellen, lassen wir es mal so stehen, denn das ist die offizielle Lehre. Die Aufgabe der Zentralbank ist es, die Wirtschaft zu stabilisieren und die Menschen zu schützen. Deshalb erhöhen sie jetzt ihre Zinsen, wie Greenspan sagt. Warum machen sie das? Um den Menschen zu helfen, oder? Um die Wirtschaft zu stabilisieren, damit wir nicht eine massive Inflation bekommen? Er tut es für Sie, meine Damen und Herren, jedenfalls sagt er das. Und wenn Sie versuchen, das Ganze zu verstehen auf der Basis der offiziellen Verlautbarungen, so wird Ihnen das nie gelingen. Lassen Sie uns diese offizielle Erklärung für einen Moment als richtig erachten und schauen wir mal, wie gut es funktioniert.
Wollen wir mal die Erfolgsbilanz betrachten. Nachdem die Federal Reserve gegründet wurde, ist sie verantwortlich für den Crash von 1921 und 1929, die große Depression von 1929 bis 1939, Rezessionen in den Jahren 1953, 1957, 1969, 1975 und 1981, einen schwarzen Montag am Aktienmarkt im Jahre 1987. Wir alle wissen, dass die Unternehmensschulden massiv steigen, die private Verschuldung ungeahnte Ausmaße angenommen hat, Firmen- und Privatpleiten sind auf einem Allzeithoch, Banken und Sparkassen sind in größerer Zahl zusammengebrochen als jemals zuvor, der Zins auf die Staatsschuld verschlingt die Hälfte der Steuereinnahmen, unsere Schwerindustrie wurde fast vollkommen von ausländischen Wettbewerbern abgelöst. Wir haben zum ersten Mal in unserer Geschichte ein internationales Handelsbilanzdefizit, 75 Prozent des Zentrums von Los Angeles und anderer Großstadtregionen sind im Besitz von Ausländern, und die Hälfte der Nation ist offiziell im Zustand der Rezession. Nun, das ist die Erfolgsbilanz der 80jährigen Bemühungen des Federal Reserve Systems.
Ich denke, man kann unbestritten behaupten, dass sie versagt hat bei der Erfüllung ihrer erklärten Ziele. Der einzige Streitpunkt ist allenfalls die Frage, warum sie versagt hat. Meine Antwort ist - dieses waren nie ihre wirklichen Ziele. Was aber sind ihre wahren Ziele? Was sind die Ziele eines jeden Kartells? Nun, die Gewinnmargen der Mitglieder des Kartells zu erhöhen und ihre Position im Markt zu stabilisieren. Wenn wir das im Hinterkopf haben, bekommen wir ein anderes Bild vor Augen. Dann hat sie nämlich keineswegs versagt, sondern war erfolgreich. Es gab drei Ziele, welche die Banker von Jekyll Island mit Hilfe der Federal Reserve Bank für sich erreichen wollten, und sie waren sehr klar in dieser Hinsicht. Hier sind die Ziele.
Als erstes wollten sie den allmählichen Verlust ihrer Macht in New York stoppen. Ja, das ist das genaue Gegenteil von dem, was von der Federal Reserve eigentlich offiziell erwartet wurde, aber das ist, was sie wollten. Das ist wert, erwähnt zu werden, denn, wenn ich von einem Kartell rede, so spreche ich nicht von kleinen Bankern, die unter dem Federal Reserve System ums Überleben kämpfen. Erinnern Sie sich daran, dass John D. Rockefeller gesagt hat, Wettbewerb ist eine Sünde. Einer der Gründe für dieses Kartell war es, dem Wettbewerb durch neue Banken einen Riegel vorzuschieben, sie in Schranken zu halten oder gar nach Möglichkeit auszuschalten, und zwar durch Regulierungen, also dadurch, dass man Auflagen machte, welche die großen Banken erfüllen konnten, deren Erfüllung die kleinen aber sich nicht leisten konnten. Ich spreche also nicht von Ihrem Banker an der Ecke, ich spreche von dem Kartell in New York. Das war das erste Ziel.
Das zweite Ziel war es, einen Trend umzukehren, den man als Bildung von Privatkapital bezeichnete. Dies ist die Bankensprache für einen Vorgang, bei dem die Privatpersonen oder Geschäftsleute ihre eigenen Ersparnisse benutzten, um etwas aufzubauen, statt zu den Banken zu gehen und dafür Geld zu borgen. Um die Jahrhundertwende gab es einen Trend zu privater Kapitalbildung, speziell im Geschäftsbereich. Die Firmen hielten einen gewissen Anteil ihrer vierteljährlichen Dividenden zurück und steckten dieses Geld in eine Rücklage, und wenn sie so genügend Kapital gebildet hatten, nutzten sie ihre eigenen Ersparnisse, um eine neue Fabrik zu bauen oder um ein Entwicklungsprojekt zu starten oder was auch immer. Die Banken waren sehr besorgt über diesen Trend. Sie wollten die Firmen wieder zurück in die Banken locken, um Geld zu borgen. Sie wussten, dass der einzige Weg darin bestand, die Zinssätze zu senken. Nun werden Sie fragen, warum haben sie die Zinsen nicht einfach gesenkt? Nun, Sie denken in heutigen Kategorien, nicht in denen von damals. Heute ist es einfach für das Federal Reserve System, die Zinssätze zu senken, weil sie heute den Hebel haben, um die Zinsen auf oder ab zu bewegen, die haben sie heute vollkommen unter Kontrolle.
Aber im Jahre 1913 gab es den Hebel nicht, weil das Geld mit Gold und Silber gedeckt war. Bei dieser Art Geld können Sie keinen Hebel ansetzen. In einem solchen System sind die Zinsen das Ergebnis der natürlichen Kräfte von Angebot und Nachfrage. Man kann es nicht kontrollieren, d. h. einzelne Menschen oder Komitees können es nicht kontrollieren. Millionen von Menschen in friedlichem Austausch kontrollieren das über Angebot und Nachfrage, aber es gibt keine politische Kontrolle. Sie wussten, der einzige Weg, um die Menschen in die Bank zu bringen, war der, die natürliche Zinsrate irgendwie künstlich zu senken. Wie kann man das machen? Sie sagten, die Antwort sei eine flexible Währung, dass die Nation eine flexible Währung brauche, um die Bedürfnisse der Wirtschaft zu erfüllen.
Aber was ist eine flexible Währung? Man braucht ein Lexikon, um diese Dinge zu verstehen. Eine flexible Währung, meine Damen und Herren, ist Geld aus dem Nichts. Das ist es, was es bedeutet. Der Trick ist gar nicht so kompliziert. Wenn Sie Geld aus dem Nichts erzeugen können dann brauchen Sie nicht unbedingt eine große Menge Zinsen zu berechnen, um einen Gewinn zu erwirtschaften. Mit einer flexiblen Währung konnten sie also die Zinsen senken unter den natürlichen Zins, trotzdem noch einen Gewinn damit machen und die Geschäftsleute wieder zurück in die Banken locken. Das Ziel war also eine flexible Währung, das war Ziel Nummer zwei.
Ziel Nummer drei war es dann, die unvermeidlichen Verluste der Banken an die Steuerzahler weiter zureichen, um das Publikum zu schützen. Das waren die wirklichen Ziele der Federal Reserve, und nun lassen Sie uns eine andere Erfolgsbilanz aufmachen, um zu sehen, wie gut diese Ziele erreicht wurden.
Haben die großen Banken in New York die Kontrolle behalten? Die Antwort ist - ja. Wir haben große Banken im Westen und im Süden, aber die sind nichts im Vergleich zu den Megabanken in New York, welche die Welt mit Filialen in Peking, Moskau, Afrika und überall überziehen. Die großen Banken beherrschen weiterhin alles, und wir notieren ein »A« an der Erfolgsbilanz, ja die Kontrolle ist in New York verblieben.
Was ist mit der Umkehr des Trends zu einer privaten Kapitalbildung? Oh Boy, das hat funktioniert. Sie haben über bestimmte Zeiträume die Zinssätze so heruntergedrückt, dass sie so attraktiv waren, dass Privatleute und Unternehmen dachten, sie wären verrückt, wenn sie diese niedrigen Zinsen nicht ausnutzen würden.
Warum sollte man sein Geld sparen? Das wäre ja töricht. So wurden alle mit flexiblen Währungen in die Banken gelockt und haben sich bis über die Halskrause verschuldet. Und dann passiert etwas mit der Wirtschaft, sie können ihre Schulden nicht mehr bedienen und gehen bankrott. Heute gibt es viele Unternehmen und Privatleute, die mit Mühe an der Klippe hängen, weil sie versuchen müssen, ihre Schulden zu bedienen. Es ist eine erstaunliche Tatsache, dass viele dieser großen Unternehmen jetzt in jedem Quartal mehr Geld an die Banken in Form von Zinszahlung schicken als Dividenden an die Aktionäre. Denken Sie mal darüber nach. Die Banken, die Geld aus dem Nichts erzeugt haben, verdienen mehr Geld von großen Bereichen unserer Industrie als die Leute, die für ihr Geld gearbeitet haben, die es gespart haben, die ihr Geld investiert und riskiert haben, um Aktienanteile an diesen Gesellschaften zu kaufen. Das Federal Reserve System bekommt auch hier ein »A« in der Erfolgsbilanz vermerkt, denn in der Tat ist es gelungen, mit flexibler Währung den Trend zu privater Kapitalbildung wieder umzukehren. Waren sie in der Lage, ihre Verluste auf den Steuerzahler zu übertragen, unter dem Vorwand, so das Publikum zu schützen? Vielleicht haben Sie diesen Teil übersehen, aber er wird Rettung genannt. Das Spiel »Rettung« wird etwa so gespielt: Wann immer eine dieser großen Banken in Schwierigkeiten gerät, weil ein Kreditnehmer, also eine große Gesellschaft oder ein Drittweltland, seine Schulden nicht mehr bezahlen kann, entsteht für die Bank ein Problem. Sie geht zum Kongress und erklärt sorgfältig und ausführlich, dass der Kongress diese Gesellschaft oder dieses Drittweltland retten muss, weil andernfalls das amerikanische Publikum geschädigt würde. Wenn dieses alteingesessene Unternehmen fällt, bedenken Sie die Tausende von Arbeitsplätzen, die damit zerstört würden. Die Menschen würden der Wohlfahrt anheim fallen, sie wären arbeitslos, und das ist schlecht für das Volk.
Wenn dieses Land da unten in Südamerika seine Schulden nicht bezahlen kann, sollte Onkel Sam sie besser bezahlen, weil die alteingesessene Bank in New York sonst die Schulden ausbuchen müsste und damit technisch Konkurs wäre, möglicherweise schließen müsste und zusammenbrechen würde. Sehen Sie nur die Tausende von Leuten, die Geld in dieser Bank haben und die davon betroffen wären, und wer weiß, wenn diese große Bank fällt, könnte es der erste Dominostein sein, der alle anderen Banken zusammenbrechen lässt, und wir könnten eine große Rezession oder gar Depression bekommen, und sehen Sie nur, wie das amerikanische Volk leiden würde. Der Kongress marschiert daraufhin pflichtbewusst an die Front und erklärt, ja, ja, das wollen wir alles nicht, und er stimmt für die Mittel oder garantiert die Zahlungen, um den Strom der Zinszahlungen an die Banken abzusichern, nicht der kleinen Banken, sondern der großen Banken.
Hier sind einige der Fälle, die Sie vielleicht verpasst haben. Die Penn-Central-Eisenbahn wurde 1970 gerettet, ebenso wie Lockheed, die Commonwealth Bank von Detroit 1972, die Stadt New York im Jahre 1975, Chrysler 1978, die First Pennsylvania Bank 1980, Continental Illinois, die größte Bank bisher im Jahre 1982, und alle diese Länder in der Dritten Welt, die ihre Zinsen nicht mehr bezahlen können, zahlen diese Zinsen jetzt, weil sie das Geld vom IWF und der Weltbank bekommen haben, die es wiederum vom Federal Reserve System bekommen haben, die es wiederum von Ihnen und mir bekommen hat, über den Mandrake-Mechanismus.
Mein letzter Punkt ist schließlich - und ich hoffe, Sie finden das interessant - der Wucher. In alten biblischen Zeiten wurde Zins auf Darlehen als Wucher bezeichnet. Jeder Zins auf Darlehen war Wucher. In neuerer Zeit wurde das dahingehend umdefiniert, dass man nur noch übertriebenen Zins als Wucher bezeichnet, nicht bescheidenen Zins.
Der Hintergrund dafür ist, wenn wir hart für unser Geld arbeiten und wir Geld nicht ausgeben, sondern sparen, wir also auf Annehmlichkeiten verzichten und wir das Geld jemanden leihen, für dessen Projekte, haben wir Anrecht auf eine angemessene Vergütung für dieses Opfer. Ein vernünftiger Zins erscheint nur fair und logisch für die meisten Menschen. Aber was ist dann übertriebener Zins? Thomas Jefferson hat gesagt, dass Leute, die nicht bereit sind, eine Schaufel zu einem Projekt beizutragen oder ein Pfund Material, mehr Geld mit dem Projekt verdienen als die Leute, die das Material liefern und die ganze Arbeit machen. Ich habe mich über diesen Satz gewundert, als ich ihn gelesen habe, und dachte, übertreibt Tom hier nicht?
Ich nahm also meinen Rechner und tippte die Zahlen ein. Ich nahm als Beispiel ein Haus, das für 100000 Dollar gebaut werden sollte. Ich ging davon aus, dass 30000 Dollar für das Land, die Architektenrechnung, die Baugenehmigung etc. ausgegeben würden und 70000 Dollar für den eigentlichen Bau, also die Bauarbeiten und das Material, draufgehen. Ich unterstelle, dass der Bauherr zur Bank geht, 20 Prozent Eigenkapital einbringt und eine Hypothek über 30 Jahre zu zehn Prozent Zins vereinbart. Ich habe die Zahlen eingegeben und fand heraus, dass der Bauherr 172 000 Dollar als Zins an die Bank zahlt, im Vergleich zu den 70 000 Dollar, die er an diejenigen zahlt, die das Material geliefert und die ganze Arbeit gemacht haben. Mit anderen Worten, die Bank hat 2,5mal mehr Geld bekommen als diejenigen, die das Produkt erstellt haben.
Sie mögen nun sagen, ja, gut, aber vergessen Sie nicht den Zeitwert des Geldes. Wenn Sie Geld sparen und 30 Jahre auf seinen Gebrauch verzichten, sind 30 Jahre eine lange Zeit. Nein, meine Damen und Herren, das gilt nicht für dieses Geld. Niemand hat für dieses Geld gearbeitet, niemand hat es gespart - dieses Geld wurde aus dem Nichts erzeugt. Ich behaupte, dass 172 000 Dollar Zinsen auf Nichts übertrieben sind. Ich denke, es wird Zeit, das Wort Wucher neu zu definieren. Jeder Zins auf Geld, das aus dem Nichts erzeugt wird, also auf fiat money, ist Wucher.
Dieses Beispiel mit dem 100000-Dollar-Haus ist aber nur ein Sandkörnchen in der Sahara. Dies ist gar nichts. Man muss diesen Prozess multiplizieren, mit jedem Haus in Amerika, mit jedem Hotel in Amerika, mit jedem Bürohochhaus in Amerika, jedem Flugzeug, jedem Auto, jeder Fabrik, jedem Lagerhaus voll Material, jedem Bauernhof mitsamt Maschinen. Wir sprechen hier von einem breiten Strom von Zinsen, der ununterbrochen in das Bankenkartell strömt, der so breit ist, dass Sie selbst in Ihrer Phantasie das andere Ufer nicht erreichen können. Die Zahlen sprengen jede Vorstellungskraft. Wo fließt das Geld hin? Sie mögen das geistige Bild vor Augen haben, dass es da einen großen See gibt, mit einem riesigen Damm, und das ganze Geld sammelt sich da, und die Leute werden reicher und immer reicher. Aber das ist falsch - so funktioniert das nicht. Wenn jemand allen Wohlstand hat, den er sich wünschen kann für ein angenehmes Leben, was bleibt dann noch - Macht.
Meine Damen und Herren, dieser Strom von Geld wird benutzt, um Macht zu gewinnen über Sie, über mich und über unsere Kinder. Sie kaufen buchstäblich die Welt damit. Damit meine ich nicht Immobilien oder Fabriken - sie kaufen Kontrolle über die Organisationen, die Institute, auf welche sich die Leute verließen als Führung und Meinungsbildung. Technisch und in der Sprache der Soziologie nennt man das die Machtzentren, die Machtzentren der Gesellschaft - die Gruppen, über welche die Menschen zusammenarbeiten. Dorthin fließt dieses Geld - um Kontrolle über diese Gruppen und Institutionen zu gewinnen, indem man Einfluss auf die Menschen kauft, die dort arbeiten. Dafür geben sie das Geld aus. Das heißt, sie kaufen Politiker, politische Parteien, Fernsehsender, Kabelsender, Zeitungen, Zeitschriften, Verlage, Radiosender, Filmstudios, Universitäten, Gewerkschaften, Kirchenorganisationen, Handelsverbände, Stiftungen, multinationale Unternehmungen, Schulen, Pfadfinder, kurz: Jede Gruppe, jede Institution, die Einfluss ausübt, ist ein Ziel für Kontrolle. Und sie haben eine Menge Geld, das sie ausgeben können, um diese Kontrolle zu erlangen. Besonders die Organisationen und Einzelpersonen, die scheinbar in Opposition zu ihnen selbst stehen.
Ich möchte schließen mit der Bemerkung: Der Name des Spieles lautet nicht Wohlstand, sondern Macht.
Was sollen wir also tun? Nun, das liegt auf der Hand. Wir müssen das Geschöpf schlachten - das ist der Anfang. Wir können nicht zulassen, dass es weitermacht, es muss beseitigt werden. Aber wie kann das geschehen? Wir werden das im Kongress tun. Der Kongress hat das Federal Reserve System geschaffen, und der Kongress kann es auch wieder abschaffen. Wir müssen Feuer unter den Stühlen der Kongressabgeordneten entfachen. Wir müssen neue Gesichter dorthin kriegen. Dabei ist es egal, ob sie Republikaner, Demokraten, Unabhängige oder was immer sind, der Titel ist nicht wichtig, es kommt darauf an, woran sie glauben, an welches Prinzip, das ist wichtig. Aber wir brauchen informierte Wähler. Es geschieht nichts, solange die Menschen diese Dinge nicht wissen, und deshalb ist die Aufklärung so wichtig, und das ist recht mühsam. Es nutzt nichts, einfach in die Politik zu gehen, denn die Leute würden gar nicht verstehen, wovon wir reden, weil sie den Zusammenhang nicht verstehen. Wir brauchen eine Aufklärungsarmee da draußen, und es wird Zeit, sich zu engagieren. Patrick Henry hat gesagt: Unsere Brüder sind bereits auf dem Feld, warum stehen wir hier noch untätig?
Die schlechte Nachricht, die wirklich schlechte Nachricht ist: Die Zeit läuft ab. Ich habe vor nicht allzu langer Zeit über diese Dinge gesprochen, und die Leute schauten mich an und sagten: Du machst Scherze, so etwas kann in Amerika nie passieren. Aber wenn ich jetzt über diese Dinge spreche, richten sie sich auf und fragen: Wie viel Zeit haben wir noch? Man kann es überall sehen, die neue Weltordnung entsteht überall um uns herum, wenn sie einen internationalen Gerichtshof installieren, eine Weltsteuerbehörde, ein Weltgeld, eine Weltarmee. Die Zeit also läuft ab, meine Damen und Herren.
Welche Handlung Sie immer planen für Ihr Land, für Ihre Freiheit, machen Sie es jetzt.
Aber die gute Nachricht, die wirklich gute Nachricht ist: Wir können es immer noch packen, wir haben noch Zeit, wir haben noch Freiheit. Statt uns zu beklagen, wie schlecht die Dinge stehen oder wie weit fortgeschritten die Zeit ist, sollten wir uns freuen, dass wir immer noch zusammenkommen können, so wie heute Abend, wir können immer noch offen miteinander reden, wir können uns immer noch dafür einsetzen, das Federal Reserve System abzuschaffen, wir haben immer noch Wahlen. Wir sollten uns über diese Tatsache freuen. Alles, was wir tun müssen, ist, nach draußen zu gehen und zu arbeiten, als ob unsere Freiheit und unser Leben davon abhinge, denn so ist es wirklich."
Diese dramatische Darstellung der aktuellen Lage des amerikanischen Finanzsystems, welche uns aber alle betrifft, wird häufig als nicht zutreffend kritisiert und genannte Fakten, sowie die Kernargumente der Vertreter dieser Sichtweise, leiden oft an einer Diffamierung durch Gegendarstellungen. Welche Kritikpunkt gibt es also gegen Griffins Werk? Ein Prof. Flaherty hat eine Ausarbeitung zu Verschwörungstheorien um die FED zusammengestellt und im Internet veröffentlicht, worauf hin Griffin eine Stellungnahme auf seiner Seite bereitgestellt hat. Ich möchte diese hier als Übersetzung in Auszügen bereitstellen. Griffin ist noch auf weitere Gegenargumente eingegangen, die sich aber teilweise nicht auf seine Ausarbeitungen zu dem Thema bezogen, was hier nicht extra aufgeführt ist.
Flaherty:


Hypothese: Jede der zwölf Federal Reserve Banken ist ein privates Unternehmen. Wie jedes derartige Unternehmen ist das Hauptziel den Gewinn zu maximieren. Dies wird über das Verleihen von Geldern an den Staat und der Erhebung von Zinsen darauf erreicht. Sie manipulieren die monetären Politik zu Gunsten ihrer Gewinne und nicht der Öffentlichkeit.


Fakten: Ja, die Federal Reserve Banken sind privat, aber sie werden von dem öffentlich berufenen “Board of Governors“ kontrolliert. Die Federal Reserve Banken führen lediglich die monetären politischen Entscheidungen, die durch das “Board of Governors“ getroffen werden, aus.


Griffin:

Grundsätzlich ist Flaherty Argumentation, soweit er diese führt, korrekt. Aber wie wir schon in vielen seiner Ausführungen gesehen haben, geht er nicht der ganzen Wahrheit auf den Grund. Eine Halbwahrheit bewirkt soviel Täuschung wie eine ganze Lüge. Flaherty sagt, dass das “Board of Governors“ politisch berufen wird. Das ist wahr und dadurch sollen wir uns vermeintlich sicher fühlen, in dem Gedanken, dass der Präsident dem Ruf der Öffentlichkeit folgt und nur Menschen auswählt, welchen das öffentliche Interesse am Herzen liegt. Der Teil der Geschichte, den Flaherty nicht erzählt hat, ist, dass der Präsident diese Personen weder aus seinem eigenen persönlichen Adressbuch auswählt, noch befragt er die Öffentlichkeit Nominierungen einzureichen. Mit wenigen Ausnahmen stammen die Berufungen von einer Liste, die er von den Mitarbeitern der Bankenkomitees des Kongresses und aus privaten Quellen, die einen großen Einfluss auf seine Wahlkampagne hatten, bekam. Die mächtigsten dieser Gruppen sind die Finanzinstitute (auch prominente Mitglieder des FED selbst) und die Mediengesellschaften, über die sie starke Kontrolle haben. Man braucht nicht ein sogenannter Verschwörungstheoretiker zu sein, um zu begreifen, welchen enormen Einfluss diese Institutionen auf das Resultat der Präsidentschaftskampagnen haben und jeder der Kenntnis darüber hat, wie unser aktuelles politisches System arbeitet, wird verstehen, warum der Präsident genau die Ernennungen macht, die ihm von den Banken diktiert werden. Jeder, der die Richtigkeit dieser Einschätzung bezweifelt, sollte sich einmal mit den Hintergründen und Standpunkten der Menschen befassen, welche diese Posten erhalten. Mitunter kommt es vor, dass auch jemand aus dem Konsumentenbereich der Gesellschaft auftritt, aber die Mehrheit sind Banker, die tief verbunden mit dem System sind, das sie schützt und welches sie aufrecht erhalten wollen. Jemand, der das System und die Macht des Bankenkartells ernsthaft herausfordert, würde nie ernannt werden. Also hat Flaherty recht, in dem, was er schreibt, aber die Folgerung daraus (dass das FED über die Bürger - durch den politischen Prozess - kontrolliert wird) ist gänzlig falsch.
Flaherty:
Fast alle Zinsen, welche die Federal Reserve aus Verbindlichkeiten der Regierung erhält, werden dem Finanzministerium erstattet, sodass die Regierung netto keine Zinsen an die FED zahlt.
Griffin:
Dies ist eine weitere Halbwahrheit, die eine riesige Täuschung bedeutet. Es ist richtig, dass die Regierung viele der Zinsen, die sie für die nationale Verschuldung zahlt, wieder zurück bekommt. Dabei bestimmt die FED Satzung , dass die Zinszahlungen Überschüsse beinhalten, welche die aktuellen Aufwände decken, sodass eine Refinanzierung gewährleistet ist. Aber bevor wir nun zu dem Schluss kommen, dass das eine wundervolle Wohltat ist, sollten wir uns erinnern, dass das Bankenkartell so in der Lage ist, Steuergelder dafür zu nutzen, 100% seine Aufwände zu zahlen, ohne dass viele Fragen gestellt werden, was das für Aufwände sind. Nachdem all die Aufwände bezahlt worden sind, wird, was dann noch übrig bleibt an das Finanzministerium ausbezahlt, wie Flaherty sagt. Das ist kein Geheimnis und eine Beschreibung dazu findet sich in meinem Buch. Technisch gibt es also keinen Profit aus diesem Geld. Aber erinnern wir uns, dass diese Geldschöpfung nicht die einzige Funktion des FED ist. Die wahre Goldader ist nicht das Schöpfen von Geld aus dem Nichts für die Regierung, aber die Geldschöpfung aus dem Nichts durch die Geschäftsbanken für die Kreditvergabe im Privaten Bereich. Dort spielt die Musik. Das ist der beliebteste Zaubertrick. Lenke die Aufmerksamkeit auf die eine Hand, während die Münze sich in der anderen befindet. Das Augenmerk wird auf die angebliche Großzugigkeit des FED gelenkt, wie es nicht benötigte Zinsen an das Finanzministerium zurückzahlt, sodass wir schnell übersehen, dass der große Goldfluss an Zinsen in die Mitgliedsbanken fließt für die Konsumenten- und Firmenkredite.


Flaherty:


Hypothese: Banker und Senatoren trafen sich 1910 im Geheimen auf Jekyll Island, Georgia um eine Zentralbank zu kreieren, welche den New Yorker Banken die Kontrolle über die Geldversorgung der Nation gibt.


Fakten: Das Treffen hat stattgefunden, aber die Planung zur Rückkehr zu einer Zentralbank war weithin bekannt. Ungeachtet dessen wurde der Antrag, der auf Jekyll Island erstellt wurde, nie vom Kongress bewilligt. Der Gesetzesentwurf, der durchgekommen ist - der Federal Reserve Act - stellt die Kontolle der monetären Politk durch eine öffentliche Institution - das Federal Reserve Board - sicher, nicht durch Geschäftsbanken.


Griffin:


Hier wieder eine Halbwahrheit, die eine Täuschung ist. erzählt: Die Pläne für die Rückkehr zur Zentralbank waren natürlich bekannt, aber sie waren bei den Wählern und bei großen Teilen des Kongresses unbeliebt. Das war das eigentliche Problem, was zu dieser großen Geheimhaltung geführt hat. Frank Vanderlip, einer der Teilnehmer des Treffens auf Jekyll Island hat später bestätigt, dass der Gesetzesentwurf nie durch den Kongress gekommen wäre, wenn die Öffentlichkeit gewusst hätte, das es Banker waren, welche die Gesetzgebung verfasst hatten, um angeblich „vom Griff des Money-Trust zu befreien“. Die Fakten die ich in meinem Buch aufführe, sind lückenlos durch Orginaldokumente belegt, was zeigt, dass es sich bei meiner Version um geschichtliche Tatsachen handelt. Flaherty versucht diese Tasachen zu entkräften, indem er sagt, dass das ursprüngliche geheime Treffen unbedeutend war, weil der erste Gesetzesentwurf abgewiesen wurde. Was er nicht sagt, ist, dass der zweite Entwurf, der als Gesetz verabschiedet wurde, im Wesentlichen identisch mit dem ersten war. Der grundlegende Unterschied war das Entfernen von Sentaor Aldrichs Namen vom Titel und das Ersetzen durch die Namen von Carter Glass und Robert Owen. Das war nötig, um das Stigma von Aldrich, als ein Representant des „big-business Republikaners“ zu entfernen und es mit dem beliebten Image der Demokraten, als „die Verteidiger der Arbeiter“ zu ersetzen. Diese Strategie wurde von Paul Warburg vorgeschlagen, einem Teilnehmer am Jekyll Island Treffen. Die Tatsache, dass Flaherty diesen Fakt nicht erwähnt, deutet darauf hin, dass er keine objektive Analyse betrieben hat, und statt dessen eine voreingenommene Kritik im Mantel der Wissenschaft übt. Seine Aussage, dass „[...] der [Federal Reserve Act] [...] die Kontolle der monetären Politk durch eine öffentliche Institution - das Federal Reserve Board - sicher [stellt], nicht durch Geschäftsbanken“ kann man nicht ernst nehmen. Die Federal Reserve ist keine öffentliche Institution in keinem bedeutenden Zusammenhang.
Ich hoffe, nach dieser ausführlichen Darstellung hat jeder eine Vorstellung darüber, wie die Federal Reserve entstanden ist, welcher Fakten man sich bewusst sein sollte, wie die Hauptgegenargumente dazu aussehen und wie diese sich entkräften lassen. Zum Abschluss möchte ich hier noch eine zweite Darstellung eines anderen Autor zum Federal Reserve System wiedergeben. Stephen Zarlenga veröffentlichte 1999 sein Buch Der Mythos vom Geld - Die Geschichte der Macht , in dem eine ausführliche Beschreibung der geschichtlichen Hintergründe, sowie der Funktionsweise vom Geldsystem im Wandel der verschiedenen Epochen wiedergegeben wird. Zarlenga selbst ist mit Herz und Seele - im Gegensatz zu Griffin - ein Verfechter der Papiergeldsysteme und kritisiert den gegenwärtigen Missbrauch dieser aufs Schärfste. Im Vergleich zu Griffins Die Kreatur von Jekyll Island kommt Zarlenga in Bezug auf die gleichen geschichtlichen Tatsachen häufig zu grundverschiedenen Schlussfolgenrungen und eröffnet dem Leser so eine weitere Sichtweise. Zu dem Thema FED sind sich aber die beiden Autoren einig! So schreibt Zarlenga:
"In dem Nachschlagewerk Webster's new Twentieth Century Dictionary Unabridged wird »Konspiration« wie folgt definiert: »Geheimgehaltenes gemeinsames Planen und Handeln, vor allem mit einem ungesetzlichen oder schädlichen Zweck, wie zum Beispiel Mord oder Verrat.« Diese Definition vor Augen, komme ich zu dem Schluss,dass es sich bei der Etablierung des Federal Reserve Systems um eine Konspiration handelte, mit der der Nation Schaden zugefügt werden sollte.[...]"
Zum zweiten und schließlich auch erfolgreichen Versuch, das Gesetz zum FED durch den Kongress zu bringen, äußert er sich wie folgt:


"Wäre die Gesetzesvorlage als Aldrich-Plan im demokratischen Deckmäntelchen identifiziert worden, wäre es wahrscheinlich nicht zu einer Gesetzesverabschiedung gekommen.[...]"

Über das Verhalten der Befürworter der Owen Glass Gesetzesvorlage und der eigentlichen Urheber des Gesetzestextes - also der Verschwörer von Jekyll Island - findet sich folgende Darstellung in Der Mythos vom Geld:


"Um das Volk der Vereinigten Staaten noch weiter zu verwirren und es gegenüber dem wahren Zweck des Federal Reserve Gesetzes blind zu machen, begannen die wichtigsten Befürworter des Aldrich-Plans, Senator Aldrich und Frank Vanderlip, über die Gesetzesvorlage nach allen Regeln der Kunst zu lamentieren. Die American Bankers Association tat es ihnen nach. Sie verbreiteten den Einwand, für all jene, die nicht an Sozialismus glaubten, sei es sehr schwer, diesen von der Regierung ausgehenden Vorschlag zu akzeptieren und nachzuvollziehen. Reichlich erstaunlich, wenn man bedenkt, das es ein Komitee der American Bankers Association war, das den praktisch identischen Aldrich-Plan geprüft hatte und diesen »begeistert« guthieß.[...]"

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